Kindernothilfe

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Kindernothilfe e.V.
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Typ eingetragener Verein (gemeinnützig, mildtätig)
Gründung 1959
Sitz Duisburg
Personen
Aktionsraum 29 Länder weltweit
Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit, Kinderrechte
Budget 58,5 Mio. € (2013)
Angestellte 164[1]
Motto Gemeinsam wirken.
Website www.kindernothilfe.de

Die Kindernothilfe ist eines der größten christlichen Hilfswerke in Deutschland. Sie setzt sich seit 1959 für Not leidende Kinder ein, mittlerweile in 29 Ländern Asiens, Afrikas, Osteuropas und Lateinamerikas. Sie fördert fast 1,5 Mio. Kinder und ihre Familien mit nachhaltigen Entwicklungsprojekten und leistet Humanitäre Hilfe. Auch in Österreich, der Schweiz und Luxemburg existieren gleichnamige Organisationen.

Kindernothilfe Deutschland[Bearbeiten]

Der Verein[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1959 in Duisburg gegründet, um Not leidenden Kindern in Indien zu helfen. Von 1975 bis 1988 war Pfarrer und Akademiedirektor Dr. habil. Paul Gerhard Aring Präses (Leiter) der Organisation und sorgte mit seinem Netzwerk für eine breitere Bekanntheit der Hilfsorganisation und des Prinzips der Hilfe zur Selbsthilfe. Mittlerweile gehört sie mit einem Ertrag von 58,5 Millionen Euro (2013) zu den größten christlichen Kinderhilfswerken in Europa. Sie trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Die Prinzipien der Partizipation und Hilfe zur Selbsthilfe sowie der Kinderrechteansatz bilden wichtige Grundlagen für die Arbeit der Kindernothilfe. Sie kooperiert mit einheimischen Partnern, die auf einer ökumenisch offenen christlichen Grundlage arbeiten und sich über die Projektarbeit hinaus für die Rechte von Kindern und Jugendlichen in ihrem Land engagieren.

Die Stiftung[Bearbeiten]

1999 wurde die Kindernothilfe-Stiftung ins Leben gerufen. Vorsitzender des Stiftungsrates ist Norbert Blüm.

Schwerpunkte der Arbeit[Bearbeiten]

Die Auslandsaktivitäten laufen über Programme dort ansässiger Partnerorganisationen. Oft sind das christliche Kirchen und Organisationen. Die Förderung der Jungen und Mädchen geschieht unabhängig von der Religions- oder Kirchenzugehörigkeit.

Koordiniert wird die Auslandsarbeit von der Geschäftsstelle in Duisburg. Dort sind ebenfalls die Verwaltung, die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Werbung im Inland untergebracht.

Die Projektarbeit hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Die Gemeinschaft, in der die Kinder leben, wird zunehmend in die Förderung einbezogen. Eltern, Nachbarn und ältere Geschwister werden bei Projektplanung und –durchführung berücksichtigt (Stichwort Gemeinwesenarbeit). Die Kindernothilfe fördert vor allem Kinder in besonders schwierigen Lebenslagen: Aids-Waisen, Kinder mit Behinderungen, Straßenkinder sowie Kinderarbeiter.

Im Zusammenhang mit der Kritik, nach der Patenmädchen der Gewalt der Beschneidung weiblicher Genitalien (Genitalverstümmelung) überlassen werden[2] weist die Kindernothilfe darauf hin, dass sie ebenso wie andere Organisationen in diesen Ländern eine zielorientierte "Politik der Aufklärung" verfolgt.[3] Die Organisation stützt sich dabei auf Thesen, nach denen durch umfangreiche Aufklärung, Enttabuisierung von Themen wie Sexualität und Genitalverstümmelung, sowie eine breite gesellschaftliche Diskussion eine Veränderung des Verhaltens erreicht werden kann.[4] Gemeinsam mit der Kale Heywot Church (KHC), einer der größten evangelischen Kirchen in Äthiopien, führte der Verein ein neun Jahre andauerndes umfassendes Aufklärungsprogramm durch. Befragungen ergaben angeblich, dass durch die Bemühungen die Verstümmelungsrate von 2005 bis 2009 um mehr als 25 % zurückgegangen seien.[5]

Finanzierung[Bearbeiten]

Die Kindernothilfe ist ein eingetragener mildtätiger Verein und dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland angeschlossen. Sie wird finanziell zu über 90 Prozent durch ihre rund 245.000 Spender getragen. Daneben bekommt sie auch einen Kirchensteuerzuschuss und Beiträge der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Die Stiftung finanziert die unmittelbare Programmarbeit der Kindernothilfe und legt das ihr anvertraute Kapital langfristig an. Das Kapital der Stiftung und das von ihr verwaltete Treuhandvermögen beträgt knapp 6,3 Millionen Euro.

Kampagnen und Netzwerke der Kindernothilfe Deutschland[Bearbeiten]

Die Kindernothilfe ist Bestandteil folgender Netzwerke oder engagiert sich in nachstehend benannten Kampagnen:

Österreich[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kindernothilfe Österreich

Die Kindernothilfe Österreich wurde 1996 gegründet. Sie arbeitet eng mit der Kindernothilfe Deutschland zusammen. Im Oktober 2002 wurde das Büro Wien eröffnet. Heute unterstützen etwa 40.000 Österreicherinnen und Österreicher die Projekte der Kindernothilfe Österreich, weitere 3.000 mit einer Patenschaft für ein Kind und seine Gemeinschaft. Die Kindernothilfe Österreich trägt seit 1. Juli 2003 das Österreichische Spendengütesiegel.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2012. Abgerufen am 16. September 2013 (PDF; 2,6 MB).
  2. Darstellung des kritisierten Problems aus Sicht der Kampagnenbeteiligten
  3. Kindernothilfe: Mädchen umfassend in ihren Rechten stärken - Würde afrikanischer Familien achten. (Pressemitteilung vom 16. September 2009)
  4. Terre des femmes e. V.: Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM = Female Genital Mutilation). Studie im Auftrag des Europäischen Parlaments, Oktober 2005.
  5. Evaluierungsbericht zum FGM Prevention and Eradication Project, October 2005 - March 2009 (PDF; 65 kB) (Zusammenfassung in dt. Sprache).

51.3762166666676.7584722222222Koordinaten: 51° 22′ 34″ N, 6° 45′ 30″ O