Musikexpress

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Zeitschrift Musikexpress. Das gleichnamige Fahrgeschäft findet man unter Berg- und Talbahn.
Musikexpress
Logo
Beschreibung Musikzeitschrift
Fachgebiet Musik
Sprache deutsch
Verlag Axel Springer Mediahouse Berlin GmbH[1]
Erstausgabe Juli 1969
Erscheinungsweise monatlich
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2014)
50.658 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 1/2014) 52.743 Exemplare
Reichweite (AWA 2009) 0,3 Mio. Leser
Chefredakteur Severin Mevissen
Geschäftsführer Jan Bayer, Petra Kalb
Weblink www.musikexpress.de
ISSN 1618-5129
Ehemaliges Logo von 2004-2008

Der Musikexpress ist eine deutsche Musikzeitschrift. Neben ausführlichen Interviews und Artikeln über bedeutende Musiker aus dem Rock, Electro, HipHop, Pop und Independent-Bereich erscheinen Rezensionen von Tonträgern, Konzertberichte sowie Artikel über Popliteratur, Pop Art, Kinofilme und DVDs. Jedem Heft liegt außerdem eine die Themen der jeweiligen Ausgabe begleitende CD bei. In unregelmäßigen Abständen erscheint das Heft auch mit Extras wie 7-Inch-Vinylsingles, Büchern, Kalendern und DVDs.

Das Magazin erscheint monatlich im Verlag Axel Springer Mediahouse Berlin der zum Axel-Springer-Verlag gehört. Die verkaufte Auflage beträgt 50.544 Exemplare, die Reichweite liegt bei ca. 370.000 Lesern (IVW II/2008)[2].

Redaktionssitz ist Berlin, derzeitiger Chefredakteur ist Severin Mevissen. Autoren und Redakteure sind Oliver Götz, Albert Koch, Sassan Niasseri, Ralf Niemczyk, Jochen Overbeck, Stephan Rehm und Josef Winkler.

Geschichte[Bearbeiten]

Januar 1956 wurde der Musikexpress als „Muziek Expres“ in Den Haag gegründet, um Konzertveranstaltungen des holländischen Veranstalters Paul Acket zu bewerben. Anfang der sechziger Jahre wurde in der Zeitschrift das Programm des illegalen Senders Radio Veronica abgedruckt, was zu einer Auflagensteigerung führte. 1969 bezog eine deutsche Redaktion Büros in Köln und veröffentlichte seit Juli 1969 eine eigenständige deutschsprachige Version, die sich aus einem der holländischen Druckversion zuvor beigelegten deutschen Textblatt entwickelt hatte[3]. Seit 1971 erscheint der Musikexpress monatlich in Deutschland[4].

1973 wurde in Hamburg die Redaktion des Musikexpress mit der Zeitschrift Sounds fusioniert. Wegen des Auflagenrückgangs der Sounds mussten die Zeitschriften 1982 an die Münchener Marquard Media Gruppe verkauft werden. Im Januar 1983 wurden sie unter dem Namen „Musikexpress/Sounds“ zusammengeführt[3]. Im Musikexpress/Sounds kam eher das traditionellere Musik- und Journalismusverständnis des Musikexpress zum Ausdruck[5]. 1984 erreichte Musikexpress/Sounds mit 181.327 die bislang höchste Auflage[2]. 1989 erschien die letzte Ausgabe des holländischen Muziek Expres[3]. 2000 übernahm der Axel-Springer-Verlag die Zeitschrift neben anderen Veröffentlichungen der Marquard Medien[6] und gründete dafür die Axel Springer Mediahouse München GmbH[7]. Mit der September-Ausgabe des gleichen Jahres wurde der Beiname „Sounds“ abgelegt[8]. 2009 hatte es einen Absatzrückgang gegeben, bei dem bei einer Auflage von ca. 50.000 Exemplaren und stabilen 8.000 Abonnenten der Kioskabsatz binnen fünf Jahren um 48 % zurückgegangen war.[9]

Zum Jahreswechsel 2009/2010 zog der Musikexpress zusammen mit den anderen Musiktiteln des Axel Springer Verlages (Rolling Stone und Metal Hammer) nach Berlin um, wo er der Die Welt-Gruppe zugeordnet wurde.[10]

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten]

Im Februar 2004 erschien eine Sonderausgabe zu den Beatles[11], im August 2004 eine zu Led Zeppelin[12]. Die 2001 veröffentlichte Liste der 50 besten deutschen Platten wurde unter dem Namen Made in Germany. Die 100 besten deutschen Platten auch als Buch publiziert[13][14]. Den Ausgaben 1/2012 und 2/2012 lagen Bücher mit allen Besprechungen der Platten des Monats von 1973 bis 2009 bei.

musikexpress.de[Bearbeiten]

Auf der Homepage des Musikexpress finden sich Videos der sogenannten ME-Sessions, exklusiven Studioauftritten verschiedener Bands, sowie der Style-Blog, der allgemeine Auffälligkeiten der Popkultur behandelt. Außerdem wird dort eine ME Community mit User-Rezensionen und einem Forum vorgehalten, in dem sich auch die Redaktionsmitglieder äußern.

me.Style[Bearbeiten]

Seit 2010 erscheint halbjährlich me.Style, das Mode-Sonderheft des Musikexpress. Mit einer Druckauflage von 40.000 Exemplaren zeigt das Magazin jeweils die modischen Highlights der Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Saison. Der Titel wendet sich an Frauen und Männer von 20 bis 40 Jahren mit hohem Interesse an Mode, Musik und Lifestyle. Seit 2005 verleiht der Musikexpress jährlich den Style Award, eine Auszeichnung, mit der Medienschaffende und Modelabels geehrt werden, die die Liaison von Musik und Mode deutlich machen.

Musikexpress Klub[Bearbeiten]

Jeden zweiten Freitag im Monat findet im Berliner Club Magnet die Musikexpress-Clubnacht Musikexpress.Klub (ehemals Schweine am Samstag) statt. Im Herbst 2008 wurde die Partyreihe auch auf andere Städte wie Köln, Hamburg und Salzburg ausgeweitet.[15].

Resonanz in den Medien[Bearbeiten]

Die Frankfurter Rundschau warf dem Musikexpress vor, sich seit spätestens Mitte der 70er unentschlossen zu äußern und dabei mal seine Zuneigung zu alternativen und mal zu kommerziell erfolgreichen Künstlern zu zeigen. Es sei kein Plan erkennbar gewesen, was in den achtziger Jahren mangels Konkurrenz kein Problem gewesen sei[16]. In einem 1999 im Buch "Journalismus als Eiertanz" publizierten Artikel wurde unterstellt, dass die Käufer des Musikexpress aus jenen Leuten bestünden, „die sich überhaupt nicht für Musik interessieren.“ (Michael Rudolf: Strictly verkehrt herum. Münchner Journalismus a la musikexpress/SOUNDS[17]) Die neue Ausrichtung von Inhalt und Aussehen mit der April-Ausgabe 2002 wurde in der Frankfurter Rundschau skeptisch kommentiert: „Der neue Musikexpress gibt sich rebellisch. Allerdings nur ein bisschen.“ (Adam Olschewski: Revolutiönchen. Der Musikexpress verpackt alte Inhalte in neues Gewand[16]) Mit dem erneuten Relaunch im März 2009 sollen vermehrt mode- und szeneaffine Themen sowie internetbezogene Inhalte in das Heft integrieren.[18] Dabei gab es optische Veränderungen hin zu klareren Strukturen.[19]

Trivia[Bearbeiten]

Als ein Artikel in „Musikexpress/Sounds“ Thomas Anders, den Sänger von Modern Talking, als „höhensonnengegerbte Sangesschwuchtel und Schoßhündchen an der güldenen Kette seiner Frau Nora“ [20] bezeichnete, wurde der Autor Martin Brem von Anders verklagt [21][22].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mediadaten Musikexpress (PDF; 2,2 MB)
  2. a b Bei pz-online.de unter Auflagen der Publikumszeitschriften (IVW) zu finden
  3. a b c Fragen an DAS GEHIRN … auf musikexpress.de
  4. Key Facts zu Musikexpress auf asmm.de
  5. EMERSON, LAKE & PALMER - ELP im SOUNDS auf emersonlakepalmer.de
  6. Springer übernimmt Zeitschriften der Verlagsgruppe Marquard auf new-business.de
  7. Historie auf asmm.de
  8. Musikexpress - Backissues 2000 auf musikexpress.de
  9. Cordula Trapp: "Musikexpress" wird jünger und trendiger auf meedia.de
  10. Axel Springer Musiktitel ziehen nach Berlin auf pop100.de
  11. Sonderheft Beatles auf musikexpress.de
  12. Sonderheft Led Zeppelin auf musikexpress.de
  13. Made in Germany bei hannibal.txt.de
  14. Rezension zu Made in Germany auf bzw-bw.de
  15. Musikexpress Klub auf musikexpress.de
  16. a b Adam Olschewski: "Revolutiönchen. Der Musikexpress verpackt alte Inhalte in neues Gewand" in Frankfurter Rundschau, 4. April 2002 (vgl. Nachdruck (PDF; 37 kB) auf bodes-chor.de)
  17. Michael Rudolf: "Strictly verkehrt herum. Münchner Journalismus a la musikexpress/SOUNDS" in: [[Jürgen Roth (Schriftsteller)|]], Klaus Bittermann (Hrsg.): "Journalismus als Eiertanz. Zweiundfünfzig Meditationen über die Presse.", Berlin 1999 (vgl. auch Kuttner zum ME auf hinternet.de)
  18. David Hein: Axel Springer relauncht "Musikexpress" auf horizont.net
  19. Lukas Heinser: Relaunch my fire auf coffeeandtv.de
  20. Musikexpress/Sounds Nr. 4/1986
  21. Musikexpress/Sounds Nr. 1/1987
  22. Klaus Walter: Ey, du Scheißopfer! auf taz.de

Weblinks[Bearbeiten]