VW Caddy

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Volkswagen Caddy
Produktionszeitraum: seit 1979
Klasse: Utilities
Karosserieversionen: Hochdachkombi, Pickup
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Modellname Caddy wird von Volkswagen seit 1983 für verschiedene Nutzfahrzeuge auf Pkw-Basis verwendet.

Erste Generation (14D)[Bearbeiten]

1. Generation (Typ 14D)
VW Caddy I mit Ladeflächenaufsatz (1983–1992)

VW Caddy I mit Ladeflächenaufsatz (1983–1992)

Produktionszeitraum: 1979–1993
Karosserieversionen: Pickup
Motoren: Ottomotoren:
1,5–1,8 Liter
(51–70 kW)
Dieselmotoren:
1,5–1,6 Liter
(35–40 kW)
Länge: 4360–4390 mm
Breite: 1640 mm
Höhe: 1430–1490 mm
Radstand:
Leergewicht: 895–1050 kg
VW Caddy I als Wohnmobil
US-Version des VW Caddy

Der erste Caddy wurde ursprünglich für den nordamerikanischen Markt als Rabbit Pickup konzipiert. Der zweisitzige Pritschenwagen war abgeleitet vom VW Rabbit, der in Westmoreland (Pennsylvania, USA) gebauten US-Variante des VW Golf I. 1978 vorgestellt, wurde er von 1979 bis 1993 gebaut.

In Europa tauchte der Name Caddy 1983 zum ersten Mal auf, als er bei TAS in Sarajevo fast baugleich mit dem amerikanischen Vorbild gefertigt wurde. Wie bei diesem wurde hinten eine Starrachse mit Blattfedern eingesetzt. Markante Unterschiede im Erscheinungsbild waren die Scheinwerfer: Waren sie beim amerikanischen Modell eckig, so präsentierte sich das europäische Modell mit den typischen runden Scheinwerfern des VW Golf I. Der Bosnienkrieg beendete diese Produktion 1992. Im Jahr 2006 wurde der Caddy I mit modifizierter Front und Einspritzmotoren noch in Südafrika gefertigt.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Rabbit-Pickup 1980
  • Benzinmotor, Hubraum: 1,6 l
  • Leistung: 57 kW/78 PS bei 5500/min
  • CIS-Einspritzanlage
  • Dieselmotor, Hubraum: 1,5 l
  • Leistung: 35 kW/48 PS bei 5000/min
  • mechanische Kraftstoffeinspritzung
  • Rabbit-Pickup 1981–83
  • Benzinmotor, Hubraum: 1,7 l
  • Leistung: 54 kW/74 PS bei 5500/min
  • CIS-Einspritzanlage
  • Dieselmotor, Hubraum: 1,6 l
  • Leistung: 38 kW/52 PS bei 4800/min
  • mechanische Kraftstoffeinspritzung
  • Caddy 1984–97
  • Benzinmotor, Hubraum: 1,6 l
  • Leistung: 60 kW/82PS bei 5200/min
  • CIS-Einspritzanlage
  • Dieselmotor, Hubraum: 1,6 l
  • Leistung: 38 kW/52 PS bei 4800/min
  • mechanische Kraftstoffeinspritzung
  • Caddy 8.1982–7.1983 (europäische Version)
  • Benzinmotor, Hubraum: 1457
  • Leistung: 51 kw/70PS Motortyp: JB
  • Caddy 1983–92 (europäische Version)
  • Benzinmotor, Hubraum: 1,8 l
  • Benzinmotor, Hubraum: 1,6 l
  • Leistung: 55 kW/75 PS bei 5000/min
  • Fallstrom-Registervergaser
  • Dieselmotor Hubraum: 1,6 l
  • Leistung: 40 kW/54 PS bei 4800/min
  • Verteiler-Einspritzpumpe
  • Caddy (südafrikanische Version)
  • Benzinmotor, Hubraum: 1,6 l
  • Leistung: 60 kW/82 PS bei 5200/min
  • CIS-Einspritzanlage


Zweite Generation (Kombi 9KV)[Bearbeiten]

2. Generation (Kombi 9KV)
VW Caddy II Kombi (1995–2003)

VW Caddy II Kombi (1995–2003)

Produktionszeitraum: 1995–2003
Karosserieversionen: Hochdachkombi
Motoren: Ottomotoren:
1,4–1,6 Liter
(44–55 kW)
Dieselmotoren:
1,7–1,9 Liter
(42–66 kW)
Länge: 4207 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1836–1846 mm
Radstand: 2600 mm
Leergewicht: 1110–1250 kg

Der Kastenwagen bzw. Hochdachkombi des zweite Generation (Typ 9KV) wurde von Ende 1995 bis Mitte 2003 angeboten.

Das Modell war ein Badge-Engineered Version des Seat Inca und wie das Vorbild bei Seat in Martorell (Spanien) hergestellt.

Technische Daten[Bearbeiten]

Zweite Generation (Pickup 9U)[Bearbeiten]

Siehe auch: Škoda Pick-up
2. Generation (Pickup 9U)
VW Caddy II Pick-Up (1996–2000)

VW Caddy II Pick-Up (1996–2000)

Produktionszeitraum: 1996–2000
Karosserieversionen: Pickup
Motoren: Ottomotor:
1,6 Liter (55 kW)
Dieselmotor:
1,9 Liter (47 kW)
Länge: 4115 mm
Breite: 1635 mm
Höhe: 1420 mm
Radstand: 2450 mm
Leergewicht: 915–1020 kg

Von Mitte 1996 bis Ende 2000 wird der Caddy II auch als Pickup angeboten.

Das Modell war ein Badge-Engineered Version des Škoda Felicia Pick-up und wurde bei Škoda Auto in Kvasiny (Tschechien) hergestellt.

Bis auf das VW-Logo auf dem Kühlergrill, der Heckklappe und auf dem Lenkrad sind keine Unterschiede zum Škoda-Schwestermodell des VW-Konzerns zu erkennen.

Technische Daten[Bearbeiten]

Dritte Generation (2K)[Bearbeiten]

3. Generation (Typ 2K)
VW Caddy (2003–2010)

VW Caddy (2003–2010)

Produktionszeitraum: seit 2003
Karosserieversionen: Hochdachkombi
Motoren: Ottomotoren:
1,2–2,0 Liter
(55–80 kW)
Dieselmotoren:
1,6–2,0 Liter
(51–125 kW)
Länge: 4406–4876 mm
Breite: 1794 mm
Höhe: 1831–1863 mm
Radstand: 2681–3006 mm
Leergewicht: 1436–1787 kg

Der aktuelle und im Herbst 2003 eingeführte Caddy ist ein Hochdachkombi. Die Grundlage bilden der Golf V und der Touran I. Anders als der auf dem Golf V basierende Touran hat der Caddy jedoch eine blattgefederte starre Hinterachse anstatt der im Golf V eingeführten Einzelradaufhängung an vier Lenkern.

Neben der Nutzfahrzeug-Version als Kastenwagen wird er auch als PKW als Caddy Life angeboten. Beide gibt es auch als Langversion mit Namenszusatz Maxi. Der Caddy wird nicht mehr als Pick-up angeboten. Für diese Fahrzeuggattung bietet VW seit Ende 2010 den Amarok an.

Im Sommer 2010 erhielt der Caddy mit einem Facelift das aktuelle VW-Gesicht.

Technische Daten[Bearbeiten]

Änderungen Modelljahr 2007 (ab Mai 2006):

  • Caddy Life mit 2,0-l-SDI-Dieselmotor eingestellt
  • 1,9-l-TDI-Dieselmotor (1896 cm³) mit 55 kW und 210 Nm max. Drehmoment; 158 g CO2/km (ohne DPF)
  • 1,4-l-Ottomotor (1390 cm³) jetzt mit 59 kW und 126 Nm max. Drehmoment; 191 g CO2/km

Die TDI-Motoren bekommen mit dem Modelljahr 2006 die Euro-4-Zulassung – auch ohne Dieselpartikelfilter, der seit Dezember 2005 dazubestellt werden kann (geschlossenes Reinigungssystem). Ein Partikelfilter kann nachgerüstet werden. Allerdings handelt es sich dann dabei um eine weniger effektive Reinigung (offenes System), weil hier nicht in das Motormanagement eingegriffen wird. Fahrzeuge mit Filter sind derzeit (Stand 1/2006) nicht Biodiesel-tauglich.

Der seit Mitte 2006 erhältliche Caddy EcoFuel hat einen für Erdgas optimierten Motor. Die Erdgastanks fassen rund 26 Kilogramm Erdgas und ermöglichen eine Reichweite von über 400 Kilometern. Zusätzlich hat der EcoFuel noch einen 13-Liter-Reservetank für Superbenzin. Die CO2-Emissionen des Caddy EcoFuel sind mit 157 g/km angegeben – somit ist er der derzeit klimafreundlichste Antrieb für den VW Caddy 2K.

Seit November 2007 ist der Caddy Maxi Life erhältlich. Er ist eine um 47 cm verlängerte Version des Caddy Life und bietet Platz für sieben Personen und deren Gepäck.

Caddy Life[Bearbeiten]

VW Caddy Life (2004–2010)

Unter der Bezeichnung Caddy Life wurde im Jahr 2004 erstmals ein Pkw mit bis zu sieben Sitzen auf Basis des aktuellen Caddy-Modells eingeführt.

Während VW den Caddy Life – genau wie den Kompaktvan Touran und die Vans Multivan/Caravelle – als Großraumlimousine bezeichnet, hat sich mit Einführung des Citroën Berlingo im Jahr 1996 in der Fachpresse die Bezeichnung Hochdachkombi für diese Fahrzeugklasse durchgesetzt. Der Caddy Life ist eine günstige Alternative zum Touran. Über die Hälfte der Teile des Touran wurden auch im Caddy Life verwendet.

Auch der Caddy Life erhielt im Sommer 2010 ein Facelift. Damit einhergehend verschwand der Markenbegriff "Life". Nunmehr wird der Caddy nur noch mit den sonst bei VW üblichen Ausstattungsbezeichnungen Startline, Trendline, Comfortline und Comfortline Edition angeboten. Mit dem Modelljahr 2012 wurde die Ausstattung Comfortline Edition durch Highline ersetzt.

Volkscaddy[Bearbeiten]

Volkswagen führte Mitte 2005 eine Sonderaktion zusammen mit der Bild durch. Der sogenannte „Volks-Caddy“ wurde mit einem Preisvorteil von ca. 3200,- Euro angeboten. Dabei handelte es sich als Basis um einen Caddy-Life (Modelljahr 2006) in der Standardversion mit bereits umfassender Serienausstattung.

Die Fahrzeuge waren nur in drei (normalerweise aufpreispflichtigen) Metallicfarben lieferbar: Reflex-Silbermetallic, Ravennablau und Offroadgreymetallic. Auch bei den Antriebsaggregaten schränkte man die Auswahl ein:

  • 1,9-l-TDI-Motor mit 77 kW (105 PS).
  • 1,4-l-Otto-Motor mit 55 kW (75 PS).
  • 1,6-l-Otto-Motor mit 75 kW (102 PS).

Optional konnte ein Optionspaket für ca. 950 Euro bestellt werden. Dieses enthielt eine Klimaanlage, eine dritte Sitzreihe, die das Fahrzeug zu einem Siebensitzer macht, vier Gepäcknetze für kleine Gegenstände im Dachholm und die Radioanlage RCD 300 mit sechs statt vier Lautsprechern. Im Laufe der 14-tägigen Aktion wurden gegen Aufpreis noch weitere Optionen möglich: So konnte man ESP und eine Sitzheizung dazu bestellen. Wer allerdings schon in den ersten Tagen der Aktion bestellte, hatte in diesem Sinne das Nachsehen.

Die anfänglich geplanten Lieferzeiten von 8–12 Wochen für den Volkscaddy verlängerten sich wegen der unerwartet großen Nachfrage auf bis zu sechs Monate.

Caddy Soccer[Bearbeiten]

Seit Januar 2014 ist der Caddy Soccer zu Preisen ab 13.990 Euro bestellbar.[1] Es handelt sich um ein speziell angefertigtes Modell zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014, das neben der Pkw-Version auch als Kastenwagen erhältlich ist. Das Sondermodell basiert auf den Ausstattungslinien Startline und Trendline und leistet zwischen 63 kW und 103 kW. Als besonderen Anreiz erhalten Käufer des Fahrzeuges 50 Euro für jedes geschossene deutsche WM-Tor. Alternativ gibt es eine Sofortprämie in Höhe von 350 Euro.[2]

Weitere Sondermodelle[Bearbeiten]

Caddy „Colour Concept“ (seit 2005)
Heckansicht
Caddy Life Maxi (2007–2010)
Caddy Maxi (2007–2010)

Das Sondermodell „Tramper“ ist speziell für Camping ausgelegt. Die zweite Sitzreihe ist umklappbar. Etwa in Höhe der Seitenfensterunterseite ist ein Bett montiert, das bei umgeklappter zweiter Sitzreihe eine fast zwei Meter lange Liegefläche bietet. Zusätzlich gibt es ein an die Heckklappe montierbares Zelt. Seit 2007 gibt es den „Tramper“ auch als Caddy Maxi.

Das Sondermodell „Colour Concept“ ist größtenteils ein normaler Caddy Life. Allerdings sind bei diesem Modell die Stoßfänger ähnlich dem Schwestermodell Touran in Wagenfarbe lackiert. Ebenfalls lackiert sind die Außenspiegel und Türgriffe. Lenkrad, Handbremshebel und Schaltknauf sind mit Leder bezogen. Innen hat das Fahrzeug Farbringe um die Lüftungsöffnungen, und die Polster sind farblich abgestimmt.

Seit Ende 2007 gibt es auch eine Langversion namens Caddy Maxi.

Mitte Februar 2009 reagierte VW mit dem Caddy „Gewinner“ auf die so genannte Umweltprämie in Höhe von 2500 Euro, mit der die Bundesregierung im Rahmen eines Konjunkturprogramms die Verschrottung eines mindestens 9 Jahre alten Pkw in Verbindung mit der Zulassung eines Neu- bzw. Jahreswagens der Schadstoffklasse Euro 4 oder höher belohnt. Der Gewinner, wie andere Sondermodelle in Kooperation mit „bild.de“ vermarktet, bietet eine eingeschränkte Auswahl an Extras und Farben und enthält ein Extrapaket serienmäßig („Licht und Sicht II“). Teil der Ausstattung ist die sogenannte Wärmeschutzverglasung. Sie sorgt dafür, dass sich im Sommer der Innenraum nicht zu schnell aufheizt und im Winter die Wärme im Innern nicht so schnell abgegeben wird. Da dies die Klimaanlage entlastet, wird Kraftstoff gespart. [3] Der Grundpreis liegt rund 3.000 Euro unter dem für normale Modelle.

Alle Caddys der aktuellen Generation werden im polnischen VW-Werk Posen gebaut.

Literatur[Bearbeiten]

  • Volkswagen Caddy PickUp. Konstruktion und Funktion Selbststudienprogramm 184. VW Kundendienst, Juli 1996.
  • VW Caddy Pick-up Typ 9U Betriebsanleitung. Volkswagen AG, August 1996.
  • VW Caddy Typ 9KV Betriebsanleitung. Volkswagen AG, Oktober 1997.
  • VW Caddy Typ 2K Vorfacelift Bordbuch, Heft 3.3 „Technische Daten“. Volkswagen AG, Januar 2004 (dänisch).
  • VW Caddy Typ 2K Facelift Betriebsanleitung. Volkswagen AG, Mai 2011 (dänisch).
  • Der Caddy. Volkswagen AG, September 1996.
  • Der Caddy. Preisliste und Technische Daten, gültig für das Modelljahr 2014. Volkswagen AG, Januar 2014.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Sondermodell zur Fußball-WM: Volkswagen Caddy Soccer
  2. VW Caddy-Sondermodell Soccer – 50 Euro für jedes deutsche WM-Tor
  3. Informationen zu VW

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volkswagen Caddy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien