Jochen Bohl

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Jochen Bohl (2011)

Jochen Bohl (* 19. April 1950 in Lüdenscheid) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und seit 2004 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Bohl ist seit Oktober 2009 Mitglied im Rat der EKD[1], am 9. November 2010 wurde er zum stellvertretenden EKD-Ratsvorsitzenden gewählt.[2]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach seinem Studium der Evangelischen Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und den Universitäten Marburg und Bochum von 1968 bis 1974 legte Bohl seine Examina bei der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld ab. Von 1974 bis 1976 absolvierte er das Vikariat in Brüninghausen bei Lüdenscheid und wurde 1977 ordiniert. Von 1978 bis 1986 war er als Gemeindepfarrer in Aplerbeck im Kirchenkreis Dortmund-Süd tätig, bevor er als Leiter des Evangelischen Jugendwerks an der Saar nach Saarbrücken ging. Dort war er 1993 außerdem stellvertretender Landessprecher der saarländischen Grünen[3].

1995 wurde Bohl Oberkirchenrat und Direktor des 16.000 Mitarbeitende beschäftigenden und 1.400 Einrichtungen umfassenden Diakonischen Werkes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens mit Sitz in der Oberen Bergstraße 1 in Radebeul. Nach seiner Wahl zum leitenden Geistlichen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens wurde er in der Dresdner Kreuzkirche am 26. Juni 2004 vom Leitenden Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands Hans-Christian Knuth in sein Amt als Landesbischof eingewiesen und amtierte als solcher auch bei der Weihe der wieder erbauten Dresdner Frauenkirche am 30. Oktober 2005. Bei der Synode der EKD in Ulm 2009 wurde er in den Rat der EKD gewählt. Bohl ist außerdem Kuratoriumsmitglied des evangelikalen Vereins ProChrist, einem dem CVJM nahestehenden Organisator von Großevangelisationsveranstaltungen sowie der Internationalen Martin Luther Stiftung[4].

Ein besonderes Anliegen Bohls ist seit den 1980er Jahren die Versöhnungsarbeit mit Israel und Polen. Schon zehn Jahre vor der Wende in Deutschland pflegte er außerdem regelmäßige Kontakte zu Kirchengemeinden in der Deutschen Demokratischen Republik. Nach der friedlichen Revolution von 1989 sah er den interessanten Teil Deutschlands im Osten, weil „es hier etwas zu bewegen“ gab.

Bohl ist verheiratet. Er hat drei Söhne und wohnt in Radebeul.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. EKD:Rat Wahlergebnisse
  2. Landesbischof Bohl stellvertretender EKD-Ratsvorsitzender
  3. FOCUS 37/2012: Politik: Posten-Kollekte
  4. Kuratorium der Internationalen Martin Luther Stiftung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jochen Bohl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien