Langeneß

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Langeneß führt kein Wappen
Langeneß
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langeneß hervorgehoben
54.6372222222228.61305555555561Koordinaten: 54° 38′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Pellworm
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 11,57 km²
Einwohner: 134 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25863,
25869 (Oland)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04684
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 074
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Uthlandestr. 1
25849 Pellworm
Webpräsenz: www.langeness.de
Bürgermeisterin: Heike Hinrichsen (WGLA)
Lage der Gemeinde Langeneß im Kreis Nordfriesland
Karte
Langeneß, links im Hintergrund Oland

Langeneß [laŋəˈnɛs] (dänisch Langenæs, friesisch Nees) ist eine Hallig im Bereich der Nordfriesischen Inseln vor der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste und eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland. Die Gemeinde Langeneß umfasst neben der Hallig Langeneß auch die Hallig Oland und hat über diese eine Schienenverbindung über die Halligbahn Dagebüll–Oland–Langeneß zum Festland.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor der Burchardiflut von 1634 bildete Langeneß zusammen mit der Hallig Oland und weiteren Landmassen die Hallig Alt-Langeneß..

1802 bestand das heutige Langeneß noch aus drei einzelnen Halligen: Langeneß (Osten), Butwehl (Südosten) und Nordmarsch (Westen), die bis 1869 durch Dammbauten, Lahnungen und natürlichen Anwuchs zusammenwuchsen. Der ursprüngliche Name der zusammengewachsenen Insel lautete Nordmarsch-Langeneß.

Butwehl ist möglicherweise die in Waldemars Erdbuch erwähnte Insel Hwäler.

Langeneß wurde über die Jahrhunderte kleiner. Vor der Flut von 1825 wurden noch 70 Häuser und 187 Einwohner gezählt. 1850 standen auf 14 Warften 50 Häuser, 1905/06 30 Häuser. 1873 war die Hallig 1179 ha groß. Nach der Vermessung von 1882 waren es nur noch 1025 ha. Heute ist Langeneß mit einer Länge von etwa 10 km, einer Breite von bis zu 1400 m und einer Gesamtgröße von 956 ha die größte der Halligen.

1941 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Nordmarsch (frühere Hallig Nordmarsch), Langeneß (frühere Halligen Langeneß und Butwehl) und Oland zu einer Gemeinde Langeneß zusammengelegt. Die Verwaltung befindet sich auf Pellworm, da die Gemeinde Langeneß zum Amt Pellworm gehört und keine eigene Verwaltung besitzt.

Die Gemeinde Langeneß hat 118 Einwohner,[2] davon auf Langeneß rund 100, die auf 16 Warften in 58 Haushalten leben, die in der folgenden Tabelle von Ost nach West dargestellt sind. Die Angaben beziehen sich auf die letzte Volkszählung vom 25. Mai 1987, da Bevölkerung und Haushalte nicht auf Wohnplatzebene fortgeschrieben werden.

Satellitenbild von Langeneß
NASA-Satellitenbild von Langeneß mit Warften nummeriert,
rechts oben Oland, rechts unten Gröde, links oben Föhr
Wohn-
platz-
Nr.1
Warft Topografische
Bezeichnung
Volkszählung 1987
Bevölkerung Haushalte
Ehemalige Hallig Langeneß (Osten)
1 Bandixwarf Häusergruppe 5 3
10 Neuwarf Häusergruppe 4 2
12 Peterhaitzwarf Hof 2 1
5 Hunnenswarf Häusergruppe 15 7
13 Peterswarf2 Häusergruppe 1 1
4 Honkenswarf Häusergruppe 12 4
8 Kirchwarf Kirche 4 1
6 Ketelswarf Häusergruppe 18 9
Ehemalige Hallig Butwehl (Süden)
16 Tadenswarf Häusergruppe 6 4
2 Christianswarf Häusergruppe 7 3
17 Tamenswarf Haus 1 1
Ehemalige Hallig Nordmarsch (Westen)
11 Norderhörn Häusergruppe 11 5
18 Treuberg Hof (unbewohnt) - -
15 Süderhörn Häusergruppe 3 2
3 Hilligenley Häusergruppe 9 5
14 Rixwarf3 Häusergruppe 5 1
9 Mayenswarf Häusergruppe 12 5
7 Kirchhofswarf Häusergruppe 4 2
(20) Halge Huus4 (Holzhäuschen) - -
(21) Neupeterswarf5 Haus (zerstört) - -
(22) Alte Peterswarf (Leuchtturm Nordmarsch) - -
  Langeneß Hallig 119 56
1 Wohnplatz-Nr. 19 ist für die Hallig Oland reserviert, die ebenfalls zur Gemeinde Langeneß gehört und nur eine Warft, die Olandwarft, aufweist. Halge Huus, Neupeterswarf und Alte Peterswarf sind nicht im amtlichen Wohnplatzverzeichnis von Schleswig-Holstein erwähnt. Die Nummern 20, 21 und 22 dienen nur der Identifikation auf der Karte.
2 Schutzstation Wattenmeer
3 mit Nationalpark-Infozentrum
4 kann tagsüber von Feriengästen des Besitzers genutzt werden
5 verlassen seit der Sturmflut 1962

Die größte Warft auf der Hallig Langeneß ist die Ketelswarf, wo sich auch das Tourismusbüro befindet.

Leuchtturm Nordmarsch (Alte Peterswarf)

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 traten zwei Wählergemeinschaften an. Die Wählergemeinschaft Liste A (WGLA) erhielt vier Sitze. Auf die Wählergemeinschaft Liste B (WGLB) entfielen drei Sitze.[3] Von 2008 bis 2013 hatte die WGLA alle sieben Sitze in der Gemeindevertretung.

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Heike Hinrichsen (WGLA) zur Bürgermeisterin gewählt. Sie folgte auf Hans-Friedrich (genannt Fiede) Nissen (WGLA), der das Amt bis dahin für fünf Jahre innehatte.[3]

Verkehr, Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Die Hallig ist mit einer Lorenbahn durch das Wattenmeer mit der Hallig Oland und von dort weiter mit dem Festland bei Dagebüll verbunden. Der „Lorenbahnhof“ befindet sich im Nordosten der Hallig nahe der Bandixwarft. Am anderen Ende von Langeneß im Südwesten bei der Rixwarft gibt es die einzige Anlegestelle mit regelmäßigen Fährverbindungen. Die Fähre Hilligenlei der Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum verkehrt von hier nach Wittdün auf der Insel Amrum (nur im Sommerhalbjahr) und über die Hallig Hooge zum Fährhafen Schlüttsiel auf dem Festland. Das Übersetzen mit dem Auto und die Nutzung des Autos auf der Insel ist möglich. Allerdings gibt es auf Langeneß praktisch nur eine Straße zwischen dem Fähranleger und dem Lorenbahnhof mit kurzen Abzweigungen zu den einzelnen Warften. Eine Tankstelle ist nicht vorhanden.

Langeneß wird seit 1954 über ein Kabel vom Festland mit Strom versorgt. Auch die Trinkwasserversorgung ist heutzutage über eine Verbindungsleitung zur Küste sichergestellt.

Neben der Landwirtschaft (überwiegend im Nebenerwerb) und/oder einer Beschäftigung im Küstenschutz (beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein) stellt der Tourismus eine wichtige Einkommensquelle der Bewohner dar. Während die Unterbringung auf den Halligen größtenteils in Pensionen und Ferienwohnungen erfolgt, sind hier auf der Mayenswarf auch Übernachtungen in einem Vier-Sterne-Hotel möglich.[4]

Ganz im Westen steht auf der alten Peterswarft der 1902 errichtete Leuchtturm Nordmarsch mit einer Höhe von 11,50 Metern.

Innenraum der Kirche von Langeneß mit Altar

Die Gemeinde Langeneß hat zwei Postleitzahlen: Einerseits die 25863 für die Hallig Langeneß und andererseits die 25869 für die Hallig Oland. Langeneß ist damit die nach Einwohnern kleinste Gemeinde in Deutschland mit mehreren Postleitzahlen.

Darstellung in Museen, Kunst und Literatur[Bearbeiten]

Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost stellt in seinem Ausstellungsteil „Reise“ als letzte Station auf dem 8. Längengrad Langeneß vor. Als „Botschafterin“ und „Gesicht von Langeneß“ wird eine ehemalige Gemeindeschwester auf der Peterhaitzwarf porträtiert. Tatsächlich liegt Langeneß allerdings näher am 9. Längengrad.

Der Regisseur Christoph Schlingensief drehte 1986 den Film Egomania – Insel ohne Hoffnung u.a. auf Langeneß.[5]

Anfang der 1990er Jahre siedelte der Hamburger Filmregisseur Tevfik Başer seine deutsch-türkische Liebesgeschichte Lebewohl Fremde, die 1993 in die Kinos kam, auf der Hallig an.

Größtenteils auf Langeneß spielen die Sönke-Hansen-Krimis von Kari Köster-Lösche, zu deren Rahmenhandlung die Veränderung des Halliglebens am Ende des 19. Jahrhunderts durch Uferbefestigung und Tourismus gehört.

Panoramabild der Hallig Langeneß

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langeneß – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Hallig Langeneß – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerstatistik des Statistikamts Nord zum 31. Dezember 2011 (PDF-Datei; 423 kB)
  3. a b Erstmals eine Frau am Ruder Husumer Nachrichten vom 26. Juni 2013, abgerufen am 28. Juni 2013
  4. Adressenliste u. Informationen zur Sendung: Nordtour – Das norddeutsche Reisemagazin (Sendung v. 25. Januar 2014) (PDF)
  5. Schlingensief: Egomania - Insel ohne Hoffnung