Lockheed Martin F-35
| Lockheed Martin F-35 Lightning II | ||
|---|---|---|
F-35A Prototyp AA-1 |
||
| Typ: | Mehrzweckkampfflugzeug | |
| Entwurfsland: | ||
| Hersteller: | Lockheed Martin Aeronautics | |
| Erstflug: | 15. Dezember 2006 | |
| Indienststellung: | In der Flugerprobung | |
| Produktionszeit: | Seit 2003 in Produktion | |
| Stückzahl: | 9 (Stand: 8. Juli 2010)[1] | |
Die Lockheed Martin F-35 Lightning II ist ein US-Kampfflugzeug, das aus dem Sieger des „Joint Strike Fighter“-Programm (abgekürzt JSF, deutsch „gemeinsames Kampfflugzeug“), der X-35, entwickelt worden ist. Die F-35 gilt als das erste Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition
Die F-35 ist ein Mehrzweckkampfflugzeug, das die General Dynamics F-16, McDonnell Douglas F/A-18, Fairchild-Republic A-10, General Dynamics F-111 und bis 2012 auch die AV-8B Harrier II-Jets ersetzen soll. Ziel des Projektes ist es, ein Kampfflugzeug mit Stealth-Technologie und moderner Avionik zur Verfügung zu stellen, dessen Stealthfähigkeiten gegenüber der F-22 Raptor zwar verringert sind, das aber aufgrund des daraus resultierenden niedrigeren Preises die Anschaffung großer Stückzahlen ermöglicht. Die F-35 schließt damit die Lücke zwischen dem Luftüberlegenheitsjäger F-22 Raptor der amerikanischen Luftwaffe und der F/A-18E/F Super Hornet der US Navy, die nur über beschränkte Tarnkappenkapazitäten verfügt.
Den JSF wird es in drei verschiedenen Varianten geben, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Abnehmer abgestimmt sind:
- Ein konventionell startendes und landendes Flugzeug (CTOL) für die US Air Force und den Export (F-35A).
- Ein Kurzstartflugzeug mit Senkrechtlandekapazität (STOVL) für das US Marine Corps, die Royal Air Force, die Royal Navy und die italienische Marine (F-35B).
- Eine trägergestützte Variante für die US Navy mit größeren Tragflächen, beiklappbaren Tragflächenenden, verstärktem Fahrwerk sowie Fanghaken (F-35C).
Die F-35B ist das erste Serien-STOVL-Flugzeug, das Überschallgeschwindigkeit erreicht. Alle drei Typen verfügen über Tarnkappenfähigkeiten, solange keine Waffen an Außenpositionen mitgeführt werden.
Am 13. Juli 2004 startete die Produktion der 22 neuen Prototypen (davon 14 flugfähig), ab August 2006 sollten erste Flugversuche laufen. Zwischenzeitlich hat das Triebwerk Pratt & Whitney F135 unter Mithilfe der russischen Firma Jakowlew (Jak-141) erste Versuchsläufe absolviert.[2][3] Der Vertrag für die Produktion des Alternativtriebwerks F136 von Rolls Royce und General Electric wurde von den USA aufgelöst.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] X-35 JSF
→ Hauptartikel: Lockheed Martin X-35
Die Anforderungen für den JSF entstanden im Joint-Advanced-Strike-Technology-Programm (JAST). Im Rahmen des Programms baute Boeing die X-32, wohingegen Lockheed Martin mit der X-35 antrat. Es wurden zwei X-35 Maschinen gebaut, mit denen bewiesen werden sollte, dass die Anforderungen an den JSF erfüllt werden kann. Besonders die Einsatzfähigkeit der VTOL-Technik musste demonstriert werden.
Die Basisversion des JSF, die X-35A, absolvierte ihren Erstflug am 24. Oktober 2000 in Palmdale (Kalifornien/USA). Bereits im November war das Testprogramm abgeschlossen, weshalb mit den Umbauarbeiten zur X-35B begonnen werden konnte. Die X-35B ist ein Flugzeug, das senkrecht starten und landen kann (VTOL), wobei aber hauptsächlich die STOVL-Variante genutzt wird. Der erste Schwebeflug über einem Gitterrost fand am 22. Februar 2001 statt. Der erste Übergang vom Schweben zum Horizontalflug gelang am 3. Juli auf der Edwards AFB (USA), der Übergang vom Horizontalflug zur Senkrechtlandung war am 16. Juli 2001 erfolgreich. Die letzte Variante des JSF, die X-35C, ist für den Einsatz auf herkömmlichen (Katapult-) Flugzeugträgern (CV) ausgelegt. Die Hauptunterscheidungsmerkmale sind die vergrößerten Tragflächen, das verstärkte Fahrwerk und der Fanghaken am Heck. Der Erstflug fand am 16. Dezember 2000 in Palmdale (Kalifornien/USA) statt, zwischen dem 3. Januar 2001 und dem 10. März 2001 wurden 250 simulierte Flugzeugträger-Landungen absolviert.
Alle drei Varianten haben die Überschallfähigkeit nachgewiesen. Aufgrund der großen Änderungen am Flugzeug gehen beide X-35 an Museen. Die X-35C wurde am 16. Juli 2003 an das Patuxent River Naval Air Museum übergeben, die X-35A/B am 26. September 2003 an das Smithsonian Udvar-Hazy National Air and Space Museum.
[Bearbeiten] Weiterentwicklung zur F-35
Am 26. Oktober 2001 wurde entschieden, den Konstruktionsvertrag für den zukünftigen Joint Strike Fighter an Lockheed Martin zu vergeben. Für die weitere Entwicklung und Produktion schloss sich Lockheed Martin mit BAE Systems und Northrop Grumman zum Lockheed Martin F-35 JSF Team zusammen. Mit der Entwicklung des Antriebssystems wurde Pratt & Whitney sowie ein Konsortium aus Rolls-Royce und General Electric beauftragt. Die Regierung unter George W. Bush beschloss jedoch, den 2,4 Milliarden Euro schweren Vertrag mit Rolls-Royce aufzulösen, so dass nun Pratt & Whitney alleiniger Hersteller der F-35-Triebwerke ist (siehe Text). Am 13. Juli 2004 begann der Produktionsstart für die Testflugzeuge. Die ersten Flugzeuge sollen im Jahr 2012 in Dienst gestellt werden.
Am 15. März 2006 berichtete Spiegel Online, dass die Tarnfähigkeit laut Aussagen des US-Verteidigungsministeriums wahrscheinlich nicht den ursprünglichen Versprechen gerecht werden könne.[4] Als Reaktion auf diese neuen Informationen äußerte Australiens Verteidigungsminister Brendan Nelson Bedenken bezüglich des Flugzeugs, die britische Regierung drohte sogar mit dem Ausstieg aus der Entwicklung. Beide Regierungen planen, ihre Luftwaffe mit F-35-Maschinen aufzurüsten.
Am 7. Juli 2006 verkündete der Generalstabschef der US-Luftwaffe, General T. Michael Moseley, an Lockheed Martins Standort Fort Worth (Texas) den Namen der F-35: Sie heißt nun Lightning II und steht damit in der Tradition der ebenfalls von Lockheed gebauten P-38 Lightning, einem Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs und der English Electric Lightning, einem britischen Abfangjäger der 1960er Jahre.
Am 12. Dezember 2006 unterzeichnete der australische Verteidigungsminister Brendan Nelson in Washington D.C. eine Absichtserklärung zur Beteiligung Australiens am Joint-Strike-Fighter-Programm (JSF).
Die F-35A startete am 15. Dezember 2006 in Fort Worth zu ihrem Erstflug, der jedoch wegen technischer Probleme schon nach 32 Minuten beendet werden musste.
Für das Jahr 2007 waren dem US-Verteidigungsministerium nur Mittel für zwei F-35A genehmigt worden, anstatt wie geplant für fünf Maschinen. Für das Finanzjahr 2008 sind 6,1 Mrd. US$ für die Produktion von 12 Maschinen eingeplant, davon sechs F-35A und sechs F-35B. Für das Finanzjahr 2009 sind vom US-Verteidigungsministerium 16 Maschinen eingeplant, allerdings muss der Kongress dem noch zustimmen[5].
Nachdem es Anfang Mai 2007 durch ein kurzzeitiges Versagen der Stromversorgung beinahe zu einem Absturz kam, ruhte der Testflugbetrieb der F-35[6] bis zum nächsten Testflug am 7. Dezember 2007[7].
Am 11. Juni 2008 flog zum ersten Mal der F-35B-Prototyp, allerdings ohne dabei die STOVL-Eigenschaften zu testen. Die Maschine wurde von BAE-Testpilot Graham Tomlinson geflogen [8]. Die Annäherung an den Schwebeflug war ursprünglich für Anfang 2009 vorgesehen, [9] der erste STOVL-Testflug startete dann tatsächlich am 7. Januar 2010. Im Laufe dieses Testfluges wurde erstmalig im Flug der Liftfan aktiviert. Der Testpilot aktivierte dieses STOVL-System bei einer horizontalen Fluggeschwindigkeit von ca. 390 km/h, reduzierte dann die Fluggeschwindigkeit auf 330 km/h. Anschließend ging Testpilot Graham Tomlinson wieder in den Standard Flugmodus über. Dieser erste Liftfantest dauerte insgesamt ca. 14 Minuten. In den nun folgenden STOVL-Testflügen soll die Geschwindigkeit schrittweise bis zur ersten, vertikalen Landung reduziert werden.
Die erste dem Serienstand entsprechende F-35A (AF-1) hatte am 19. Dezember 2008, die erste F-35B am 21. Januar 2009 ihren Rollout.[10] Der AF-1 absolvierte seinen Jungfernflug am 14. November 2009.[11]
Am 28. Juli 2009 feierte der erste F-35C Prototyp (CF-1) seinen Rollout.[12] Der Erstflug folgte am 6. Juni 2010.[13]
Die erste Senkrechtlandung wurde am 18. März 2010 mit dem Prototypen BF-1 durchgeführt. Die vorgegebene Landefläche war 30 mal 30 Meter groß.[14]
[Bearbeiten] Beschaffung und Kosten
[Bearbeiten] USA
Aktuell (Februar 2008) erwartet die US Air Force folgende Beschaffungen und Kosten für das F-35A Programm[15].
Alle Angaben in Millionen US-Dollar.
| Position | FY 2007 | FY 2008 | FY 2009 | FY 2010 | FY 2011 | FY 2012 | FY 2013 | Ab 2014 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl der Beschaffungen | 2 | 6 | 8 | 12 | 24 | 42 | 48 | 1.621 | 1.763 |
| Basiskosten | 478 | 1.289 | 1.674 | 2.084 | 2.930 | 4.151 | 4.337 | 129.302 | 146.244 |
| Vorschusszahlungen | 94 | 123 | 137 | 232 | 358 | 366 | 469 | 11.202 | 12.980 |
| Waffensystemkosten | 572 | 1.412 | 1.811 | 2.316 | 3.288 | 4.517 | 4.805 | 140.504 | 159.224 |
| 1. Tranche Ersatzteile | 76 | 37 | 86 | 122 | 227 | 355 | 373 | 11.240 | 12.515 |
| Stückkosten („Flyaway“) | 247 | 215 | 199 | 159 | 125 | 102 | 91 | 80 | 83 |
| Stückkosten (komplettes Waffensystem) | 286 | 235 | 226 | 193 | 137 | 108 | 100 | 87 | 90 |
Etwa 2030 sollen sämtliche 1200 F-16 der US-Luftwaffe durch F-35 ersetzt sein. 2025 will die US-Marine ihren Jagdflugzeugbestand komplett auf die F-35 umgestellt haben.
Das 33. Fighter Wing der US Air Force, stationiert auf der Eglin Air Force Base in Florida, stellte im Oktober 2009 die erste F-35A Trainingsstaffel, die 58th Fighter Squadron (58th FS), auf. Das US Marine Corps folgte am 2. April 2010 mit der Marine Fighter Attack Training Squadron 501 (VMFAT-501) als erster F-35B Einheit und die US Navy plant die Aufstellung der ersten F-35C Einheit, es wird sich um die Fighter Attack Squadron 101 (VFA-101) handeln, für den Oktober 2011, beides auch in Eglin.
[Bearbeiten] Norwegen
Aktuellen Informationen (Stand: November 2008) zufolge erhält Norwegen seine 48 Maschinen zu einem Gesamtpreis von 2,5 Milliarden US-Dollar (pro Maschine 52 Millionen US-$). Dies war ein wesentlicher Faktor für den Entscheidungsprozess der Streitkräfte für die F-35 und gegen die JAS 39 „Gripen NG“.[16]
[Bearbeiten] Italien
Das italienische Verteidigungsministerium erwartet aktuell (April 2009) Beschaffungskosten von 12,09 Milliarden US-Dollar für 131 Maschinen[17]. Die Bestellung enthält 22 F-35B für die Marine, sowie weitere 40 F-35B und 69 F-35A für die Luftwaffe. Der Stückpreis pro Maschine (A- und B-Variante verrechnet) beträgt 92,3 Mio. US-Dollar. Weitere 4,5 Milliarden US-Dollar sind für Logistik und Support eingeplant.
Am 7. Oktober 2008 gab Italien bekannt, dass es aus dem Evaluations- und Testprogramm aussteigt und keine Testmaschinen der F-35 erwerben wird.[18]
[Bearbeiten] Israel
Am 15. August 2010 hat der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sein Einverständnis für den Kauf von ca. 20 F-35I Maschinen gegeben. Die Investitionen samt Wartungsverträgen und Ersatzteilen belaufen sich auf 4 Mrd US$. Es wird erwartet, dass die Israelische Regierung dem Geschäft demnächst zustimmt. Die Auslieferung ist über eine Dauer von zwei Jahren ab 2015 angedacht. [19]
[Bearbeiten] Beteiligte Staaten
Insgesamt sind neun Staaten an der Entwicklung des JSF beteiligt. Ausgehend von den USA als Hauptentwickler sind die anderen Staaten in so genannte Partnerlevel unterteilt. Dies gibt unter anderem an, welchen Einfluss ein Land auf die Entwicklung und Einblicke in die Technologie des Flugzeuges hat. Die prozentualen Anteile am Programm richten sich vor allem nach den Investitionen der jeweiligen Länder.
Zwei weitere Länder, Israel und Singapur sind als sogenannte Security Cooperative Participants (SCP) am Programm beteiligt, tragen aber keine direkten Entwicklungskosten, können allerdings die F-35 akquirieren und Nutzen aus der technologischen Entwicklung für ihre bisher eingesetzten Flugzeuge (zb. für die F-15SG oder die F-15I Ra’am) ziehen.
Die ersten Maschinen für Israel sollen ab 2012 ausgeliefert werden, wobei die Avionik teilweise aus israelischer Produktion stammen soll.[20] Den Wunsch Israels, seine Ausführungen mit soviel heimischer Technik wie möglich auszustatten, haben die USA bisher stets abgelehnt. Diese Leitlinie der israelischen Verteidigungspolitik, die vor allem von der F-16I Sufa bekannt ist, soll die israelische Dominanz in der Luft sichern, sollten die Vereinigten Staaten sich zur Belieferung arabischer Staaten mit demselben Modell entschließen.[21]
| Level | Anteil | Nation | Bestellung | Version |
|---|---|---|---|---|
| Level 0 | 88,8% | USA |
Air Force: 1763 |
F-35A,B,C |
| Level 1 | 5,1% | Großbritannien | 150 | F-35B |
| Level 2 | 2,5% | Italien | 131 | F-35A,B |
| 2,0% | Niederlande | 85 | F-35A | |
| Level 3 | 0,4% | Türkei | 116 | F-35A[22] |
| 0,4% | Australien | 100 | F-35A | |
| 0,3% | Norwegen | 48 | F-35A | |
| 0,3% | Dänemark | 48 | F-35A | |
| Kanada | 88 | F-35A | ||
| SCP | Israel | 25-100 (Option) | F-35A,B[23] | |
| Singapur[24] | ||||
| 100% | Gesamt | 3165 Flugzeuge |
Am 20. Mai 2010 entschied das niederländische Parlament, dass die Risiken des F-35 Programms zu groß seien und beschloss deshalb, das Engagement zu beenden. Die 2009 erworbene Testmaschine wird wohl abgeschrieben, ein zweites geplantes Muster nicht mehr finanziert.[25]
[Bearbeiten] Technik
[Bearbeiten] Cockpit
Im Gegensatz zum Cockpit der F-22, das primär aus vier großen Multifunktionsdisplays besteht, verwendet die F-35 ein einzelnes sogenanntes Panorama-Cockpit-Display (PCD). Dieses ist ungefähr 50 cm breit und 20 cm hoch. Durch die eine primäre Anzeige soll die Übersicht für den Piloten verbessert werden, genau wie die Touch-Screen-Auslegung diesen entlasten soll (siehe Text). Ebenfalls zur Entlastung soll die Voice-Control (Sprachsteuerung) beitragen, die bei der F-35 sowohl die Spracherkennung, als auch die Sprachausgabe (Direct Voice Input) umfasst. F-35 wird das erste US-Kampfflugzeug sein, das als Serienmaschine über eine Sprachsteuerung verfügt, nachdem bereits auf der F-16 VISTA und dem AV-8B „Harrier“ Testläufe damit unternommen wurden. Europäische Maschinen wie der Eurofighter oder die schwedische JAS 39 „Gripen“ verwenden dagegen Voice-Control bereits jetzt serienmäßig.
Im Gegensatz zur F-22 wird die Cockpithaube nicht aus einem einzigen Stück gefertigt. Identisch mit der F-22 ist im Cockpit der F-35 auf der linken Seite der Schubhebel zu finden, auf der rechten Seite der Sidestick. Damit entspricht auch die F-35 dem HOTAS-Design.
Als Schleudersitz wird in allen F-35 Varianten der Martin-Baker US16E verwendet.
[Bearbeiten] Triebwerk
Die einmotorige Auslegung der F-35 machten leistungsfähige Triebwerke notwendig, um auch die gestellten Anforderungen im Luftkampf zu erfüllen. Als Möglichkeiten stehen das Pratt & Whitney F135- und das General Electric / Rolls-Royce F136-Mantelstromtriebwerk zur Verfügung, wobei es sich um die derzeit leistungsstärksten Triebwerke für Jagdflugzeuge handelt. Die STOVL-fähige F-35B ist zusätzlich mit dem Rolls-Royce Lift-System ausgestattet[26].
[Bearbeiten] Pratt & Whitney F135
Der Pratt & Whitney F135-Turbofan stellt das primär verwendete Triebwerk für die F-35 dar. Es wird in drei Varianten gefertigt: Das F135-100 für die F-35A, das F135-400 für die F-35C und das F135-600 für die F-35B. Die F135-100 und -400 sind dabei weitgehendst identisch (beim F135-400 sind für die maritimen Bedingungen alle salzkorrosiven Legierungen ersetzt worden), wohingegen das F135-600 mit dem Rolls-Royce Lift-System ausgestattet ist[26].
Das F135 ist aus dem F119-Triebwerk der F-22 entwickelt worden und erzeugt in allen Varianten 191,3 kN Schub mit Nachbrenner, sowie 128,1 kN ohne Nachbrenner. Pratt & Whitney gibt an, dass man die Wartbarkeit des F135 gegenüber den Triebwerken der F-16 (Pratt & Whitney F100 und General Electric F110) verbessert habe. Da es ca. 40% weniger Teile als die Vorgänger besitzt, sei auch die Zuverlässigkeit verbessert worden. Gleichzeitig würde weniger Personal für einen Triebwerkswechsel benötigt.
Ursprünglich war geplant, das F135 mit der selben zweidimensionalen Schubvektorsteuerung auszurüsten, die bereits die F-22 verwendet. Zwar wäre durch die einmotorige Auslegung es nicht möglich gewesen, damit die Rollbewegungen der F-35 zu verbessern, allerdings wäre es dennoch zu Leistungssteigerungen bei Kippbewegungen gekommen. Außerdem war die ebenfalls von der F-22 stammende rechteckige Form der Düse vorgesehen, um die Infrarot- und Radarsignatur zu reduzieren. Warum man sich schließlich gegen die 2D-Schubvektorsteuerung und für konventionelle runde Düsen entschied, ist unklar.
Lärmmessungen mit dem F-35A Prototyp AA-1 ergaben, dass die F-35 zwischen 10 bis 18 dB lauter ist als eine F-15. In lineare Verhältnisse übersetzt stellt dies eine Steigerung des Schalldrucks zwischen dem zwei- bis dreifachen dar.[27]
[Bearbeiten] General Electric/Rolls-Royce F136
Das F136 ist eine Weiterentwicklung des YF120-Triebwerkes. Dieses war ursprünglich für den „Advanced Tactical Fighter“ entwickelt und in der YF-22 und YF-23 eingebaut worden. Im Auswahlverfahren unterlag das YF120 dann aber dem YF119 und wurde nie in Serie gefertigt. Für den JSF griff General Electric auf das YF120 zurück und gründete ein Konsortium mit Rolls-Royce, wobei GE 60 % und RR 40 % beisteuerte. Aus diesem ging schließlich das F136 hervor, das seinen ersten Testlauf am 21. Juli 2004 auf der Testanlage in Evendale (Ohio) absolvierte. Dabei erreichte der Prototyp eine maximale Schubleistung von ca. 178 kN und 106 kN Trockenschub.
Im August 2005 erhielt General Electric einen Entwicklungsvertrag im Wert von 2,4 Mrd US-$. Dieser sah die Fertigstellung des F136 bis 2013 vor. Am 6. Februar 2006 löste die US-Regierung den Entwicklungsvertrag mit dem Konsortium um General Electric und Rolls-Royce wieder auf und setzt Konkurrent Pratt & Whitney als alleinigen Triebwerkslieferanten für die F-35 ein. Grund dafür war, dass das F135 eine Weiterentwicklung des F119-Triebwerks darstellt, das bei der F-22 eingesetzt wird. Da eine hohe Komponentenübereinstimmung existiert, erhoffte sich die US-Luftwaffe von der alleinigen Verwendung des F135 Kostenersparnisse von ca. 30%. Aufgrund von wirtschaftspolitischen Interessen traf die Entscheidung in Großbritannien auf Kritik. Da der US-Kongress Ende 2006 noch Entwicklungsgelder für das Fiskaljahr 2007 bereitstellte, konnte General Electric das F136 dennoch weiterentwickeln.
2009 erreichte das F136 auf dem Prüfstand Schubleistungen von über 190 kN.[28] Als im Sommer 2009 Pratt & Whitney Kostensteigerungen beim F135 bekannt gab,[29] mehrten sich die Stimmen im US-Senat, wieder Gelder für das F136 freizugeben.[30][31] Gerade im Export soll die Marktposition der F-35 mit der Auswahl aus zwei Triebwerken verbessert werden. Gegen den Willen von Verteidigungsminister Robert Gates und US-Präsident Barack Obama stimmte am 30. Juli 2009 das Repräsentantenhaus für die Serienfinanzierung des F136-Triebwerks.[32][33] Allerdings wurden Anfang September 2009 die Serienfinanzierung zu Gunsten von zehn weiteren C17-Transportmaschinen wieder aus dem Budget gestrichen.[34]
[Bearbeiten] Rolls-Royce Lift-System
Das Rolls-Royce Lift-System[35] besteht aus einem Mantelpropeller (LiftFan), der mit dem Haupttriebwerk über eine Getriebewelle (Driveshaft) verbundenen ist, dem 3-Drehgelenk-Lager Modul (3BSM -Bearing Swivel Module) und Ausgleichsdüsen für die Rollsteuerung (Roll Posts)[36].
Der hinter dem Cockpit eingebaute, aus zwei gegenläufigen Stufen bestehende Lift-Fan, wird über eine auskoppelbare Antriebswelle von einer Zweistufigen Niederdruckturbine des Haupttriebwerks angetrieben (SDLF - Shaft Driven Lift Fan)[37]. Er hat 50 inch Durchmesser (etwa 1,25 m) und kann einen ca. 80 kN (20000 lbf) großen Anteil des Vertikalschubes erzeugen.
Das 3BSM ist ein dreiteiliges, durch diagonal geschnittene Flansche in sich drehbares Strahlrohr, das zur Umlenkung des Schubs des Haupttriebwerkes nach unten dient. Es kann in 2,5 Sekunden über 95 Grad drehen und liefert etwa 100 kN Schub. Damit steht der F-35B insgesamt ca. 180 kN Schub für den Senkrechtstart zu Verfügung, da dabei der Nachbrenner des F135-600 nicht verwendet werden kann. Für das 3BSM und den Ein- und Auslaß des Lift-Fan öffnen sich dabei Klappen in der Rumpfverkleidung.
Ausgleichsdüsen für die Rollsteuerung (Roll Posts) in den Flügeln, die jeweils etwa 9 kN (1950 lbf) Schub liefern, werden durch Zapfluft aus dem Verdichter des Haupttriebwerkes gespeist.
Rolls-Royce entwickelte zusammen mit Pratt & Whitney das F135 STOVL Antriebssystem für den F-35B Joint Strike Fighter, um die Austauschbarkeit mit dem GE Rolls-Royce F136-Triebwerk sicherzustellen. Rolls-Royce leitete von seinem Standort in Bristol, UK, das umfassende Entwicklungs-und Integrationsprogramm, und war verantwortlich für die Strömungsmaschinerie des LiftFan, 3BSM und das Design der Ausgleichsdüsen für die Rollsteuerung. Das Team in Indianapolis, USA, lieferte Getriebe, Kupplung, Gelenkwelle und Düse des Systems und leitete den Einbau und die Prüfung des LiftFan[35].
[Bearbeiten] Bewaffnung
Da die F-35 als Mehrzweckkampfflugzeug ausgelegt ist, steht ihr als Bewaffnungoptionen eine große Auswahl an Raketen und Bomben zur Verfügung.
Als Geschützbewaffnung ist bei der F-35A eine intern eingebaute vierläufige Gatling-Kanone vom Typ GAU-22/A (Kaliber 25 mm) vorgesehen, für die 180 Schuss Munition mitgeführt werden. Die Versionen B und C der F-35 weisen diese Bewaffnung nicht aus, können aber mit dieser Waffe in einem externen Waffenbehälter mit 220 Schuss Munition ausgerüstet werden.
[Bearbeiten] Avionik
Die Avionik der F-35 ist hochgradig integriert, um die Arbeitsbelastung für den Piloten so gering wie möglich zu halten, so dass sich dieser auf seine Kampftaktik konzentrieren kann, anstatt auf die Bedienung verschiedener Avioniksysteme. Dies wird im wesentlichen durch Sensorfusion erreicht, das heißt, dass ein zentraler Computer alle Sensordaten (zum Beispiel Radar-, RWR- oder EO-Sensoren) auswertet und zu einem integrierten Lagebild zusammensetzt. Dadurch ist es dem Piloten möglich, mit einem Blick die gesamte taktische Situation zu erfassen. Dargestellt wird dieses Bild bei der F-35 auf einem großen Touchscreen-MFD (50 x 20 cm) und dem Helmvisier (HMDS). Eine Sprachsteuerung ist ebenfalls integriert. Die Avionik-Software wird bei Entwicklungsende voraussichtlich rund 4,5 Millionen Zeilen C++-Code umfassen.
[Bearbeiten] AN/APG-81
Bei dem AN/APG-81 handelt es sich um das von Northrop Grumman produzierte Bordradar der F-35. Es basiert auf der AESA-Technologie und hat viele Baugruppen und Fähigkeiten mit dem AN/APG-77 der F-22 Raptor gemein. Das Radar verfügt über eine Vielzahl von Betriebsmodi, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Luft-Boden-Betriebsmodi (SAR) gelegt wurde. Die Reichweite für ein Ziel mit einem Radarquerschnitt von 1 m² beträgt etwa 150 km[38], wobei diese Reichweite nicht für den LPI-Betriebsmodus gilt. In Zukunft soll das Radar auch als EloKa-System verwendet werden können. Bis August 2007 wurden bereits acht Geräte ausgeliefert, wobei die ersten drei Softwareversionen bereits implementiert und getestet sind. Damit liegt Northrop Grumman vor dem eigentlichen Zeitplan. Bis zum Februar 2008 wurde das Radar insgesamt 6625 Stunden getestet, wobei 125 Stunden auf Flugerprobungen in einer modifizierten BAC 1-11 entfallen.
[Bearbeiten] AN/ASQ-239
Das ASQ-239 ist für die Elektronische Kampfführung der F-35 zuständig, wobei zum aktuellen Zeitpunkt wenig über die Eigenschaften und Kapazitäten des Systems bekannt ist. Es wiegt 90 kg und besitzt zehn Antennengruppen entlang der Flügelvorder- und Hinterkanten.
[Bearbeiten] EOTS
Das EOTS (Electro-Optical Targeting System) ist ein elektro-optisches Zielsystem, das Lockheed Martin entwickelt. Es basiert auf dem Sniper XL-Pod, das für die F-16 entwickelt wurde. Das System verfügt über einen diodenbasierten Entfernungs-/Zielbeleuchtungslaser, eine Videokamera und einen hochauflösenden FLIR-Sensor. EOTS kann als Luft-Boden- und Luft-Luft-Sensor genutzt werden, wobei in Kombination mit dem Navigationssystem der F-35 auch Geodaten ermittelt werden können. Die Sensorik ist gegenüber dem Flugzeug stabilisiert und kann Entfernungen auch passiv ohne Laserbeleuchtung ermitteln. Lockheed Martin hat inzwischen einige Modelle für die Systemintegration und Tests produziert. Als Plattform dient eine modifizierte North American T-39. Bis Februar 2008 wurde das System 3650 Stunden getestet, wobei 10 Stunden auf Flugtests entfallen. Im Dezember 2009 begann die Kleinserienproduktion des EOTS.
[Bearbeiten] AN/AAQ-37
Bei dem AN/AAQ-37, auch als DAS (Distributed Aperture System) bezeichnet, handelt es sich um ein infrarotgestütztes Sensorsystem. Es besteht aus sechs separaten IR-Kameras, die so auf der Flugzelle angeordnet sind, dass der gesamte Luftraum überwacht werden kann[39]. Es ist primär als Raketenwarngerät konzipiert, weist aber auch weitere Funktionen auf. So können feuernde SAM- und Flak-Stellungen automatisch erkannt und mit an Bord verfügbaren Waffen (zum Beispiel JDAM) umgehend bekämpft werden[39], während gleichzeitig geeignete Gegenmaßnahmen (Flares, Chaff und EloGM) zielgerichtet eingesetzt werden. Auch sich aus beliebiger Richtung nähernde Kampfflugzeuge können erfasst und anschließend mit Fire-and-Forget-Waffen (wie AIM-9X oder AIM-120) angegriffen werden, ohne dass die F-35 sich durch Flugmanöver in Abschussposition bringen muss[39]. Während eines Luftnahkampfes mit einer Vielzahl von beteiligten eigenen und gegnerischen Maschinen identifiziert und verfolgt das AAQ-37 alle Flugzeuge, so dass der Pilot auch bei ähnlich aussehenden Maschinen stets zwischen Freund und Feind unterscheiden kann[39].
Während Nacht-Missionen dient das System als Ersatz für konventionelle Nachtsichtgeräte. In Kombination mit dem HMDS-Helm kann der Pilot in jeder beliebigen Richtung auf ein Nachtsichtbild von hoher Qualität zurückgreifen, wobei die Schärfe in etwa der des menschlichen Auges entspricht[39]. Dies ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber den üblichen, auf dem Helm montierten Nachtsichtgeräten, da diese durch ihre Konstruktion und die Cockpitkanzel nur ein verhältnismäßig kleines Blickfeld abdecken können. Kombiniert mit dem Bordcomputer können auch Fahrzeuge am Boden sicher verfolgt werden.
Das AAQ-37 wird von Northrop Grumman entwickelt und wird zur Zeit auf einigen F-16 und QF-4-Drohnen der Edwards Air Force Base getestet. Bis Februar 2008 wurde das System 4700 Stunden getestet, wobei 83 Stunden auf Flugtests entfallen.
[Bearbeiten] CNI
Das CNI (Communication, Navigation & Identification) ist ein zentrales Computersystem zur Navigation, Kommunikation und Zielidentifizierung. Es wird von Northrop Grumman entwickelt und ähnelt dem Avioniksystem der F-22. Es ist mit nahezu allen militärischen Kommunikationsprotokollen kompatibel (zum Beispiel Link 16, JTRS und UHF/VHF). Des Weiteren sind folgende Merkmale integriert: GPS, TACAN, IFF, Joint Precision Approach and Landing System (JPALS). Auch Breitbandkommunikation mittels des AN/APG-81-Radars soll unterstützt werden. Zur Kommunikation innerhalb eines F-35 Verbandes kommt bevorzugt der „Multifunction Advanced Data Link“ (MADL) zum Einsatz[40][41]. Dieses System besteht aus sechs Phased-Array-Antennengruppen, die so angeordnet sind, dass sie den gesamten Luftraum abdecken. Im Gegensatz zu konventionellen Antennen strahlt der MADL-Komplex nur in einem sehr kleinen Sektor (starke Richtwirkung) mit geringen Nebenkeulen Signale ab. Hierdurch wird die Datenrate bei gleicher Sendeleistung stark erhöht und die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung durch feindliche ELINT-Sensoren massiv reduziert. Bis Februar 2008 wurde das CNI-System 4400 Stunden getestet, wobei über 65 Stunden auf Flugtests entfallen. Die EloKa-Systeme wurden 11.255 Stunden getestet (über 70 Stunden Flugtest).
[Bearbeiten] Technische Daten
Daten aus F-35 Program brief [42] F-35 JSF Statistics[43]
| Kenngröße | Daten der F-35A | Daten der F-35B | Daten der F-35C |
|---|---|---|---|
| Länge: | 15,67 m | 15,61 m | 15,67 m |
| Spannweite: | 10,67 m | 10,67 m | 13,11 m |
| Flügelfläche | 42,70 m² | 42,70 m² | 62,06 m² |
| Flügelstreckung: | 2,67 | 2,67 | 2,77 |
| Tragflächenbelastung: |
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| Höhe: | 4,57 m | 4,57 m | 4,72 m |
| Leergewicht: | 13.170 kg | 14.588 kg | 14.547 kg |
| Normales Startgewicht: | 22.280 kg | k. A. | k. A. |
| Maximales Startgewicht: | 31.751 kg | 27.216 kg | 31.751 kg |
| Interne Tankkapazität: | 8.382 kg | 6.351 kg | 9.110 kg |
| g-Limits: | 9 g[44] | 9 g | 9 g |
| Höchstgeschwindigkeit: | Mach 1,8 (auf optimaler Flughöhe) | Mach 1,8 (auf optimaler Flughöhe) | Mach 1,8 (auf optimaler Flughöhe) |
| Dienstgipfelhöhe: | 15.240 m | 15.240 m | 15.240 m |
| Einsatzradius: | 1.090 km | 833 km | 1.111 km |
| Flugreichweite: | 2.225 km | 1.665 km | 2.590 km |
| Triebwerk: | Ein Pratt & Whitney F135-100-Turbofan |
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Ein Pratt & Whitney F135-400-Turbofan |
| Schubleistung:[45] |
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| Schub-Gewicht-Verhältnis: |
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[Bearbeiten] Bewaffnungsoptionen
Eine F-35 kann mit folgenden Waffensystemen ausgerüstet werden, wobei eine Gesamtlast von 8.165 kg (davon 6.805 kg extern) nicht überschritten werden darf:[46]
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1 Kann nicht intern mitgeführt werden
2 Kann von der F-35B nicht intern mitgeführt werden
[Bearbeiten] Bewaffnungslayout
Anmerkung: Bei den Nummern 4, 5, 7 und 8 handelt es sich um interne Waffenstationen
Begriffserläuterung:
- Station: Nummer der Waffenstation
- Store: Mögliche Bewaffnungstypen
- A/A: Luft-Luft-Rakete
- A/S: Luft-Boden-Waffe
- Gun: 25 mm GAU-12 Gatling-Kanone in LO-Behälter (bei der F-35A intern)
- Capacity C: Maximale Zuladung der entsprechenden Waffenstation (Angaben in Pfund)
[Bearbeiten] Kritik und Probleme
Kritiker des Programms nennen unter anderem folgende Punkte:
- Der JSF leide unter falsch definierten Entwicklungszielen.
- Er führe zu wenig internen Treibstoff und Waffen mit und kann daher kein Ersatz für Bodenangriffsflugzeuge sein.
- F-35 verfügt über lediglich vier interne Waffenpositionen, die nur Luft-Luft-Raketen und Bomben mit maximal 2 x 900 kg aufnehmen können.
- Um das Angriffspotential zu erweitern, müssen zusätzliche Außenlasten an den Tragflächen angebracht werden, wodurch die Tarneigenschaften reduziert werden.
- Die Unfähigkeit zu langen Überschallflügen macht den F-35 als Luftverteidigungsplattform weniger brauchbar.
- Die geringe Höchstgeschwindigkeit (Mach 1,8) schränke die Einsatzpalette zudem erheblich ein.
- Das Projekt werde unter längeren Verzögerungen leiden und seinen Kostenrahmen sprengen.
- Die Kosten des Flugzeugs seien per se zu hoch.
Trotz dieser Bedenken haben inzwischen mehrere Länder Vertrauen in das JSF-Design ausgedrückt und wurden zu Minderheits-Partnern im JSF-Herstellerkonsortium.
Die Fürsprecher des Programms sehen den JSF als Möglichkeit aus dem Jahrzehnte alten Muster der US-Flugzeugbeschaffung auszubrechen: Anstatt traditionell drei Flugzeuge, für jede Waffengattung eines, zu entwickeln, ist der JSF ein Gemeinschaftsprojekt der drei US-Teilstreitkräfte Luftwaffe, Navy und Marine Corps. Dies erlaubt, dass die verschiedenen JSF-Varianten zu 80 % identisch sind, und senkt so die Flugzeug- und Wartungskosten. Das Projekt folgt dabei zum Teil der Philosophie der Europäer, deren Panavia Tornado von Anfang an als „Mehrzweckkampfflugzeug“ geplant wurde und dabei erfolgreich war. Der JSF ist außerdem das erste US-Flugzeugprogramm, bei dem die Kosten als unabhängige Variable angesehen werden. In früheren Programmen waren die Flugzeugkosten eine abhängige Variable – zusätzliche Fähigkeiten haben immer die Stückkosten erhöht. Solche Design-Änderungen werden während der JSF-Entwicklung nicht erlaubt, das bedeutet, dass der Budgetrahmen begrenzt bleibt.
Ursprünglich war die US Air Force von einer Fertigungsrate von 110 Maschinen pro Jahr für die F-35A ausgegangen. Diese Fertigungsrate wird benötigt, um die im Laufe der Zeit außer Dienst gestellten F-16 rechtzeitig zu ersetzen[47]. Nunmehr ist nur noch eine Produktionsrate von 48 Maschinen pro Jahr, ab dem Jahr 2012, geplant. Dadurch steigt der Stückpreis pro Maschine deutlich an. Einige Analysten sehen schon die 100-Mio-US$-Marke pro Maschine überschritten. [48] Im April 2007 gab das Verteidigungsministerium der USA bekannt, dass der Preis pro F-35 sich auf 121,97 Mio. US$ pro Maschine erhöht.[49] Laut einem Bericht des Rechnungshofs des Kongresses vom März 2008 soll das gesamte Programm die US-Streitkräfte in den nächsten Jahrzehnten fast eine Billion US-$ kosten. Davon entfallen auf die Entwicklung und Anschaffung von 2.458 Flugzeugen 300 Mrd., auf Betrieb und Unterhalt in den nächsten Jahrzehnten weitere 650 Mrd. Dollar.[50]
Im April 2009 kam es gemäß eines Berichts des Wall Street Journal zu einem Hackerangriff auf Daten des F-35 Projekts. Dabei wurden größere Mengen Daten aus Rechnern des US-Verteidigungsministeriums gestohlen. Laut Pentagon wurden dabei jedoch keine weitreichend sensiblen Daten kopiert. [51]
[Bearbeiten] Technische Probleme
Am 3. Mai 2007 trat ein elektrischer Kurzschluss innerhalb einer Hydraulik Control Box der F-35 AA-1 auf, woraufhin der Pilot notlanden musste. Im August 2007 kam es zu einem Schaufelbruch im Niederdruckverdichter bei einem F135-Prüfstandstriebwerk. Bei der anschließenden Überprüfung des Triebwerk der AA-1 wurden Risse am fraglichen Teil festgestellt. Am 7. Dezember 2007 wurde das Testflugprogramm mit der F-35 AA-1 wieder aufgenommen. Am 4. Februar 2008 ereignete sich während des Triebwerksabnahmelauf für die erste F-35B wiederum ein Schaufelbruch in der Niederdruckverdichterstufe des F135 Triebwerks.[52] Hierdurch verzögerte sich der Erstflug der F-35B BF-1. Am 11. August 2008 wurde bekannt, dass die F-35 AA-1 wegen Problemen mit den Kühlluftgebläsen den Testflugbetrieb unterbrechen muss. Weiterhin soll die F-35 lauter sein als eine F-16, was bei einigen Exportbetreibern Probleme bereiten würde. So forderte Australien zusätzlich Lärmmessungen mit der F-35. Auch liegt der Stickoxidausstoß des F135-Triebwerks wegen der höheren Verbrennungstemperaturen höher als bei allen anderen vergleichbaren Triebwerken.[53][54]
Im August 2007 wurde bekannt, dass durch einen Fehler in der Ausschreibung der elektrische Generator des F-35C nur 65 % der geforderten Stromstärke liefern kann, was bei der F-35 mit ihren elektrisch betriebenen – und besonders bei der F-35C mit ihren vergrößerten – Steuerflächen die Manövrierfähigkeit einschränkt. Ein leistungsverstärkter Generator wird jedoch erst Ende 2009 verfügbar sein. Dieser Fehler betrifft das in der F-35 A und F-35 C eingebaute Standardtriebwerk, was eine Verstärkung des Nebenaggregatgetriebes notwendig macht.[55][56]
[Bearbeiten] Vergleichbare Typen
[Bearbeiten] Mediale Rezeption
In dem Film Stirb langsam 4.0 aus dem Jahr 2007 versucht John McClane (gespielt von Bruce Willis) gegen Ende des Films mit einem Truck der Verfolgung einer F-35B zu entkommen. Dabei wird neben dem Einsatz von Luft-Bodenraketen und der Bordkanone auch der Übergang vom Normalflug zum Schwebeflug gezeigt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Internetpräsenz der Lockheed Martin F-35 (englisch)
- FAS: F-35/Joint Strike Fighter (JSF) (englisch)
- Offizielle Internetpräsenz der Joint Strike Fighter-Ausschreibung (englisch)
- SPIEGEL: Video zur aktuellen Kostensteigerung des Programms (deutsch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Ninth F-35 joins flight test fleet. Flight Global, 8. Juli 2010, abgerufen am 8. Juli 2010 (Englisch).
- ↑ Hayles, John. "Yakovlev Yak-41 'Freestyle'". Aeroflight, 28 March 2005. Retrieved: 3 July 2008.
- ↑ "Joint Strike Fighter (JSF).", Jane's. Retrieved: 3 July 2008.
- ↑ Spiegel.online: Neuer US-Kampfjet sorgt für Ärger, 15. März 2006
- ↑ www.airforcetimes.com: DoD calls for 7.5% budget increase in ’09 (englisch)
- ↑ Financial Times Deutschland online: Zwangspause für US-Kampfflieger
- ↑ www.lockheedmartin.com: Lockheed Martin F-35 marks 20th flight (englisch)
- ↑ www.lockheedmartin.com: Lockheed Martin F-35B STOVL Stealth Fighter Achieves Successful First Flight (englisch)
- ↑ www.lockheedmartin.com: F-35B Begins In-Flight STOVL Operations (englisch)
- ↑ FlugRevue März 2009, S.47, F-35 macht Fortschritte
- ↑ FliegerWeb - Weitere Meilenstein im F-35 Lightning II Programm
- ↑ http://www.flightglobal.com/articles/2009/07/30/330377/lockheed-rolls-out-f-35c-as-us-navy-interest-grows.html
- ↑ http://www.flightglobal.com/articles/2010/06/08/342927/first-flight-for-f-35c-keeps-lockheed-on-track.html
- ↑ Lockheed Martin F-35. In: Flug-Revue. Juni 2010, ISSN 0015-4547, S. 32-37.
- ↑ United States Air Force – Committee Staff Procurement Backup Book – FY 2009 Budget Estiamates (englisch), Februar 2008. Seite 43
- ↑ Aviation Week, Bill Sweetman: Gripen's Norwegian Blues (englisch)
- ↑ Aviation Week & Space Technology 13. April 2009, Vol. 170 Issue 15, S. 30
- ↑ www.defense-aerospace.com: Italy Pulls Out of JSF’s Initial Operational Test and Evaluation (englisch)
- ↑ Google News/AP (englisch)
- ↑ www.jpost.com: US to speed up stealth fighter delivery to Israel (englisch)
- ↑ Egozi, Arie: Israel stands firm on demand for domestic JSF content, in: Flight International', 6. März 2009. Zugriff am 7. März 2009.
- ↑ TGNA Approves Turkey’s F-35 PSFD Phase Participation
- ↑ DOD: Israel - F-35 Joint Strike Fighter Aircraft
- ↑ Singapore Signs Letter of Intent for Joint Strike Fighter Programme
- ↑ FliegerWeb: F-35: Holland steigt aus, Nachricht vom 21. Mai 2010, abgerufen am 21. Mai 2010
- ↑ a b LiftSystem Rolls-Royce website. Zugriff am: 6. Februar 2010
- ↑ www.eglin.af.mil: JSF Flight training – affected environment and environmental consequences; Seite 13 (englisch, PDF)
- ↑ Flightglobal - PARIS AIR SHOW: F136 revs up thrust setting, Zugriff am 16. Juni 2009
- ↑ Flighglobal - Pratt & Whitney faces new pressure on F135 costs, Zugriff am 1. Juli 2009
- ↑ Flightglobal - US Senate axes F-35 alternate engine, Zugriff am 23. Juli 2009
- ↑ Flightglobal - New vote backs competitive engine strategy for F-35, Zugriff am 25. Juni 2009
- ↑ Flightglobal - Obama threatens vetoes on F-22, F136 decisions, Zugriff am 25. Juni 2009
- ↑ Flightglobal - New vote backs competitive engine strategy for F-35, Zugriff am 31. Juli 2009
- ↑ FliegerWeb - Senat kippt F136 Triebwerk aus dem Budget, Nachricht vom 14. September 2009
- ↑ a b LiftSystem Rolls-Royce website. Zugriff am: 6. Februar 2010
- ↑ pdf mit grafischer Darstellung des Rolls-Royce LiftSystem® Rolls-Royce website. Zugriff am: 6. Februar 2010
- ↑ Shaft Driven Lift Fan (SDLF) F-35 Joint Strike Fighter Program Office-website. Zugriff am: 6. Februar 2010
- ↑ www.ausairpower.net: Is the JSF really good enough? – analysing the ASPI paper (PDF, englisch)
- ↑ a b c d e Video von Northrop Grumman
- ↑ Harris - Multifunction Advanced Data Link (MADL), Zugriff am 25. Juni 2009
- ↑ Signal Magazine - Programmable System Guides Jet to New Heights, Juni 2008. Zugriff am 25. Juni 2009
- ↑ www.jsf.mil: F-35 Program brief (PDF, englisch)
- ↑ www.jsf.mil: F-35 Joint Strike Fighter Media Kit Statistics (englisch, ZIP; 98,2 KB)
- ↑ www.globalsecurity.org: F-35 Joint Strike Fighter Lightning II (englisch)
- ↑ Pratt & Whitney - F135 JSF Engine Characteristics, Zugriff am 29. Juli 2010
- ↑ http://photos.state.gov: F-35 Program Brief (Norwegen, PDF, englisch)
- ↑ www.afa.org: Let those geezers go; Up front on C-17s; F-15 options …. (englisch)
- ↑ www.airpower.at: USAF & JSF: „30° nose-low and 90°bank - all we see is ground…“ (englisch)
- ↑ www.defense-aerospace.com: US Developing Separate JSF for Foreign Partners (englisch)
- ↑ Spiegel.online 12. März 2008: „Neuer US-Kampfjet kostet Unsummen“
- ↑ tagesschau.de: „Hacker knacken Pentagon-Waffenprojekt“
- ↑ www.flightglobal.com: Blade failure will delay STOVL F-35B JSF first flight (englisch)
- ↑ www.aviationweek.com: JSF Delays Pile Up, Bill Sweetman, 11. August 2008 (englisch)
- ↑ www.aviationweek.com: Component Failures Impact F-35 Flight Testing (englisch)
- ↑ FliegerRevue Oktober 2008, S.26-30, JSF - zum Erfolg verdammt
- ↑ www.defenseindustrydaily.com: F-35 JSF Hit by Serious Design Problems (englisch)
Jagdflugzeuge der USAAS/USAAC/USAAF:
P-1 | P-2 | P-3 | XP-4 | P-5 | P-6 | XP-7 | XP-8 | XP-9 | XP-10 | P-11 | P-12 | XP-13 | XP-14 | XP-15 | P-16 | XP-17 | XP-18 | XP-19 | YP-20 | XP-21 | XP-22 | XP-23 | YP-24 | Y1P-25 | P-26 | YP-27 | Y1P-28 | P-29 | P-30 | XP-31 | XP-32 | XP-33 | XP-34 | P-35 | P-36 | YP-37 | P-38 | P-39 | P-40 | XP-41 | XP-42 | P-43 | P-44 | P-45 | XP-46 | P-47 | XP-48 | XP-49 | XP-50 | P-51 | XP-52 | XP-52 | XP-53 | XP-54 | XP-55 | XP-56 | XP-57 | XP-58 | P-59 | YP-60 | P-61 | XP-62 | P-63 | P-64 | XP-65 | P-66 | XP-67 | XP-68 | XP-69 | P-70 | XP-71 | XP-72 | XP-73 | P-75 | XP-76 | XP-77 | XP-78 | XP-79 | P-80 | XP-81 | P-82 | XP-83 | X/YP-84
Jagdflugzeuge der USN/USMC bis 1962:
XFA | F2A | F3A | FB | F2B | F3B | F4B | XF5B | XF6B | XF7B | XF8B | FC | F2C | F3C | F4C | F5C | F6C | F7C | F8C | F9C | F10C | F11C | XF12C | XF13C | XF14C | XF15C | FD | XFD | F2D | F3D | F4D | F5D | F6D | FF | F2F | F3F | F4F | XF5F | F6F | F7F | F8F | F9F | XF10F | F11F | XF12F | XFG | F2G | XF2G | XFH | FH | F2H | F3H | F4H | FJ | XFJ | XF2J | XF3J | FL | XFL | F2L | XF3L | FM | F2M | F3M | FN | FO | FR | XF2R | XFT | F2T | FU | XF2U | XF3U | F4U | XF5U | F6U | F7U | F8U | XFV
Jagdflugzeuge der USAF bis 1962:
F-47 | F-51 | F-80 | F-82 | F-84 | XF-85 | F-86 | XF-87 | XF-88 | F-89 | XF-90 | XF-91 | XF-92 | YF-93 | F-94 | YF-95 | YF-96 | F-97 | XF-98 | XF-99 | F-100 | F-101 | F-102 | F-103 | F-104 | F-105 | F-106 | F-107 | XF-108 | XF-109 | F-110 | F-111
Jagdflugzeuge der US-Streitkräfte seit 1962:
F-1 | F-2 | F-3 | F-4 | F-5 | F-6 | F-7 | F-8 | F-9 | F-10 | F-11 | YF-12 | F-14 | F-15 | F-16 | YF-17 | F/A-18 | F-20 | F-21 | F-22 | YF-23 | F-35 | F-117
Zivile Baureihen
Vega • L-9 Orion • L-10 Electra • L-12 Electra Junior • L-14 Super Electra • L-18 Lodestar • L-1049 Constellation • L-188 Electra • L-1329 JetStar • L-1011 TriStar
Militärische Baureihen
A-12 • A-28 • A-29 • C-5 • C-69 • C-121 • C-130 • C-141 • EC-121 • F-16 • F-22 • F-35 • F-80 • F-94 • F-104 • F-117 • P-2 • P-3 • P-38 • P-80 • PV • R6V • RQ-170 • S-3 • SR-71 • T-33 • U-2
Versuchsflugzeuge und abgebrochene Projekte
AH-56 • CL-400 • CL-475 • L-2000 • M-21 • P-175 • P-791 • X-7 • X-17 • X-27 • X-35 • X-44 • X-55 • XFV-1 • XF-90 • XH-51 • XP-49 • XV-4 • YF-12
