Misfits – Nicht gesellschaftsfähig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Misfits – Nicht gesellschaftsfähig
Originaltitel The Misfits
Produktionsland USA
Originalsprache englisch
Erscheinungsjahr 1961
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Huston
Drehbuch Arthur Miller
Produktion Frank E. Taylor
Musik Alex North
Kamera Russell Metty
Schnitt George Tomasini
Besetzung

Misfits, auch bekannt unter dem ursprünglichen Kinotitel Nicht gesellschaftsfähig, ist ein US-amerikanischer Spielfilm, den John Huston 1960 nach einer Kurzgeschichte und einem Drehbuch von Arthur Miller drehte. Die Hauptrollen um vier Menschen, die sich nicht in die Gesellschaft integrieren wollen, spielten Marilyn Monroe, Clark Gable, Montgomery Clift und Eli Wallach.

Handlung[Bearbeiten]

Die Tänzerin Roslyn lässt sich in Reno scheiden, da sie sich von ihrem Leben größere Abwechslung und tieferen Sinn erhofft. Sie trifft den Teilzeit-Mechaniker Guido, der ihr wiederum Cowboy Gay vorstellt. Zusammen mit Roslyns Freundin Isabelle verbringen sie einige Tage in Guidos Haus, das dieser nach dem Tod seiner Frau halbfertig stehen ließ. Beide Männer beginnen, um die junge Frau zu werben. Die Männer beschließen, Wildpferde zu fangen, um sie zu verkaufen. Auf der Suche nach einem dritten Mann treffen sie den Rodeo-Reiter Perce, der sich ihnen anschließt und sich ebenfalls in Roslyn verliebt. Als Roslyn herausbekommt, dass die Pferde zu Hundefutter verarbeitet werden sollen und die Gruppe auch nur sechs Pferde findet, schlägt der ursprünglich romantische Ausflug um in eine Konfrontation der unterschiedlichen Charaktere, an deren Ende sich Roslyn für einen von ihnen entscheidet.

Die Charaktere[Bearbeiten]

Alle fünf fühlen sich von ihren Mitmenschen isoliert. Dieses Gefühl eint sie für kurze Zeit und spiegelt ihnen eine emotionale Nähe vor, die nicht besteht. Deshalb verlässt Isabelle die Gruppe auch schnell wieder. Sie trifft ihren Ex-Mann, den sie immer noch liebt, und dessen jetzige Frau, die eine funktionierende Beziehung haben. Isabelle, die schon mehrfach verheiratet war, erkennt, dass sie dort eine Nähe und Wärme findet, die ihr Halt geben kann. Sie schließt sich wieder der Gesellschaft an und muss ihre Bekannten deshalb verlassen.

Roslyn sehnt sich nach mehr Respekt und einem Sinn in ihrem Leben. Sie arbeitete als Tänzerin, wurde von den Männern aber nicht mehr als Mensch wahrgenommen. Sie möchte aber gerade als Person akzeptiert und geschätzt werden und fordert dies auch ein. Als die Männer die Pferde zum Töten fangen, schreit sie ihnen ihre Meinung ins Gesicht. Sie schätzt die Rauheit der Natur und kann sich kein Leben mit der Lohntüte vorstellen, sie erkennt aber auch die Chancen, die die sich verändernde Welt bietet. Sie ist ein Individuum, ohne sich von den Mitmenschen abgrenzen zu müssen.

Demgegenüber gefallen sich die Männer in ihrer Haltung als Einzelgänger, deren Individualität von einer Gesellschaft voller Angestellter nicht mehr anerkannt wird. Sie haben eine Vorstellung von der Welt und können andere Seiten nicht mehr erkennen.

Guido, der Pilot im Zweiten Weltkrieg war, verlässt seinen Job als Mechaniker bei der ersten sich bietenden Gelegenheit und will mit Gay beruflich die Wildpferde jagen. Er gibt sich als netter, verständnisvoller Kumpel, aber nur, solange es seinen Zielen nützt. Im Grunde verachtet er die Frauen und macht seine Frau dafür verantwortlich, dass sie in ihrer Ehe unzufrieden war. Selbstkritische Reflexion nimmt er nicht vor.

Perce treibt sich als Rodeoreiter herum, weil seine Mutter einen neuen Mann geheiratet hat und seine Stellung als Erbe der Ranch infrage gestellt wurde. Er sucht die körperliche Herausforderung des Rodeos, da er menschliche Konflikte scheut. Auch er lehnt Guidos und Gays Plan wegen der Tiere ab, hilft ihnen aber trotzdem und versucht später, die Tiere wieder zu befreien und mit Roslyn zu fliehen. Er ist charakterschwach und noch nicht richtig erwachsen.

Gay, der Cowboy, hat noch die Zeiten erlebt, als die Pferde zu Züchtungszwecken gefangen wurden. Für ihn stellt das Fangen der Tiere eine sportliche Herausforderung dar. Seine beiden Kinder – die Tochter ist in Roslyns Alter – sieht er nur einmal im Jahr, aber sie haben längst das Vertrauen in ihn verloren. Als er sie kurz verlässt, um sie Roslyn vorzustellen, sind sie danach verschwunden. Dann bricht seine gespielte Zuversicht erstmals zusammen. Er sagt zwar, das ganze Land sei seine Heimat, aber sie nutzt ihm nichts ohne eine Frau, mit der er es teilen kann. Mit Energie stürzt er sich in seine Schwärmerei für Roslyn. Dennoch vermag sie nicht, ihn daran zu hindern, die Tiere zu fangen. Am Ende erkennt er, dass das Leben, welches er bisher führte, vorbei ist und er sich dem modernen Zeitalter, das Roselyn verkörpert, nicht verschließen kann. Deshalb hat ihre Beziehung eine Chance.

Hintergrund[Bearbeiten]

Dies war der letzte Film mit Marilyn Monroe. Monroe spielte hier nicht wie so oft eine naive Blondine, sondern eine psychologisch glaubwürdige und moderne Frau. In wenigen anderen Filmen wie Versuchung auf 809, Niagara und Bus Stop konnte sie bereits beweisen, dass sie auch das schwierige Charakterfach beherrschte. Dass sie dazu in Misfits – Nicht gesellschaftsfähig ihre beste Gelegenheit bekam, lag besonders an der Mitarbeit des renommierten Dramatikers Arthur Miller. Monroe war mit Miller verheiratet. Die Ehe zerbrach während der Dreharbeiten.

Misfits – Nicht gesellschaftsfähig war auch der letzte Film mit Clark Gable. Er starb kurz nach Beendigung des Films. Die Uraufführung am 1. Februar 1961 erlebte Gable nicht mehr.

Kritiken[Bearbeiten]

„Nach einer langen Dürreperiode, was wirklich amerikanische Filme betrifft, gibt es jetzt Grund zur Freude, denn The Misfits ist so durch und durch amerikanisch, dass niemand außer einem Amerikaner ihn gemacht haben könnte. Um ehrlich zu sein: ich bin nicht sicher, ob ihn überhaupt jemand gemacht haben könnte außer John Huston nach einem Original-Drehbuch von Arthur Miller, und es ist kaum anzunehmen, dass Miller es ohne Marilyn Monroe geschrieben haben könnte. Da gibt es Sätze, bei denen man spürt, dass Miss Monroe selbst sie einmal gesagt haben muss… In dieser Zeit, in der Sex und Gewalt dermaßen ausgebeutet werden, dass unsere Gefühle Gefahr laufen, eingeschläfert zu werden, ist hier ein Film, in dem beide Aspekte eine ebenso starke Rolle spielen wie in der Wirklichkeit, aber nie um ihrer selbst willen ausgeschlachtet werden. Miss Monroe besitzt auch hier ihren eigenen Zauber, wird uns aber nicht als lebendes Pin-up-Girl in hautenger Seide vor die Nase gesetzt.. Und wer wollte bestreiten, dass die Schauspieler in diesem Film Spitzenleistungen vollbringen? Man vergisst, dass sie ihre Figuren nur darstellen und nicht sind, was sie spielen.“

Paul V. Beckley: New York Herald Tribune

„Ein abenteuerlicher Hymnus auf gefühlsgetragenen Lebensglauben, zugleich eine Reflexion über die Zerstörung von Freiheiten in der modernen US-Gesellschaft. Dabei klaffen Bilder und Dialoge oft auseinander, sodass das Thema mitunter seltsam aufgesetzt wirkt. Dennoch ein sehr interessanter, glänzend gespielter und inszenierter Film nach einem Originaldrehbuch des Dramatikers und damaligen Monroe-Ehemannes Arthur Miller.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„Mit ‚Misfits‘ kündigte sich für Marilyn Monroe ein Wechsel ins Charakterfach an, und ihr damaliger Ehemann, der Dramatiker Arthur Miller, hatte ihr nach einer eigenen Kurzgeschichte die attraktive Rolle auf den Leib geschrieben. Dramatischer Höhepunkt des Films ist allerdings die Sequenz mit der Pferdejagd.“

– Prisma Online

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Misfits – Nicht gesellschaftsfähig im Lexikon des Internationalen Films