Marylu Poolman

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Dieser Artikel beschreibt die Schauspielerin Marylu Poolman. Zu ihrer häufig genauso genannten Enkelin siehe Marylu-Saskia Poolman

Marylu Poolman (* 3. Oktober 1936 in Amsterdam, Nordholland; † 22. Mai 2004 in Leipzig, Sachsen) war eine niederländische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Marylu Poolman stammte aus einem künstlerischen Umfeld. Bereits ihre Großeltern und Eltern waren schauspielerisch tätig. Poolman absolvierte eine Schauspielausbildung an der Berliner Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel bei Hilde Körber und Otto Graf. Von 1956 war sie bis zu ihrer offiziellen Verabschiedung im Sommer 2002 46 Jahre lang ununterbrochen Ensemblemitglied am Schauspielhaus Leipzig. Sie spielte dort über 80 verschiedene Rollen.[1] 1997 gastierte sie bei einem Gastspiel des Schauspiels Leipzig mit Theaterstück Der Auftrag von Heiner Müller an der Volksbühne Berlin.[2]

Ihr Filmdebüt gab Poolman 1961 bei der DEFA in dem Gegenwartsfilm Drei Kapitel Glück. Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren trat sie nachhaltig in Film und Fernsehen in Erscheinung. In der Heinrich Mann-Verfilmung Im Schlaraffenland spielte sie 1975 die Rolle der Ehefrau Adelheid Türkheimer, die einen jungen Dichter aus der Provinz protegiert und finanziell unterstützt.[3] 1976 wirkte sie in dem Märchenfilm Das blaue Licht mit, in dem sie einen „ausnehmend einprägsamen Auftritt als sinnliche Hexe“ hat.[4] 1982 lieferte sie ein „Kabinettstück“ in der Rolle der raffinierten Frau Dr. Eggenfels in der Komödie Märkische Forschungen von Roland Gräf. 1983 brillierte sie als Frau Sengebusch in der Komödie Automärchen. 1988 übernahm sie die Rolle der Magd Berta in dem Märchenfilm Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Falada. 2003 hatte sie eine kleine Rolle als Rentnerin in der Komödie Schultze Gets the Blues. Beim DFF spielte sie auch in mehreren Folgen der Krimiserien Polizeiruf 110 und Der Staatsanwalt hat das Wort.

1973 übernahm sie an der Seite von Fred Düren und Ekkehard Schall die Rolle der Adelheid von Walldorf in einer Hörspielfassung von Goethes Schauspiel Götz von Berlichingen.[5] Die Aufnahme befindet sich auch im Bestand des Deutschen Rundfunkarchivs.[6] Ebenfalls 1973 wirkte sie in dem Kinderhörspiel Das Pferdemädchen mit.[7] 1978 sprach sie die Titelrolle der Fledermaus in dem Science Fiction-Hörspiel Begegnung mit einer Fledermaus von Heiner Rank.[8]

Nach der Wende arbeitete sie hauptsächlich als Bühnendarstellerin und übernahm weiterhin zahlreiche Hörspielrollen, unter anderem 1992 als Alte Frau in dem Kinderhörspiel Prinzessin hinter Dornenhecken (nach dem Märchen Dornröschen) und 1995 als Sprecherin in Fromme Lügen nach dem Roman von Irene Dische.[9] 1993 war sie als Frau Zetsche in dem Kriminalhörspiel Bankraub von Andreas Berger zu hören.[10] 1993 übernahm sie die Rolle der Häushälterin Mrs. Pearce in der Hörspielfassung von George Bernard Shaws Komödie Pygmalion.[11] 1994 folgte wiederum beim MDR eine Rolle in der Hörspielfassung des Romans Fahrenheit 451.[12] 1995 wirkte sie beim MDR in dem Hörspiel Frauentags Ende oder Die Rückkehr nach Ubliaduh von Fritz Rudolf Fries.[13] Ebenfalls 1995 wirkte sie als Lady in der Hörspielfassung des Romans Uhrwerk Orange mit.[14] 2000 sprach sie die Rolle der Miriam Rockwell in dem Hörspiel Night Train nach dem Roman von Martin Amis.[15] 2003 nahm sie für das Hörbuch Anton ist fürs neue Jahr gemeinsam mit Karin Gregorek die Erzählung Das Rosenkissen von Peter Hacks auf.[16]

Gelegentlich arbeitete sie auch als Synchronsprecherin, so 1976 für Joan Collins in der DDR-Fernsehsynchronfassung Nachts kommt die Angst des Films Fear in the Night (1972).[17] 1981 war sie die Synchronstimme von Gale Sondergaard in der DEFA-Synchronfassung Die Spinnenfrau des Films Das Spinnennest (1944).[18]

Ihr Lebensgefährte war der Leipziger Theaterschauspieler Paul-Dolf Neis (1933–1996). Marylu Poolman erhielt eine Seebestattung.[19] Ihre Tochter Frauke Poolman und ihre Enkelin Marylu-Saskia Poolman sind ebenfalls Schauspielerinnen.

Filmografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtarchiv Leipzig – Chronik 2004 Eintrag vom 22. Mai 2004
  2. "DER AUFTRAG"/Heiner Müller Volksbühne Berlin Spielzeit 1997/1998
  3. Im Schlaraffenland Handlung/Szenenfoto auf www.movie-tipps.de
  4. Iris Gusner Webseite der DEFA-Stiftung
  5. Geschichte des Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand bei HÖRDAT, die Hörspieldatenbank
  6. Die Geschichte des Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand Deutsches Rundfunkarchiv
  7. Das Pferdemädchen auf phonostar.de
  8. Science Fiction-Hörspiele in der DDR
  9. Radiohörspiele im MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) auf Hörspielrezensionen.de
  10. Bankraub auf Hoerspieltipps.de
  11. Pygmalion Hörspiel und Unterhaltung Januar+Februar 2009
  12. Fahrenheit 451 2001-Odyssee im Cyberspace
  13. Frauentags Ende oder Die Rückkehr nach Ubliaduh auf Deutschlandradio Kultur
  14. Uhrwerk Orange auf Deutschlandradio Kultur
  15. Radio:Tipp: Night Train auf Die Hoerspielfreunde.de
  16. Anton ist fürs neue Jahr bei AUDIOBOOKS Magazin
  17. Joan Collins auf: Synchronforum
  18. THE SPIDER WOMAN (Universal 1943) auf: Synchronforum
  19. DEFA Sternstunden Forum