Vizepräsident der Vereinigten Staaten
| Vizepräsident der Vereinigten Staaten | |
| Siegel des Vizepräsidenten | |
| Standarte des Vizepräsidenten | |
| Amtierender Vizepräsident Joe Biden seit dem 20. Januar 2009 |
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| Amtssitz | Number One Observatory Circle Weißes Haus (Büro) |
| Amtszeit | 4 Jahre |
| Schaffung des Amtes | 4. März 1789 |
| Letzte Wahl | 6. November 2012 |
| Anrede | The Honorable (formal) Mr. Vice President (informal) Mr. President (in seiner Rolle als Senatspräsident) |
| Stellvertreter von | US-Präsident |
| Webseite | White House.gov Vice President |
Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten ist in der Nachfolge des Präsidenten die erste Person, die im Falle des Todes, Rücktritts oder Amtsenthebung des Präsidenten der Vereinigten Staaten dessen Amt übernimmt. Gleichzeitig sitzt er dem US-Senat vor und hat dort die entscheidende Stimme bei Stimmgleichheit. Der aktuelle Amtsinhaber ist seit dem 20. Januar 2009 Joe Biden.
Inhaltsverzeichnis |
Wahl [Bearbeiten]
Jeder Kandidat, für die Präsidentschaft wie für die Vizepräsidentschaft, muss gebürtiger Staatsbürger der Vereinigten Staaten und mindestens 35 Jahre alt sein. Ferner muss er seit mindestens 14 Jahren seinen Wohnsitz in den Vereinigten Staaten haben. Einen Vizepräsidentschaftskandidaten nennt man den running mate des Präsidentschaftskandidaten. Präsident und Vizepräsident stammen normalerweise nicht aus demselben Bundesstaat, da die Wahlmänner höchstens einen Kandidaten aus ihrem eigenen Staat wählen dürfen.
Der Präsidentschaftskandidat schlägt auf dem Nominierungsparteitag seinen Vizepräsidentschaftskandidaten vor. Der Parteitag bestätigt diesen durch Wahl. Wer Präsident und Vizepräsident wird, entscheidet das Wahlmännerkollegium nach der Volkswahl.
In der Praxis ist der Vizepräsidentschaftskandidat oft ein ehemaliger innerparteilicher Rivale des Präsidentschaftskandidaten. Damit sollen dessen Anhänger eingebunden werden. Außerdem hat es Vorteile bei der Wahl, wenn der running mate Eigenschaften hat, die dem Präsidentschaftskandidaten fehlen. Ein eher linker Kandidat nimmt sich eventuell einen eher rechten running mate oder umgekehrt,[1] ein älterer einen jüngeren usw. Die meisten Vizepräsidentschaftskandidaten waren (ehemals) Senator oder Gouverneur, seltener (nur) Mitglied des Repräsentantenhauses, Botschafter oder Regierungsmitglied.
Tritt ein amtierender Präsident nicht mehr zur Wahl an, so kann der Vizepräsident die Präsidentschaftskandidatur anstreben. Dies tun längst nicht alle, und bislang sind nur vier Vizepräsidenten auf diese Weise im Anschluss Präsident geworden: John Adams, Thomas Jefferson, Martin Van Buren und George Bush. Zu denjenigen, die später noch gewählt wurden, gehörte Richard Nixon (Präsident 1969–1974), der Vizepräsident von 1953 bis 1961 war.
Ersetzung eines Vizepräsidenten [Bearbeiten]
Das Amt war in der Geschichte der Vereinigten Staaten mehrmals für verschieden lange Zeiträume unbesetzt, da erst 1967 mit dem 25. Zusatzartikel zur Verfassung eindeutig festgelegt wurde, was zu geschehen hat, wenn der Präsident vorzeitig aus seinem Amt ausscheidet. Auf der Basis dieses Zusatzartikels wurden Gerald Ford im Jahr 1973 und Nelson Rockefeller nur ein Jahr später ohne vorherige Wahl zu Vizepräsidenten berufen. Ford war dann kurz nach seiner Vereidigung zum Vizepräsidenten der einzige, der ohne Wahl durch das Volk auch Präsident wurde (nachdem Präsident Nixon 1974 zurückgetreten war).
Gibt es beispielsweise durch Rücktritt keinen Vizepräsidenten mehr, dann ernennt der Präsident einen Nachfolger. Dies muss vom Kongress (Repräsentantenhaus und Senat) bestätigt werden. Dabei akzeptiert der Kongress, dass auch der neue Vizepräsident der Partei des Präsidenten angehören soll, selbst wenn im Kongress eine andere Mehrheit herrscht.[2]
Bedeutung des Amtes [Bearbeiten]
Der erste Vizepräsident, John Adams, bezeichnete das Amt als „das bedeutungsloseste, das jemals von Menschen ersonnen wurde“. Ein Sprichwort verweist auf die mögliche Nachfolge eines verstorbenen Präsidenten so: „Der Vizepräsident ist nur einen Herzschlag vom Oval Office entfernt“. Die Politikwissenschaftlerin Birgit Oldopp nennt die Rolle des Vizepräsidenten „undankbar“. Sie hänge davon ab, inwieweit der Präsident dem Vizepräsidenten vertraut und ihn ins politische Leben miteinbezieht.[3] So gilt Dan Quayle als ein schwacher Vizepräsident, Dick Cheney als starker.
Der Vizepräsident gehört an sich nicht der Regierung an, allerdings hat es sich im 20. Jahrhundert eingebürgert, dass er an den Kabinettssitzungen teilnimmt. Vizepräsidenten sind nicht zuletzt mit repräsentativen Aufgaben beauftragt, auch Auslandsreisen. Sprichwörtlicherweise wird der Vizepräsident zu Begräbnissen zweitrangiger Staatsoberhäupter geschickt.
Der Vizepräsident ist Vorsitzender des US-Senates, ohne aber Mitglied des Senats zu sein. Diese Aufgabe ist normalerweise ohne Bedeutung − es sei denn, es herrscht Stimmengleichheit. Dann entscheidet die Stimme des Vizepräsidenten, und sein Amt erhält plötzlich einen sehr hohen Wert für den Präsidenten. Wird ein neues Gesetz verabschiedet so zeichnet der Vizepräsident als Senatsvorsitzender das Dokument ebenfalls gegen, wie der Sprecher des Repräsentantenhauses, bevor der Präsident das Gesetzesblatt zu seiner Gültigkeit am Schluss unterschreibt.
Der Vizepräsident ist zudem Vorsitzender bei Amtsenthebungsverfahren – jedoch nur, wenn weder der Präsident noch der Vizepräsident in den Fall verwickelt sind.
Eid und Besonderheiten [Bearbeiten]
Anders als für den Präsidenten gibt die Verfassung keinen speziellen Eid für das Amt des Vizepräsidenten vor. Verschiedene Eide sind seit 1789 benutzt worden; die jetzige Form, welche auch von Senatoren, Abgeordneten und anderen Regierungsbeamten gesprochen wird, ist seit 1884 in Gebrauch:
“I do solemnly swear [or affirm] that I will support and defend the Constitution of the United States against all enemies, foreign and domestic; that I will bear true faith and allegiance to the same; that I take this obligation freely, without any mental reservation or purpose of evasion; and that I will well and faithfully discharge the duties of the office on which I am about to enter: So help me God.”
„Ich schwöre [oder gelobe] feierlich, dass ich die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika erhalten und gegen alle Feinde, von außen wie von innen, verteidigen werde; dass ich ihr in treuem Glauben und mit Loyalität folgen werde; dass ich diese Pflicht freiwillig, ohne geheimen Vorbehalt oder die Absicht, mich ihr zu entziehen, auf mich nehme und dass ich die Pflichten des Amtes, das ich antrete, gut und treu erfüllen werde; so wahr mir Gott helfe.“
Bei öffentlichen Auftritten des Vizepräsidenten erklingt als Präsidialsalut nach vier ruffles and flourishes (Trommelwirbel und Fanfaren) die Melodie oder das Lied „Hail, Columbia“.[4]
Wohnsitz des Vizepräsidenten ist seit 1974 das Gebäude Number One Observatory Circle in Washington.
Maßgebende Artikel der Verfassung [Bearbeiten]
- 12. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten
- 20. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten
- 22. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten
- 25. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten
Siehe auch [Bearbeiten]
- Liste der Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten
- Senatspräsidenten in anderen Ländern.
Literatur [Bearbeiten]
- Carole Chandler Waldrup: Vice Presidents: Biographies of the 45 Men Who Have Held the Second Highest Office in the United States. Verlag: McFarland & Company, Inc., o. O. 27. Januar 2006. ISBN 0-7864-2611-X
- L. Edward Purcell: Vice Presidents: A Biographical Dictionary (Facts on File Library of American History). Verlag: Facts on File; 3rd edition, o. O. 15. Juli 2005. ISBN 0-8160-5740-0
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Internetseite des Weißen Hauses für den Vizepräsidenten
- Ausführliche Erläuterung des Amtes des Vizepräsidenten und Liste der Vizepräsidenten mit Biographien (Seite des US-Senats, englisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Birgit Oldopp: Das politische System der USA. Eine Einführung, VS-Verlag, Wiesbaden 2005, S. 86.
- ↑ Birgit Oldopp: Das politische System der USA. Eine Einführung, VS-Verlag, Wiesbaden 2005, S. 86.
- ↑ Birgit Oldopp: Das politische System der USA. Eine Einführung, VS-Verlag, Wiesbaden 2005, S. 85.
- ↑ http://www.music.vt.edu/musicdictionary/textr/RufflesandFlourishes.html
Adams | Jefferson | Burr | Clinton | Gerry | Tompkins | Calhoun | Van Buren | R. Johnson | Tyler | Dallas | Fillmore | King | Breckinridge | Hamlin | A. Johnson | Colfax | Wilson | Wheeler | Arthur | Hendricks | Morton | Stevenson | Hobart | Roosevelt | Fairbanks | Sherman | Marshall | Coolidge | Dawes | Curtis | Garner | Wallace | Truman | Barkley | Nixon | L. B. Johnson | Humphrey | Agnew | Ford | Rockefeller | Mondale | Bush | Quayle | Gore | Cheney | Biden
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Handelsvertreter
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