Zwingen

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Zwingen
Wappen von Zwingen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Laufenw
BFS-Nr.: 2793i1f3f4
Postleitzahl: 4222
Koordinaten: 607146 / 25361947.433337.533344341Koordinaten: 47° 26′ 0″ N, 7° 32′ 0″ O; CH1903: 607146 / 253619
Höhe: 341 m ü. M.
Fläche: 4.62 km²
Einwohner: 2180 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 472 Einw. pro km²
Website: www.zwingen.ch
Schloss Zwingen

Schloss Zwingen

Karte
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Zwingen (Schweizerdeutsch: Zwinge, [ˈʦʋɪŋːə])[2] ist ein Dorf und eine politische Gemeinde im Bezirk Laufen des Schweizer Kantons Basel-Landschaft.

Geographie[Bearbeiten]

Zwingen liegt im Laufental auf 347 m ü.M. an der Mündung der Lüssel in die Birs. Nachbargemeinden sind Laufen, Brislach, Nenzlingen, Blauen und Dittingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wird Zwingen als Zinwigen[2] am 14. März 1194 erwähnt, als es von Papst Coelestin III. dem Kloster Beinwil als Besitz zugesichert wurde. Ab 1312 lag es als Lehen bei den Herren von Ramstein. Im Mittelalter war vor allem die Oswaldskapelle von Bedeutung. Am 6. September 1359 legten 18 Bischöfe bei einem Treffen im Papstpalast Avignon fest, jedem Besucher der Oswaldskapelle einen Ablass von 40 Tagen zu gewähren. Ab 1459 gehörte das Dorf dem Bischof von Basel und bildete bis 1792 die Vogtei Zwingen. Von 1573 bis 1673 war der Judenacker in Zwingen Begräbnisstätte für im Bistum Basel wohnhafte Juden.

Ab 1792, nach dem Einmarsch der Franzosen, gehörte Zwingen zur Raurachischen Republik und anschliessend zum Kanton Laufen, welcher zum Departement Mont Terrible kam. 1815 wurde es durch Entscheid des Wiener Kongresses eidgenössisch und dem Kanton Bern zugeschlagen. 1994 wechselte Zwingen als eine von 13 Gemeinden im Laufental vom Kanton Bern zum Kanton Basel-Landschaft.

Das Schloss Zwingen, welches wahrscheinlich das Motiv für den Namen des Dorfs gegeben hat,[2] wird im Jahr 1312 zum ersten Mal erwähnt. Erbaut wurde es von den Freiherren von Ramstein. Später ging es an den Fürstbischof von Basel über. 1792 wurde das Schloss Nationalgut. Es wechselte mehrmals den Besitzer. Unter ihnen war auch die Papierfabrik Zwingen, welche einen grossen Teil der Burg abreissen liess. Seit 1993 ist es im Besitz der Gemeinde.

Wappen[Bearbeiten]

Zwei gekreuzte, silberne Lilienstäbe auf schwarzem Grund. Abgesehen von den Farben ist es identisch mit dem Wappen von Brislach. Die zwei gekreuzten Lilienstäbe waren das Wappen der Freiherren von Ramstein zu Bretzwil (vgl. auch mit den Wappen von Bretzwil, Brislach, Nunningen und Zullwil).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben der (inzwischen geschlossenen) Papierfabrik Zwingen bieten noch viele KMU Arbeitsplätze an. Zwingen liegt im Einzugsgebiet des Wirtschaftsraums Nordwestschweiz.

Verkehr[Bearbeiten]

Zwingen liegt an der Verkehrsachse zwischen Basel und dem Kanton Jura. Es verfügt über einen S-Bahn-Bahnhof an der Juralinie von Basel-Laufen BL-Delémont und ist daher gut erschlossen. Von Zwingen aus verkehren ausserdem Postauto-Linien nach Blauen/Nenzlingen, sowie via Breitenbach SO hinauf auf den Passwang.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kapelle St. Oswald diente im Ersten Weltkrieg als Soldatenstube

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: zwingen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b c Philipp Obrist: Zwingen BL (Laufen) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 995.