Jitsi
| Jitsi | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Emil Ivov u. a. |
| Aktuelle Version | 2.2 (30. April 2013) |
| Betriebssystem | Java-Laufzeitumgebung |
| Kategorie | Instant Messaging |
| Lizenz | LGPL (Freie Software) |
| Deutschsprachig | ja |
| jitsi.org | |
Jitsi (früher SIP Communicator) ist eine multiprotokollfähige, IP-Telefonie-Anwendung und Instant Messenger, mit dem auch Videotelefonie möglich ist. Jitsi ist Free/Libre Open Source Software (FLOSS). Sie befindet sich noch in der Entwicklung, hat aber bereits alle Funktionen, die ein VoIP-Client und Instant Messenger benötigt. Da er komplett in Java implementiert ist, ist er auf allen Plattformen mit entsprechender Laufzeitumgebung lauffähig.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Die Entwicklung von Jitsi, damals noch „SIP Communicator“ (SIP ist ein Akronym für Session Initiation Protocol), startete im Jahre 2006. Ende 2006 war das Projekt soweit fortgeschritten, dass eine erste Alpha-Version des Projektes veröffentlicht werden konnte. Eine erste grafische Benutzeroberfläche war bereits vorhanden, weiterhin waren die wichtigsten Protokolle bereits implementiert. Sie war bereits läuffähig unter den gängigsten Betriebssystemen, also Windows, Linux und Mac OS X.
Fast ein Jahr später, im November 2007, erschien die zweite Alpha-Version, die schon wesentlich mehr Funktionalität bot. Neben der Einbindung von weiteren Protokollen wurde auch stark auf dem OSGi-Framework aufgesetzt, welches für neue Entwickler sehr einstiegsfreundlich ist. Durch Neuerungen wie Benutzer-Avatare oder erweiterte Verlaufs-Funktionalität wurde auch der Komfort erhöht.
In der Folge erhöhte sich die Zahl an Entwicklern, die an dem Open-Source-Projekt arbeiteten, drastisch. Dementsprechend konnte die dritte Alpha-Version bereits im Februar 2008 erscheinen. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf Konferenz-Chats und Internationalisierung (Einbindung der bekanntesten Sprachen) gelegt.
2011 wurde das Projekt in Jitsi umbenannt, da es sich nach der hinzugefügten Unterstützung von Audio- und Video-Gesprächen nicht mehr um ein SIP-Softphone sondern um einen Instant Messenger mit Audio- und Videotelefoniefunktion handelt.[1][2] Nächtliche Builds wurden im März 2011 zu Beta-Versionen erkoren. Seit Build 3648 wird der Audio-Codec SILK unterstützt.
Möglichkeiten der Kommunikation[Bearbeiten]
Jitsi unterstützt in allen Protokollen Präsenz und Sofortnachrichten. In den meisten Fällen ist auch Dateiübertragung möglich. (Video-)Telefonie ist derzeit mit SIP und Jingle möglich. Die Unterstützung der Google Variante von Jingle (GTalk) ermöglicht auch Verbindungen von einem GMail Konto zu Android- Geräten. Darüber hinaus bietet Jitsi einige interessante Merkmale:
- Verschlüsselte Kommunikation mit OTR für die Sofortnachrichten und ZRTP für Bild und Ton
- Desktop-Sharing – Freigabe des eigenen Bildschirmes zur Ansicht und Bearbeitung durch die andere Seite
- Audiokonferenzen ohne weitere Infrastruktur.
- Konfiguration aus der Ferne Provisioning
- Direktverbindungen für die Mediendaten P2P über Interactive Connectivity Establishment und Universal Plug and Play (UPnP). Um hartnäckige NAT-Konfigurationen zu beherrschen, stellt Jitsi Möglichkeiten zum Routen der RTP-Pakete in Form von JingleNodes und TURN zur Verfügung.
- Volle IPv6-Protokoll-Unterstützung
Unterstützte Protokolle[Bearbeiten]
Jitsi unterstützt alle gängigen Protokolle bekannter Instant Messenger.[3] Teilweise befinden sich die Implementierung der unterstützen Protokolle allerdings noch in der Entwicklung und kann daher eventuell nicht zu einhundert Prozent die gewünschten Ergebnisse liefern. Zu den bereits implementierten Protokollen gehören:
Präsenz, Sofortnachrichten und (Video) Telefonie[Bearbeiten]
Präsenz und Sofortnachrichten[Bearbeiten]
Varianten der Medienübertragung[Bearbeiten]
Audiocodecs[Bearbeiten]
Videocodecs[Bearbeiten]
Google Summer of Code[Bearbeiten]
SIP-Communicator beziehungsweise Jitsi ist ein langjähriger Teilnehmer beim Google Summer of Code. Dieses Förderprogramm vergibt Programmierstipendien an Studenten aus aller Welt, um Weiterentwicklungen für Freie-Software-Projekte zu erarbeiten. 2008 beteiligten sich insgesamt 1125 Studenten an 175 Open-Source-Projekten. Ein beträchtlicher Teil der Jitsi-Codebasis wurde von GSoC-Teilnehmern beigesteuert. Auch im Jahre 2011 wurden einige Projekte vorgeschlagen, zum Beispiel:[5]
- Implementierung der Unterstützung für den Breitband-Audiocodec SILK
- Rechtschreibprüfung
- Anrufe über Yahoo
- Dateitransfers über Jingle und GTalk
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Über Jitsi (englisch)
- ↑ Umbenennung zu Jitsi. Schritt 1: Die Seite (englisch)
- ↑ Jitsi Features (englisch)
- ↑ a b https://jitsi.org/index.php/GSOC/WidebandCodecs (englisch), https://jitsi.org/index.php/Development/Roadmap (englisch)
- ↑ Projektliste Google Summer of Code 2011