Landlose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als landlos werden Bauern, Bauernfamilien und Landarbeiter bezeichnet, die keinen eigenen Grundbesitz haben, sondern ausschließlich auf gepachtetem Land arbeiten.

Situation in Südamerika[Bearbeiten]

Der Begriff ist vor allem für die Campesinos (Landarbeiter) in Südamerika relevant, wo ein Großteil des Landes in den Händen von Großgrundbesitzern ist. In den letzten Jahrzehnten sind - meist von der katholischen Kirche unterstützt - zahlreiche Landlosen-Bewegungen entstanden, die auf die Durchführung von Bodenreformen drängen. Ihrem wachsenden Einfluss auf Wahlen und die staatliche Sozialpolitik stehen illegale Aktionen wie Landbesetzungen und politische Morde beider Seiten gegenüber.

Die zahlenmäßig größte Gruppe an Landlosen ist jene in Brasilien, wo trotz der Versprechungen der Mitte-links-Regierung unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva noch immer 4.6 Millionen Bauernfamilien ohne Landbesitz sind, während 50% der Agrarfläche 26.000 Großgrundbesitzern gehören. Viele der Landlosen verarmen wegen zunehmender Schulden für den Ankauf von Saatgut und Maschinen und wandern schließlich in die Slums der Großstädte ab.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]