John McAfee

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John David McAfee (* 18. September 1945[1] in England[2]) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Programmierer und einer der Pioniere bei der Entwicklung von Antiviren- und Computersicherheits-Software. Nach eigenen Angaben besitzt er neben der US-amerikanischen auch die britische Staatsbürgerschaft.[3]

Leben[Bearbeiten]

John McAfee wurde in England geboren, verbrachte sein Leben aber überwiegend in den Vereinigten Staaten. Er wuchs in Salem, Virginia auf. 1967 erreichte er am dortigen Roanoke College den Bachelor of Science in Mathematik. Bis 1970 studierte er an der Virginia Tech und zog dann in das Silicon Valley.[4]

In den folgenden Jahren arbeitete er im Bereich der Hard- und Softwareentwicklung[4] für General Electric, Univac, Lockheed Martin, Xerox, Siemens und IBM. Zwischenzeitlich lebte er in Brasilien, Deutschland, England, Mexiko, Indien und Hongkong. 1981 gründete er mit Interpath Inc. ein Unternehmen, das sich mit der Entwicklung von Systemen zur Spracherkennung beschäftigte.[2] 1987 gründete er, noch bei Lockheed angestellt, dann die Firma McAfee Associates, aus der sich das Computersicherheitsunternehmen McAfee entwickelte. Anlass dazu war eine Infektion seines eigenen Computers mit dem ersten PC-Virus (c)Brain.[4] John McAfee nutzte zur Verbreitung seiner Virenschutzsoftware das Geschäftsmodell der Shareware. 1994 zog er sich aus dem Unternehmen zurück und verkaufte 1997, als es mit Network General zu Network Associates fusionierte, seine Anteile an der Aktiengesellschaft. Sein Vermögen wurde auf 100 Millionen Dollar geschätzt; nach der US-Immobilienkrise sollen davon noch vier Millionen Dollar verblieben sein.[5] John McAfee war auch der Gründer von Tribal Voice, das mit PowWow einen der ersten Instant-Messenger entwickelte.[2][4]

John McAfee betrieb ein Yogazentrum in Colorado, betätigte sich als Yogalehrer und verfasste mehrere Bücher über das Thema. Außerdem widmete er sich dem Aerotrekking, dem Fliegen in geringen Höhen in einem Ultraleichtflugzeug. 2008 wanderte er nach Belize aus.[2][5] Im Februar 2010 begann er, im dortigen Orange Walk Town ein neues Geschäftsfeld aufzubauen, das Unternehmen QuorumEx, das unter Ausnutzung der Fähigkeit von Bakterien zum quorum sensing an der Entwicklung von Antibiotika arbeitet.[5]

Im April 2012 wurde das Anwesen von John McAfee von einer Spezialeinheit der belizischen Polizei durchsucht. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des unerlaubten Waffenbesitzes und der Herstellung von Drogen konnten jedoch nicht aufrechterhalten werden.[5]

Ab November 2012 wurde er von der belizischen Polizei zur Befragung gesucht, da sie ihn verdächtigte, in ein Tötungsdelikt an seinem Nachbarn Gregory Faull verwickelt zu sein.[5][6] McAfee gilt nicht als Verdächtiger, sondern als „Person von Interesse“. Dies bedeutet, dass die Behörden eine Verwicklung McAfees in den Fall vermuten. Eine Anklage wurde bisher nicht erhoben, da die Ermittlungsbehörden nicht genügend Beweise für die Erwirkung eines Haftbefehls haben.[7] McAfee bestreitet jegliche Beteiligung an dem Mord.[8]

McAfee tauchte für etwa drei Wochen unter. In diesem Zeitraum gab er mehrere Interviews und veröffentlichte auf seinem Blog Neuigkeiten.[9] Am 5. Dezember erklärte er in Guatemala-Stadt, dass er dort politisches Asyl beantragen wolle, weil er von der Regierung in Belize verfolgt werde. Kurz darauf wurde er jedoch wegen eines Verstoßes gegen das Einwanderungsgesetz verhaftet, denn bei seiner Einreise in Puerto Barrios mit seiner Freundin hatte er keinen Kontakt zur lokalen Einwanderungsbehörde aufgenommen.[10][11] McAfee war aufgrund der Metadaten von Fotografien, aufgenommen mit einem iPhone in Río Dulce, lokalisiert worden.[12] Guatemala entsprach seinem Asylbegehren nicht und wies ihn am 12. Dezember mit seinem Einverständnis in die Vereinigten Staaten aus.[13] Er landete noch am selben Tag in Miami.[7]

Im Juni 2013 veröffentlichte McAfee ein Video mit einer Satire über ein angebliches Leben mit Reichtum, Frauen, Drogen und Waffen.[14][15] Sein Anwesen in Belize brannte nieder, wie McAfee am 16. Mai 2013 mitteilte.[16]

Alkohol- und Drogenprobleme[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben hatte John McAfee bis 1983 Probleme mit Alkohol und Kokain.[17]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  •  Computer viruses, worms, data diddlers, killer programs, and other threats to your system: What they are, how they work, and how to defend your PC, Mac, or mainframe. St. Martin's Press, New York 1989, ISBN 978-0312028893.
  •  Into the Heart of Truth: The Spirit of Relational Yoga. Woodland Publications, Woodland Park, Colorado 2001, ISBN 978-0971156913.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John McAfee. In: nndb.com, abgerufen am 13. Dezember 2012
  2. a b c d e Roanoke College am 3. Mai 2008. Abgerufen am 14. November 2012 (PDF; 800 kB, englisch).
  3. McAfee will zurück ins «normale Leben». In: Tagesschau (SF). 10. Dezember 2012, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  4. a b c d  Marshall Cavendish Corporation (Hrsg.): Inventors and Inventions. 4, Marshall Cavendish, New York 2007, ISBN 9780761477617, S. 1029 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b c d e Spiegel Online am 13. November 2012: Vom Viren-Jäger zum Gejagten. Abgerufen am 14. November 2012.
  6. Internet-Unternehmer McAfee wird polizeilich gesucht (Version vom 11. Februar 2013 im Webarchiv Archive.today). In: Financial Times Deutschland vom 13. November 2012, aufgerufen am 13. November 2012
  7. a b John McAfee: «Ich habe nichts mehr». In: Tages-Anzeiger.ch/Newsnet vom 14. Dezember 2012
  8. Software-Entwickler McAfee findet kein Asyl in Guatemala. in: Schweizer Fernsehen vom 7. Dezember 2012
  9. Simone Utler: Abgetaucht nach Nachbar-Mord: Die skurrile Flucht des John McAfee. In: Spiegel Online vom 3. Dezember 2012
  10. John McAfee beantragt Asyl in Guatemala. In: FAZ online. 5. Dezember 2012, abgerufen am 5. Dezember 2012.
  11. John McAfee in Guatemala festgenommen. In: Süddeutsche Zeitung online. 6. Dezember 2012, abgerufen am 6. Dezember 2012.
  12. http://www.golem.de/news/vice-john-mcafee-mit-iphone-geolocation-geortet-1212-96131.html
  13. McAfee wird in die USA ausgewiesen. In: Spiegel Online. 12. Dezember 2012, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  14. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/angeklickt-mcafee-badesalz-und-waffen-in-einem-video-a-906828.html
  15. https://www.youtube.com/watch?v=bKgf5PaBzyg&feature=player_embedded
  16. http://www.whoismcafee.com/orange-walk-compound-burned-to-the-ground-not-accidental/
  17. David Segal: John McAfee Plays Hide-and-Seek in Belize. In: New York Times vom 1. Dezember 2012
  18. John McAfee's Last Stand — A WIRED eBook | Threat Level | Wired.com