Johanniter (Rebsorte)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johanniter
Synonyme keine
Zuchtnummer FR 177-68
Johanniter
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe grün
Verwendung
Herkunft Deutschland
Züchter Johannes Zimmermann
Züchtungsjahr 1968
VIVC-Nr. 17127
Abstammung

Kreuzung aus
Riesling × FREIBURG 589-54 (Seyve Villard 12-481[1] × FREIBURG 153-39 (=Ruländer × Gutedel[2]))

Liste von Rebsorten
Blätter und Trauben der Rebsorte Johanniter

Johanniter ist eine 1968 gezüchtete pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte.

Herkunft[Bearbeiten]

Der Johanniter ist eine Züchtung von Johannes Zimmermann (Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg) mit den Sorten Riesling x (Seyve Villard 12-481[3] × FREIBURG 153- 39)[4] (= Ruländer x Gutedel).

Der Name wurde zu Ehren von Johannes Zimmermann vergeben, dem ehemaligen Leiter der Rebenzüchtung des Freiburger Weinbauinstituts. Er hat die Züchtung pilzwiderstandsfähiger Rebsorten vorausschauend betrieben.

Ampelografische Merkmale[Bearbeiten]

Die Ähnlichkeiten mit der Muttersorte Riesling sind unverkennbar gegeben.

  • Die Triebspitze ist schwach bronziert und mittelstark wollig behaart.
  • Der Triebwuchs ist mittelstark.
  • Das Blatt ist kreisförmig, fünflappig, gewellt und mittelstark blasig. Das Blatt hat eine offen mit einer u-förmige Stielbucht die teilweise von Nerven begrenzt ist und keine Behaarung aufweisen.
  • Die Trauben sind kompakt, mittelgroß, dichtbeerig, und walzenförmig. Die Beeren besitzen einen Narbenpunkt.

Reife: mittelspät – zwischen Weißem Burgunder und Riesling

Ansprüche[Bearbeiten]

Die Lageansprüche entsprechen denen der Burgundersorten. Die Sorte soll wegen ihres früheren Austriebes im Frühjahr, nicht in frostgefährdete Lagen gepflanzt werden.

Ertrag[Bearbeiten]

  • Ist eine sehr fruchtbare Sorte.
  • Zur Gewinnung von hochwertigen Weinen ist eine Ertragsregulierung notwendig.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Vorteile

  • Besitzt eine mittelgute Resistenz gegen Peronospora
  • Hat eine gute bis mittlere Resistenz gegen Oidium.
  • Die Winterfrostfestigkeit gilt als gut.

Nachteile

Wein[Bearbeiten]

Die Weine sind kräftig, fruchtig und haben Ähnlichkeiten mit Riesling und Ruländer. Bei Weinproben erhielt der Johanniter gegenüber Standard-Vergleichssorten der jeweils gleichen Versuchsparzelle bessere Bewertungen.

Die Ernteergebnisse zeigen gegenüber dem Riesling einen etwas höheren Ertrag, ein um etwa 7 Grad Öchsle höheres Mostgewicht sowie eine geringere Mostsäure (→ Säure (Wein)).

Verbreitung[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Die Rebfläche verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete Deutschlands:[5]

Weinbaugebiet Rebfläche ha
Ahr unter 0,5
Baden 16
Franken 8
Hessische Bergstraße 1
Mittelrhein unter 0,5
Mosel 4
Nahe 3
Pfalz 6
Rheingau unter 0,5
Rheinhessen 17
Saale-Unstrut unter 0,5
Sachsen 1
Stargader Land -
Württemberg 3
TOTAL Deutschland 2007 59

Schweiz[Bearbeiten]

Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt - 15,8 ha (Stand 2013).[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.vivc.de/datasheet/dataResult.php?data=11601
  2. http://www.vivc.de/datasheet/dataResult.php?data=16269
  3. http://www.vivc.de/datasheet/dataResult.php?data=11601
  4. http://www.vivc.de/datasheet/dataResult.php?data=16269
  5. Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008(PDF; 519 kB)
  6. Das Weinjahr 2013 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l'agriculture OFAG

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]