Koháry

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Wappen der Grafen von Koháry

Die Koháry waren ein katholisches ungarisches, zuletzt gefürstetes Adelsgeschlecht, das sich mit einem Zweig nach Niederösterreich wendete und dort mit den Herrschaften Walterskirchen, Ebenthal und Dürnkrut ansässig wurde. Das Stammhaus Kohár befindet sich im Komitat Zala. Die Stammreihe beginnt mit Imre Koháry, der urkundlich 1561 fassbar ist. Sein Sohn Peter Koháry erhielt am 15. Februar 1616 das ungarische Baronat. Die Brüder Wolfgang, Stefan und Johann Baron Koháry de Csabrágh wurden am 1. Juli 1685 in den ungarischen Grafenstand erhoben.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Koháry wird folgendermaßen beschrieben: „Das unveränderte alte Geschlechtswappen ist ein himmelblauer Schild, worin ein aufsteigender gekrönter goldener Löw, welcher in seiner rechten Pranke einen bloßen Säbel zum Hieb gerichtet emporhält, rechts gewendet auf einem niedrigen weißen Felsen steht. Oben ziert den Schild eine Grafenkrone, über welcher das Auge Gottes mit goldenen Strahlen umgeben schwebet, mit dem darübergesetzten Devis: Dat Deus cui vult (Gott gibt wem er will).“[1]

Andreas Josef Graf von Koháry[Bearbeiten]

Der erste, welcher sich in die österreichischen Lande begab, war Andreas Josef Graf von Koháry, „Herr ausgedehnter zahlreicher ungarischer Herrschaften, Kämmerer und geheimer Rath, General der Cavallerie und des Hantes Comitates Erbobergespan“.

Geschichtliche Eintragungen schildern den Grafen als einen äußerst mutigen und heldenhaften Mann. Koháry wurde am 30. November 1694 in Schloss Csábragh in Ober-Ungarn (heute: Čabradský Vrbovok, Slowakei) geboren. Als drittgeborener Sohn des Grafen Wolfgang aus dessen Ehe mit Maria Luise Gräfin Rechberg und Neffe des berühmten Helden und Dichters Stephan, trat er in die kaiserliche Armee ein und nahm, erst zwanzig Jahre alt, 1716 und später im damaligen Kürassier-Regiment Seherr an den Türkenkriegen teil.

Bei Peterwardein unter Prinz Eugen im Jahr 1716 wurden ihm drei Pferde nacheinander unterm Leib erschossen; nichtsdestoweniger bestieg er, um sich noch weiter am Kampfe zu beteiligen, ein viertes. Später bei Belgrad wurde er verwundet. Als 1734 die Kämpfe erneut begannen und vornehmlich Österreich zu rüsten begann, errichtete Obristleutnant Koháry auf eigene Kosten, welche über 150.000 Gulden betragen, ein Dragoner-Regiment, das im Jahr 1766 als Dragoner-Regiment „Althann“ weitergeführt wurde. Koháry wurde zum Obersten befördert und Inhaber dieses von ihm errichteten Regiments, im Jahr 1736 General-Major und 1740 aus Anlass der Thronbesteigung der Kaiserin Maria Theresia Feldmarschall-Leutnant.

Bei der Krönung der Kaiserin trat er die Stelle eines Kapitäns der ungarischen Leibgarde an, und 1748 ernannte ihn Maria Theresia zum General der Kavallerie. Er wurde mit dem Maria-Theresien-Kreuz ausgezeichnet. Aus seiner Ehe mit Maria Theresia Freiin von Thavonat (gest. 1773) hinterließ er sieben Kinder, und zwar drei Töchter (Maria Polyxena, Maria Theresia, Karoline) und vier Söhne (Nikolaus, Ignaz, Anton, Johann). Graf von Kohàry starb am 4. Dezember 1758 (nach Nagy am 21. Dezember 1757) in Schloss Szent Antol (Svätý Anton, Westslowakei).

Ignaz[Bearbeiten]

Andreas vererbte seinem aus der Ehe mit Margaretha Theresia Freiin von Thavonat stammenden Sohn Ignaz Josef die Besitzungen. Ignaz wurde am 2. Dezember 1726 als zweitgeborener Sohn von Andreas Josef geboren. Er trat in das kaiserliche Heer ein und kämpfte im Siebenjährigen Krieg. 1745 befehligte er einen ungarischen Aufstand und nur seiner Umsicht und Energie ist es zu danken, dass dieser, als er der Kriegsbeschwerden überdrüssig und entschlossen war, auseinanderzugehen, nicht zerfiel. Nach dem Tod seines älteren Bruders Nikolaus 1769 folgte er diesem in der Obergespanwürde des Honter Komitates.

Franz[Bearbeiten]

Franz Fürst Koháry, Lithographie von Josef Kriehuber, um 1826
Fürstliches Wappen des Franz Koháry zu Czsabrag de Sitna 1815

Nach Ignaz’ Tod ging der Besitz 1788 auf seine Gemahlin, die Gräfin Maria Gabriela von Koháry, geborene Gräfin Cavriany, über. Diese übte zusammen mit ihrem Bruder Ludwig Graf von Cavriany die Vormundschaft über ihren minderjährigen Sohn Franz de Paula aus. Ab dem Jahr 1791 konnte der junge Graf dann selbst über seine ungarischen – er war auch Erbherr zu Murany, Baloghvár, Derencsény und Fülek – sowie über die drei niederösterreichischen Herrschaften in Ebenthal, Dürnkrut und Walterskirchen verfügen. Im Jahr 1815 wird Graf Franz de Paula von Koháry in den Fürstenstand erhoben. Das Genealogische Handbuch des Adels verzeichnet für Franz Josef Graf Koháry de Csabrág et Szitnya, den Vizekanzler der ungarischen Hofkanzlei, den österreichischen Fürstenstand primogen mit Verleihung am 15. November 1815 in Wien. Er war der letzte männliche Spross des Geschlechts in Ebenthal, denn der Name der Koháry erlischt mangels männlicher Erben 1822 endgültig.

Einer alten Volkssage zufolge lässt sich das Erlöschen des Namens Koháry wie folgt begründen: Franz de Paula war ein leidenschaftlicher Jäger – so finden sich im Stammschloss seiner Familie in Antol, Westslowakei, das der Graf selbst nur mehr als Jagdschloss nützte, an die tausend Jagdthrophäen. Die Tiere des Waldes wollten sich wegen seiner großzügigen Jagden und Tiertötungen rächen und raubten deshalb seine Tochter. Es wurde Gericht gehalten, und man kam schließlich zu folgendem Urteil: „Die Tochter soll nach Hause zurückgeschickt werden. Koháry aber soll als Strafe keine männlichen Erben haben – das Geschlecht sterbe nach dem Schwert aus.“ Das Urteil erfüllte sich, denn der 1792 geborene Sohn Franz Josef starb im Alter von sechs Jahren.

Aus Franz de Paulas Ehe mit der Gräfin Antonia von Waldstein entspross die 1797 geborene Tochter Maria Antonia, die ab 1830 als Prinzessin Marie Antonie Gabriele von Sachsen-Coburg und Gotha achtzehn Jahre hindurch als letzte Grundherrin von Ebenthal fungierte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrea Böhm: Ebenthal. Heimatchronik von den Anfängen des Ortes bis heute. Ebenthal 1999