Fiat Fiorino

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Fiat Fiorino
Produktionszeitraum: 1977–2000;
seit 2008
Klasse: Utilities
Karosserieversionen: Hochdachkombi, Pritschenwagen
Vorgängermodell: Fiat 900
Nachfolgemodell: Fiat Doblò (Kastenwagen)
Fiat Strada (Pick-up)

Der Fiat Fiorino ist ein Kleintransporter des italienischen Fahrzeugherstellers Fiat, der von Sommer 1977 bis Ende 2000 in zwei Generationen als Kastenwagen produziert und 2008 als Kleintransporter/Hochdachkombi wieder eingeführt wurde. Der seit Anfang 2008 angebotene Fiorino III wurde gemeinsam mit seinen Schwestermodellen von PSA Peugeot Citroën zum Van of the Year 2009 gewählt.

Fiorino (Typ 127/147, 1977–1987)[Bearbeiten]

Die erste Generation – der Fiorino mit dem Reihenkürzel 147, welcher von Oktober 1977 bis Dezember 1987 gebaut wurde – glich vom Vorderwagen her dem Fiat 127, dem hinten der damals übliche Kasten als Kastenwagen aufgesetzt wurde.

Im Januar 1980 gab es kleine Modifikationen, wobei die Stoßfänger nun in Kunststoff gehalten wurden. Motorseitig gab es bis dahin ein 0,9-Liter-Triebwerk, das 45 PS leistete und den Wagen auf 125 km/h beschleunigen konnte. Mit der Anfang 1980 erfolgte Überarbeitung waren es ein Liter Hubraum und 50 PS. Die Nutzlast betrug ca. 360 kg.

Nach einem weiteren parallel zum 127 durchgeführten Facelift im Frühjahr 1982 kam eine 45 PS starke Dieselvariante hinzu.

Hergestellt wurde der Fiorino im brasilianischen Werk in Belo Horizonte. Die Firma Weinsberg bot vom Fiorino auch eine Camping-Version an.

Fiorino (Typ 146, 1988–2000)[Bearbeiten]

Die zweite Generation entsprach stilistisch dem Fiat Uno, es gab aber drei technisch stark voneinander abweichende Unterserien:

Die Frontpartie der bis Frühjahr 1992 produzierten Ausführung war optisch bis zur B-Säule vom Uno I übernommen, ebenso die Innenausstattung. Die Technik hatte sich dagegen seit dem ersten Fiorino kaum geändert. Die technische Grundlage war hier das brasilianische Modell des Uno CS, der auf dem Fiat 127 basierte. Nach wie vor waren hier ganze Baugruppen wie Fahrwerk und Antriebsteile direkt vom Vorgänger übernommen worden. So waren die Federbeindome, die Federbeine, die Vorderachse sowie die aus einer querliegenden Zweiblattfeder, trapezförmigen Querlenkern und Dämpferbeinen bestehende Hinterachse entsprechend dem Modell 147 ausgerüstet.

Für die von Frühjahr 1992 bis Ende 1993 bebaute zweite Serie wurde die alte Technik noch übernommen. An der Karosserie gab es ein Facelift das stilistisch an den Uno II angelehnt war. Scheinwerfer, Kotflügel, Motorhaube und Grill waren jedoch in Europa nur am Fiorino zu finden und sind nicht mit dem europäischen Uno baugleich. Diese Teile stammten vom entsprechenden Uno CS, der in dieser Form nur in Brasilien gebaut wurde. Der Innenraum behielt das Aussehen des Uno I bei.

Die dritte Serie (Anfang 1994 bis Ende 2000) brach nun sowohl mit der Technik des Typs 147, als auch mit dem Aussahen des Uno I. Der Radstand und die Fahrzeuglänge wuchsen etwas, das Fahrwerk und die Achsgeometrie waren nun vorn in Uno-Technik ausgeführt und die Hinterachse war jetzt starr und an zwei längs liegenden Blattfederpaketen aufgehängt, was zur Verbesserung des Fahrverhaltens beitrug. Die äußere Form blieb fast unverändert gegenüber der zweiten Unterserie; diese jüngeren Modelle sind oft an der Dacherhöhung und am leicht geänderten Kastenaufbau zu erkennen. Die verglasten bzw. gesickten Teile der Seitenwand wurden nur noch mit zwei Flächen je Seite statt vier gestaltet. Späte Modelle der dritten Unterserie bekamen einen anderen Kühlergrill mit nur einer Querspeiche. Im Innenraum hielt bei der dritten Unterserie auch die Uno II-Ausstattung Einzug.

Die Varianten des Aufbaues beinhalteten einen geschlossenen Kasten, verglaste Kastenaufbauten und einen Pickup. Letzterer ist relativ selten und gesucht. Auch wurden auf Basis des Fiorino Wohnmobile angeboten.

Die Motorenpalette enthielt außer einem 1,7-l-Diesel verschiedene Benzinmotoren von 1,1 bis zu 1,6 l Hubraum. Da der Fiorino in erster Linie ein Handwerkerfahrzeug war, wurde vorzugsweise die Dieselversion bestellt, die in den letzten Modellversionen noch in einer 46 kW (63 PS) starken Turbo-Version angeboten wurde.

Im Dezember 2000 wurde die Fiorino-Baureihe eingestellt. Nachfolger sind sowohl der Fiat Strada (auf Basis von Punto) bzw. Palio) sowie der Fiat Doblo.

Fiorino / Qubo (Typ 225, seit 2008)[Bearbeiten]

3. Generation
Fiat Fiorino Kombi (seit 2008)

Fiat Fiorino Kombi (seit 2008)

Produktionszeitraum: seit 2008
Karosserieversionen: Hochdachkombi
Motoren: Ottomotor:
1,4 Liter
(51–57 kW)
Dieselmotor:
1,3 Liter
(55–70 kW)
Länge: 3864 mm
Breite: 1716 mm
Höhe: 1721 mm
Radstand: 2513 mm
Leergewicht: 1145–1165 kg

Seit Februar 2008 bietet Fiat unterhalb des Fiat Doblò einen neuen Hochdachkombi an. Er wird in der Türkei vom Fahrzeugbauer Tofaş in Bursa gefertigt und ist baugleich auch als Peugeot Bipper und Citroën Nemo erhältlich.

Der neue Fiat Fiorino ist ohne aufgesetzten Kasten nun der Klasse der Hochdachkombis zuzuordnen. Es ist derzeit in drei Varianten erhältlich: Als Kastenwagen (keine Seiten-Fenster ab B-Säule), Kombi (Seiten-Fenster hinter der B-Säule) und als Pkw (Seiten-Fenster hinter der B-Säule sowie auch in der C-Säule). Die Pkw-Version wird als Fiat Qubo angeboten.

Den Kastenwagen und den Kombi gibt es in den Ausstattungen Basis und SX. Den seit Oktober 2008 erhältlichen Pkw (Fiat Qubo) gibt es in den Ausstattungsvarianten Active, Dynamic und Trekking.

Alle Kastenwagen- und Kombivarianten können gegen Aufpreis im Offroad-Look „Adventure“ geordert werden. Standard bei allen Versionen: ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD), Fahrerairbag, Servolenkung, automatische Leuchtweitenregulierung, Seitenleisten, integrierte Radkappen, Radiovorbereitung (Verkabelung, Lautsprecher, Antenne) sowie mit Teppichboden ausgelegter Laderaum. Zusätzlich bietet die Version SX elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, Schiebetüren hinten, separat abschließbaren Laderaum, ferngesteuerte Zentralverriegelung und automatische Türverriegelung während der Fahrt (ab 5 km/h), Ablagefach in der Tür, elektrische Fensterheber, Fahrersitz mit Armlehne, höhenverstellbaren Sitz mit Lordosenstütze, qualitativ hochwertige Polster, höhenverstellbares Lenkrad, Außentemperatursensor und abnehmbare Laderauminnenbeleuchtung.

Zur Sonderausstattung und Zubehör gehören: Beifahrerairbag und Seitenairbags, Parksensoren, Autoradio mit MP3-Player, Bluetooth®-System mit Sprachsteuerung, Sitzheizung für Fahrersitz, Dachreling, drehbares Schutzgitter und viele weitere Optionen.

Ende 2009 erschien eine Erdgas-Version des Qubo mit dem aus den CNG-Versionen der Fiat Panda Classic und Punto Evo bereits bekannten 1,4-Liter-Motor und 13 kg fassenden Erdgas-Tank.

Motoren[Bearbeiten]

1.4 8V (Ottomotor):

  • Hubraum 1360 cm³
  • 54 kW bei 5200 min−1
  • 118 Nm bei 2600 min−1
  • Höchstgeschwindigkeit 155 km/h

1.4 8V Natural Power (Ottomotor mit zusätzlicher Erdgas-Versorgung):

  • Hubraum 1368 cm³
  • 51 kW bei 6000 min−1 (Erdgas), 57 kW bei 6000 min−1 (Benzin)
  • 104 Nm bei 3000 min−1 (Erdgas), 115 Nm bei 3000 min−1 (Benzin)
  • Höchstgeschwindigkeit 149 km/h (Erdgas), 155–157 km/h (Benzin)

1.3 Multijet 16V (Dieselmotor):

  • Hubraum 1248 cm³
  • 55 kW bei 4000 min−1
  • 190 Nm bei 1750 min−1
  • Höchstgeschwindigkeit 155 km/h

1.3 Multijet 16V (Dieselmotor):

  • Hubraum 1248 cm³
  • 70 kW bei 4000 min−1
  • 200 Nm bei 1750 min−1
  • Höchstgeschwindigkeit 170 km/h

Laderaum[Bearbeiten]

Der Laderaum hat eine Länge von 1,52 m (2,49 m bei umgelegtem Beifahrersitz) und eine Breite von 1,47 m. Der Abstand zwischen den Radkästen beträgt 1,04 m. Der Laderaum hat eine Höhe von 1,18 m und ein Ladevolumen von 2,5 m³. Bei umgelegtem Beifahrersitz lässt sich dieser auf maximal 2,8 m³ vergrößern. Am Heck des Fiat Fiorino befinden sich zwei asymmetrische (im Verhältnis 40/60) verblechte Flügeltüren, die sich bis zu 90° bzw. 180° öffnen lassen und so das Be- und Entladen erleichtern. Die hintere Öffnung hat eine Breite von bis zu 1,14 m und eine Höhe von bis zu 1,06 m. Darüber hinaus hat der Fiat Fiorino eine nur 527 mm hohe Ladekante – die niedrigste seiner Klasse.

Sicherheit[Bearbeiten]

Zur Standardausstattung gehören: ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD), hydraulische Servolenkung, Scheibenbremsen vorn, 3-Punkt-Sicherheitsgurt mit Gurtstraffer und Kraftbegrenzer, Fahrerairbag sowie das Dead-Lock-System: ein Diebstahlschutz, der alle Türen verriegelt, so dass sie weder von innen noch von außen geöffnet werden können. Beifahrerairbag, Seitenairbags und Parksensoren runden das Sicherheitspaket des Fiat Fiorino ab.

Erhöhte Sicherheit beim Be- und Entladen bietet die separate Verriegelung der Vorder- und Hintertüren. Dadurch besteht auch dann Zugang zum Laderaum, wenn die Fahrerkabine abgeschlossen ist.

Im Gegensatz zu seinen Konzernbrüdern Peugeot Bipper und Citroen Nemo, ist in der Pkw-Version Qubo in der Ausstattungsvariante „Trekking“ serienmäßig ESP mit Bremsassistent, ASR, MSR und eine Berganfahrhilfe verbaut.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fiat Fiorino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien