Lindenhof (Mannheim)

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49.4720438.469922Koordinaten: 49° 28′ 19″ N, 8° 28′ 12″ O

Lindenhof (Mannheim)
Stadt Mannheim
Wappen von Lindenhof (Mannheim)
Fläche: 2,34 km²
Einwohner: 12.940 (31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 68163
Sandhofen Schönau Waldhof Neckarstadt-West Innenstadt/Jungbusch Lindenhof Käfertal Vogelstang Wallstadt Feudenheim Seckenheim Friedrichsfeld Rheinau Neckarau Neckarstadt-Ost/Wohlgelegen Neuostheim/Neuhermsheim Schwetzingerstadt/OststadtKarte
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Lage von Lindenhof (Mannheim) in Mannheim

Der Lindenhof ist ein unmittelbar südlich der Innenstadt am Rhein gelegener Stadtbezirk und Stadtteil von Mannheim im Rhein-Neckar-Dreieck.

Lage[Bearbeiten]

Lindenhof auf einer Karte von 1890

Der Lindenhof besitzt eine annähernd dreieckige Form. Im Norden bzw. Nordosten grenzen jenseits der Bahnlinie die Mannheimer Innenstadt und die Schwetzingerstadt an, im Süden das Niederfeld und der Almenhof. Die Westgrenze bildet der Rhein mit Ludwigshafen am gegenüberliegenden Ufer.

Geschichte[Bearbeiten]

Lindenhof

Den Wohlstand verdankt der Stadtteil seiner Geschichte. Schon lange vor der Stadtgründung Mannheims wird auf dem Gelände des heutigen Lindenhofs erstmals im Jahr 1140 die Zollburg Husen erwähnt. Später wurde sie auch Rinhusen bzw. Reinhausen genannt. In der Folgezeit wurde die Zollburg mehrfach zerstört und nach dem Dreißigjährigen Krieg schließlich nur noch teilweise wieder aufgebaut. Im Jahr 1353 wurde direkt daneben noch mit dem Bau der Zollburg Eichelsheim begonnen. Diese wurde in den Folgejahren immer weiter ausgebaut und überwachte auch offiziell den Rhein. Zwischen 1416 und 1419 saß Gegenpapst Johannes XXIII. auf Eichelsheim als Gefangener ein. 1633 wurde Eichelsheim von den Schweden eingenommen und anschließend zu großen Teilen gesprengt. Fünf Jahre später wurde die Burg wieder aufgebaut. 1688 wurde die Burg im Rahmen des Pfälzischen Erbfolgekriegs vollständig zerstört. Heute befindet sich an der Stelle am Rhein nur noch ein Gedenkstein. Die Burg befand sich am heutigen Stephanienufer, das nach der Adoptivtochter Napoleons und Frau des Erbprinzen Karl von Baden, Stéphanie de Beauharnais, benannt wurde. Stéphanie de Beauharnais hatte sich für die Neugestaltung des Schlossgartens und des Rheinufers eingesetzt und trug so zur Naturvielfalt im Lindenhof bei. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden große landwirtschaftliche Güter, von denen eins auch namensgebend für den Stadtteil war. Auch einige Straßennamen (z. B. Rennershofstraße) zeugen von dieser Zeit. Der Lindenhof entwickelte sich ab 1870 aus landwirtschaftlichen Anwesen, über eine stark industrielle Prägung zu einem bürgerlichen Wohngebiet. Nachdem 1890 Johann Friedrich Engelhorn Großgrundbesitz erworben hatte, bekam der Lindenhof seine Struktur. Dabei entstand auch die einzige Rheinfront Mannheims, wo sich heute unter anderem die Jugendherberge befindet. Im 19. Jahrhundert etablierte sich im Osten des Lindenhofs der Landmaschinenhersteller Lanz, der 1956 von John Deere übernommen wurde und heute die größte Traktorenfabrik Europas ist. Die Familie Lanz stiftete der Stadt Mannheim 1907 unter anderem die Lanz-Kapelle, die nach einem Beschluss des Landes Baden-Württemberg 1998 unter Protest der Bevölkerung zum Abriss freigegeben wurde. Es bildete sich eine Interessengemeinschaft, die zusammen mit einigen Firmen die historische Substanz, insgesamt 170 Tonnen Sandstein, abbaute und 2001 an einer anderen Stelle des Lanz-Parkes wieder aufbaute. Inzwischen ist die Lanz-Kapelle zu einem Begegnungszentrum geworden.

Im September 2010 gab sich der Lindenhof ein Stadtteilwappen. Zuvor führte er kein Wappen.[2]

Politik[Bearbeiten]

Lanz-Kapelle

Der Lindenhof hat einen aus zwölf Mitgliedern bestehenden Bezirksbeirat. Er ist zu allen wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Fragen zu hören. Die Entscheidungen trifft aber letztlich der Gemeinderat der Stadt Mannheim.

Partei 2009 2004 1999 1994
CDU 4 5 6 5
SPD 3 4 4 4
GRÜNE 3 2 1 2
Mannheimer Liste 1 1 1 1
FDP 1 0 0 0

Die Bürgerinteressengemeinschaft BIG Lindenhof vertritt die Interessen der Bürger, bewirtschaftet die Lanz-Kapelle und organisiert gesellschaftliche Ereignisse wie das jährlich stattfindende Lanzpark-Fest.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am Rheinufer befindet sich die Mannheimer Jugendherberge. Am Rhein entlang führt die Promenade des Stephanienufers. Im weiteren Verlauf folgt die Reißinsel. Wahrzeichen des Stadtteils sind die drei Türme der Johanniskirche, der St. Josefskirche und der als „Lanzturm“ bezeichnete ehemalige Wasserturm auf dem Gelände von John Deere. In dessen unmittelbarer Umgebung sich auch das John-Deere-Forum befindet, das Besuchern die Möglichkeit bietet, sich moderne und historische Landmaschinen aus nächster Nähe anzusehen. Lindenhof wird auch das Versailles Mannheims genannt, was vor allem dem Schwarzwaldviertel mit seinen prächtigen Villen geschuldet ist. Moderner ist der Stadtteil entlang der Südtangente wo mit dem „Glückstein-Quartier“ ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Dienstleistungen und Gewerbeflächen errichtet wird.

Südlich des Hauptbahnhofes befindet sich als markantes Gebäude der Victoria-Turm, das höchste Bauwerk des Stadtteils.

Auch das Vereinsleben ist sehr vielfältig. So ist hier der größte Mannheimer Schachverein ansässig. Der MFC 08 Lindenhof ist der örtliche Fußballverein. Auch ein Kanu Club, bei dem unter anderem Kanu-Polo gespielt wird, gehört zum Stadtteil Lindenhof. Besonders im Sommer finden sich viele Mannheimerinnen und Mannheimer auf den Rheinwiesen ein, um die Sonne und die Natur zu genießen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Osten des Lindenhofs liegt das Werksgelände der Firma John Deere. Das frühere Lanz-Werk beherbergt die größte Traktorenfabrik Europas sowie die Konzernzentrale des Unternehmens für die Region Europa, Afrika, Naher und Mittlerer Osten. Seit 2007 befindet sich mit dem John-Deere-Forum auch eine öffentliche Ausstellungshalle auf der nordöstlichen Ecke des Firmengeländes.

Den Öffentlichen Personennahverkehr versorgt die RNV mit der Straßenbahnlinie 3 und einer Stadtbuslinie. Ergänzt wird das Angebot durch 10 Carsharing-Fahrzeuge, die an drei Carsharing-Stationen im Stadtteil stehen. Über den im Norden gelegenen Hauptbahnhof Mannheim sind sowohl Anschlüsse an die S-Bahn RheinNeckar als auch zu den Fernzügen nach ganz Europa vorhanden.

An der Südtangente, einer wichtigen Hauptverkehrsstraße, die die Innenstadt entlastet und Mannheims Osten mit Ludwigshafen verbindet, entsteht derzeit das neue Glückstein-Quartier. In diesem Zusammenhang wurde die Südtangente verlegt und verläuft nun entlang der Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG.[3] Zudem wurde die Anbindung Südtangente / B 36 unter Einbindung des Neckarauer Übergangs neu realisiert.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStadt Mannheim: Einwohnerbestand zum 31.12.2013. Mai 2014, abgerufen am 7. Juni 2014 (PDF 730 KB).
  2. Erster Bürgermeister enthüllt neues Stadtteilwappen Lindenhof, Stadt Mannheim, abgerufen 14. September 2010
  3. Stadt Mannheim, Projekt Glücksteinqaurtier: Südtangente freigegeben. 13. Dezember 2012, abgerufen am 22. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mannheim-Lindenhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien