Lindwurm

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Dieser Artikel behandelt das Fabelwesen – zu anderen Bedeutungen siehe Lindwurm (Begriffsklärung).
Der Lindwurmbrunnen in Klagenfurt, Österreich

Lindwurm (althochdeutsch lint „Schlange“) ist die Bezeichnung für ein schlangen- und drachenartiges Fabelwesen.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort ist seit dem 9. Jahrhundert bezeugt. Es stammt vom Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen: lintwurm.[1] Im Altnordischen findet sich das Substantiv linnormr, was eine tautologische Zusammenfügung zur Verdeutlichung zweier Substantive mit der gleichen Bedeutung ist. Althochdeutsch lint und Altnordisch: linnr, linni bedeuten Schlange. Das althochdeutsche Adjektiv lindi mit der Bedeutung weich, nachgiebig ist damit verwandt.[2] Das althochdeutsche wurm sowie das altnordische ormr bedeuten ebenfalls Schlange.[3]

Mythologie[Bearbeiten]

Der Lindwurm ist meist zweibeinig, aber auch vier oder mehr Beine sind möglich. Er ähnelt einem Drachen und wird manchmal als Unterart bezeichnet, hat keine oder nur kurze Flügel und wird vor allem in alten germanischen Sagen erwähnt. Gewöhnlich hat ein Lindwurm einen langen Schwanz und kurze Beine, teilweise wird er als menschenfressend beschrieben. Der „Drache“ Fafnir im Nibelungenlied ist ein Lindwurm.

Der Lindwurm ist das Wahrzeichen der österreichischen Stadt Klagenfurt am Wörthersee und der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (Laibach). In Orten, die Limb- oder Lind- im Namen tragen, ist oft eine Drachensage überliefert, wie beispielsweise in Limburg an der Lahn.

Wappenkunde[Bearbeiten]

Ein Lindwurm zuoberst im Oberwappen der britischen Eisenbahngesellschaft Midland Railway (1844–1922)

Der Lindwurm ist ein Wappentier und somit eine gemeine Figur. Im Wappenwesen (Heraldik) wird der Lindwurm unterschiedlich dargestellt: wie oben beschrieben oder als bekrönter Fußloser. Seltener wird er mit einem Hahnenkopf dargestellt, was zu Verwechslungen mit Basilisken führen kann.

Die dominierende Farbgebung (Tingierung) ist schwarz, die des Drachen ist grün, dieser wird häufig feuerspeiend erwähnt, was beim Lindwurm seltener vorkommt. Eine Verwechslung mit dem heraldischen Drachen ist trotzdem nicht ausgeschlossen. In der Darstellung im Wappen sollte der Wappenträger sich auf ein Fabeltier, eine Schlange mit den Hinterbeinen eines Löwens beschränken.

Häufig ist ihm eine Linde beigeordnet, um ihn als Lindwurm zu zeigen, oder ihm ist, in Bezug auf den Lindwurm der Rolandssage, ein Schwert als Attribut zugeordnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 803.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 577.
  3. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lindwürmer in der Heraldik – Bilder und Mediendateien
 Commons: Drachen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Lindwurm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen