Citroën Visa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Citroën
Citroën Visa (1978–1981)

Citroën Visa (1978–1981)

Visa
Produktionszeitraum: 1978–1988
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine, Cabriolimousine
Motoren: Ottomotoren:
0,7–1,6 Liter
(26–85 kW)
Dieselmotor:
1,8 Liter (44 kW)
Länge: 3690 mm
Breite: 1510–1530 mm
Höhe: 1400–1420 mm
Radstand: 2420–2430 mm
Leergewicht: 725–930 kg
Vorgängermodell: (Citroën 2CV)
Nachfolgemodell: Citroën AX

Der Visa war ein Kleinwagen der französischen Marke Citroën, der von Sommer 1978 bis Herbst 1988 hergestellt wurde. Geplant war das Modell als moderner Nachfolger des 2CV, tatsächlich überschnitt sich aber die Produktion beider Fahrzeuge.

Geschichte[Bearbeiten]

Heckansicht

Citroën entwickelte Anfang der 1970er-Jahre einen designierten Nachfolger des 2CV, der stärkere Motoren, ein moderneres Fahrwerk und eine zeitgemäße, an den Citroën GS angelehnte Karosserieform haben sollte. Bei der Entwicklung arbeitete Citroën mit Fiat zusammen, denn dort brauchte man einen Nachfolger für den Fiat 127. Als Citroën nach verlustreichen Beteiligungen an Maserati und Comotor wirtschaftlich in Schwierigkeiten kam und 1974 von Peugeot übernommen wurde, entschied der neue Eigentümer, die Plattform des Peugeot 104 als Basis für das neue VD (Véhicule Diminuée) zu verwenden. Eine dreitürige Version mit eigenständigem Design wurde gestrichen; stattdessen konnten Käufer ab 1976 eine nur wenig veränderte Version des Peugeot 104 Z als Citroën LN erwerben.

Das Design der Visa-Karosserie ging auf einen Citroën-Entwurf aus der Zeit vor der PSA-Zugehörigkeit zurück, der aber wegen der gemeinsamen Plattform nicht verwirklicht werden durfte. Die Pläne wurden nach Rumänien verkauft und der ursprüngliche Visa wurde dort als Oltcit gebaut(er kam schließlich in Form des Citroën Axel auch wieder nach Westeuropa), und hatte kein einziges Bauteil mit dem Visa gemeinsam.

Der Visa war mit den leicht vergrößerten und mit Aluminiumzylindern und elektronischer Zündung modifizierten luftgekühlten 2-Zylinder-Boxermotor des Citroën 2CV mit 652 cm³ versehen, (während der 2CV maximal 602-cm³-Motoren hatte) oder, als Visa II, mit wassergekühlte Peugeot-Motoren.

Seine Markteinführung war im September 1978.

Modellpflege[Bearbeiten]

Bereits im März 1981 wurde ein umfangreiches Facelift unter der Leitung des Karosseriebauers Heuliez durchgeführt, da sich der Visa anfangs wegen seines ungewöhnlichen Designs (Kunststoffkühlergrill, breite C-Säulen außen, Einspeichenlenkrad und Bedienungssatelliten innen) nur schwer verkaufen ließ.

Nun bekam der Visa eine konservativer gestaltete Frontpartie und breite Kunststoffbeplankungen, welche die ursprüngliche Form des Visa kaschieren sollten.

1983 kam die Sportversion „Visa GT“ mit 58 kW (80 PS), serienmäßigem 5-Gang-Getriebe, Leichtmetallfelgen mit TRX-Breitreifen, Spoiler vorne/hinten und Drehzahlmesser heraus. Der Verbrauch des Visa GT nach DIN 70030: 7,4 l bei 120 km/h, 5,6 l bei 90 km/h und im Stadtverkehr 9,6 l. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 170 km/h. Den Visa GT gab es 1983 für etwa 14.200 DM und die Grundmodelle ab 9.950 DM.

Im Oktober 1988 wurde die Produktion des Visa beendet.

Motoren[Bearbeiten]

Sowohl der im September 1978 eingeführte Visa wie auch der zwei Jahre vorher erschienene LN waren zunächst nur mit einem auf 652 cm³ vergrößerten Zweizylinder-Boxermotor als Spécial erhältlich, der auf dem Aggregat des 2CV aufbaute. Gleichzeitig bot PSA beide Fahrzeuge mit den wassergekühlten 1,0-Liter- (10 E) und 1,1-Liter-Motoren (Super E, 11 E, 11 RE) mit 32 bis 37 kW aus dem Peugeot 104 an. Der von Citroën für das Projekt VD vorgesehene luftgekühlte Vierzylinder-OHC-Boxer des GS kam dagegen nie zum Einsatz. Dafür erschien im Juli 1984 noch ein 1,4-l-Vierzylindermotor mit 44 kW (14 RS/TRS).

Mit Einführung der neuen Dieselmotoren der XUD-Baureihe (17 D/RD) im März 1984 erhielt auch der Visa den 44 kW starken 1,8-l-Dieselmotor. Das neue, vergleichsweise schwere Aggregat erforderte jedoch starke Modifikationen am Vorderwagen und an der Radaufhängung. Mit diesen Veränderungen war auch die Verwendung der starken Benzinmotoren der XU-Familie, die Versionen Super X (1981–1982), GT (1982–1985) und GTI (1985–1988), möglich, die sogar zu Rallye-Versionen des Visa führten.

Motoren[1]
Code Typ Hubraum (cm³) Leistung Drehmoment
V06/630, V06/644, V06/665 Zweizylinder Boxer 652 25,7 kW bei 5250/min 48 Nm bei 3500/min
XV8 Vierzylinder Reihe 954 33 kW bei 6000/min 65 Nm bei 2750/min
XW7 Vierzylinder Reihe 1124 37 kW bei 5500/min 83 Nm bei 2500/min
XZ5X Vierzylinder Reihe 1219 47 kW bei 6000/min 91 Nm bei 3000/min
XY7 Vierzylinder Reihe 1360 44 kW bei 5000/min 105 Nm bei 2500/min
XU5J Vierzylinder Reihe 1580 85 kW bei 6250/min 131 Nm bei 4000/min
XUD7 Vierzylinder Reihe (Diesel) 1769 44 kW bei 4600/min 112 Nm bei 2000/min

Weitere Karosserievarianten[Bearbeiten]

Citroën Visa Décapotable (1983–1985)

Décapotable / Plein Air[Bearbeiten]

Der Visa war ursprünglich nur als fünftürige Schräghecklimousine erhältlich. Ab Februar 1983 wurde als Ergänzung eine viertürige Cabriolimousine angeboten, die anfänglich als Décapotable verkauft wurde. Zunächst gab es nur die Ausstattungslinie Super E.

Bereits Anfang 1984 wurde die Bezeichnung Décapotable durch den Namen Plein Air ersetzt. Der Super E wurde zudem vom Plein Air 11 RE abgelöst.

Die Fertigung des offenen Visa dauerte jedoch nur bis Juli 1985, da er sich nicht als Alternative zum 2CV durchsetzen konnte.

C15[Bearbeiten]

Im Oktober 1984 wurde mit dem Citroën C15 ein auf dem Visa basierender Kastenwagen eingeführt.

Die Karosserie glich bis zur B-Säule der des Visa, der hintere Teil des Wagens war eigenständig konstruiert und der Radstand verlängert. Die Hinterradschwingen des C15 kamen nicht vom Visa, sondern vom Citroën BX und waren rollengelagert.

Citroën C15 (1984–2005)

Der Zweizylinder-Boxer wurde im C15 nicht angeboten, stattdessen gab es die in Douvrin produzierten kleinen Vierzylinder des Peugeot 104.

Ab Mitte 1987 wurden Ottomotoren mit Einspritzung (1,1i, 1,4 E und 1,4i) der TU-Baureihe und der 1,8 Liter große Diesel (XUD-Reihe) eingebaut. Ende 2000 ersetzte man letzteren durch den 1,9-l-Saugdiesel der DW-Baureihe, der als einzige Antriebsquelle bis Ende 2005 im Programm blieb.

Der C15 war auch in einer verglasten Version mit fünf Sitzplätzen (Familiale) und in einer Version mit verlängertem Aufbau und einer zusätzlichen seitlichen Tür (Rallongé) zu haben. Da er auch offen ohne den Kasten angeboten wurde, gab es verschiedene Sonderaufbauten, darunter einige Wohnmobile, eine sechsrädrige Variante und eine Allradversion, die alle über Citroën-Händler vertrieben wurden.

Am 2. Dezember 2005 endete dann im Werk Vigo (Spanien) die Produktion des C15 nach rund 1.800.000 Exemplaren. Im letzten Produktionsjahr war der Visa bzw. C15 ausschließlich mit dem 1,9 Liter großen Dieselmotor in Frankreich und verschiedenen anderen europäischen Märkten wie z.B. Schweiz, Italien, Belgien und Spanien erhältlich.

Der C15 überlebte den Visa – die einstige Basisversion dieser Baureihe – um 17 Jahre und war mit einer ununterbrochenen Bauzeit von 21 Jahren eines der am längsten produzierten Citroën-Modelle überhaupt.

Der Visa außerhalb Europas[Bearbeiten]

Im Frühjahr 2009 wurde die Produktion des Visa nach zwanzigjähriger Unterbrechung wieder aufgenommen. Produzent ist der madagassische Automobilhersteller Karenjy, der das Modell nun unter dem Namen Karenjy Visa montiert. Die Karosserieteile bestehen aus Fiberglas und sind dadurch unempfindlich gegen Rost. Das Fahrzeug ist ausschließlich für den heimischen Markt bestimmt.

In der Volksrepublik China dagegen wurde das Modell im Jahre 1987 von der Liu Zhou Wuling als eine Kopie unter dem Namen Wuling LZW 7100 aufgelegt. Die Serienproduktion begann allerdings erst 1991.

Bis zum Jahresende 1994 wurden 904 Einheiten dieses Modells montiert. Ausgestattet waren diese Modelle mit dreizylindrigen Daihatsu-Motoren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.citroenvisa.net/vindex.htm

Weblinks[Bearbeiten]