Maria I. (Portugal)

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Don Bosco (Diskussion) 18:57, 27. Sep. 2014 (CEST)
Königin Maria I. von Portugal und Brasilien

Maria I. (komplett: Maria Francisca Isabel Josefa Antónia Gertrudes Rita Joana de Bragança) (* 17. Dezember 1734 in Lissabon; † 20. März 1816 in Rio de Janeiro) war Königin von Portugal aus dem Hause Braganza und 1815 bis 1816 auch Königin von Brasilien. Sie war die erste Frau auf dem portugiesischen Thron.

Leben[Bearbeiten]

Maria I., genannt „die Fromme“ (portugiesisch: a Piedosa), war die älteste Tochter von Joseph I. von Portugal und dessen Gemahlin Maria Anna Viktoria von Spanien und führte bis zu ihrer Thronbesteigung den Titel einer Prinzessin von Brasilien. Da ihr Vater keine Söhne hatte, wurde sie Thronfolgerin. Da die weibliche Thronfolge zu dieser Zeit in Portugal aber noch sehr unüblich war, verheiratete Joseph seine Tochter mit seinem Bruder Peter III., der beim Festhalten an der männlichen Thronfolge als nächster berufen gewesen wäre. So kam es also, dass die 26-jährige Maria 1760 ihren eigenen, 43 Jahre alten Onkel heiratete.

Als ihr Vater 1777 starb, bestieg Maria den portugiesischen Thron. Formal herrschte sie zusammen mit ihrem Ehemann als gleichberechtigtem König (er war also nicht etwa Prinzgemahl, wie in heutigen modernen Monarchien üblich). De facto hatte Peter III. jedoch wenig Interesse an der Regierung und überließ diese deshalb seiner Frau weitgehend allein.

Während der Herrschaft ihres Vaters hatte dessen fähiger Erster Minister, Sebastião José de Carvalho e Mello, Marquês de Pombal, weitgehend die Regierungsgeschäfte geführt. Pombal versuchte Portugal durch eine Reihe von Reformen zu einem modernen Staat zu machen. Aus dem alten, klerikalen Königreich formte er so einen aufgeklärt absolutistischen Staat. Diese Reformen brachten ihn jedoch schnell in den Gegensatz zur katholischen Kirche, die er dann auch konsequent bekämpfte (z.B. Verbot des einflussreichen Jesuitenordens in Portugal und Brasilien 1759). Maria dagegen war sehr fromm, die antiklerikale Politik Pombals war ihr deshalb ein Graus. Sobald sie den Thron bestiegen hatte, entließ sie deshalb Pombal bereits acht Tage nach dem Tod ihres Vaters. Bis zum Ende seines Lebens stand Pombal von da an unter Hausarrest.

Das Wappen der portugiesischen Könige von Johann II. bis Manuel II.

Sie machte eine Reihe der antikirchlichen Reformen des Markgrafen rückgängig, entließ die politischen Gefangenen, setzte jedoch seine Außen- und Wirtschaftspolitik fort. Die Erneuerung der Infrastruktur des Landes wurde fortgesetzt, das bisherige Defizit im Außenhandel mit England abgebaut und gleichzeitig die Abhängigkeit von England durch eine Diversifizierung des Handels und eine Allianz mit Russland gemindert.

Nach dem Tod ihres Mannes 1786 verfiel die Königin zunehmend in eine übersteigerte Frömmigkeit und wurde schließlich wahnsinnig. 1792 wurde sie entmündigt. Die Regentschaft übernahm ihr Sohn, der spätere König Johann VI. Gemeinsam mit diesem und praktisch dem gesamten portugiesischen Hof (ca. 15.000 Personen) musste sie 1807 vor den Truppen Napoleons in einer übereilten, chaotischen Aktion nach Brasilien fliehen. Mitten in einem Anfall von Wahnsinn wurde sie von ihrem Enkel Dom Miguel zur Kutsche getragen, die sie zum Hafen bringen sollte. In der Kutsche sprach sie dann in einem Anflug früherer Majestät den berühmten Satz: „Nicht so schnell, sonst glauben die Leute noch, wir fliehen!“ (“não vão tão depressa ! Eles vão pensar que estamos a fugir !”)

1815 wurde für Brasilien der Kolonialstatus aufgehoben und das Land zu einem eigenen Königreich gemacht, mit dem Königreich Portugal durch Personalunion verbunden. Ein Jahr vor ihrem Tod, und bereits in völliger geistiger Umnachtung versunken, erhielt Maria so auch noch den Titel einer Königin von Brasilien. Maria verstarb 1816 in Rio de Janeiro.

Familie[Bearbeiten]

Mit ihrem Ehemann Peter III. hatte sie folgende Kinder:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Joseph I. Königin von Portugal
1777–1786 zusammen mit Peter III.
1786–1816 allein
Johann VI.
–– Königin von Brasilien
1815–1816
Johann VI.