Pellworm

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pellworm
Pellworm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pellworm hervorgehoben
54.5166666666678.63694444444442Koordinaten: 54° 31′ N, 8° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Pellworm
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 37,44 km²
Einwohner: 1177 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25849,
25845 (Südfall)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 04842, 04844
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 103
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Uthlandestr. 1
25849 Pellworm
Webpräsenz: Kur- und Tourismusservice Pellworm
Bürgermeister: Jürgen Feddersen (CDU)
Lage der Gemeinde Pellworm im Kreis Nordfriesland
Karte

Pellworm (Betonung auf der zweiten Silbe; dänisch Pelvorm, friesisch Pälweerm) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein und eine nordfriesische Insel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Zum Gemeindegebiet gehören neben der Insel Pellworm die Halligen Süderoog und Südfall. Pellworm ist ein Nordseeheilbad.

Die Karte zum Stand 1850 zeigt die Köge von Pellworm, mit Ausnahme des 1939 eingedeichten Bupheverkoogs

Geographie[Bearbeiten]

Pellworm ist die drittgrößte nordfriesische Insel. Ihre Ausdehnung beträgt sieben Kilometer in West-Ost- und sechs Kilometer in Nord-Süd-Richtung.

Sie besteht aus dem Westteil der ehemaligen Insel Strand, die 1634 in der Burchardiflut zerstört wurde. Pellworm, Nordstrand und einige der Halligen sind Bruchstücke der ehemaligen Insel. Heute liegt Pellworm im Schnitt etwa einen Meter unter Normalnull. Die Insel wird daher von einem 8 Meter hohen und 25 Kilometer langen Deich geschützt.

Die Gemeinde Pellworm umfasst neben der Insel Pellworm auch die kleinen Halligen Südfall und Süderoog.

Die Insel Pellworm gliedert sich in Köge: Alter Koog, Bupheverkoog, Großer Koog, Großer Norderkoog, Hunnenkoog, Johann-Heimreich-Koog, Kleiner Koog, Kleiner Norderkoog, Mittelster Koog, Ostersielkoog, Süderkoog, Ütermarkerkoog und Westerkoog. Nicht eingedeichte Gebiete liegen im Norden (Norderhallig oder Norder-Hallig) sowie beim Ostersiel im Osten (Junkernhallig oder Junkern-Hallig).

Es gibt darin 14 Ortsteile: Alte Kirche, Hooger Fähre, Junkersmitteldeich, Klostermitteldeich, Nordermitteldeich, Osterschütting, Parlament, Seegarden, Schmerhörn, Südermitteldeich, Tammensiel, Tilli, Waldhusen und Westerschütting. Der Hauptort der Gemeinde Pellworm ist Tammensiel im Osten.

Entwicklung der Insel[Bearbeiten]

Inseln und Halligen, die aus der Insel Strand entstanden sind
Moderner Deich auf Pellworm

Über die Frühgeschichte der Gegend um Pellworm ist nichts Sicheres bekannt. Der Ethnologe Hans Peter Duerr vertrat 2005 die Hypothese, unmittelbar südlich von Pellworm habe sich bereits in der Antike ein wichtiger griechischer Handelsposten befunden;[2] bei anderen Forschern stieß diese Annahme aber ganz überwiegend auf Ablehnung.

Die Nordfriesen unterstanden seit dem 13. Jahrhundert im Wechsel den dänischen Königen oder schleswigschen Herzögen. Seit 1864/67 gehörte die Insel Pellworm dann zu Preußen, seit 1871 zum Deutschen Reich. Der Dichter Detlev von Liliencron war 1882/83 Hardesvogt der Insel.

Die Geschichte von Pellworm wurde durch Deichbau, Landgewinnung und Sturmfluten geprägt. Die frühesten bezeugten Sturmfluten in den Jahren 1216 und 1230 kosteten im Gebiet von Nordfriesland Zehntausende das Leben. Zwischen dem 15. und 17. Januar 1362 ging der später sagenumwobene Hafenort Rungholt in einer Sturmflut (Grote Mandränke) unter, und es bildete sich die Insel Strand.

Am 1. November 1436 trennte die Allerheiligenflut Pellworm von Nordstrand ab. Eine weitere Sturmflut 1480 zerriss Pellworm in zwei Teile. Dieser Schaden konnte durch große Anstrengungen beseitigt werden und 1550 waren Pellworm und Nordstrand wieder vereinigt.

Doch die Burchardiflut am 11. und 12. Oktober 1634 trennte Pellworm endgültig von Nordstrand ab. Dabei ertranken allein auf Pellworm etwa 1.000 Menschen. Ursache für die Katastrophe war unter anderem der massive Torfabbau in der Region, der zu einer Absenkung des allgemeinen Landpegels führte. Zudem hatten sich die Strömungsverhältnisse im Wattenmeer verändert. Von 1635 bis 1637 wurden die wichtigsten Köge der Insel, Großer Koog, Alter Koog, Mittelster Koog, Kleiner Koog und Johann-Heimreich-Koog, unter wesentlicher Beteiligung holländischer Neusiedler wieder neu bedeicht. Das Gebiet dieser Köge wird auch als Alt-Pellworm bezeichnet. Es folgten weitere Eindeichungen 1657, 1663, 1672 und 1687. Dabei wurden Kleiner Norderkoog, Westerkoog, Ütermarkerkoog, Hunnenkoog, Süderkoog und Großer Norderkoog zurückgewonnen.

Danach wurden nur noch 1790 und 1939 zwei weitere Köge eingedeicht. Im Rahmen eines Landgewinnungsprogrammes, unterlegt durch die nationalsozialistische Blut-und-Boden-Ideologie, konnte 1939 der Bupheverkoog (Vorländer Buphever und Langeland) eingedeicht und besiedelt werden (siehe auch: Adolf-Hitler-Koog, Hermann-Göring-Koog).[3]

Sturmfluten von 1697, 1701, 1703, 1717, 1718, 1719, 1720, 1729, 1743 und 1756 zerstörten wieder Teile der Insel. Die Schäden konnten meist rasch beseitigt werden. Das Elend auf der Insel wuchs aber wegen der hohen Belastung durch Deichbau und -sicherung. Zwei Sturmfluten von 1789 und 1794 verschlimmerten die Lage der Bevölkerung. Die letzte Sturmflut, die Pellworm fast komplett überschwemmte, war die Februarflut am 3. und 4. Februar 1825.

Auch heute kann es auf Pellworm unter Zusammentreffen aller ungünstigen Voraussetzungen zu einer den Deich überspülenden Sturmflut kommen. Die Fluten von 1831, 1911, 1936, 1962, 1976 und 1981 konnten die Insel nur deshalb nicht gefährden, da der Deich immer wieder erhöht wurde: Die letztgenannten drei Sturmfluten waren höher als die Flut von 1825. Aber auch der immer tiefer und breiter werdende Heverstrom und seine Seitenarme gefährden die Insel. Man konnte noch vor einigen Jahren die Norderhever zwischen Pellworm und Nordstrand bei Niedrigwasser durchwaten. Heute ist die Norderhever dort sechs bis neun Meter tief.

Erwogen wurde, einen überflutbaren Damm von Pellworm nach Nordstrand zu errichten, der den Sandabtrag vermindern soll. Dieser Plan wird aber derzeit ebenso wenig verfolgt wie der eines befahrbaren Dammes zum Festland.

In Tammensiel befand sich bis Ende 2007 die Verwaltung des Amtes Pellworm (Gemeinden Gröde, Hooge, Langeneß und Pellworm). Seit dem 1. Januar 2008 wird das Amt und damit auch die Gemeinde im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft durch die Stadt Husum verwaltet. In Tammensiel befindet sich eine Außenstelle der Verwaltung.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Wahrscheinlich seit dem 8. Jahrhundert, spätestens aber um das Jahr 1000 wanderten die Friesen aus dem Raum der Rheinmündung in die nordfriesische Inselwelt ein und gelangten damit auch nach Pellworm. Im Laufe der Jahre änderte sich durch Aus- und Zuwanderung und die Regelung „Wer nicht will deichen, muss weichen“ die Zusammensetzung der Inselbevölkerung mehrfach; keine der heute auf Pellworm ansässigen Familien kam vor dem 18. Jahrhundert auf die Insel. Zurzeit gibt es noch 650 Haushalte auf Pellworm; die Zahl ist seit langem rückläufig.

Die Bevölkerung von Pellworm ist vorwiegend evangelisch-lutherisch. Es gibt zwei Kirchen für die evangelisch-lutherische Bevölkerung: Die Alte Kirche (St. Salvator) im Westen am Deich und die Neue Kirche in der Mitte der Insel. Das Anton-Heimreich-Haus ist das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Das Momme-Nissen-Haus ist das Gemeindehaus der römisch-katholischen Gemeinde. Dort finden regelmäßige Messen statt.

Heute wird auf Pellworm wie in den meisten ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins als Umgangssprache der Insulaner zumeist Niederdeutsch gesprochen; eine Verständigung auf Hochdeutsch ist aber problemlos möglich. Noch bis ins späte 18. Jahrhundert wurde auf Pellworm noch Nordfriesisch gesprochen, das wie auf Nordstrand im Dialekt des Strander Friesisch gesprochen wurde. Mit der Zuwanderung zahlreiche Neusiedler aus den Niederlanden und Süddeutschland wurde das Friesische gegen Ende des 18. Jh. aufgegeben, so dass das Strander Friesisch zusammen mit dem Eiderstedter Friesisch heute als ausgestorben gilt. Nur wenige Spuren des Friesischen haben sich im Pellwormer Niederdeutsch erhalten.

In den letzten Jahren kommt es auf der Insel aufgrund von Überalterung zu einem deutlichen demographischen Wandel. Immer mehr Immobilien stehen zum Verkauf oder wurden bereits an Auswärtige veräußert. Da diese oft nicht nach Pellworm ziehen, sondern die Häuser vielfach an Feriengäste vermieten, nimmt die Zahl der Insulaner und der Bauernhöfe ab, während die Durchschnittsgröße der verbliebenen landwirtschaftlichen Betriebe wächst.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hatten die CDU und die SPD seit der Kommunalwahl 2008 je vier Sitze und die Wählergemeinschaft WGP drei. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 kam die CDU auf sechs Sitze. Die SPD erhielt drei Sitze und die WGP zwei Sitze.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde von der Gemeindevertretung Jürgen Feddersen (CDU) zum Bürgermeister gewählt. Er folgte damit auf Klaus Jensen (CDU), der inzwischen Mitglied im Kieler Landtag ist. Jürgen Feddersen war schon von 1990–2005 Gemeindebürgermeister gewesen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine von drei schwarzen Möwen begleitete rote Kirchturmruine über blau-silbernen Wellen in dem durch einen grünen Balken nach oben begrenzten Schildfuß.“[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben dem besonders in den Sommermonaten dominierenden Tourismus ist auch die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Insel. Es gibt keinen Sandstrand, jedoch einige befestigte Badestellen auf der Insel. Trotz der Bedeutung des Tourismus für die Insel ist Pellworm weitaus weniger vom Fremdenverkehr geprägt als etwa Amrum oder Sylt. Ein Wirtschaftszweig für die Gemeinde Pellworm ist die Nutzung erneuerbarer Energien. So gibt es in der Gemeinde zahlreiche Windkraftanlagen, das 1983 errichtete Hybridkraftwerk Pellworm und eine Biogasanlage.

Auf Pellworm findet man eine Grundversorgung. Lebensmittelgeschäfte gibt es in Tammensiel und am Nordermitteldeich. Letztgenanntes führt auch eine kleine Auswahl an Kleidung und Schuhen; kleine Bekleidungsgeschäfte gibt es daneben auch in Tammensiel. Bäckereien gab es bis Herbst 2011 in Tilli und Tammensiel, inzwischen nur noch in Tammensiel. Hinzu kommen eine Tankstelle, eine Kfz-Werkstatt, eine Tischlerei, eine Goldschmiede, zwei Töpfereien und einige weitere kleine Handwerksbetriebe. Mehrere Fischer haben in Tammensiel ihren Heimathafen; die Kutter fangen insbesondere Nordseegarnelen, die meist als „Krabben“ bezeichnet werden.

Auf der Insel gibt es zahlreiche Gaststätten und Imbisse. In Tammensiel findet man zudem einige Andenkenläden. Weiter gibt es zwei Reiterhöfe, ein Tonstudio und das DRK-Zentrum für Gesundheit und Familie (vormals Mutter-Kind-Kurklinik).

Verkehr[Bearbeiten]

Der alte Fähranleger in Tammensiel
Fischkutter im Hafen Tammensiel
Leuchtturm von Pellworm

Pellworm ist durch eine regelmäßige Fährverbindung der Neue Pellwormer Dampfschiffahrtsgesellschaft (N.P.D.G.) via Strucklahnungshörn auf Nordstrand mit dem Festland verbunden. Seit dem Bau des Tiefwasseranlegers vor Tammensiel (1992)[5] ist der Fähranleger tidenunabhängig, so dass Fährverkehr nach einem regelmäßigen Fahrplan möglich ist.

Zusätzlich gibt es im Südosten Pellworms den Hafen Tammensiel, der gleichzeitig bei Niedrigwasser zur Entwässerung der Marscheninsel genutzt wird. Tammensiel wird als Fischereihafen für die Pellwormer Krabbenkutter genutzt und auch von Sportbooten angelaufen. Für letztere bietet er die einzige Fäkalienentsorgung in der Umgebung. Bei hohem Wasserstand laufen die Fähren von Nordstrand gelegentlich diesen Hafen an.

Der Pellwormer Leuchtturm ist in Sockel, Turmschaft und Laternenhaus dem Leuchtfeuer Hörnum sehr ähnlich, allerdings etwas höher als dieser. Auch die Anstriche sind fast gleich, einziger Unterschied sind zwei Bullaugenfensterreihen im mittleren, weiß bemalten Turmsegment, in Hörnum ist es eine Reihe. Das Leitfeuer hat eine Tragweite von 15,9 bis 22,3 Seemeilen und markiert einen Teilbereich des Fahrwassers der Norderhever. Die zwei Quermarkenfeuer zeigen Kursänderungspunkte in der Norderhever und der Süderaue.

Auf der Insel gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz und einige wenige Fahrradwege.

Die im Rundverkehr über die Insel verkehrende Buslinie 1091 der N.P.D.G. sichert den ÖPNV, an Ferientagen verkehrt diese aber nur als Rufbus. Weitere Fahrten verkehren täglich von Tammensiel zum Fähranleger, auch an Ferientagen.

Ein kleiner Flughafen ist für Privatflugzeuge bis zwei Tonnen geeignet. Ein kleines Schiff fährt in den Sommermonaten von der Hooger Fähre im Nordwesten der Insel fast täglich zur Hallig Hooge. Von dort werden auch Ausflugsfahrten zum Norderoogsand und zu den Seehundsbänken angeboten.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten]

Die Insel wird von einer allgemeinmedizinischen Arztpraxis (in der Nähe des Kurzentrums beim Hafen in Tammensiel) sowie einem Tierarzt versorgt. Zahnärztliche Versorgung ist nicht vorhanden. Direkt neben der Arztpraxis gibt es eine Apotheke. Für medizinische Notfälle steht am Klinikum Husum rund um die Uhr ein Helikopter bereit, der Pellworm innerhalb von Minuten erreichen kann.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Es gibt in Tammensiel eine Polizeistation mit einem Polizisten. Die Insel besitzt eine Grund-, Haupt-, Real- und Förderschule (die Hermann-Neuton-Paulsen-Schule) für rund 140 Schüler (Stand 2009). Derzeit (2013) besuchen etwa 100 Kinder die Schule.

Am Kaydeich gibt es eine Freizeithalle mit Kino, Minigolf, Tennis und Tischtennis. In unregelmäßigen Abständen finden dort auch kulturelle Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene statt. Pellworm verfügt außerdem über ein Freizeitbad in Hafennähe – die PelleWelle.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Rungholt-Museum Bahnsen präsentiert seit 1980 der watterfahrene Heimatforscher Hellmut Bahnsen Funde aus dem Watt. Das Wattenmuseum Liermann am Schütting stellt die Funde aus 50 Jahren Postgang des Halligpostboten Heinrich Liermann aus. Im Inselmuseum im Dachgeschoss der Kurverwaltung in Tammensiel wird die Geschichte der Insel mit Schwerpunkt Deichbau präsentiert.

Der Pellwormer Leuchtturm von 1906 im Süden der Insel kann besichtigt werden. Der 38 Meter hohe Turm ruht auf 127 bis 14 Meter tiefen Eichenpfählen und wiegt 130 Tonnen. Auf dem Leuchtturm befindet sich ein Standesamt – bei seiner Eröffnung das erste deutsche Standesamt auf einem Leuchtturm.

Wahrzeichen der Insel ist die Turmruine der Alten Kirche. Der geziegelte Turm dieses mittelalterlichen „Friesendomes“ stürzte bereits 1611 zu einem großen Teil in sich zusammen, da der weiche Wattboden seinem Gewicht nicht gewachsen war. Der erhaltene Rumpf ragt 26 Meter empor, der ursprüngliche Bau war mindestens doppelt so hoch. In der Turmruine nisten regelmäßig Turmfalken. Bei der Turmruine befindet sich auch der Gedenkstein für die Besatzung der Ormen Friske. In der Alten Kirche, die in den 2000er Jahren renoviert wurde, befindet sich die einzige in Schleswig-Holstein erhaltene Schnitger-Orgel des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger; sie stammt aus dem Jahr 1711 und ist für ihren Klang so berühmt, dass Virtuosen aus zahlreichen Ländern nach Pellworm reisen, um dort Schallplatten und CDs aufzunehmen. Jedes Jahr im Sommer finden mittwochs Konzerte statt.

Die Nordermühle ist ein 1777 errichteter einstöckiger Galerieholländer mit durchlaufendem Achtkantständer, Segelflügeln und Steert. Die Kappe ist festgesetzt, die Flügel sind windgängig, die Einrichtung ist jedoch nicht mehr vorhanden. Die Mühle wurde seit der Restaurierung 1995 bis 2008 als Restaurant genutzt, nach dem Umbau 2009 ist sie in drei Ferienwohnungen aufgeteilt.

Das Hybridkraftwerk Pellworm wurde nach und nach ausgebaut und dient heute als Ausflugsziel und Demonstrationskraftwerk mit Besucherzentrum.

Im Nordosten der Insel befindet sich eine leicht zugängliche Vogelkoje, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Sie weist das einzige Gehölz der Insel auf und wird nicht mehr zur Jagd genutzt.

Durch die Abgeschiedenheit und die mangelnde Arbeit im Winter (da es dann kaum Touristen gibt) hat sich eine spezielle Skat-Kultur auf der Insel gebildet: Viele Einwohner spielen während der Wintermonate Skat. Häufig kommt es zu mehrtägigen Turnieren. Die im Sommer häufig veranstalteten Preisskat-Spiele werden dagegen ausgesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pellworm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Pellworm – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hans Peter Duerr: Rungholt. Die Suche nach einer versunkenen Stadt; Insel-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 978-3-458-17274-1.
  3. Lars Amenda: „Volk ohne Raum schafft Raum“. Rassenpolitik und Propaganda im nationalsozialistischen Landgewinnungsprojekt an der schleswig-holsteinischen Westküste, in: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte 45 (2005), S. 4-31 (PDF; 223 kB) Abgerufen: 28. Dezember 2008
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. http://www.faehre-pellworm.de/neues_zeitalter.html Seite der N.P.D.G.