Kastenwagen
Ein Kastenwagen ist eine Aufbauvariante bei Nutzfahrzeugen mit einem nach allen Seiten hin fest umschlossenen Laderaum. Kastenwagen werden häufig als Lieferwagen eingesetzt.
Historisch gesehen stellt der Kastenwagen eine der ältesten Standard-Aufbauten von der Pferdekutsche bis zum motorgetriebenen Kraftfahrzeug dar. Die Karosserie des kastenförmigen Aufbaus bildet dabei im Gegensatz zum Kofferaufbau, der auf dem Fahrzeugrahmen als getrennte Einheit montiert ist, eine bauliche Einheit mit dem Fahrerhaus bzw. dem Fahrerarbeitsplatz. Der Laderaum ist dennoch meistens durch eine raumhohe oder halbhohe Trennwand oder ein Gitter von der Fahrerkabine getrennt.
Oft werden Lieferwagen-Versionen von PKW, also PKW ohne hintere seitliche Glas-Scheiben sondern mit einer Verblechung, auch als „Kastenwagen“ bezeichnet (analog zu den unterschiedlichen Varianten bei Kleintransportern: „Kastenwagen“, „Doppelkabine“, „Kombi“ (für den Personentransport).
Kastenwagen werden in Deutschland steuerlich unabhängig von ihrer Größe und ihrem zulässigen Gesamtgewicht wie LKW behandelt und deshalb nach Nutzlast und nicht nach Hubraum besteuert.
Seit etwa Anfang 1990 zählen bei der Begriffsbestimmung von Kastenwagen auch Reisemobile auf Basis von ausgebauten Kleintransportern zu dieser Gattung. Die Vielfalt der Basisfahrzeuge kennt dabei kaum Grenzen. Diese Fahrzeuge stellen mittlerweile aufgrund ihrer automotiven Nutzbarkeit einen nicht unerheblichen Teil der gesamten Freizeitfahrzeugflotte dar und werden von Jahr zu Jahr immer beliebter.
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Kastenwagen als LKW und Kleintransporter [Bearbeiten]
Bis in die 1970er Jahre waren Kastenwagen im Lastwagenbau besonders als Möbelwagen sehr verbreitet, verschwanden jedoch zugunsten der separaten Kofferaufbauten weitgehend mit dem Aufkommen kippbarer LKW-Fahrerhäuser, da ein Kippen mitsamt dem fest verbundenen Kasten nicht möglich wäre.
Bei Kleintransportern sind Kastenwagen sehr verbreitet, wobei es bei den größeren Kleintransportern auch die oben erwähnten getrennt aufgebauten Kofferaufbauten gibt. Kleinbusse, Kastenwagen, und Pritschenwagen werden von den Fahrzeugherstellern meistens auf demselben Chassis entwickelt (siehe VW Transporter).
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Kastenwagen als Kleintransporter: Ford Transit
PKW mit Kastenaufbau [Bearbeiten]
Im PKW-Bereich gab es als Vorläufer der Hochdachkombis eine eigene Fahrzeugklasse: PKW mit Kastenaufbau, wie z.B. die Kastenente. Bei diesen Kastenwägen, war der Kasten noch im klassischen Sinn aufgesetzt, der meist in der Breite, immer jedoch in der Höhe über das Dach der Fahrersitze hinausragte. Die Karosserie weicht also deutlich von den Serien-PKW ab – Gegensatz zu PKW-Lieferwagen.
Die umgangssprachlich auch Hundefänger genannten Kastenwägen sind als eigene Karosserieversion oft mit eigener Modell- bzw. Verkaufsbezeichnung versehen (etwa der Opel Corsa Kastenwagen als „Opel Combo“). Sie sind nicht nur als Lieferwagen, sondern auch als Fünfsitzer mit Seitenscheiben im Kastenaufbau erhältlich, aber auch da ohne seitliche Tür. Aus diesen Modellen entwickelte sich die Fahrzeuggattung des Hochdachkombis, bei den „Führerhaus“ und Kasten optisch eine Einheit bilden.
Reisemobil in der Form Kastenwagen [Bearbeiten]
Die ersten Reisemobile entstanden in den 1950er Jahren auf der Basis des VW Bus, dem Prototyp des Kleintransporters. Mit der Westfalia Campingbox entstand eine der ersten Inneneinrichtungen für serienmäßige Kleintransporter. Im Gegensatz zu späteren Inneneinrichtungen konnte diese noch mit wenigen Handgriffen aus dem Fahrzeug herausgenommen werden und blieb dabei voll funktionstüchtig. In den 1970er Jahren wurde dann ein mit Wohneinrichtung ausgebauter Kleintransporter, der zusätzlich auch über Sanitärausstattung einschließlich Toilette und Dusche verfügte, als Reisemobil bezeichnet. Diese Fahrzeuge sind bis heute – mehr unter dem Begriff Kastenwagen – in Produktion. Sie bieten mehr Fahrkomfort und sind in der Regel sparsamer im Verbrauch als größere Wohnmobile, dafür ist der Wohnraum kleiner und der Wohnkomfort geringer, da er sich auf die Maße des serienmäßigen Kleintransporters begrenzt. Zunehmend wird der Begriff Kastenwagen als Typ (eigentlich Bauart) der Wohnmobile angesehen. Vorteil ist die hohe Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge, Nachteil ist der durch den aufwändigen Ausbau hohe Preis im Verhältnis zur Fahrzeuggröße.
Moderne Kastenwagen verfügen in aller Regel entweder über ein festes Hochdach oder über ein Aufstelldach (auch als Hubdach bezeichnet), um im Standbetrieb Stehhöhe zu gewährleisten. Dies dient nicht nur dem Wohnkomfort, sondern ist auch für die steuerliche Einstufung als Wohnmobil erforderlich. Bei manchen Modellen können unter diesem Dach noch ein bis zwei Schlafplätze eingerichtet werden.
Galerie [Bearbeiten]
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Citroën AK 400 Fourgonette - auf Basis der "Ente"
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Citroën Acadiane - auf Basis der Dyane
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Citroën C15 - auf Basis des Citroën Visa
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Fiat Fiorino I - auf Basis des Fiat 127
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Fiat Fiorino II - auf Basis des Fiat Uno
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Ford Courier - auf Basis des Ford Fiesta
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Ford (Escort) Express - auf Basis des Ford Escort
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Opel Combo A - auf Basis des Opel Kadett E
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Opel Combo B - auf Basis des Opel Corsa B
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Renault R4 F4 /F6 - auf Basis des R4
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Renault Rapid - auf Basis des R5
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Seat Inca - auf Basis des Seat Ibiza/Cordoba
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Seat Terra - auf Basis des Seat Marbella
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Simca 1100 VF2/Citylaster / Talbot 1100 City-Laster und Talbot Matra Rancho - auf Basis des Simca 1100
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VW Caddy 9KV - baugleich mit dem Seat Inca
Begrifflichkeit [Bearbeiten]
Für die Begriffe Lieferwagen, Kastenwagen und Kleintransporter gibt es keine exakte Definition. Folgende Übersicht zeigt die Verwendung und die Überschneidung - speziell, dass der Begriff "Kastenwagen" in zwei Weisen genutzt wird.
- Kraftfahrzeugart
- Karosseriebauform / Klasse
- Aufbauform
- Nutzung