Dagebüll
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Nordfriesland | |
| Amt: | Südtondern | |
| Höhe: | 1 m ü. NN | |
| Fläche: | 36,92 km² | |
| Einwohner: |
890 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 24 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 25899 | |
| Vorwahlen: | 04667, 04674 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NF | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 54 022 | |
| LOCODE: | DE DAG | |
| NUTS: | DEF07 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Marktstraße 12 25899 Niebüll |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans-Jürgen Ingwersen | |
| Lage der Gemeinde Dagebüll im Kreis Nordfriesland | ||
Dagebüll (dänisch Dagebøl, nordfriesisch Doogebel) ist eine an der Westküste Schleswig-Holsteins im Kreis Nordfriesland gelegene Gemeinde.
Das heutige Dagebüll entstand 1978 aus der Zusammenlegung der selbstständigen Gemeinden Dagebüll, Fahretoft, Juliane-Marien-Koog und Waygaard. Dagebüll befand sich früher auf einer Hallig. Nachdem die ältesten Häuser auf Warften gebaut wurden, die zum Teil heute noch erkennbar sind, wurde das Land 1704 mit Deichen gesichert.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ortsteile
[Bearbeiten] Dagebüll Kirche
Der Ortsteil Kirche (nordfriesisch: Doogebel Schörk) liegt im Innern des Dagebüller Koogs und bildet den Kern der historischen Hallig. Viele alte Höfe liegen noch auf Warften.
Die St. Dionysius-Kirche liegt ebenfalls auf einer Warft innerhalb der alten Hallig. 1731 wurde sie noch ohne Kirchturm gebaut. Als 1905/06 ein Turmbaufond vorhanden war, entschloss man sich zum nachträglichen Bau des Turmes.
[Bearbeiten] Dagebüll Mole
Der Ortsteil Dagebüll Mole liegt etwa drei Kilometer entfernt von Dagebüll Kirche direkt an der Küste. Hier verlässt ein Großteil der Besucher der Inseln Föhr und Amrum das Festland. Im Ortsteil Hafen befinden sich zahlreiche Fremdenverkehrsbetriebe sowie eine große Garage für Benutzer der Fährlinien. Südlich des Fährhafens steht der Leuchtturm Dagebüll,[2] der nicht mehr in Betrieb ist.
Nicht weit vom Leuchtturm am Dorfrand liegt der Wirtschaftshof des Wasser- und Schifffahrtsamtes, aus dem die Halligbahn Dagebüll–Oland–Langeneß ihre 900 mm breite Pfahljochbahn durch das Watt nach Oland und Langeneß startet.
[Bearbeiten] Osewoldter Koog
Der Osewoldter Koog wurde 1935 eingedeicht und 1936 besiedelt.
[Bearbeiten] Fahretoft
Der Ortsteil Fahretoft liegt zwischen Dagebüll und Waygaard. Hier hat der Sportverein der Gemeinde, der TSV Fahretoft/Waygaard, der 1965 gegründet wurde, seinen Sitz. Einer der Köge in Fahretoft ist der Bottschlotter Koog. Dieser wurde zwischen 1633 und 1638 eingedeicht und ist benannt nach dem Tief gleichen Namens. In diesem Koog gibt es insgesamt neun Grundstücke und rund 28 Einwohner, die vor allem von der Landwirtschaft leben.
[Bearbeiten] Geschichte
Das Dagebüller Land war früher eine Westermarsch genannte Hallig.[3] Im Jahr 1626 war sie 895 Demat groß, also etwa 447,5 Hektar. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde mehrmals vergeblich versucht, die Dagebüller Bucht auf einmal einzudeichen. Es gelang jedoch nicht, sämtliche Wattströme zugleich einzudämmen, so dass es immer wieder zu Überschwemmungen und Landverlusten kam. Besonders in der Burchardiflut 1634 erlitt die nur von einem Sommerdeich umgebene Hallig große Landverluste.
1700 erhielten die Einwohner einen vorteilhaften Oktroy, der ihnen ermöglichte, einen festen Deich zu errichten. Die Eindeichung geschah 1702/1703. Der Dagebüller Koog enthielt 1005 Demat (502,5 Hektar) und war gegenüber der alten Hallig erheblich nach Osten verlagert. 1704 wurde er mit einem Damm mit dem Vorland des Alten Christian-Albrechts-Koogs verbunden. Durch den 1727 eingedeichten Kleiseerkoog wurde dieser Koog landfest.
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Schifffahrt
Der Fährhafen bietet eine Schiffsverbindung im Linienverkehr zu den Inseln Föhr und Amrum. Auch kleine Frachtschiffe, Muschelkutter und sonstige Schiffe verkehren hier.
[Bearbeiten] Bahn
Dagebüll hat zwei Bahnstationen: den Bahnhof Dagebüll Mole (nordfriesisch: Doogebel Bru) und den Haltepunkt Dagebüll Kirche (nordfriesisch: Doogebel Schörk). Außerdem gibt es den Bedarfsbahnhof Dagebüll Hafen innerhalb des Deiches im Ortsteil Dagebüll-Hafen. Dieser wird nur benutzt, wenn der Bahnhof auf der Mole durch Hochwasser überspült ist.
Ein Damm mit einer Lorenbahn verbindet Dagebüll durch das nordfriesische Wattenmeer mit den Halligen Oland (seit 1927) und Langeneß (seit 1929), wobei dieser lediglich dem Materialtransport für den Küstenschutz und der Versorgung der Halligen dient, nicht jedoch dem öffentlichen Personenverkehr. Anfangs hatten diese Loren ein Segel und wurden durch Wind vorangetrieben, später wurden sie mit einem Dieselmotor bestückt.
[Bearbeiten] Straßenverkehr
Dagebüll ist mit dem Auto von Süden aus über Husum, Bredstedt und Schlüttsiel, von Osten aus über Niebüll auf Landesstraßen erreichbar. Der Autoverkehr zu den Inseln wird seit etwa 2005 über eine Umgehungsstraße nördlich um den Dagebüller Ortskern geführt. An dieser Straße befinden sich ausgedehnte, gebührenpflichtige Unterstellmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge. Zuvor waren zahlreiche innerörtliche Wiesen von den Grundeigentümern als Stellflächen für Autos angeboten worden.
[Bearbeiten] Politik
Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung haben die SPD und die Wählergemeinschaft WDFW seit der Kommunalwahl 2003 je vier Sitze, die CDU hat drei.
[Bearbeiten] Religion
Die beiden evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Fahretoft (mit Waygaard) und Dagebüll sind in einer Pfarrstelle zusammengefasst.[4] Zu jeder Gemeinde gehört eine Kirche, die St. Laurentiuskirche in Fahretoft, die 1703 gebaut wurde, und die 1731 errichtete St. Dionysus-Kirche in Dagebüll.
[Bearbeiten] Schulwesen
Im Ortsteil Fahretoft gab es von 1963 bis 2009 mit der Hans-Momsen-Schule eine Grundschule. Seit ihrer Schließung besuchen die Kinder die Grundschule in Risum-Lindholm.
[Bearbeiten] Sport
Der örtliche Sportverein ist der TSV Fahretoft/Waygaard. Dieser Verein wurde 1965 gegründet. Er bietet unter anderem Sportarten wie Fußball, Tischtennis, Turnen und Badminton an. Jährlicher Höhepunkt ist im Sommer der mögliche Erwerb des Sportabzeichens sowie eine Fußgängerrallye in Fahretoft.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Hans Momsen (1735–1811), Landwirt, Mathematiker und Astronom
- Jes Leve Duysen (1820–1903), Klavierbauer
- Christian Jensen (1839–1900), Missionar
- Hans Mollenhauer Millies (1883–1953), Geiger und Komponist
- Frederik Paulsen (1909–1997), Arzt und Unternehmer
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Nordfriisk Instituut, Bredstedt 1996, ISBN 3-88007-251-5
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2010 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 500 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ Der Leuchtturm von Dagebüll
- ↑ So auf der Karte des Johannes Petreus von ~1600, abgedruckt: Reimer Hansen (Hrsg.): Johannes Petreus`(† 1603) Schriften über Nordstrand. Quellensammlung der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte Band 5; Kiel 1901; Anhang
- ↑ Kirchenführer der Dagebüller und der Fahretofter Kirche
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