Koháry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Wappen der Grafen von Koháry

Die Koháry waren ein katholisches ungarisches, zuletzt gefürstetes Adelsgeschlecht, das sich mit einem Zweig nach Niederösterreich wendete und dort mit den Herrschaften Walterskirchen, Ebenthal und Dürnkrut ansässig wurde.

Ursprung der Familie[Bearbeiten]

Stephan (Istvan) Kohary (1616-1664)

Das Stammhaus Kohár befindet sich im Komitat Zala. Der erste bekannte ist

  • Georg von Kohary (1505-1566). Er kämpfte unter Nikolaus Zriny gegen die Türken und ist 1566 bei Kanisza gefallen[1].
  • Imre Koháry, Sohn des Georg von Kohary, verheiratet mit Katharina von Jakoffy.
  • Peter Koháry (1564-1619), Sohn des Imre, erhielt am 15. Februar 1616 das ungarische Baronat von Czabragh. Peter Kohary wurde zum Kommandant der Festung Neuhäusl ernannt und verteidigte diese gegen die Osmanen und 1619 gegen Gabor Bethlen. Letzterer konnte die Festung stürmen und hielt Peter Kohary bis zum Frieden von Nikolsburg in Kaschau gefangen.
  • Stephan Kohary (1616-1664) kämpfte wie sein Vater für die Habsburger. 1645 und 1647 gegen die Schweden, im Türkenkrieg 1663/1664 fiel er in der Schlacht bei Lewenz. Mit seiner Frau Judith Balassa de Gyarmat hatte er neben anderen Kindern die Söhne:
    • Stephan II. Kohary (1649-1731) wurde am 1. Juli 1685 in den Grafenstand erhoben. Er kämpfte gegen den Kuruzzenaufstand unter Fürst Rakoczi. Er geriet in Gefangenschaft und schrieb dort Gedichte. Sein Wahlspruch Dat Deus cui vult (Gott gibt wem er will) wurde ins Familienwappen übernommen. 1720 erweiterte er das Familienvermögen durch den Erwerb von Burg und Herrschaft Murany.[2] Er starb unverheiratet und kinderlos. Sein Erbe fiel an die Nachkommen seines Bruders
    • Wolfgang Graf Kohary(1654-1704)

Grafen von Koháry[Bearbeiten]

Andreas Josef Graf von Koháry[Bearbeiten]

Andreas Josef Graf von Koháry (1694-1757) wurde am 30. November 1694 in Schloss Csábragh in Ober-Ungarn (heute: Čabradský Vrbovok, Slowakei) geboren. Als drittgeborener Sohn des Grafen Wolfgang aus dessen Ehe mit Maria Luise Gräfin Rechberg und Neffe des berühmten Helden und Dichters Stephan, trat er in die kaiserliche Armee ein und nahm, erst zwanzig Jahre alt, 1716 und später im damaligen Kürassier-Regiment Seherr an den Türkenkriegen teil. Bei Peterwardein unter Prinz Eugen im Jahr 1716 wurden ihm drei Pferde nacheinander unterm Leib erschossen; nichtsdestoweniger bestieg er, um sich noch weiter am Kampfe zu beteiligen, ein viertes. Später bei Belgrad wurde er verwundet. Als 1734 die Kämpfe erneut begannen und vornehmlich Österreich zu rüsten begann, errichtete Obristleutnant Koháry auf eigene Kosten, welche über 150.000 Gulden betragen, ein Dragoner-Regiment, das im Jahr 1766 als Dragoner-Regiment „Althann“ weitergeführt wurde. Koháry wurde zum Obersten befördert und Inhaber dieses von ihm errichteten Regiments, im Jahr 1736 General-Major und 1740 aus Anlass der Thronbesteigung der Kaiserin Maria Theresia Feldmarschall-Leutnant. Bei der Krönung der Kaiserin trat er die Stelle eines Kapitäns der ungarischen Leibgarde an, und 1748 ernannte ihn Maria Theresia zum General der Kavallerie. Er wurde mit dem Maria-Theresien-Kreuz ausgezeichnet. Aus seiner Ehe mit Maria Theresia Freiin von Thavonat (gest. 1773) hinterließ er sieben Kinder, und zwar drei Töchter (Maria Polyxena, Maria Theresia, Karoline) und vier Söhne (Nikolaus, Ignaz, Anton, Johann). Graf von Kohàry starb am 4. Dezember 1758 (nach Nagy am 21. Dezember 1757) in Schloss Szent Antol (Svätý Anton, Westslowakei).

Ignaz Graf Kohary[Bearbeiten]

Andreas vererbte seinem aus der Ehe mit Margaretha Theresia Freiin von Thavonat stammenden Sohn Ignaz Josef die Besitzungen. Ignaz wurde am 2. Dezember 1726 als zweitgeborener Sohn von Andreas Josef geboren. Er trat in das kaiserliche Heer ein und kämpfte im Siebenjährigen Krieg. 1745 befehligte er einen ungarischen Aufstand und nur seiner Umsicht und Energie ist es zu danken, dass dieser, als er der Kriegsbeschwerden überdrüssig und entschlossen war, auseinanderzugehen, nicht zerfiel. Nach dem Tod seines älteren Bruders Nikolaus 1769 folgte er diesem in der Obergespanwürde des Honter Komitates.

Franz Graf Kohary[Bearbeiten]

Franz Fürst Koháry, Lithographie von Josef Kriehuber, um 1826

Nach Ignaz’ Tod am 10. Oktober 1777 ging der Besitz auf seine Gemahlin, die Gräfin Maria Gabriela von Koháry, geborene Gräfin Cavriany, über. Diese übte zusammen mit ihrem Bruder Ludwig Graf von Cavriany die Vormundschaft über ihren minderjährigen Sohn Franz de Paula (7. September 1767 - 27. Juni 1826)[3] aus. Ab dem Jahr 1791 konnte der junge Graf dann selbst über seine ungarischen – er war auch Erbherr zu Murany, Baloghvár, Derencsény und Fülek – sowie über die drei niederösterreichischen Herrschaften in Ebenthal, Dürnkrut und Walterskirchen verfügen. Im Jahr 1815 wird Graf Franz de Paula von Koháry in den Fürstenstand erhoben. Das Genealogische Handbuch des Adels verzeichnet für Franz Josef Graf Koháry de Csabrág et Szitnya, den Vizekanzler der ungarischen Hofkanzlei, den österreichischen Fürstenstand primogen mit Verleihung am 15. November 1815 in Wien. Er war der letzte männliche Spross des Geschlechts in Ebenthal, denn der Name der Koháry erlischt mangels männlicher Erben 1822 endgültig.

Maria Antonia Kohary[Bearbeiten]

Aus Franz de Paulas Ehe mit der Gräfin Antonia von Waldstein entspross die 1797 geborene Tochter Maria Antonia, nach dem Tod ihres Bruders Franz (1792-1798) alleinige Erbin des riesigen Kohary-Vermögens. Durch ihre Ehe mit Ferdinand Georg August von Sachsen-Coburg begründete sie das Haus Sachsen-Coburg-Kohary.

Besitzungen[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Fürstliches Wappen des Franz Koháry zu Czsabrag de Sitna 1815

Das Wappen der Koháry wird folgendermaßen beschrieben: „Das unveränderte alte Geschlechtswappen ist ein himmelblauer Schild, worin ein aufsteigender gekrönter goldener Löw, welcher in seiner rechten Pranke einen bloßen Säbel zum Hieb gerichtet emporhält, rechts gewendet auf einem niedrigen weißen Felsen steht. Oben ziert den Schild eine Grafenkrone, über welcher das Auge Gottes mit goldenen Strahlen umgeben schwebet, mit dem darübergesetzten Devis: Dat Deus cui vult (Gott gibt wem er will).“[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Franz Karl Wißgrill: Schauplatz des landsässigen Nieder-Österreichischen Adels vom Herren- und Ritterstande, Band 5, Seite 177ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Karl Wißgrill: Schauplatz des landsässigen Nieder-Österreichischen Adels vom Herren- und Ritterstande, Seite 177
  2. http://szelence.com/kohary/index.html
  3. Genealogisch historischer Almananach für das Jahr 1848,
  4. Andrea Böhm: Ebenthal. Heimatchronik von den Anfängen des Ortes bis heute. Ebenthal 1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kohary family – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Genealogie der Kohary