Lewis Strauss

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Lewis Strauss

Lewis Lichtenstein Strauss junior (* 31. Januar 1896 in Charleston, West Virginia; † 21. Januar 1974 in Brandy Station, Virginia) war ein US-amerikanischer Politiker (Republikanische Partei), Geschäftsmann, Bankier und Offizier der US Navy. Als führendes Mitglied der United States Atomic Energy Commission war Strauss maßgeblich an der Zündung der ersten WasserstoffbombeMike“ beteiligt.[1]

Leben[Bearbeiten]

Frühes berufliches Leben[Bearbeiten]

Lewis Lichtenstein Strauss kam am 31. Januar 1896 als Sohn von Lewis Strauss senior und dessen Frau Rosa Strauss, geborene Lichtenstein, in Charleston zur Welt. Seine Kindheit verbrachte Strauss größtenteils in Richmond. Nach seiner Schulzeit absolvierte Strauss eine Ausbildung zum Geschäftsmann und arbeitete im Schuhgroßhandel seiner Familie mit.[2] Im Jahr 1917 traf er zum ersten Mal Herbert Hoover, mit dem er während des Ersten Weltkriegs als Freiwilliger der sogenannten Belgian American Educational Foundation half, aus Europa zurückgekehrten Soldaten mit Essen zu versorgen. Nach dem Krieg verband Strauss eine enge Freundschaft zu Hoover, so unterstützte er 1928 auch dessen erfolgreiche Präsidentschaftskandidatur. Zuvor war er im Jahr 1919 in die Firma Kuhn, Loeb & Co. eingetreten und hatte 1923 Alice Hanauer, die Tochter eines Geschäftspartners, geheiratet.[2] Politisch engagierte sich Strauss in der Republikanischen Partei; im Jahr 1928 gehörte er als Vertreter Virginias dem Republican National Committee an.[3]

Zeit in der Atomenergiebehörde[Bearbeiten]

Präsident Eisenhower und Lewis Strauss unterhalten sich über die Operation Castle (März 1954)

Von dem demokratischen Präsidenten Harry S. Truman wurde Strauss 1946 in die United States Atomic Energy Commission (USAEC) berufen. Strauss diente hier bis 1950. Drei Jahre später wurde er von Präsident Eisenhower erneut in die Kommission berufen und wurde diesmal Vorsitzender − ein Amt, das er bis 1958 ausübte. Allerdings akzeptierte Strauss seinen Vorsitz nur unter der Bedingung, dass Robert Oppenheimer keinerlei Beratungsstellung in der Kommission hatte. Damit war er auch treibende Kraft für den Entzug der Sicherheitsberechtigung Oppenheimers im Jahr 1954. Im Zuge des Kalten Krieges und dem damit verbundenen „Wettrüsten“ zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion musste aufgrund des erfolgreichen Atomtests der Sowjetunion vom damaligen Präsidenten Truman die Entscheidung getroffen werden, ob eine noch mächtigere Bombe − die Wasserstoffbombe − gebaut werden sollte. Während die Führung der USAEC unter David E. Lilienthal gegen den Bau einer Wasserstoffbombe war und vielmehr das Vorhaben hatte, zwar mehr Atomwaffen zu produzieren, gleichzeitig aber international den Bau von Nuklearwaffen schärfer zu kontrollieren, befürwortete Strauss klar die Planung einer Wasserstoffbombe.[1] Im Januar 1950 stimmte Truman nach energischem Zutun von Strauss dem Vorschlag zu, eine solche Bombe zu bauen und begründete seine Entscheidung damit, dass „er [...] dafür sorgen müsse, dass sich [Amerika] gegen jeden möglichen Feind verteidigen könne.“ Am 1. November 1952 wurde auf den Marshallinseln schließlich die erste Wasserstoffbombe gezündet.[4] Unter die Amtszeit Strauss' als Vorsitzender der Atomenergiebehörde fällt auch die Operation Castle, eine Serie von US-amerikanischen Nuklearwaffentests.

Weiteres politisches Engagement[Bearbeiten]

Am 10. November 1958 übernahm Strauss kommissarisch das Amt als Handelsminister der Vereinigten Staaten und trat die Nachfolge von Sinclair Weeks an. Nachdem er knapp ein Jahr Eisenhowers Kabinett angehört hatte, sollte sein Amt als Handelsminister vom US-Senat bestätigt werden. Strauss konnte die Abstimmung jedoch nicht gewinnen, sondern unterlag mit 46:49 Stimmen. Nach seiner Niederlage in der Abstimmung wurde er am 10. August von Frederick H. Mueller abgelöst und zog sich weitestgehend aus politischen Angelegenheiten zurück.[1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Lewis Strauss, (1896–1974), www.pbs.org
  2. a b Guide to the Papers of Admiral Lewis Lichtenstein Strauss (1896–1974), www.cjh.org
  3. West Virginia Jewish History: Well-Known West Virginia Jews
  4. Die erste Wasserstoffbombe hieß Mike www.stern.de − 10. September 2003