Klaus Murmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klaus Murmann (* 3. Januar 1932 in Dortmund;[1]13. Oktober 2014 in Kiel[2]) war ein deutscher Unternehmer und von 1986 bis 1996 Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA). Er war zudem größter Kapitalgeber des Studienförderwerks Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft[3] sowie Stifter und Namensgeber für die in Public-Private-Partnership gegründete Murmann School of Global Management and Economics.

Leben[Bearbeiten]

Murmann lebte seit 1953 in Kiel. Sein Vater war dort als Gesellschafter bei der J. P. Sauer & Sohn und als Fabrikant von Schiffskompressoren tätig. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bonn und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, aber auch während eines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten mit einem Stipendium des Fulbright-Programms an der Harvard Law School und an der Sorbonne in Paris. Am Dickinson College in Carlisle, Pennsylvania, erwarb er einen Bachelor of Arts. An der Universität in Kiel absolvierte er seine Erste Juristische Staatsprüfung. Von 1956 bis 1959 war er Referendar bei Gerichten und Behörden in Schleswig-Holstein. 1959 legte er seine Zweite Juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Hamburg ab. 1957 wurde er an der Universität Kiel mit einer Arbeit zum Vergleich der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl mit der US-amerikanischen Interstate Commerce Commission zum Doktor der Rechte promoviert.

Klaus Murmann war seit 1959 mit der Medizinerin Hannelore Murmann verheiratet. Das Ehepaar hat fünf Kinder. Die Tochter Ulrike (* 1961), eine promovierte evangelische Theologin, ist seit 2004 Hauptpastorin und Pröpstin in Hamburg. Sein Bruder Dieter Murmann und sein Neffe Philipp Murmann sind ebenfalls Unternehmer und CDU-Politiker.

Unternehmerisches Wirken[Bearbeiten]

Ab 1959 war Murmann selbst als Geschäftsführer bei J. P. Sauer & Sohn tätig. Im Jahre 1969 übernahm er von seinem Vater eine US-amerikanische Lizenz zur Fertigung hydrostatischer Getriebe und begann in Neumünster die Sauer Getriebe KG aufzubauen. Das Unternehmen wurde 1982 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und entwickelte sich zum Marktführer für hydrostatische Getriebe in Europa. 1987 wurde die Sauer Getriebe KG mit dem branchengleichen Teil der Sundstrand-Gruppe zusammengelegt. Im Laufe der folgenden Jahre wurden die Sauer-Sundstrand-Gruppe durch die deutschen Gesellschafter zurückgekauft und in einer Holdinggesellschaft zusammengefasst, an der Murmann und seine Familie mehrheitlich beteiligt sind. Murmann selbst war Vorstandsvorsitzender.

Nachdem die Unternehmensgruppe im Jahr 2000 mit dem dänischen Unternehmen Danfoss fusionierte, fungierte er bis 2008 als Director und Chairman des neu entstandenen Unternehmens Sauer-Danfoss (seit 2004 „Chairman Emeritus“[4]). Die Unternehmerfamilie Murmann ist Hauptgesellschafter des Vermögensverwalters Spudy & Co.[5] Mit 80 Mitarbeitern verwaltet Spudy & Co. neben dem Vermögen der Murmann-Familie auch das Geld Dritter. Es handelt sich insgesamt um 4,5 Mrd. EUR (Stand: 2. August 2010).

Allgemein- und verbandspolitisches Wirken[Bearbeiten]

In Kiel hatte Murmann von 1957 bis 1967 für die CDU einen Sitz im Stadtrat inne. Ab 1975 war er Vorsitzender des Unternehmerverbandes Rendsburg/Neumünster. Ebenfalls 1975 wurde er Vorsitzender der Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Schleswig-Holstein und Vorsitzender der Vereinigung der Schleswig-Holsteinischen Unternehmensverbände. Seit 1976 war er Mitglied des Präsidiums bei der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände.

1985 wurde er als Nachfolger von Otto Esser als Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA) nominiert. Er übernahm kurz nach der Nominierung den Posten eines Vizepräsidenten und wurde 1986 zum Präsidenten gewählt. Nach seiner Ablösung durch Dieter Hundt im Jahr 1996 wurde er mit dem Titel des Ehrenpräsidenten ausgezeichnet. Von 1992 bis 1996 war er zudem Vizepräsident der Union der Europäischen Industrie- und Arbeitgeberverbände (UNICE).

Murmann School of Global Management and Economics[Bearbeiten]

Die Murmann School vom Hindenburgufer aus gesehen

Die Murmann School war eine gemeinsame Initiative des Unternehmers Klaus Murmann, des Instituts für Weltwirtschaft[6] in Kiel sowie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.[7] Das Konzept wurde von der Landesregierung Schleswig-Holstein[8] unterstützt.

Die im Oktober 2006 gegründete Murmann School of Global Management and Economics sollte im Spätsommer 2007 ihren Lehrbetrieb aufnehmen und wollte sich nach eigenen Angaben mit der Lehre und Forschung im Bereich der globalen Wirtschaft befassen.

Am 30. September 2008 wurde die beabsichtigte Schließung bekannt gegeben. Als Gründe wurden geringe Marktchancen für den Studiengang durch ähnliche Angebote renommierter Hochschulen sowie Schwierigkeiten bei der Besetzung der Professuren genannt.[9]

Segelsport[Bearbeiten]

Klaus Murmann betrieb viele Jahre aktiv Segelsport. Als Mitglied des Kieler Yacht-Clubs (KYC) engagierte er sich mit mehreren Regattayachten, die alle UCA hießen, bei großen internationalen Segelregatten. Seine neueste Maxi-Yacht UCA nahm unter seiner Führung erfolgreich an der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge (DCNAC) im Jahr 2003 teil und erreichte die schnellste Zeit für die Transatlantikregatta mit knapp 13 Tagen. Mit der alten UCA hält er seit dem Jahr 2000 den Segelrekord für die Regatta Skagen Rund. Im Jahr 2005 erreichte die neue UCA den Segelrekord für die Strecke Mallorca Rund.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Murmann im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Klaus Murmann gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. Oktober 2014 (abgerufen am 13. Oktober 2014).
  3. Zum Tode von Prof. Dr. Klaus Murmann. Stiftung der Deutschen Wirtschaft, abgerufen am 14. Oktober 2014.
  4. Sauer−Danfoss
  5. http://www.presseportal.de/pm/78675/1657612/spudy_co_family_office_gmbh
  6. www.ifw-kiel.de
  7. www.uni-kiel.de
  8. Wissenschaftsministerium Land Schleswig-Holstein
  9. http://www.murmann-school.com/ger/home
  10. Universität Kiel
  11. Universität Leipzig
  12. a b Vita Klaus Murmann
  13. Trägerinnen und Träger der Andreas-Gayk-Medaille. In: kiel.de. Stadt Kiel. Abgerufen am 28. Mai 2014.
  14. Claudia Eulitz: Kieler Universität verleiht Ehrenbürgerwürde an Klaus Murmann, Pressemeldung der Universität Kiel in: Informationsdienst Wissenschaft vom 11. März 2011, abgerufen am 14. März 2011