Najden Gerow

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Najden Gerow

Najden Gerow (bulgarisch: Найден Геров; * 23. Februar 1823 in Kopriwschtiza, Bulgarien, als Najden Gerow Hadzhidobrevich, bulgarisch Найден Геров Хаджидобревич; † 9. Oktober 1900 in Plowdiw) war ein bulgarischer Sprachwissenschaftler, Volkskundler und Autor und Aktivist der Bulgarischen Wiedergeburt.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Gerows Vater Gero Dobrevich war Lehrer. Von 1834 bis 1836 besuchte er eine griechische Schule in Plowdiw; bis 1839 setzte er seine Ausbildung wieder in seiner Heimatstadt fort und beendete sie schließlich in Odessa (russisches Kaiserreich), wo er 1845 am Richelieu-Lyzeum seinen Abschluss erlangte.

Gerow wurde russischer Bürger, kam aber zurück nach Kopriwschtiza, wo er seine eigene Schule, benannt nach Kyrill und Method, gründete. Seine Gelehrsamkeit erregte Aufmerksamkeit, und er wurde gebeten, ein Gymnasium in Plowdiw zu eröffnen, was er auch tat.

Als Publizist bekämpfte Gerow die Assimilation der Bulgaren in die griechische Kultur, insbesondere in Plowdiw. Während des Krimkrieges 1854 bis 1856 war er als russischer Bürger zeitweilig gezwungen, das Land zu verlassen. 1857 wurde Gerow "Erster Vize-Konsul" Russlands in Plowdiw. In dieser Funktion engagierte er sich weiterhin für die nationale bulgarische Bewegung; er half unter anderem jungen Bulgaren, ein Stipendium im Ausland zu erhalten.

Gerow setzte sich für die Befreiung Bulgariens vom Osmanischen Reich. Dabei vertraute er auf die Unterstützung Russlands und stand damit in Opposition zu radikalen revolutionären Emigranten wie Ljuben Karawelow, Wassil Lewski und Christo Botew, die einen unabhängigen Aufstand wollten. Während des Aprilaufstands 1875 wurde Gerow verdächtigt, einer der Organisatoren zu sein und war gezwungen sich zu verstecken. Er suchte Zuflucht in der Russischen Gesandtschaft in Konstantinopel. Nach der Befreiung übernahm er einige administrative Aufgaben, gab sie kurze Zeit später jedoch wieder auf und widmete sich ausschließlich der Philologie.

Gerows Hauptwerk ist sein Wörterbuch der bulgarischen Sprache (Речникъ на блъгарскый языкъ). Er sammelte 50 Jahre lang bei einfachen Leuten eine große Anzahl von Wörtern, Ausdrücken, Volkslieder und Eigennamen. In Russland wurden die ersten drei Schriften in den Jahren 1855 bis 1856 veröffentlicht, das gesamte Wörterbuch erschien 1895 bis 1904 in fünf Bänden. 1908 fügte Gerows Mitarbeiter T. Panchev einen Anhang hinzu. Einschließlich des Anhangs umfasst das Wörterbuch um die 100.000 Einträge. Es gilt als wertvolle Quelle für das Studium der bulgarischen Sprache des 19. Jahrhunderts.

Trivia[Bearbeiten]

Der Gerov Pass in den Tangras Mountains auf der Livingston-Insel, Antarktis, ist nach Najden Gerow benannt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Куманов, Михаил и Колинка Исова. 2006. Историческа енциклопедия България
  • Eine Biographie von Nayden Gerov, Autor Georgi Konstantinov, Online (Bulgarian)

Weblinks[Bearbeiten]