Metrolink (Los Angeles)

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Metrolink-Züge am Bahnhof Union Station in Los Angeles

Unter der Bezeichnung Metrolink wird der Eisenbahn-Vorortverkehr im Großraum der kalifornischen Stadt Los Angeles betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Metrolink.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Metrolink Hyundai Rotem
Metrolink - Hyundai Rotem Cab Car.JPG

Bis 1992 kannte Los Angeles überhaupt keinen Eisenbahn-Vorortverkehr mehr. Sämtliche zuvor bestehende Eisenbahnsysteme wurden in den 1950er- und 60er-Jahren eingestellt. Auch hatte die 3,8-Millionen-Einwohner-Stadt weder U-Bahnen noch Straßenbahnen, nachdem nach dem Zweiten Weltkrieg das ausgedehnte Straßenbahn- bzw. Stadtbahnnetz ebenfalls nach und nach eingestellt wurde. Der dürftige Busverkehr deckte die dringendsten Bedürfnisse jener Bevölkerungsteile ab, die nicht über ein Auto verfügten. Wie andernorts auch nahm der Autoverkehr in der autogerechten Stadt so zu, dass sich der Staat Kalifornien, die Stadt Los Angeles und Landkreise im Umland (insgesamt 17 Millionen Einwohner) mit neuen Verkehrskonzepten auseinandersetzen mussten. Neben U-Bahn- und Stadtbahn-Strecken in Los Angeles wurde auch ein mehr als 400 Kilometer langes Vorortbahnnetz konzipiert.

Gründung der SCRRA[Bearbeiten]

Metrolink-Haltepunkt in Burbank

Voraussetzung dafür war die Gründung der Southern California Railroad Administration (SCRRA) im Jahr 1991. Diese Behörde tritt sowohl als Betreiber als auch als Eigner von Schieneninfrastruktur auf, deren Gleise vorher großen Güterbahnen gehörten. Ab 1992 wurde mit drei Linien gestartet. Mit dem Betrieb wurde die staatliche Personenverkehrsgesellschaft Amtrak beauftragt, die neue, in Kanada gebaute Bombardier BiLevel Doppelstockwagen und eigenes Personal einsetzte. Wurde am Anfang ausschließlich für Berufsverkehrszwecke, wie in den USA oft üblich, montags bis freitags gefahren, so umfasst das Netz heute sieben Linien, wobei auf den meisten Strecken die Züge auch am Wochenende verkehren. Das Netz reicht heute in so bekannte Orte wie San Bernardino und Anaheim (Disneyland).

Übernahme durch Veolia[Bearbeiten]

Nach einer Ausschreibung im Jahre 2003 übernahm nunmehr die amerikanische Tochter der Veolia Transportation die Betriebsrechte und das Fahrzeugmaterial von der Amtrak. Das Personal stellt die US-Güterbahngesellschaft BNSF Railway, auch auf Gleisen des Wettbewerbers Union Pacific Railroad, wenn die Strecken nicht ohnehin der SCRRA unterstehen. Täglich werden mit 38 Dieselloks und 143 Wagen mehr als 45.000 Pendler und Ausflügler befördert.[1] Auf dem Streckennetz von 624 km verkehren werktäglich 169, Samstäglich 44 und Sonntäglich 32 Züge, die insgesamt 55 Haltestellen bedienen.[2]

Linien[Bearbeiten]

Metrolink Liniennetz 2012

Die sieben Metrolink-Linien umfassen insgesamt eine Linienlänge von 824 km. Bis auf die Inland Empire-Orange County Line beginnen und enden alle Linien an der Union Station in Los Angeles.

Die sieben Linien sind[2]:

  • Die Ventura County Line von East Ventura nach Los Angeles (12 Stationen; 183,6 km)
  • Die Antelope Valley Line von Lancaster nach Los Angeles (11 Stationen; 198,3 km)
  • Die San Bernardino Line von San Bernardino nach Los Angeles (13 Stationen; 90,9 km)
  • Die Riverside Line von Riverside nach Los Angeles (7 Stationen; 94,6 km)
  • Die Orange County Line von Oceanside nach Los Angeles (14 Stationen; 140,3 km)
  • Die Inland Empire-Orange County Line von San Bernardino nach Oceanside (14 Stationen; 161,1 km)
  • Die 91 Line von Riverside über Fullerton nach Los Angeles (9 Stationen; 99,1 km)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Metrolink:FY2012 Boardings Q4 (PDF; 46 kB)
  2. a b Metrolink:Factsheet FY2012 Q2 (PDF; 162 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Fritz Engbarth: Mit dem Coaster in die City – Moderner Nahverkehr in Südkalifornien - in: EK-Aspekte 3 aus dem Jahr 1996; online unter: