Konrad Klapheck

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Konrad Klapheck porträtiert von Lothar Wolleh

Konrad Klapheck (* 10. Februar 1935 in Düsseldorf) ist ein deutscher Grafiker, Maler, Künstler und (emeritierter) Kunstprofessor an der Kunstakademie Düsseldorf. Er gilt heute als Klassiker der Nachkriegs-Avantgarde.

Leben[Bearbeiten]

Konrad Peter Cornelius Klapheck wurde am 10. Februar 1935 als Einzelkind des Professors für Kunstgeschichte Richard Klapheck in Düsseldorf geboren. Sein Vater, der vier Jahre nach Konrads Geburt starb, arbeitete bis zu seiner Entlassung durch die Nazis 1934 an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Konrads Mutter Anna (geb. Strümpell) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 ebenfalls einen Lehrstuhl innehatte. Während des Krieges floh Anna mit Konrad zu den Großeltern nach Leipzig, wo er mitansehen musste, wie die Villa der Großeltern durch einen Bombenangriff zerstört wurde und in Flammen aufging. Diesen Augenblick erlebte der Achtjährige als fesselndes Schauspiel.

Nach Kriegsende zogen Anna und Konrad 1945 zurück nach Düsseldorf. Dort besuchte er das Humboldt-Gymnasium. 1954[1] legte er nach der regulären Schulzeit sein Reifezeugnis ab und schrieb sich in die Kunstakademie Düsseldorf ein, wo er Schüler von Bruno Goller wurde. Mit starkem Interesse am Surrealismus besuchte er in diesem Jahr den zu dieser Zeit in Paris lebenden Max Ernst. Sein erstes Schreibmaschinenbild (Schreibmaschine, 1955) erntete Zuspruch von Goller, und dieser ermutigte Klapheck, die Objektmalerei weiter zu verfolgen. 1958 beendete Klapheck sein Studium und feierte seinen ersten größeren Erfolg mit der Malerei. Er verkaufte sechs Gemälde an George Staempfli, der diese ein Jahr später in seiner Galerie in New York neben Werken von Yves Klein, Jesús Rafael Soto und Lucio Fontana ausstellte.

1960 heiratete Klapheck Lilo Lang, die er bereits seit seinem 16. Lebensjahr kannte, besuchte den Maler Richard Oelze in Worpswede und erwarb eines seiner Werke, das den Grundstein für eine kleine Sammlung des Künstlers legte. 1961 kam Klapheck mit dem Pariser Surrealistenkreis um André Breton in Kontakt.[2] Im darauf folgenden Jahr machte er Bekanntschaft mit dem belgischen Maler René Magritte auf einer von Magrittes Ausstellungen. Bei einem weiteren Treffen der beiden präsentierte Klapheck Magritte eine Auswahl seiner Arbeiten. Magritte kritisierte die Hintergründe der mitgebrachten Werke – Steinchenhintergründe, die Magritte zu „pittoresk“ fand. Im selben Jahr wurde Klaphecks Tochter Elisa Klapheck geboren. Drei Jahre später bekam das Ehepaar Klapheck das zweite Kind, David. 1965 stellte Klapheck erstmals in einer Einzelausstellung in Paris aus, wo 1956 sein Aufnahmeantrag in die École nationale supérieure des beaux-arts de Paris abgelehnt worden war. Die Aktualität seiner Werke wurde 1970 durch die neue Stilrichtung des Hyperrealismus bestätigt.

1979 drängte das Interesse für neue Stilrichtungen wie „Wilde Malerei“ Klaphecks Art des Malens zeitweilig in den Hintergrund. Er übernahm zwischen 1997 und 2002 eine Professur für Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf.[3] Von 1992 bis 2002 porträtierte Klapheck Kollegen, Freunde und Prominente aus der internationalen Kunstszene. Er malt Frauen und Männer, schwarz auf weiß, ganzfigurig und mit ungewöhnlichen Attributen ausgestattet. Eine Auswahl erschien 2002 in Buchform im Verlag Schirmer Mosel, München.

Werk[Bearbeiten]

Klaphecks Malstil vereinigt Merkmale des Neo-Realismus, Surrealismus und Pop Art zu einem eigenen Stil, an dem er bis heute festhält. Seit den 1950er Jahren malt er präzise, gegenständlich, oft großformatig und scheinbar realistisch technische Geräte, Maschinen, Apparate und Alltagsgegenstände, doch seltsam verfremdet und neu komponiert, so dass sie zu Dämonen, Ikonen oder Monumenten werden. Dazu gehören Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Wasserhähne und Duschen, Telefone, Bügeleisen, Schuhspanner und Schuhe, Schlüssel, Sägen, Autoreifen, Fahrradschellen und Uhren. Diese Anordnung entspricht der Reihenfolge, in der die Themen in Klaphecks Werken auftauchten. Die Sujets aus der Welt der Maschinen, Geräte und Werkzeuge trugen dem Künstler den Ruf eines „Maschinenmalers“ ein.[4]

Wesentlich sind auch die Titel der Gemälde wie Die charmante Chaotin, Die schwierige Gattin, Die Supermutter, Die Sexbombe und ihr Begleiter, Die Gewalt der Dinge, Im Zeitalter der Gewalt, Das Orakel oder Die Vasallen von 1986, die oftmals die gemalten Gegenstände zu Darstellern und surrealistischen Personen machen.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckhart Gillen (Hrsg.): Deutschlandbilder. Kunst aus einem geteilten Land. Katalog zur Ausstellung der 47. Berliner Festwochen im Martin-Gropius-Bau, 7. September 1997 bis 11. Januar 1998, DuMont, Köln 1997, ISBN 3-7701-4173-3. (Katalogausgabe)
  • Konrad Klapheck. Retrospektive 1955–1985. Prestel, München 1985, ISBN 3-7913-0729-0.
  • Konrad Klapheck Ausstellungskatalog Kestner-Gesellschaft, Hannover 1966
  • Konrad Klapheck. Ausstellungskatalog. Köln 1970.
  • A. Schwarz: Konrad Klapheck. Gabrius. Mailand 2002.
  • Ferdinand Ullrich, Hans-Jürgen Schwalm (Hrsg.): Menschen und Maschinen. Bilder von Konrad Klapheck. Ruhrfestspiele Recklinghausen 2006, ISBN 3-929040-97-2.
  • Konrad Klapheck: Portraitzeichnungen 1992–2002. München 2002.
  • Konrad Klapheck. Hans Ulrich Obrist (The Conversation Series 3). Fotografien: Hans-Peter Feldmann. König, Köln 2006, ISBN 3-86560-035-2.
  • Kristine Bell (Hrsg.): Konrad Klapheck: Paintings from 1955 - 1988. Steidl, Göttingen 2008, ISBN 978-3-86521-630-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Die folgenden Weblinks zeigen beispielhaft einige seiner Werke.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Konrad Klapheck unter den Künstlern und Kuratoren bei „kunstaspekte“
  2. Konrad Peter Cornelius Klapheck unter Rubrik „Malerei“ bei art DIRECTORY
  3. Konrad Klapheck unter den bildenden Künstlern bei „Künstlerleben in Düsseldorf“ vom Düsseldorfer Kulturamt
  4. Oliver Tepel: Die Geschwister der Maschinen. Ausstellungsbericht vom 4. Juli 2013 im Portal freitag.de, abgerufen am 6. Juli 2013