Mücken-Händelwurz

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Mücken-Händelwurz
Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)

Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)

Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Untertribus: Orchidinae
Gattung: Händelwurzen (Gymnadenia)
Art: Mücken-Händelwurz
Wissenschaftlicher Name
Gymnadenia conopsea
(L.) R.Br.

Die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), auch Langsporn-Händelwurz, Fliegen-Händelwurz oder Große Händelwurz genannt, gehört zur Gattung Händelwurzen (Gymnadenia) der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Mücken-Händelwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze von etwa 30 bis 80 cm Höhe. Die Knollen dieses Knollen-Geophyten sind dick, abgeplattet, 2-spaltig, mit handförmig geteilten, kurzen Lappen. Es liegt eine endotrophe Mykorrhiza vom Orchideen-Typ vor. Die mehr oder weniger stark duftenden Blüten sind rosa bis dunkelpurpurrot. Typisch für die Blüte ist die dreilappige Lippe (Labellum) und der fadenförmige, abwärts gebogene Sporn, der 10 bis 20 mm lang und länger als der Fruchtknoten ist. Durch den langen Sporn ist die Art leicht von den ähnlich aussehenden Knabenkraut-Arten zu unterscheiden. Der von den Blüten reichlich abgesonderte Nektar ist im Gegenlicht sichtbar. Da der Eingang des Sporns weniger als 1 mm offen steht, ist der Nektar nur Schmetterlingen zugänglich, und zwar sowohl Tagfaltern wie auch Nachtfaltern. Die häufigsten Bestäuber sind der Kleine Weinschwärmer (Deilephila porcellus), das Taubenschwänzchen(Macroglossum stellatarum) (Sphingidae), die Gammaeule (Autographa gamma), die Messingeule(Diachrysia chrysitis) und die Hausmutter (Noctua pronuba) (Noctuidae). Die Pollinien sind von kleinen Beutelchen bedeckt. Der schmale, nackte Klebkörper ist abwärts gerichtet. Der Geruch ist mehr oder weniger angenehm, manchmal fehlt er. An den Tragblättern der Blüten wird reichlich extrafloraler Nektar angeboten und z.B. von Ameisen angenommen. Blütezeit ist Mai bis Juli. Die Kapselfrüchte öffnen sich mit Spalten und sind Windstreuer. Der Fruchtansatz ist hoch, im Schnitt um 73%. Die winzigen Samen breiten sich als Körnchenflieger aus; ihr Gewicht beträgt nur 0,008 mg. Es sind mehrere Tausend Samen pro Kapsel vorhanden. Die Fruchtreife erfolgt ab August.

Vorkommen[Bearbeiten]

Diese Art ist vor allem im nördlichen Europa verbreitet. In Österreich ist diese Art mäßig häufig in allen Bundesländern vorkommend.

Als Standort werden Magerrasen, Föhrenwälder, Feucht- und Nasswiesen, Flach- und Quellmoore bevorzugt.

In Teilen des Verbreitungsgebietes gilt die Art als gefährdet und wurde daher in die Rote Liste aufgenommen, z. B. in Hessen (siehe unter Weblinks).

Standorte und Verbreitung in Mitteleuropa[Bearbeiten]

Die Mücken-Händelwurz braucht kalkhaltigen oder basenreichen, stickstoffarmen Lehmboden, der wenigstens zeitweisefeucht sein sollte.

Sie besiedelt lichte Laubwälder, Trockenrasen (an Stellen, wo Hangdruckwasser austritt oder dicht unter der Oberfläche sickert), Sumpfwiesen, Quellsümpfe und Flachmoore. Sie steigt in den Alpen bis 2500 m auf. Sie kommt im Tiefland nur vereinzelt vor, und sie fehlt auf Sand und über Silikatgestein gebietsweise. Sonst tritt sie in Mitteleuropa zerstreut auf, und sie kommt an ihren Standorten zuweilen in größeren Beständen vor.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Mücken-Händelwurz bildet oft Hybriden mit:

  • Gymnadenia odoratissima
  • Nigritella rhellicani

und (sehr selten) mit

  • Pseudorchis albida.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • Muer, Angerer: Alpenpflanzen, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-3374-1
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1
  • CLAESSENS, J. & J. KLEYNEN : The flower of the European Orchid – Form and function, 2011, Eigenverlag. ISBN 978-90-9025556-9.
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 5, ISBN 3- 440-08048-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gymnadenia borealis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Rankou, H., 2011. Abgerufen am 9. Dezember 2013