Louisiana Purchase

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Der Louisiana Purchase (Louisiana-Kauf; im Französischen vente de la Louisiane, d. h. Verkauf von Louisiana) war der Kauf von 2.144.476 km² Land, das die USA 1803 von Frankreich erwarben. Der Kaufpreis betrug damals 15 Millionen US-Dollar oder 80 Millionen französische Francs (7 US-Dollar pro km²). Gemessen an der Kaufkraft, entspricht das einem heutigen Wert von circa 233 Millionen US-Dollar oder knapp 110 Dollar pro km² (Stand 2013).[1]

Die im Louisiana Purchase verkaufte Kolonie Louisiana (grün)

Verkauft wurde das Gebiet der ehemaligen Kolonie Louisiana, das westlich des Mississippi River lag. Dieses Gebiet ist viel größer als der heutige Staat Louisiana: Es umfasst außer Teilen des heutigen Louisiana auch die heutigen Staaten Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Nebraska und South Dakota sowie Teile von Minnesota, North Dakota, Texas, New Mexico, Colorado, Wyoming, Montana, außerdem noch Randgebiete der kanadischen Provinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta.

Der Louisiana Purchase war das größte Grundstücksgeschäft der Geschichte. Das gekaufte Land verdoppelte damals das Territorium der Vereinigten Staaten und macht fast ein Viertel des heutigen Staatsgebiets aus.

Hintergrund[Bearbeiten]

Landwirtschaftliche Güter aus den Gebieten der USA, die westlich der Appalachen lagen, wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich über den Mississippi verschifft. Kontrolliert wurde der Mississippi jedoch vom Hafen der Stadt New Orleans, die Spanien gehörte. Nur aufgrund des Pinckney-Vertrags mit Spanien hatten amerikanische Kaufleute das Recht, den Hafen von New Orleans zu nutzen. Nachdem Napoleon Bonaparte im Jahr 1800 Louisiana und damit auch New Orleans wieder unter französische Kontrolle brachte, fürchteten die Amerikaner, dass sie das Recht zur Nutzung des Hafens verlieren könnten. Der amerikanische Präsident Thomas Jefferson kam deshalb zu dem Schluss, dass es das Beste sei, die Stadt New Orleans und deren nähere Umgebung zu kaufen, um langfristig den Zugang zum Mississippi zu sichern. Jefferson sandte 1801 James Monroe und Robert R. Livingston nach Paris, um über den Kauf zu verhandeln. Sie wurden jedoch zurückgewiesen.

Die Verhandlungen[Bearbeiten]

1802 wurde Pierre Samuel du Pont de Nemours gewonnen, die Verhandlungen zu unterstützen. Du Pont lebte zu jener Zeit in den USA und hatte enge Verbindungen sowohl zu Thomas Jefferson als auch zu einflussreichen Kreisen in Frankreich. Während eines Privataufenthalts in Frankreich nahm er Verbindung mit Napoleon auf. Von ihm stammt die Idee eines weit größeren Kaufs als des ursprünglich geplanten, um so einen möglichen Konflikt zwischen Napoleon und den USA zu vermeiden.

Jefferson hielt nichts von dieser Idee, denn der Kauf Louisianas von Frankreich würde bedeuten, dass Frankreich ein Recht habe, in Louisiana zu sein. Jefferson glaubte außerdem, dass ein Präsident einen solchen Handel nicht abschließen dürfe, weil darüber nichts in der Verfassung stand und die Rechte der Einzelstaaten dadurch weiter ausgehöhlt würden. Auch der französische Außenminister Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord war strikt gegen den Verkauf, weil er darin ein Ende der französischen Geheimpläne zur Übernahme Nordamerikas sah.

Kurz bevor Monroe 1803 in Paris eintraf, boten die Franzosen ganz Louisiana zum Verkauf an, nicht nur New Orleans. Die amerikanischen Unterhändler rechneten mit einem Preis von 2 Millionen Dollar für die Stadt New Orleans und waren bereit, bis zu 10 Millionen Dollar für New Orleans und die nähere Umgebung auszugeben. Nun waren sie sprachlos, als ihnen das gesamte Gebiet vom Golf von Mexiko bis zur Südgrenze von Ruperts Land und vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains für nur 15 Millionen Dollar angeboten wurde. Monroe und Livingston waren zu einem so großen Kauf nicht autorisiert. Sie erkannten aber die einzigartige historische Chance und akzeptierten Napoleons Angebot. Die endgültigen Verhandlungen wurden mit Napoleons Finanzminister François Barbé-Marbois geführt.

Napoleon, der zu jener Zeit über die stärkste Armee in Europa verfügte, betrachtete den Verkauf seiner amerikanischen Territorien als Geste des guten Willens gegenüber den USA und als strategischen Schachzug gegen die Briten. Ein starkes Amerika konnte als Puffer gegen Britannien dienen, wenn der unvermeidliche Entscheidungskampf kommen würde. Möglicherweise erhoffte er sich auch die Unterstützung der USA bei seiner Seeblockade gegen England.

Wichtiger war vielleicht, dass Napoleon einer Niederlage seiner Truppen in der französischen Kolonie Saint-Domingue (heute: Republik Haiti) gegenüberstand. Eine Expeditionsarmee unter seinem Schwager Charles Leclerc d’Ostin versuchte, die Kontrolle über Frankreichs profitabelste Kolonie zurückzugewinnen. Im Juni 1802 hatten die Franzosen erfolgreich den Revolutionsführer Toussaint L’Ouverture nach Frankreich deportiert, aber das Gelbfieber wütete unter den Soldaten und tötete im November auch Leclerc. Darüber hinaus führte die rassistische Politik der Franzosen in Guadeloupe und in Saint-Domingue zu einem Guerilla-Krieg und zum Überlaufen führender französischer Offiziere, wie zum Beispiel des schwarzen Generals Jean-Jacques Dessalines und des Offiziers Alexandre Pétion im Oktober 1802. Diese Rückschläge führten dazu, dass Napoleon seine Pläne aufgab, das französische Imperium in der Neuen Welt wieder zu errichten. Die Franzosen zogen sich im November 1803 zurück, aber ihre Niederlage war schon ein Jahr zuvor abzusehen.

Napoleon führte den Verkaufserlös seiner großen Kriegskasse zu und strebte die Kontrolle über ganz Europa an. Zwischen 1805 und 1807 führte er Krieg gegen Österreich, Preußen und Russland und machte sich zum Herrn über den größten Teil des Kontinents.

Opposition in den USA[Bearbeiten]

In den USA waren die Föderalisten strikt dagegen, das Territorium zu kaufen. Sie waren für enge Beziehungen zu Großbritannien statt zu Napoleon. Nach ihrer Meinung war der Kauf nicht verfassungskonform, außerdem hätten die USA viel Geld gezahlt, nur um Spanien den Krieg zu erklären. Es gab auch Befürchtungen, dass der politische Einfluss der Staaten an der Ostküste durch die neuen Bürger im Westen eingeschränkt werden könnte – ein Konflikt zwischen den Farmern im Westen und den Kaufleuten und Bankiers in Neuengland. Eine Gruppe von Föderalisten unter der Führung des Senators Timothy Pickering aus Massachusetts ging sogar so weit, eine separate nördliche Konföderation zu fordern. Man bot dem Vizepräsidenten Aaron Burr die Präsidentschaft über den Separatisten-Staat an, wenn er den Staat New York zum Mitmachen überreden würde. Alexander Hamilton stellte sich gegen Burr. Ihre Feindschaft wuchs mit der Wahl von 1801 und endete 1804 mit Hamiltons Tod bei einem Duell mit Burr.

Unterzeichnung und Durchführung[Bearbeiten]

Der „Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Französischen Republik“

Am 30. April 1803 wurde der Vertrag von Robert R. Livingston, James Monroe und François Barbé-Marbois in Paris unterzeichnet. Thomas Jefferson gab ihn am 4. Juli dem amerikanischen Volk bekannt. Der US-Senat ratifizierte ihn am 20. Oktober und autorisierte Präsident Jefferson am 31. Oktober, das Territorium in Besitz zu nehmen und eine vorläufige Militär-Regierung zu errichten. Es wurden auch Planungen zur Erkundung und Kartierung des Gebiets begonnen. Daraus entstand später die Lewis-und-Clark-Expedition.

Am 31. Oktober 1803 verabschiedete der US-Kongress Gesetze, die die Fortführung der bestehenden Zivilverwaltung ermöglichten und den Präsidenten ermächtigten, Militär zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung einzusetzen. Am 20. Dezember 1803 übergab Frankreich die Stadt New Orleans an die USA. Am 10. März 1804 wurde in St. Louis eine offizielle Feier zum Übergang des Territoriums von Frankreich auf die USA abgehalten.

Auf Anweisung von James Monroe wurde ab 1815 begonnen, die neuen Gebiete zu vermessen. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Vermessungspunkt konstruiert, an dessen Stelle 1926 ein Gedenkstein gesetzt wurde und der 1961 Anlass für die Entstehung des Louisiana Purchase State Park war.

Konflikt mit Spanien[Bearbeiten]

Der Louisiana Purchase führte zu einem Streit zwischen den USA und Spanien über die Grenzen des gekauften Gebiets. Nach Ansicht der Spanier bestand Louisiana in etwa aus der westlichen Hälfte der heutigen Staaten Louisiana, Arkansas und Missouri. Die Vereinigten Staaten behaupteten dagegen, es erstrecke sich bis zum Rio Grande und den Rocky Mountains. Das konnte Spanien nicht akzeptieren, denn es hätte bedeutet, dass ganz Texas und die Hälfte von New Mexico, beides spanische Kolonien, dazugehörten. Es gab auch Meinungsverschiedenheiten über den Eigentümer von Westflorida, ein Streifen Land zwischen den Flüssen Mississippi und Perdido. Die USA behaupteten auch hier, dass das Gebiet zu dem Kauf gehöre. Spanien widersprach dem und vertrat die Meinung, dass östlich des Mississippi lediglich New Orleans zu dem Kauf gehöre. Im Übrigen sei der ganze Verkauf aus zwei Gründen illegal: Das Abkommen, mit dem Louisiana von Spanien an Frankreich übergeben wurde (Vertrag von Fountainebleau, am 3. November 1762 zwischen dem französischen König Ludwig XV. und dem spanischen König Karl III. geschlossen), habe festgelegt, dass Frankreich das Gebiet nicht an eine dritte Macht weitergeben dürfe; Napoleon habe zudem seinen Teil dieses Vertrages nicht erfüllt, nämlich ein Königreich in Italien an einen Schwager des spanischen Königs Karl IV. zu übergeben.

Nach einer Revolte in Westflorida annektierten die USA 1810 das Gebiet zwischen dem Pearl River und dem Red River und 1812 den Mobile-District. Mit dem Adams-Onís-Vertrag von 1819 überließ Spanien schließlich ganz Florida den USA. Die Grenze zwischen dem Louisiana-Territorium und den spanischen Kolonien wurde entlang der Flüsse Sabine River, Red River und Arkansas River und dem 42. Breitengrad festgelegt.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Verbraucherpreisindex seit 1800 in US-Dollar (englisch). Der Umrechnungsfaktor zwischen den Jahren 2013 und 1803 beträgt 700/45 = 15,56.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Louisiana Purchase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien