Martin-Baker Aircraft Company

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Martin-Baker Aircraft Co. Ltd.
Martin-Baker.gif
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1934
Sitz Higher Denham (Middlesex), Vereinigtes Königreich
Branche Luftfahrzeugbau
Website www.martin-baker.com

Die Martin-Baker Aircraft Company ist ein Hersteller von Flugzeugsitzen und ein Pionier bei der Entwicklung und Herstellung von Schleudersitzen mit Sitz in Higher Denham bei Uxbridge (Middlesex, Vereinigtes Königreich). Heute stellt die Firma außer Schleudersitzen noch Sitze für Hubschrauber sowie Hitzeschilde und Fallschirme für Raumfahrzeuge her.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Martin Baker Aircraft Company Limited wurde 1934 von James Martin (1893–1981) (ab 1965: Sir James Martin[1]) und Captain Valentine Baker (M.C., D.F.C.) (1888–1942) gegründet und stellte damals noch Flugzeuge her. Im Zweiten Weltkrieg entwickelte Martin Baker mehrere Prototypen von Militärflugzeugen, von denen jedoch keines in Serie produziert wurde.

Flugzeuge[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg stellte die Firma gepanzerte Sitze für die Supermarine Spitfire her.

Schleudersitze[Bearbeiten]

Schon seit Gründung der Firma beschäftigten sie sich auch mit der Entwicklung von Schleudersitzen. Bald stellte sich heraus, dass Federsysteme nicht ausreichen und nur Raketen- bzw. Explosionssysteme eine entsprechende Leistung liefern. Der erste Schleudersitz der Firma wurde am 24. Juli 1946 an Bord einer Gloster Meteor bei 510 km/h in 2.500 m Höhe durch Bert Lynch getestet. Der erste Einsatz in einer Notfallsituation erfolge durch einen britischen Piloten in einem Armstrong Whitworth A.W.52-Experimentalflugzeug im Mai 1949. Die heute von Martin-Baker für alle amerikanischen Jet-Fighter hergestellten Schleudersitze sind 0/0-fähig und somit auch bei Geschwindigkeit und Höhe Null vollkommen funktionsfähig.

Da ab den 1990ern auch Frauen an Kampfeinsätzen teilnehmen dürfen, wurde es notwendig die Schleudersitze auf deren durchschnittlich geringeres Gewicht und Größe anzupassen.[2][3]

Martin Baker Mk. GT5
  • Mark 1 – eingebaut in E.E. Canberra, Gloster Meteor, Hawker Hunter, Hawker Sea Hawk, Supermarine Attacker, Westland Wyvern, Avro Canada CF-100 Canuck und Supermarine Swift
  • Mark 2 – eingebaut in Canberra, CF-100, Hawker Hunter, Supermarine Attacker, Westland Wyvern, Sea Hawk, Meteor, Venom, Supermarine Swift, Saunders Roe
  • Mark 3 – eingebaut in Canberra, Hunter, Valiant, Vampire, Swift, Javelin, Vulcan, Victor, Fairey Delta 2, Bristol 221
  • Mark 4 – eingebaut in MB-326, Strikemaster, Étendard IV, Mirage III, Mystère, Ouragan, Alpha Jet, D.H. Vampire, E.E. Canberra, E.E. Lightning, Fouga Magister, Ajeet, Marut, Kiran, Hawker Hunter, SEPECAT Jaguar, Vautour
  • Mark 5 – eingebaut in Mirage III, F4D Skyray, A-6 Intruder, F-11 Tiger, OV-1 Mohawk, T-33 Shooting Star, TRV-1 SeaStar, F3H Demon, F-4K Phantom II, FJ-4 Fury, F-86D Sabre, F-100 Super Sabre, F-84F Thunderstreak, F-8 Crusader
  • Mark GT5 – eingebaut in RF84F ThunderFlash (Baujahr 1961, in Benutzung bis ca 1976)
  • Mark 6 – eingebaut in MB-326/Atlas Impala, Atlas Cheetah, Buccaneer, Mirage III, Ouragan, Super Étendard, Fiat G.91, IA 58 Pucará, IAI Dagger/ Kfir
  • Mark 7 – eingebaut in Starfighter (GQ7), F-4F Phantom (MK7)
  • Mark 8 – eingebaut in IA 63 Pampa, Short Tucano
  • Mark 9 – eingebaut in Dornier Do 31, H.S. Harrier G.R.1, Nord 500, SEPECAT Jaguar, VFW VAK 191B
  • Mark 10A – eingebaut in Panavia Tornado, Alpha Jet, MB-339, Nanchang A-5C „Fatan“, Dassault Mirage 5 und Chengdu F-7
  • Mark 10L – eingebaut in Pampa, Saab JAS-39 Gripen, Hawk, AMX, Super Tucano, F-5 „Tiger II“, T-36, Casa C-101, Cheetah, K-8, Soko G-4, S-211, EMB-312 Tucano, IAR-99, V-22, I.A.I. Kfir
  • Mark 11 – eingebaut in PC-9, PC-7 MkII, PZL-130
  • Mark 12 – eingebaut in Harrier
  • Mark 14 – eingebaut in F-14D, F/A-18C/D
  • Mark 15 – eingebaut in PC-7 MkII
  • Mark 16 – eingebaut in F-35 JSF, Eurofighter Typhoon, Rafale, Pilatus PC-21, Northrop T-38, T-6 Texan II[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lebenslauf von James Martin. Martin-Baker Aircraft Company, abgerufen am 27. März 2014 (englisch).
  2. The History and Developments of Martin Baker America. Martin-Baker Aircraft Company, 4. Juli 2012, S. 8 f, abgerufen am 27. März 2014 (PDF; 54 kB, englisch).
  3.  Stefan Schmitt: Dem Himmel so nah. Wie moderne Schleudersitze technische Meisterleistungen vollbringen. In: Zeit Wissen. Nr. 1, 10. Dezember 2008, S. 68-71 („In dem Moment, in dem das Rohr in der Rückenlehne und das am Cockpitboden getrennt sind, lässt der Schub schlagartig nach. Für die Ingenieure war dies lange ein Problem: Verwendeten sie eine zu schwache Treibladung, kam der Pilot nicht sicher aus dem Flugzeug. War sie zu stark, riskierten sie Verletzungen am Rückgrat. Das Problem verschärfte sich zusätzlich, als die ersten Frauen Kampfjets bestiegen. Schließlich muss ein Schleudersitz seitdem ihre im Durchschnitt zarteren Körper ebenso unbeschadet in Sicherheit bringen können wie den eines viel schwereren und deutlich größeren Mannes.“).
  4. Ejection Seats. Martin-Baker Aircraft Company, abgerufen am 27. März 2014 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]