Michael Wearing

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Michael Wearing (* 1939) ist ein britischer Fernsehproduzent.

Leben[Bearbeiten]

Wearing studierte Anthropologie an der Newcastle University, wo er auch einer Theatergruppe angehörte. In Bromley war er daraufhin als assistierender Theaterleiter tätig, ehe er zum Royal Court Theatre wechselte, wo er sich auch als Regisseur versuchte. Als Wearing als Regisseur einer Bühnenversion von Gogols Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen auf Tournee ging, lernte er David Rose kennen. Rose, der die regionale BBC-Abteilung in Birmingham leitete, verpflichtete Wearing 1976 als Fernsehdramaturg. Ab 1980 fungierte Wearing bei der BBC als Produzent, als der er mit der Fernsehminiserie The History Man 1981 seine Position festigen konnte. Vor allem mit den Fernsehmehrteilern Boys from the Blackstuff (1982) und Die Plutonium-Affäre (The Edge of Darkness, 1985) konnte er in Großbritannien große Erfolge feiern und er stieg schließlich zum Chef der BBC-Abteilung für Miniserien auf.

International bekannt wurde seine gemeinsame Produktion mit Sue Birtwistle des Fernsehmehrteilers Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice, 1995) mit Jennifer Ehle und Colin Firth in den Hauptrollen. Sowohl in Großbritannien als auch in den Vereinigten Staaten entwickelte sich die Adaption des gleichnamigen Romans von Jane Austen zum Straßenfeger.[1] Nach Streitigkeiten mit dem BBC-Management gab er 1998 seinen Posten bei der BBC auf. Ab 1999 war er auch für Kinoproduktionen zuständig, wie z. B. für das Filmdrama Allein gegen das Verbrechen (When the Sky Falls, 2000) mit Joan Allen und Patrick Bergin oder für den Thriller Auftrag Rache (Edge of Darkness, 2010), einer Spielfilmversion von Die Plutonium-Affäre mit Mel Gibson in der Hauptrolle.

Michael Wearing wurde im Laufe seiner Karriere dreimal für den Emmy nominiert, unter anderem für Stolz und Vorurteil, und fünfmal für den BAFTA TV Award, den er für Boys from the Blackstuff (1982) und Die Plutonium-Affäre (1985) gewann. 1997 erhielt er zudem den BAFTA-Ehrenpreis, den Alan Clarke Award, für seine herausragenden Leistungen für das Fernsehen.

Aus der Ehe mit der Bildhauerin und Fotografin Jean Ramsey gingen Tochter Catherine Sophia Wearing (1966–2007), die ebenfalls Fernsehproduzentin wurde, und Tochter Sadie hervor. Wearing hat zwei weitere Kinder, Ella und Benjamin Michael Wearing (* 1989).[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1981: The History Man (TV-Miniserie)
  • 1982: Bird of Prey (TV-Miniserie)
  • 1982: Boys From the Blackstuff (TV-Miniserie)
  • 1985: Die Plutonium-Affäre (The Edge of Darkness) (TV-Miniserie)
  • 1988: Blind Justice (TV-Miniserie)
  • 1989: First and Last (TV-Film)
  • 1990: Die Kinder (TV-Miniserie)
  • 1991: Ashenden (TV-Miniserie)
  • 1992: The Leaving of Liverpool (TV-Film)
  • 1992: An Ungentlemanly Act (TV-Film)
  • 1993: Pesthauch des Bösen (The Hour of the Pig)
  • 1993: Um Kopf und Krone (To Play the King) (TV-Miniserie)
  • 1994: Der Wunderheiler (The Healer) (TV-Film)
  • 1994: Martin Chuzzlewit (TV-Miniserie)
  • 1995: Signs and Wonders (TV-Film)
  • 1995: Tears Before Bedtime (TV-Miniserie)
  • 1995: Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice) (TV-Miniserie)
  • 1995: The Final Cut (TV-Miniserie)
  • 1996: Our Friends in the North (TV-Miniserie)
  • 1997: Achterbahn der Gefühle (Have Your Cake and Eat It) (TV-Miniserie)
  • 1997: Nostromo – Der Schatz in den Bergen (Nostromo) (TV-Miniserie)
  • 1998: Vanity Fair – Jahrmarkt der Eitelkeiten (Vanity Fair) (TV-Miniserie)
  • 1999: Great Expectations (TV-Film)
  • 2000: Allein gegen das Verbrechen (When the Sky Falls)
  • 2003: Mystics – Gangster, Geister und ihr Meister (Mystics)
  • 2005: Red Mercury
  • 2010: Auftrag Rache (Edge of Darkness)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

BAFTA TV Award[Bearbeiten]

Nominiert:

  • 1982: The History Man (zusammen mit Robert Knights)
  • 1989: Blind Justice (zusammen mit Peter Flannery, Rob Walker und Michael White)
  • 1990: First and Last (zusammen mit Michael Frayn und Alan Dossor)

Gewonnen:

  • 1983: Boys from the Blackstuff (zusammen mit Philip Saville)
  • 1986: Die Plutonium-Affäre (zusammen mit Martin Campbell)
  • 1997: Alan Clarke Award

Emmy[Bearbeiten]

Nominiert:

  • 1995: Martin Chuzzlewit (zusammen mit Rebecca Eaton und Chris Parr)
  • 1996: Stolz und Vorurteil (zusammen mit Sue Birtwistle)
  • 1999: Great Expectations (zusammen mit Rebecca Eaton und David Snodin)

CableACE Award[Bearbeiten]

Nominiert:

  • 1993: Ashenden (zusammen mit Julian Hope, Christopher Morahan, David Pirie und Michael John Knatchbull)
  • 1997: Ivanhoe (zusammen mit Chris Parr und Jeremy Gwilt)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seifenoper und Satire. In: Der Spiegel, 19. Februar 1996
  2. Ben Dowell: Bafta winner Wearing dies at 41. In: The Guardian, 10. Januar 2008