Liste der Todesfälle bei der Rallye Dakar

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Die Rallye Dakar (früher: Paris-Dakar) als eine der härtesten Rallyes der Welt hat von 1978 bis heute mindestens 65 Todesopfer gefordert.[1] Der bislang letzte Todesfall bei der Rallye Dakar ereignete sich am 9. Januar 2014.

Situation[Bearbeiten]

Wrack des im Januar 1988 mit Todesfolge (Kees van Loevezijn) verunglückten DAF FAV3600 95X2 TurboTwin in der nördlichen Ténéré

In der jüngeren Zeit verunglückten vor allem Motorradfahrer tödlich; so auch der Sieger von 2001 und 2002, Fabrizio Meoni, im Jahr 2005. Bei der Dakar 2006 starben der australische Motorradfahrer Andy Caldecott und zwei junge Zuschauer. Daher wurde die Zeitnahme am letzten Renntag ausgesetzt. Aufgrund der zahlreichen Opfer unter den Zuschauern gilt innerhalb der Ortschaften seit einigen Jahren ein Tempolimit, bei dessen ermittelter Übertretung es drastische Zeitstrafen gibt.

Auch bei der Ausgabe 2007, die von Lissabon nach Dakar führte, waren zwei Todesopfer zu beklagen. Auf der 4. Etappe starb der 29-jährige südafrikanische Motorradfahrer Elmer Symons nach einem Unfall. Auf der 14. Etappe starb der 42-jährige französische Motorradfahrer Eric Aubijoux. Die Todesursache wurde nicht eindeutig geklärt.

Bei der Dakar 2009 starb der französische Amateurfahrer Pascal Terry an einem Lungenödem. Seinem Motorrad war zuvor der Sprit ausgegangen, wodurch er nicht mehr weiterfahren konnte. Seine Leiche wurde erst vier Tage später gefunden.

Beim Auftakt 2010 kam der deutsche Fahrer Mirco Schultis bereits in der ersten Prüfung in einer Kurve von der Straße ab und erfasste eine Zuschauergruppe. Es wurden fünf Menschen schwer verletzt, darunter auch eine 28-jährige Zuschauerin, die später im Krankenhaus verstarb. Mirco Schultis zeigte sich schockiert und versuchte alles, um den Verletzten zu helfen. Er gab das Rennen noch am gleichen Tag auf. Laut Veranstalter ereignete sich der Unfall an einer für Zuschauer nicht freigegebenen Kurve, anderen Quellen zufolge beobachteten die Betroffenen die Fahrzeuge von ihrem eigenen Grundstück aus.

Bei der elften Etappe der Dakar 2011 kam es in Tinogasta, in der Provinz Catamarca, zu einem schweren Unfall mit dem Rallye-Wagen der argentinischen Fahrer Eduardo Amor und Horacio Alejandro Fenoglio. Ihr Toyota verunglückte um etwa 6 Uhr Ortszeit mit dem Pickup eines einheimischen Landarbeiters, welcher bei der Kollision schwer verletzt wurde und später im Krankenhaus verstarb. Der Einheimische ist das 60. Todesopfer bei der Rallye Dakar.

Am ersten Tag der Dakar 2012 verunglückte der argentinische Motorradrennfahrer Jorge Andrés Boero tödlich.[2]

Übersicht[Bearbeiten]

Jahr Name Rolle während der Rallye Bemerkungen
1978/79 Patrick Dodin (F) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1980/81 Journalisten (Italien)
1981/82 Bert Osterhuis (NL) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1981/82 Ursula Zentsch (F) Journalistin
1981/82 Zuschauer (Kind) Unfall ereignete sich in Mali
1982/83 Jean-Noël Pineau (F) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1982/83 Zuschauer (Kind) Unfall ereignete sich in Mali
1983/84 Zuschauerin in Obervolta von Range Rover überrollt
1984/85 Zuschauer (Kind) Unfall ereignete sich in Niger
1984/85 Zuschauer Hubschrauberunfall in Marokko
1985/86 Yasuo Kaneko (J) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1985/86 Thierry Sabine (F) Organisation (Rallye-Direktor) Hubschrauberabsturz in Mali am 14. Januar 1986
1985/86 François-Xavier Bagnoud (CH) Organisation (Pilot) Hubschrauberabsturz in Mali am 14. Januar 1986
1985/86 Daniel Balavoine (F) Popsänger Hubschrauberabsturz in Mali am 14. Januar 1986
1985/86 Nathalie Odent (F) Journalistin Hubschrauberabsturz in Mali am 14. Januar 1986
1985/86 Jean-Paul Fur (F) Organisation (Fernsehtechniker) Hubschrauberabsturz in Mali am 14. Januar 1986
1985/86 Jean-Paolo Marinoni (I) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1986/87 Journalist (F)
1987/88 Kees van Loevezijn (NL) Truck-Navigator
1987/88 Patrick Canado (F) Pkw-Fahrer
1987/88 Baye Sibi (ML) Zuschauer (Kind) Unfall ereignete sich in Mali
1987/88 Jean-Claude Huger (F) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1987/88 Zuschauerin aus Mauretanien
1987/88 Kind aus Mauretanien
1989/90 Kaj Salminen (FIN) Journalist
1989/90 Charles Cabannes (F) Servicemann Mord
1989/90 Petitjean (F) Organisation (Arzt)
1991/92 Zwei Begleitfahrer (F)
1991/92 Gilles Lalay (F) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1993/94 Michel Sansen (B) Teilnehmer (Motorradfahrer)
1995/96 Laurent Gueguen (F) Truck-Fahrer
1995/96 Zuschauer (Kind) aus Guinea
1996/97 Jean-Pierre Leduc (F) Motorradfahrer
1997/98 5 Unbeteiligte nach Frontalzusammenprall in Mauretanien
2001/02 Daniel Vergnes (F) Begleitperson Toyota
2002/03 Bruno Cauvy (F) Teilnehmer (Pkw-Beifahrer)
2004/05 José Manuel Perez (SPA) Teilnehmer (Motorradfahrer)
2004/05 Fabrizio Meoni (I) Teilnehmer (Motorradfahrer)
2004/05 Zwei Zuschauer nach Motorradunfall
2004/05 Zuschauer (Kind) nach Truck-Unfall
2005/06 Andy Caldecott (AUS) Teilnehmer (Motorradfahrer) in der neunten Etappe nach etwa 250 km zwischen Nouakchott und Kiffa
2005/06 Mohamed N'Daw (SN) Zuschauer (Kind) nach Unfall mit Pkw
2005/06 Boubacar Diallo (GN) Zuschauer (Kind) nach Unfall mit Begleitfahrzeug
2007 Elmer Symons (RSA) Teilnehmer (Motorradfahrer) 142 Kilometer nach dem Start der 4. Etappe von Er Rachidia nach Ouarzazate
2007 Eric Aubijoux (FRA) Teilnehmer (Motorradfahrer) nach 14. Etappe infolge eines Herzinfarktes
2009 Pascal Terry (FRA) Teilnehmer (Motorradfahrer) Lungenödem, nachdem der Treibstoff ausgegangen war und er nicht rechtzeitig gefunden werden konnte
2009 Roberto de la Cruz Vera Hernández (CL), Freddy Arucutipa Torres (PE) Helfer in Transportfahrzeug
2010 Natalia Sonia Gallardo (AR) Zuschauerin (28 Jahre) Unfall
2011 Marcelo Reales (AR) Zuschauer bei Verkehrsunfall mit einem der Teilnehmer
2012 Jorge Andrés Boero (ARG) Teilnehmer (Motorradfahrer) Herzstillstand nach Sturz
2012 Zuschauer bei Verkehrsunfall mit Toyota-Team Eduardo Amor/Horacio Alejandro Fenoglio (Argentinien) in der Nähe der Stadt Tinogasta (Provinz Catamarca) mit dem Pick-up
2013 2 Unbeteiligte bei Verkehrsunfall mit einem Begleitfahrzeug und zwei Taxen kamen zwei Menschen ums Leben[3]
2013 Thomas Bourgin (F) Teilnehmer (Motorradfahrer) bei Verkehrsunfall mit einem entgegenkommenden Polizeifahrzeug[4]
2014 Agustin Mina (20), Daniel Ambrosio (51, ARG) Journalisten Die zwei Mitarbeiter einer argentinischen Nachrichtenagentur starben, als ihr Fahrzeug am 9. Januar 2014 in eine Schlucht stürzte[5]
2014 Eric Palante (50, BEL) Teilnehmer (Motorradfahrer) Bei der 5. Etappe (Chilecito–Tucuman) am 10. Januar 2014 leblos aufgefunden, Todesursache noch ungeklärt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Drei Tote - Rallye Dakar fordert erneut Opfer. welt.de, 10. Januar 2014, abgerufen am 10. Januar 2014.
  2. http://www.stern.de/sport/medien-motorradpilot-stirbt-bei-dakar-rallye-1768680.html
  3. http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2013/01/Schwerer_Verkehrsunfall_ueberschattet_Chile-Auftakt_13011001.html
  4. http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2013/01/Motorradfahrer_Bourgin_toedlich_verunglueckt_13011102.html [Abruf 11. Januar 2013]
  5. Tragic sixth stage of Dakar Rally