Kraan

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kraan (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kraan
Kraan in Wiesbaden (25. Mai 2008)
Kraan in Wiesbaden (25. Mai 2008)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Jazzrock, Krautrock
Gründung 1970
Auflösung 1990
Neugründung 2000
Website http://www.kraan.de
Aktuelle Besetzung
Peter Wolbrandt
Hellmut Hattler
Jan Fride (Wolbrandt)
Ehemalige Mitglieder
Ingo Bischof (1975–2007)
Johannes „Alto“ Pappert (bis 1976)
Schlagzeug
Udo Dahmen (ca. 1977–1980)
Trompete, Keyboards
Joo Kraus (ca. 1987–1992)
Schlagzeug
Gerry Brown (ca. 1982/1983)
Gitarre
Eef Albers (ca. 1982/1983)
Gesang, Keyboards
Mark McMillen (ca. 1982/1983)
Schlagzeug
Tommy Goldschmidt (1977)

Kraan ist eine deutsche Jazzrock-Band und zählt zu den bekanntesten Vertretern des Krautrock. Ihr musikalisches Verdienst ist die Mischung von Jazz und Rock mit orientalischen und asiatischen Klängen.

Werdegang[Bearbeiten]

Kraan bildeten sich 1970 in Ulm. Zuvor hatten die Brüder Jan Fride und Peter Wolbrandt in diversen Jazzbands gespielt und konnten 1968 Hellmut Hattler überzeugen, mit ihnen die Band Inzest zu gründen. Johannes 'Alto' Pappert (Saxophon) war zu dieser Zeit mit einer Soul-Rockband unterwegs und stieß, auf der Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen, 1971 dazu.

P. Wolbrandt hatte in Berlin ein Grafikstudium begonnen, J. Fride war für Fotografie eingeschrieben und Hattler stand kurz vor dem Abitur, als sich allen die Frage stellte, wie es mit der Musik weiter gehen sollte: Hobby oder Beruf. Vier Wochen vor der Abiturprüfung stellte Hattler alle schulischen Anstrengungen ein, P. Wolbrandt gab sein Grafik- und J. Fride sein Fotostudium auf, und aus der Hobbyband Inzest entstand "Kraan". Es wurden Musik- und Stilrichtungen genommen, vermischt, verändert und neu gespielt. Aus den weit gefächerten musikalischen Interessen aller Bandmitglieder – mit orientalischen Klängen, jazzigen Läufen und harten Beats – entstand ein zu dieser Zeit neuer Klang, der später das Etikett Jazzrock erhalten sollte.

Erste Konzerte stießen auf Interesse, und die Band beschloss, ihre Verbindungen in Berlin, unter anderem zu den Musikern von "Karthago" und zu einem Tonstudio, für gemeinsame Sitzungen und erste Aufnahmen zu nutzen. Nach einem halben Jahr und einigen wenigen, aber erfolgreichen Auftritten, kam es zu einer ersten Krise, und Hattler nahm das Angebot der schwäbischen Band „Erna Schmidt“ in Norddeutschland an. Schnell stellte sich heraus, dass er seine musikalischen Vorstellungen hier nicht verwirklichen konnte, und er holte den Rest der Gruppe nach. Eine Fusion der beiden Bands war geplant. Das Projekt überlebte das Heimweh der Schwäbisch Gmünder Musiker und das Jahresende nicht; Kraan wurde neu gegründet.

Auf der Suche nach einem neuen Domizil wurde man bei Graf Metternich fündig. Er stellte sein Gut Wintrup im Teutoburger Wald zur Verfügung. Die einsame Lage in einem Tal machte Proben rund um die Uhr möglich. Von den früheren Bewohnern war der Manager Walter Holzbaur verblieben, der sich umgehend an die Vermarktung der Band machte. Ein erstes Konzert in Detmold verlief für die Band vor über 400 Zuschauern erfolgreich. Weitere Konzerte folgten und am Ende des Jahres 1972 dann auch die erste Schallplatte, die in zwei Tagen aufgenommen, an einem Tag gemixt und nicht allzu lange später erfolgreich an Intercord verkauft wurde. Sie erhielt gute Kritiken und es folgte eine erste Tournee durch Deutschland, Ausflüge in die Schweiz und die Niederlande.

Auf der Bühne überzeugte die Band vor allem durch ihre Spielfreude und musikalische Professionalität. Weitere Platten folgten und vor allem die dritte, live aufgenommen in Berlin, erhielt gute Kritiken. Ein neuer Mann, Ingo Bischof (Keyboards) spielte bereits nebenbei mit und wurde 1975 offizielles Mitglied.

Doch es begannen wieder Spannungen unter den Musikern. Bischof stieg Anfang 1976 und Pappert im Spätsommer desselben Jahres aus. 1977 ging die Band nochmals mit Bischof auf Tournee, brachte eine Platte heraus, löste sich dann aber auf, nachdem auch Hattler wieder nach Ulm gezogen war. Es folgten erste Solo-Projekte, aber das Comeback ließ nicht lange auf sich warten. Ende 1978 erschien eine neue Platte mit Hattler, P. Wolbrandt, Bischof und Udo Dahmen am Schlagzeug. Bis 1983 spielte Kraan unter wechselnder Besetzung. Von 1984 bis 1987 war wieder Pause, bevor Hattler, Wolbrandt und Fride und Joo Kraus ein neues Comeback starteten. Kraus und Hattler verstanden sich auf Anhieb so gut, dass sich 1990 Kraan zum dritten Mal trennte und Hattler und Kraus als Duo Tab Two gemeinsam auftraten.

2000 dann, nach fast 20 Jahren Abstinenz in der Kombination Hattler, Wolbrandt und Fride und Bischof und 10 Jahren Kraan-Abstinenz, gelang ein erneutes Comeback mit einem Konzert in Ulm. 2001, zum dreißigjährigen Bestehen, folgte eine ausgedehnte Tournee und ein neues Live-Album. 2003 erschien das Kraan-Album Through, am 23. März 2007 dann das Album Psychedelic Man (letzteres bei EMI auf dem "Harvest"-Label, auf dem bereits die Alben "Wiederhören", "Flyday” und "Tournee" veröffentlicht worden waren). Im März 2010 erschien das aktuelle Album der Band unter dem Titel "Diamonds".

Am 9. November 2013 gab die Band ihr Abschiedskonzert in Neuss.[1] Bereits eine Woche später verkündeten die Musiker über Facebook ein Konzert auf dem Burg-Herzberg-Festival 2014.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1972: Kraan
  • 1973: Wintrup
  • 1974: Andy Nogger
  • 1975: Kraan Live und Let It Out
  • 1977: Wiederhören und Kraan Starportrait (Best of...)
  • 1978: Flyday
  • 1980: Tournee
  • 1982: Nachtfahrt und Wintruper Echo/Faust 2000 (Single)
  • 1983: X und 2 Schall-Platten (Best of...)
  • 1988: Kraan Live 88
  • 1989: Dancing In The Shade
  • 1991: Soul of Stone
  • 1998: The Famous Years Compiled (Best of...)
  • 2001: Live 2001 und Berliner Ring
  • 2003: Through
  • 2007: Psychedelic Man und Psychedelic Man Special Edition mit DVD Live at Finkenbach Festival 2005
  • 2010: Diamonds

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/kraan-abschied-in-der-wetthalle-ende-einer-aera-aid-1.3805222 Bericht NGZ-Online über das Abschiedskonzert

Weblinks[Bearbeiten]