Bezirk Laufen
| Bezirk Laufen | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Basel-Landschaft (BL) |
| Hauptort: | Laufen |
| Region-ISO: | CH-BL |
| BFS-Nummer: | 1302 |
| Fläche: | 89.55 km² |
| Einwohner: | 19'160[1] (30. September 2012) |
| Bevölkerungsdichte: | 214 Einw. pro km² |
| Karte | |
Der Bezirk Laufen, auch Laufental genannt, ist eine Verwaltungseinheit im Kanton Basel-Landschaft mit Hauptort Laufen. Bis 1994 gehörte der Bezirk zum Kanton Bern.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Das knapp 90 km² grosse Laufental mit den dreizehn Gemeinden Blauen, Brislach, Burg im Leimental, Dittingen, Duggingen, Grellingen, Laufen, Liesberg, Nenzlingen, Roggenburg, Röschenz, Wahlen und Zwingen liegt in der Wirtschaftsregion Nordwestschweiz, einen Katzensprung von Basel entfernt. Es grenzt an die Kantone Jura und Solothurn und berührt im Westen die französische Staatsgrenze.
Geschichte [Bearbeiten]
Nach der Niederlage Frankreichs Ende 1813 an der Völkerschlacht bei Leipzig marschierten die verbündeten Armeen (Russland, Preußen, Österreich) Richtung Frankreich. In Missachtung der Schweizerische Neutralität[2] erlaubte Basel 1814 80'000 Soldaten die Durchquerung der Mittlere Brücke und deren Marsch durch das ehemalige Fürstbistum, um gegen Napoleons Armee zu kämpfen. Diese Geste wurde am Wiener Kongress nicht vergessen und brachte dem Stand Basel unter gewissen Bedingungen die Einverleibung der neun katholischen Dörfer des Birseck. Für die Siegermächte galt es 1815 in Wien, zuerst einen neuen Herrscher über das herrenlose Fürstbistum Basel zu wählen, der militärisch die Klusen und die Pässe verteidigen könnte. Denn gerade dieses Gebiet nutzten die Franzosen 1797 als Vorwand für das Eindringen in die Schweiz. Basel war dafür nicht geeignet. Einzig Bern besass diese militärische Macht.[3] Zudem war Bern mit Biel und den südjurassischen Tälern verburgrechtet. Aargau und die Waadt, die Bern schon 1803 verlor waren bereits durch die Mediationsakte als Kantone anerkannt, und die Frage einer Entschädigung Berns erschien zweitrangig.[4] Die Herrschaft Pfeffingen gab es im Jahre 1815 schon über zwanzig Jahre nicht mehr. Es wäre nicht sinnvoll gewesen Duggingen und Grellingen nicht Bern zuzuordnen,[5] denn das Birstal bildet eine geographische Einheit bis zum Schloss Angenstein. Und Angenstein war für die Berner eine strategische Klus und das Eingangstor zum Jura. Basel wollte die Laufentaler nicht.[6] Es begnügte sich mit dem Zusammenschluss von Biel und Benken mit dem Birseck. Aehnlich wie 1803 beim Fricktal, wollte Basel keine Katholiken und nicht zu viele Bauern.[7] Bereits 1798 hatten Landschäftler drei Landvogteischlösser in Brand gesetzt[8] und deren Aufmümpfigkeit bekam Basel noch bis 1833 hart zu spüren. Als dann der Jura im Jahre 1979 ein selbstständiger Kanton wurde, erhielt das vom Kanton Bern isolierte und zu einer Exklave gewordene Laufental die Möglichkeit, sich einem benachbarten Kanton anzuschliessen oder bei Bern zu bleiben. Es standen die Kantone Solothurn und Basel-Landschaft zur Auswahl. Ein Anschluss an den Kanton Basel-Stadt wurde zu Beginn ebenfalls geprüft, aber bald als unrealistische Option erkannt. Nach mehreren Volksabstimmungen (die Eidgenossenschaft als ganzes musste dem Kantonswechsel auch zustimmen) erfolgte per 1. Januar 1994 der Beitritt zum Kanton Basel-Landschaft.
Politische Gemeinden [Bearbeiten]
| Wappen | Name der Gemeinde | Einwohner (30. September 2012) |
Fläche in km² |
|---|---|---|---|
| Blauen | 682 | 7.13 | |
| Brislach | 1627 | 9.39 | |
| Burg im Leimental | 259 | 2.83 | |
| Dittingen | 745 | 6.75 | |
| Duggingen | 1440 | 5.86 | |
| Grellingen | 1781 | 3.31 | |
| Laufen | 5350 | 11.37 | |
| Liesberg | 1184 | 12.49 | |
| Nenzlingen | 432 | 3.66 | |
| Roggenburg | 282 | 6.65 | |
| Röschenz | 1863 | 10.07 | |
| Wahlen | 1338 | 5.42 | |
| Zwingen | 2177 | 4.62 | |
| Total (13) | 19'160 | 89.55 |
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Wohnbevölkerung nach Nationalität und Konfession per 30. September 2012. Statistisches Amt Basel-Landschaft. Abgerufen am 9. Dezember 2012.
- ↑ Der Bruch der schweizerischen Neutralität im Jahre 1813, Neujahrsblatt, Basel, 1924, 127 S.
- ↑ Histoire générale de 1789 à nos jours, G.-A. Chevallaz, 1974, S. 83.
- ↑ Vortrag von Marco Jorio, Verein der Freunde des Domes Arlesheim, 19. April 1989.
- ↑ Basler Zeitung 24. August 1991 Jean-Jacques Kottelat
- ↑ Rund um den Baselstab, Band 2, 1977, Adolf Walther, S. 197.
- ↑ Basler Zeitung 18. März 1993 Martina Lichtsteiner
- ↑ Basler Heimatgeschichte, Fritz Meier, 1982, S. 559.
Literatur [Bearbeiten]
- Marco Jorio: Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792-1815). Freiburg i.Ue. 1982, OCLC 715313264.
- Daniel Hagmann: Grenzen der Heimat. Territoriale Identitäten im Laufental. Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 1998, ISBN 3-85673-254-3.