Colin Firth

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Colin Firth auf der Berlinale 2011

Colin Andrew Firth, CBE (* 10. September 1960 in Grayshott, Hampshire, England) ist ein britischer Schauspieler. 2011 wurde er für seine Hauptrolle in dem Historienfilm The King’s Speech mit dem Oscar ausgezeichnet.

Karriere[Bearbeiten]

Firth im Jahr 2009 auf den Filmfestspielen von Venedig
Firth bei der Premiere von Eine zauberhafte Nanny in London (2005)

Nach dem Besuch der Montgomery of Alamein School in Winchester und dem Barton Peveril College wurde Colin Firth am Drama Center in London zum Schauspieler ausgebildet. 1984 spielte Colin Firth in Dame mit den Kamelien (Camille) mit, einem Fernsehfilm mit Greta Scacchi und Ben Kingsley. Er spielte 1989 unter der Regie Miloš Formans die Titelrolle in Valmont, einer Verfilmung von Choderlos de Laclos’ Briefroman Les Liaisons dangereuses (Gefährliche Liebschaften). In der sechsteiligen BBC-Fernsehserie Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice) nach Jane Austens gleichnamigem Roman spielte er Mr. Darcy, die männliche Hauptrolle. In Anspielung darauf verkörperte er Mark Darcy in der Verfilmung von Helen Fieldings Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück.

Auch in den Spielfilmen A Month in the Country (1987, mit Natasha Richardson), Fever Pitch (1997, als tragikomischer Fußballfan in der britischen Verfilmung von Nick Hornbys gleichnamigem Roman), Shakespeare in Love (1998) sowie in Tatsächlich… LiebeLove actually (2003 mit Alan Rickman, Emma Thompson, Hugh Grant, Liam Neeson und Laura Linney) wirkte er mit. Ebenfalls 2003 stand Firth als Jan Vermeer der jungen Scarlett Johansson in Das Mädchen mit dem Perlenohrring zur Seite. In Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns (2004, mit Hugh Grant) spielte Colin Firth ein weiteres Mal den nur auf den ersten Blick stolzen, unbeteiligten Darcy. Ein dritter Teil der Bridget-Jones-Geschichten ist derzeit in Vorbereitung. 2005 spielte er mit Emma Thompson und Thomas Sangster in Eine zauberhafte Nanny (Regie: Kirk Jones).

Die subtile Verfilmung des Isherwood-Stoffes A Single Man von 2009 durch Tom Ford brachte ihm als George Falconer eine Oscar-Nominierung ein. Die Auszeichnung erhielt er jedoch erst im folgenden Jahr als King George VI. für The King’s Speech, in dem er unter anderem auf seine frühere Filmpartnerin aus Pride and Prejudice, Jennifer Ehle, als Frau seines Sprachtherapeuten traf.

Zu der von Nick Hornby im Jahr 2001 herausgegebenen Sammlung von Kurzgeschichten „Speaking with the Angel“ steuerte der Schauspieler eine Geschichte bei.

2007 produzierte er den Dokumentarfilm „In Prison My Whole Life“ unter der Regie von Marc Evans, über den berühmten Todesstrafenfall des afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal, der bereits über 25 Jahre im Gefängnis in der Todeszelle verbringt.

Colin Firth wird als Mitautor eines Papers[1] über einen Zusammenhang zwischen strukturellen Unterschiede des Gehirns und der politischen Orientierung geführt, nachdem er diese Forschung als Gastredakteur von BBC Radio 4s Today-Sendung anregte.[2]

Für die Verfilmung des beliebten Kinderbuchklassikers über Paddington Bär, die im November 2014 in die Kinos kommen soll, wird Colin Firth an der Seite von Nicole Kidman spielen. Er selbst wird im Film jedoch nicht zu sehen sein, da er die Sprecherrolle für Paddington Bär übernimmt. Die Animation des Bären soll aber Ähnlichkeit mit Firth bekommen.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Firth, gemeinsam mit Regisseur Tom Hooper (The King’s Speech), erhält einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (Januar 2011).

Am 19. Oktober 2007 wurde Colin Firth die Ehrendoktorwürde der Universität Winchester verliehen.[4]

Vielfach preisgekrönt wurde Firth für seine Hauptrolle in dem Drama A Single Man. Neben der Coppa Volpi der Filmfestspiele von Venedig 2009 und dem britischen BAFTA Award wurde er für den Golden Globe Award und den Oscar nominiert.

2010 schlüpfte er in Tom Hoopers The King’s Speech in die Rolle des britischen Monarchen Georg VI., der sein Stottern zu überwinden versucht. Erneut wurde er mit zahlreichen Filmpreisen geehrt, darunter die Auszeichnungen der Filmkritikervereinigungen von New York und Los Angeles, der British Independent Film Award, den Europäischen Filmpreis sowie seinen ersten Golden Globe Award und seinen zweiten BAFTA Award. Des Weiteren wurde Firth für The King’s Speech ein zweites Mal für den Oscar nominiert, den er schließlich Ende Februar 2011 bei der Verleihung in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ gewann.

Im Januar 2011 erhielt Firth einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Film. Am 11. Juni 2011 wurde Firth von Königin Elisabeth II. mit dem Titel Commander of the British Empire ausgezeichnet.[5]

Engagement[Bearbeiten]

Colin Firth engagiert sich seit Jahren für die Organisation Survival International und setzt sich für die Rechte von indigenen Völkern ein. 2009 verfasste er für die Organisation einen Beitrag in dem Buch We Are One.[6] Er unterstützt zudem die Kampagne der Aktivisten für die Awá, ein bedrohtes Volk in Brasilien.[7] Seit 2002 ist Firth außerdem Botschafter der Entwicklungshilfsorganisation Oxfam. Besonders aktiv setzt er sich im Rahmen der Oxfam-Kampagne Make Trade Fair für die Gleichberechtigung von Farmern in Entwicklungsländern ein und ist u. a. Teilhaber der Fair Trade-Kaffeekette Progreso in London, wo er auch schon hinter dem Tresen stand, sowie von Eco-Age, einem Geschäft für nachhaltige Mode in London-Chiswick, das von seinem Schwager Nicola Giuggioli und seiner Frau Livia Firth betrieben wird.

Privates[Bearbeiten]

Colin Firth lebt abwechselnd in London und Italien. Er ist seit dem 21. Juni 1997 mit der italienischen Dokumentarfilmerin Livia Giuggioli verheiratet, mit der er zwei Söhne hat. Aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielerin Meg Tilly stammt sein ältester Sohn William Joseph Firth (*1990), der ebenfalls Schauspieler ist. Firth hat eine Schwester namens Kate und einen jüngeren Bruder Jonathan, der ebenfalls Schauspieler ist. Als Kind lebte Firth wegen häufiger Umzüge seiner Professoren-Eltern in vielen Teilen der Welt; unter anderem verbrachte er längere Zeit in Nigeria, wo seine Großeltern als Missionare tätig waren, und in den Vereinigten Staaten.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1984: Another Country
  • 1984: Die Dame mit den Kamelien (Camille, Fernsehfilm)
  • 1984: Crown Court (Fernsehserie, Folge 13x13 Citizens: Part 1)
  • 1985: Dutch Girls (Fernsehfilm)
  • 1985: Neunzehnhundertneunzehn (Nineteen Nineteen)
  • 1986: Lost Empires (Fernsehserie, 7 Folgen)
  • 1987: A Month in the Country
  • 1987: Tales from the Hollywood Hills: Pat Hobby Teamed with Genius (Fernsehfilm)
  • 1987: Der geheime Garten (The Secret Garden, Fernsehfilm)
  • 1988: Apartment Zero
  • 1989: Der Dank des Vaterlandes (Tumbledown, Fernsehfilm)
  • 1989: Valmont
  • 1990: Hotel zur Unsterblichkeit (Wings of Fame)
  • 1991: Femme Fatale
  • 1991: The Play on One (Fernsehreihe, Folge Out of the Blue)
  • 1992: Mad at the Moon
  • 1992: Verlorene Jahre (Hostages, Fernsehfilm)
  • 1993: Pesthauch des Bösen (The Hour of the Pig)
  • 1994: Death Date (Playmaker)
  • 1994: Ruth Rendell Mysteries (Fernsehserie, 3 Folgen)
  • 1994: Master of the Moore
  • 1994: Performance
  • 1995: Circle of Friends – Im Kreis der Freunde (Circle of Friends)
  • 1995: Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice, Fernsehreihe)
  • 1995: Performance 2
  • 1996: Nostromo – Der Schatz in den Bergen (Nostromo, Fernsehreihe)
  • 1996: Der englische Patient (The English Patient)
  • 1997: Fever Pitch (Fever Pitch)
  • 1997: Tausend Morgen (A Thousand Acres)
  • 1998: Shakespeare in Love
  • 1999: Donovan Quick (Fernsehfilm)
  • 1999: My Life so Far
  • 1999: The Secret Laughter of Women
  • 1999: Blackadder Back & Forth (Fernsehserie)
  • 1999: The Turn of the Screw (Fernsehfilm)
  • 2000: In „bester“ Gesellschaft – Eine Familie zum Abgewöhnen (Relative Values)
  • 2001: Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (Bridget Jones’s Diary)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Colin Firth – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ryota Kanai, Tom Feilden, Colin Firth, Geraint Rees: Political Orientations Are Correlated with Brain Structure in Young Adults. In: Current Biology. Vol. 21, Nr. 8, 2011, S. 677–680, doi:10.1016/j.cub.2011.03.017.
  2. Colin Firth credited in brain research. In: BBC News. 5. Juni 2011, abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  3. Mit der Stimme von Colin Firth. Film über „Paddington Bär“ kommt. 13. September 2013, abgerufen am 18. September 2013 (deutsch).
  4. The University of Winchester; Graduation 2007. Abgerufen am 20. August 2013.
  5. London Gazette oder google.com
  6. survivalinternational.org
  7. Colin Firth unterstützt Kampagne für die Awá