Karl Helm (Sänger)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl Helm (* 3. Oktober 1938 in Passau; † 7. August 2012[1]) war ein deutscher Opernsänger (Bass).

Leben[Bearbeiten]

Helm war der jüngere Brüder des Sängers Hans Helm. Seine stimmliche Ausbildung erhielt er, ebenso wie sein Bruder, bei Else Zeidler in Dresden und bei Franz Reuter-Wolf in München. Ein erstes Engagement bekam er am Städtebundtheater Passau. 1968 gab er in der Rolle des Don Alfonso in Mozarts Oper Così fan tutte sein Bühnendebüt am Stadttheater Bern, wo er drei Jahre im Ensemble blieb. 1969 sang er dort die Partie des Rocco in Fidelio in einer Aufführung an der Seite von Wolfgang Windgassen (Florestan) und Ludmila Dvořáková (Leonore).

1970 gastierte er, ebenfalls als Rocco, erstmals an der Bayerischen Staatsoper in München. Daraufhin wurde er als festes Ensemblemitglied an die Bayerische Staatsoper engagiert. Helm war dort fast 35 Jahre Ensemblemitglied. Er gehörte insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren zu den wichtigsten Ensemble-Sängern dieses Hauses. 1985 wurde er zum Bayerischen Kammersänger ernannt. An der Bayerischen Staatsoper sang er unter anderem folgende Partien: Fasolt in Das Rheingold, Daland in Der fliegende Holländer, König Heinrich in Lohengrin, Ferrando in Il trovatore, Graf Monterone in Rigoletto, König Philipp und den Großinquisitor in Don Carlos sowie diverse Buffo-Rollen wie Kezal in Die verkaufte Braut (München 1972), Falstaff in Die lustigen Weiber von Windsor, Alidoro in La Cenerentola und Dulcamara in L'elisir d'amore. 1973 verkörperte er in der Premiere der mittlerweile legendären Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle den König Arkel in der Oper Pelléas et Mélisande. Diese Rolle übernahm er auch 1979 erneut bei der Wiederaufnahme dieser Produktion.

Häufig übernahm Helm als Ensemble-Sänger auch viele kleinere und mittlere Partien, in der er markante Charakterporträts zeichnete. Hierzu gehörten Rollen wie der Marchese di Calatrava in La forza del destino, Doktor Grenvil in La traviata, der Führer der Prévoté in Cardillac (München 1985) und Geronte in Manon Lescaut (München 2001). Immer wieder, so beispielsweise 1997, sang er den Nachtwächter in Die Meistersinger von Nürnberg und den Pfleger des Orest in Elektra. 2004 sang er in München nochmals die Rolle des alten Titurel in Parsifal.

An der Bayerischen Staatsoper wirkte Helm auch in zwei Uraufführungen von zeitgenössischen Opern mit: im Juli 1978 als König von Frankreich in Lear und im Mai 1998 als Antonio in der Oper Was ihr wollt von Manfred Trojahn. Ein Live-Mitschnitt der Oper Lear wurde von der Deutschen Grammophon auf Schallplatte und mittlerweile auch auf CD veröffentlicht.

Helm trat als Gast unter anderem am Theater Basel, am Grand Théâtre de Genève, an der Staatsoper Stuttgart, an der Hamburgischen Staatsoper, an der Deutschen Oper am Rhein, an der Staatsoper Berlin (1987 in La Cenerentola), am Staatstheater Karlsruhe sowie in Paris, Rom und Venedig auf.

Helm starb im Alter von 73 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl J. Kutsch und Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. München 2003. Band 3: Franc–Kaidanoff. Seite 2026. ISBN 3-598-11598-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung