Joseph Carlebach

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Joseph Carlebach

Joseph Zwi Carlebach (* 30. Januar 1883 in Lübeck; † 26. März 1942 im Wald von Biķernieki bei Riga) war ein deutscher Rabbiner, Naturwissenschaftler und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Carlebach war das achte Kind von Esther Carlebach (1853–1920), einer in Lübeck geborenen Tochter des dortigen Rabbiners Alexander Sussmann Adler (1816–1869), und des in Heidelsheim geborenen Rabbiners Salomon Carlebach (1845–1919). Das Familiengrab der Familie Carlebach befindet sich nach wie vor auf dem Jüdischen Friedhof in Lübeck-Moisling. 1919 heiratete er seine einstige Schülerin Charlotte Preuss (* 1900). Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen viele Rabbiner wurden oder einen Rabbiner heirateten.

Ausbildung und internationale Jahre[Bearbeiten]

Joseph Carlebach wurde Rabbiner, wie die meisten seiner Brüder, darunter Ephraim Carlebach, der Gründer der Höheren Israelitischen Schule in Leipzig. Joseph Carlebach absolvierte auch eine umfassende naturwissenschaftliche Ausbildung. Ab 1901 studierte er in Berlin Naturwissenschaften, Mathematik, Astronomie, Philosophie und Kunstgeschichte. Der Quantenphysiker Max Planck und der Philosoph Wilhelm Dilthey (Hermeneutik) gehörten zu seinen Lehrern. 1908 schloss er das Oberlehrer-Examen in den Naturwissenschaften (mit summa cum laude) ab. Carlebach ließ sich gleichzeitig am dortigen orthodoxen Rabbinerseminar ausbilden. Ab 1905 unterrichtete er für zwei Jahre in Palästina am Jerusalemer Lehrerseminar, der Lämel-Schule und unterbrach für diese Zeit sein Studium. Dort kam er auch mit maßgeblichen Toraexperten in Kontakt.

1909 absolvierte er die akademischen Abschlüsse an der Universität Heidelberg in den Fächern Mathematik, Physik und Hebräisch. Im selben Jahr wurde er an der Universität Heidelberg mit dem Thema Lewi ben Gerson als Mathematiker (ein mittelalterlicher Talmudgelehrter [1288–1344]) promoviert. Die Veröffentlichung der Forschungsarbeit über diesen auch Gersonides genannten Gelehrten sowie eine Pionierarbeit über Einsteins Relativitätstheorie (Berlin 1912) brachten Carlebach auch akademische Anerkennung. 1910 bis 1914, gleich nach seiner Promotion, widmete sich Carlebach wieder verstärkt dem Rabbinatsstudium am Berliner Rabbinerseminar der Israelitischen Synagogen-Gemeinde Adass Jisroel, welches streng orthodox ausgerichtet war und unter der Leitung des Rabbiners David Hoffmann stand. 1914 wurde er als Rabbiner ordiniert.

Von 1914 bis 1918, während des Ersten Weltkriegs, wurde er zum Militär eingezogen. Zunächst diente er als Telegraphist in Mainz. 1915 wurde Carlebach auf Empfehlung seines Schwagers, des Feldrabbiners Leopold Rosenak ins deutsch besetzte Litauen, das damals ein Zentrum der jüdischen Gelehrsamkeit war, beordert. Er absolvierte seinen Wehrdienst als deutscher Kulturoffizier (im Range eines Hauptmanns) und Rabbiner in Litauen. In Kaunas gründete er zusammen mit örtlichen Talmudgelehrten das teils deutschsprachige Jüdische Realgymnasium[1] (גימנזיום עברי), das er auch bis 1919 leitete.

Rabbiner in Deutschland[Bearbeiten]

Von 1917 an war Carlebach Rabbiner in Berlin in der Synagoge in der Passauer Straße, er wirkte hier bis 1931. 1920 wurde Carlebach amtierender Rabbiner in Lübeck.

1921 wurde er Rektor der Talmud-Tora-Realschule in Hamburg. Joseph Carlebach war ein schöpferischer Erzieher. Er ging individuell auf den einzelnen Schüler ein und leitete ihn durch das Interesse am Thema zu selbständigem Lernen und Entdecken an. Dabei verstand der Lehrer sich als älterer Freund des Schülers. Grundlage und Ausgangspunkt der Lehre Carlebachs war der jüdische Glaube, der alle Lebens- und Wissensbereiche durchdringen und die Ganzheit und Einheit von Seele und Geist garantieren sollte. Das Ziel der Schule sah er in der Schaffung einer jüdischen Lebenswelt, getragen vom höchsten jüdischen Wert sittlich-ethischer Verantwortung, in der Hebräisch als lebendige Sprache gesprochen wird.

1925 wurde Joseph Carlebach als Nachfolger von Oberrabbiner Meir Lerner zum Oberrabbiner der Hochdeutschen Israeliten-Gemeinde (HIG) in der damals noch selbstständigen preußischen Großstadt Altona gewählt. Es war das Altonaer Wappen, das Symbol der offenen Tore, das ihm so ganz entsprach, und Altonas unter Beweis gestellte Aufnahmefreundlichkeit nicht nur gegenüber verfolgten Juden aus Osteuropa. Auch der damalige Oberbürgermeister Max Brauer (1887–1973) begrüßte ihn und blieb viele Jahre ein begeisterter Besucher von Oberrabbiner Carlebachs Vorträgen. Wie stark ihn die Ideen Carlebachs prägten, wurde deutlich, als Brauer Mitte März 1936 auf Einladung des American Jewish Congress auf einer Vortragsreise durch die USA in New York auf einem Bankett dieser Vereinigung eine Rede hielt, in der er den Antisemitismus als eine tragende Säule der NS-Ideologie analysierte. Zudem forderte er, der Kampf der Juden in Deutschland gegen ihre zunehmende Entrechtung müsse international unterstützt werden, am besten durch einen jüdischen Weltkongress.[2]

1936 berief die Deutsch-Israelitische Gemeinde (DIG, damals die aschkenasische jüdische Gemeinde Hamburgs) Carlebach als Nachfolger von Oberrabbiner Samuel Spitzer nach Hamburg an die Bornplatzsynagoge. Vor der versammelten Menge versprach er bei seiner Antrittsrede, (…) daß mein Haus und Herz jedem offenstehen wird (…) und ich all die Nöte eurer Seele mit euch tragen werde, daß ich die Auszeichnung der Berufung auf diesen Rabbinatssitz nur als eine Verpflichtung nehmen will zu schlichter Menschlichkeit jedem gegenüber, das ist das Gelöbnis dieser Stunde (…).[3]

Nach den Eingemeindungen im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes am 1. April 1937 schlossen auch die jüdischen Gemeinden (Deutsch-Israelitische Gemeinde zu Hamburg, Hochdeutsche Israeliten-Gemeinde zu Altona, Israelitische Gemeinde zu Wandsbek, Jüdische Synagogen-Gemeinde Harburg-Wilhelmsburg) einen Vertrag zu ihrer Vereinigung zum 1. Januar 1938. Der gewählte Name Deutsch-Israelitische Gemeinde zu Groß-Hamburg wurde jedoch vom NS-Ministerium für Kultus nicht genehmigt, da „Deutsch“ für jüdische Organisationen verboten sei, „Israelitisch“ irreführend sei, da in der NS-Rassenideologie „Jüdisch“ der eindeutige Begriff sei und „Gemeinde“ – so die fadenscheinige Argumentation – für politische Kommunen vorbehalten sei. Die Gemeinde wählte daraufhin den Namen Jüdischer Religionsverband in Hamburg.[4] Carlebach blieb auch nach der Vereinigung der Gemeinden Oberrabbiner. 1937 wurde Bruno Italiener zum Oberrabbiner des Tempelverbandes gemacht und 1938 verzichtete Carlebach auf die Bezeichnung Oberrabbiner zu Hamburg, sondern nannte sich nun Oberrabbiner des Synagogenverbandes.[5]

Drangsalierung in der NS-Zeit[Bearbeiten]

Carlebachs „Antrag auf Ausstellung einer steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung“ erweckte den Verdacht, die Familie wolle auswandern. Die Devisenstelle veranlasste eine Sicherungsanordnung; danach durfte Carlebach Zahlungen und Abhebungen nur noch mit behördlicher Genehmigung über ein Sicherungskonto erledigen. Nach der Reichspogromnacht mussten Juden eine Judenvermögensabgabe in Höhe von 25 % des Vermögens an das Finanzamt zahlen.

Seit Oktober 1940 bekam Carlebach kein Gehalt mehr. Am 31. Mai 1941 wurde er mit einer Geldstrafe belegt, weil er versäumt hatte, den Zwangsvornamen Israel ins Fernsprechbuch eintragen zu lassen. Ab 19. September 1941 musste zur Stigmatisierung ein Judenstern getragen werden. Mit Erlass vom 18. Oktober 1941 gab es ein Ausreiseverbot für Juden. Gestapo-Leute verfolgten seine Gottesdienste. Vom 25. Oktober 1941 an wurden die Juden aus Hamburg deportiert. Eigentum und Vermögen der deportierten Juden fiel gemäß der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz an das Reich; die Besitztümer wurden durch eine „Vermögensverwaltungsstelle“ des Finanzamts verkauft.

Wirken in der NS-Zeit[Bearbeiten]

Miriam Gillis-Carlebach, die überlebende Tochter von Joseph Carlebach, erinnerte an den Einsatz ihres Vaters für die verfolgten Juden in der NS-Zeit. [6]

Deportation und Ermordung[Bearbeiten]

Platz der jüdischen Deportierten: Mahnmal und Erinnerungstafel

Am 4. Dezember 1941 erhielten 753 Hamburger Juden den Deportationsbefehl. Weil der ursprünglich vorgesehene Zielort, das Ghetto in Minsk, überfüllt war, verzögerte sich die Abreise. Fanny Englard geb. Dominitz, eine überlebende Zeugin, berichtete:

„Die Gestapo hatte Carlebach angeboten, zurückzubleiben. Aber er hat sich entschlossen, bei dem Transport zu bleiben, um die vielen Menschen nicht zu enttäuschen, die mit ihm fahren wollten.“[7]

Die Familie Carlebach schrieb am 3. Dezember an einen Onkel Charlottes, Siegfried Halberstadt:

Wir stehen im Begriff nach Osten zu fahren. Wir wollen Euch noch einmal ein herzliches Lebewohl sagen. Wir sind innerer Zuversicht und segnen die Stunde, da viele Mitreisende durch uns sich getröstet fühlen. Euch und Euren Kindern wünschen und erflehen wir alles Gute. Möget Ihr gesund und lebenfroh bleiben, erfreut durch das Glück Eurer lieben Kinder. Alles Gute![8]

So wurde Carlebach mit seiner Familie am 6. Dezember 1941 ins Konzentrationslager Jungfernhof in der Nähe von Riga (Lettland) deportiert, wo der fast Sechzigjährige schwer erkrankte. Im Lager organisierte Carlebach heimlich den Schulunterricht, besorgte ein Chanukka-Fest und einige Bar-Mizwa-Feiern. Als eine Mitgefangene das Essen nicht koscherer Wurst ablehnte, überzeugte er sie mit der Argumentation, dass der Pflicht zur Körper- und Lebenserhaltung („Schmirat Haguf“) durch die Annahme der kraftspendenden Kost mehr gedient sei.[9]

Am 26. März 1942 wurden Joseph Carlebach, seine Frau Charlotte und seine drei jüngsten Töchter Ruth, Noemi und Sara im Wald von Biķernieki bei Riga erschossen. Erst am 30. November 2001 hat, anlässlich der Eröffnung einer Gedenkstätte an dieser Stelle, der Kantor der Jüdischen Gemeinde zu Riga, Vlad Shulman, das Kaddisch gesprochen. Auf den Seiten des Gedenksteins steht in Hebräisch, Russisch, Lettisch und Deutsch:

„Ach Erde, bedecke mein Blut nicht, und mein Schreien finde keine Ruhestatt!“

Hiob 16,18

Der jüngste Sohn Salomon (Shlomo Peter) überlebte die Gewaltherrschaft in neun verschiedenen Konzentrationslagern. Die älteren fünf Kinder wurden von Carlebach und seiner Frau rechtzeitig nach England in Sicherheit geschickt.

Nachkommen[Bearbeiten]

Sein Sohn, der Rabbiner Shlomo (Salomon Peter) Carlebach (nicht zu verwechseln mit seinem gleichnamigen Cousin, dem singenden Rabbi Shlomo Carlebach) wurde nach dem Kriege zunächst Student und später der mashgiach ruchani („geistlicher Leiter“ [der Studenten]) am Yeshiva Rabbi Chaim Berlin(-Institut) in Brooklyn, New York, einer Ausbildungsstätte für Rabbiner. Seine Tochter Miriam Gillis-Carlebach, eine Erziehungswissenschaftlerin, ist Direktorin des Joseph Carlebach Instituts für zeitgemäße jüdische Erziehung der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan (Israel). Sie pflegt die Kontakte mit Hamburg, insbesondere die Zusammenarbeit der Universitäten.

Straßenschild

Gedenken an Carlebach in Hamburg[Bearbeiten]

Gedenktafel in Altona mit Bildnis Carlebachs

In der Stadt Hamburg und ihrer jetzigen Jüdischen Gemeinde, wird das Andenken an den hochgeachteten Joseph Carlebach sehr gepflegt:

Joseph-Carlebach-Platz[Bearbeiten]

1988 wurde mit Granitsteinen das frühere Deckengewölbe auf dem früheren Standort der Bornplatzsynagoge im Originalmaßstab im Boden nachgebildet. Gestaltet nach einem Entwurf der Künstlerin Margrit Kahl und des Architekten Bernhard Hirche, wurde der Platz im Grindel (Bezirk Hamburg-Eimsbüttel), der heute ein Teil des Campus der Universität ist, zum Gedenken an den letzten Hamburger Oberrabbiner vor dem Kriege im Jahre 1990 in Joseph-Carlebach-Platz umbenannt.

Joseph-Carlebach-Preis[Bearbeiten]

2003, am 120. Geburtstag Carlebachs, stiftete die Universität Hamburg den Joseph-Carlebach-Preis, der seit dem Jahre 2004 alle zwei Jahre verliehen wird. Der Preis wird für herausragende wissenschaftliche Beiträge aus dem Hamburger Raum zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur an junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler vergeben. Die Universität will damit die in Hamburg lebendige jüdische Kultur und Wissenschaft deutlicher und bekannter machen. Am Institut für Germanistik I der Universität kann die jiddische Sprache und Literatur studiert werden.

Ausgezeichnet wurden 2004 die Nachwuchswissenschaftlerinnen Christina Pareigis, Fachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft, für ihre Dissertation trogt zikh a gezank – Jiddische Liedlyrik von Kadye Molodovsky, Yitzhak Katzenelson, Mordechaj Gebirtig aus den Jahren 1939–1945 sowie Jorun Poettering, Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaft, für ihre Magisterarbeit Hamburger Sefarden im Atlantischen Zuckerhandel des 17. Jahrhunderts.

Die ehemalige Talmud-Tora-Schule, Rückansicht

Für das Jahr 2006 wurden Anfang 2007 die Nachwuchswissenschaftlerinnen Sandra Konrad, Fachbereich Psychologie, für ihre Dissertation Everybody has one's own Holocaust. Eine internationale Studie über die Auswirkungen des Holocaust auf jüdische Frauen dreier Generationen und Christine Müller, Fachbereich Erziehungswissenschaft, für ihre Dissertation Zur Bedeutung von Religion für jüdische Jugendliche in Deutschland ausgezeichnet.

2009 erhielt Katharina Kraske den Preis für ihre Magisterarbeit Auschwitz erinnern. Shoah-Darstellungen in der italienischen Literatur. Nachdem bei den ersten beiden Verleihungen je zwei Arbeiten ausgezeichnet wurden, wurde in diesem Jahr eine einzelne Arbeit ausgewählt.

2011 erhielt Arne Offermanns für seine Einführung, Edition und den Kommentar zu "Der Briefwechsel zwischen Ernst Lissauer und Walter A. Berendsohn 1935-1937" den Preis.

Joseph-Carlebach-Schule[Bearbeiten]

Zum Schuljahr 2007/08 sind am 28. August 2007 nach 68 Jahren wieder Kinder in das Gebäude der ehemaligen Talmud-Tora-Schule eingezogen. Der Schulbetrieb beginnt im Geiste Joseph Carlebachs in Gestalt einer staatlich genehmigten jüdischen Ganztagsgrundschule mit angeschlossener Vorschule. Die Finanzierung teilen sich die Stadt Hamburg, die jüdische Gemeinde und die Eltern.

Bis dahin war in dem Gebäude die Fachhochschule für Bibliothekswesen untergebracht. Eine Gedenktafel im Treppenhaus erinnerte an die Geschichte der Schule und das Schicksal ihrer Schüler und Lehrer.

Im Gebäude sind auch der Kindergarten der jüdischen Gemeinde mit 60 Plätzen und die Verwaltung der jüdischen Gemeinde untergebracht.

Schwarze Form vor dem Altonaer Rathaus

In Hamburg-Altona[Bearbeiten]

Am Südende des Platzes der Republik gegenüber dem Rathaus erinnert der schwarze Quader Black Form - Dedicated to the Missing Jews von Sol LeWitt mit einer Widmung an die „Juden, die Altona für immer fehlen“ an die jüdische Gemeinde und ihren Rabbiner Joseph Carlebach.

In Altona erinnert die Carlebachstraße, die von der Gilbertstraße zur Schepplerstraße führt, an den Altonaer Oberrabbiner.

In Lübeck[Bearbeiten]

Der etwa 5,5 Hektar große Carlebach-Park im neuen Lübecker Hochschulstadtteil wurde nach der Rabbinerfamilie Carlebach benannt.

Gedenken an Carlebach in Israel[Bearbeiten]

Joseph-Carlebach-Institut[Bearbeiten]

Das Joseph-Carlebach-Institut (JCI) wurde zum Andenken an Joseph Carlebach an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan, Israel, gegründet. Ferner widmet sich das JCI dem Andenken an Carlebachs Familie, die jüdischen Gemeinden und die in der Schoah Umgekommenen.

'Rechov Carlebach רחוב קרליבך' in Jerusalem[Bearbeiten]

Im Jerusalemer Stadtviertel Talpioth wurde am 18. August 1954 in Erinnerung an sein Wirken an der dortigen Lämel-Schule eine Straße nach Joseph Carlebach benannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Joseph Carlebach: Lewi ben Gerson als Mathematiker; ein Beitrag zur Geschichte der Mathematik bei den Juden. Promotion zum Dr. phil. Berlin: L. Lamm, 1910.
  • Joseph Carlebach: Moderne paedagogische Bestrebungen und ihre Beziehungen zum Judentum. Pp. 19. Berlin, Hebraeischer Verlag „Menorah“, [1925].
  • Joseph Carlebach: Die drei grossen Propheten Jesajas, Jirmija und Jecheskel; eine Studie. Pp. 133. Frankfurt am Main: Hermon-Verlag, 1932.
  • Joseph Carlebach: Das gesetzestreue Judentum. Pp. 53. Berlin: Im Schocken Verlag, 1936.
  • Joseph Carlebach: Les trois grands prophetes, Isaie, Jeremie, Ezechiel. Traduit de l'allemand par Henri Schilli. Pp. 141. Paris: Editions A. Michel, [1959].
  • Joseph Carlebach: Ausgewaehlte Schriften mit einem Vorwort von Haim H. Cohn; herausgegeben von Miriam Gillis-Carlebach. 2 vols. Hildesheim; New York: G. Olms Verlag, 1982.
  • Joseph Carlebach: Juedischer Alltag als humaner Widerstand: Dokumente des Hamburger Oberrabiners Dr. Joseph Carlebach aus den Jahren 1939–1942. Ed. Miriam Gillis-Carlebach. Pp. 118, ill. Hamburg: Verlag Verein für Hamburgische Geschichte, 1990.
  • Joseph Carlebach: Mikhtavim mi-Yerushalayim (1905–1906): Erets Yi'sra'el be-reshit ha-me'ah be-`ene moreh tsa`ir, ma'skil-dati mi-Germanyah. Ed. and transl. Miryam Gilis-Karlibakh. Pp. 141, ill. Ramat-Gan: Orah, mi-pirsume Mekhon Yosef Karlibakh; Yerushalayim: Ariel, 1996.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens-Peter Finkhäuser, Evelyn Iwersen: Die Juden in Altona sind längst vergessen, in: Stadtteilarchiv Ottensen e.V. (Hg.): Ohne uns hätten sie das gar nicht machen können. Nazi-Zeit und Nachkrieg in Altona und Ottensen. Hamburg 1985.
  • Miriam Gillis-Carlebach: „Licht in der Finsternis“. Jüdische Lebensgestaltung im Konzentrationslager Jungfernhof. In: Gerhard Paul und Miriam Gillis-Carlebach: Menora und Hakenkreuz. Neumünster 1988, ISBN 3-529-06149-2, S.549-563.
  • Ulla Hinnenberg/Stadtteilarchiv Ottensen e.V.: Der jüdische Friedhof in Ottensen 1582–1992, Hamburg-Altona 1992.
  • Ulla Hinnenberg/Stadtteilarchiv Ottensen e.V.: Die Kehille. Geschichte und Geschichten der Altonaer jüdischen Gemeinde, Hamburg-Altona 1996.
  • Ina Lorenz: Das Leben der Hamburger Juden im Zeichen der „Endlösung“ (1942–1945), in: Arno Herzig/Ina Lorenz (Hg.), Verdrängung und Vernichtung der Juden unter dem Nationalsozialismus, Hamburg 1992.
  • Ina S. Lorenz: Gehen oder bleiben. Neuanfang der jüdischen Gemeinde in Hamburg nach 1945, Hamburg 2002.
  • Ina Lorenz, Jörg Berkemann: Streitfall Jüdischer Friedhof Ottensen 1663–1993, 2 Bde. Hamburg 1995.
  • Sabine Niemann (Redaktion): Die Carlebachs, eine Rabbinerfamilie aus Deutschland , Ephraim-Carlebach-Stiftung (Hrsg), Dölling und Galitz. Hamburg 1995 ISBN 3-926174-99-4
  • Anthony McElligott: Contested City. Municipal Politics and the Rise of Nazism in Altona 1917–1937, Ann Arbor 1998.
  • Jens Michelsen: Jüdisches Leben in der Wohlers Allee, Hamburg 1995.
  • Verein zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese e.V.: Viermal Leben. Jüdisches Schicksal in Blankenese 1901 bis 1943, Hamburg 2003.
  • Sybille Baumbach et. al.: „Wo Wurzeln waren ...“ Juden in Hamburg-Eimsbüttel 1933 bis 1945“. Hg. v. der Galerie Morgenland, Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 1993.
  • Gerhard Paul , Miriam Gillis-Carlebach (Hrg.): Menora und Hakenkreuz: zur Geschichte der Juden in und aus Schleswig-Holstein, Lübeck und Altona (1918–1998). Neumünster: Wacholtz 1998 ISBN 3-529-06149-2
  • Ursula Randt: Die Talmud Tora Schule in Hamburg 1805–1942. ISBN 3-937904-07-7
  • Miriam Gillis-Carlebach: „Tastet meine Messiasse nicht an, das sind meine Schulkinder“ Joseph Carlebachs jüdische Erziehungslehre, 2004, ISBN 3-935549-94-6
  • Beate Meyer: Die Verfolgung und Ermordung der Hamburger Juden 1933–1945. Hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg 2006, ISBN 3-929728-85-0
  • Ursula Wamser, Wilfried Weinke, Ulrich Bauche (Hrsg.): Eine verschwundene Welt: Jüdisches Leben am Grindel. Überarbeitete Neuauflage Hamburg 2006. ISBN 3-934920-98-5
  • Christine Müller: Zur Bedeutung von Religion für jüdische Jugendliche in Deutschland, Münster 2007, Reihe: Jugend – Religion – Unterricht, Bd. 11, ISBN 978-3-8309-1763-2
  • Andreas Brämer: Joseph Carlebach, Hamburg 2007, Reihe: Hamburger Köpfe, ISBN 978-3-8319-0293-4
  • Shlomo (Peter) Carlebach: Ish Yehudi – The Life and Legacy of a Torah Great. Joseph Tzvi Carlebach. New York 2008, Shearith Joseph Publications (englisch).
  • Alissa Lange: Die jüdische Geschichte des heutigen katholischen Studentenwohnheims Franziskus-Kolleg in Hamburg im 19. Jahrhundert, Hamburg University Press, Hamburg 2008. Das jüdische Altenhaus am Grindel

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Joseph Carlebach – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Carlebach, 'Brief an Leopold Rosenak vom Mai 1917', In: Joseph Carlebach: Ausgewählte Schriften. Teil 4: Ausgewählte Briefe aus fünf Jahrzehnten, hrsg. von Miriam Gillis-Carlebach. Olms, Hildesheim 2007, ISBN 978-3-487-13345-4, S. 111.
  2. Zu dieser Rede siehe Axel Schildt: Max Brauer, S. 63–65 und Christa Fladhammer, Michael Wildt: Einleitung, S. 57–59.
  3. http://www.jci.co.il/?cmd=carlebach.3
  4. 'Schreiben des Reichs- und Preußischen Ministers für die kirchlichen Angelegenheiten an das Hamburgische Staatsamt vom 15. Januar 1937' Berlin, Staatsarchiv Hamburg, Bestand 113-5, Akte EIV B1, wiedergegeben nach: Vierhundert Jahre Juden in Hamburg: eine Ausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte vom 8. November 1991 bis 29. März 1992, Ulrich Bauche (Hg.), Dölling und Galitz, Hamburg 1991, (Die Geschichte der Juden in Hamburg; Bd. 1), S. 444, ISBN 3-926174-31-5
  5. Andreas Brämer: Judentum und religiöse Reform. Der Hamburger Israelitische Tempel 1817-1938. Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2000 ISBN 3-933374-78-2 S.89
  6. Hans-Juergen Fink: Die Akten des Bösen. In: Hamburger Abendblatt vom 11. Juni 2011, S. 12, (Quellen für Finks Artikel: Zusammenfassung Interview mit Miriam Gillis-Carlebach sowie Akten Strafverfahren und Finanzermittlung aus dem Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg)
  7. Miriam Gillis-Carlebach: „Licht in der Finsternis“. Jüdische Lebensgestaltung im Konzentrationslager Jungfernhof. In: Gerhard Paul und Miriam Gillis-Carlebach: Menora und Hakenkreuz. Neumünster 1988, ISBN 3-529-06149-2, S. 551
  8. nach Gillis-Carlebach, Jüdischer Alltag als humaner Widerstand, S. 109
  9. Miriam Gillis-Carlebach: „Licht in der Finsternis“... ISBN 3-529-06149-2, S. 560.