Opel-Zoo

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Opel-Zoo
Vollständiger Name Opel-Zoo
Ort Kronberg im Taunus
Fläche 27 ha
Eröffnung 1955
Tierarten 200 Arten
Individuen etwa 1400
Besucherzahlen rund 600.000 jährlich
Organisation
Leitung Thomas Kauffels
Trägerschaft von Opel Hessische Zoostiftung
Förderorganisationen Verein für Freunde und Förderer des Opel-Zoo e.V.
Mitglied bei WAZA, EAZA, VDZ
Opel-Zoo Kronberg Afrikasavanne 26-09-2008 002.jpg

Afrika-Savanne am Eingang des Opel-Zoos

www.opel-zoo.de
Opel-Zoo (Hessen)
Opel-Zoo
50.1833333333338.4863888888889Koordinaten: 50° 11′ 0″ N, 8° 29′ 11″ O

Der Opel-Zoo (von Opel Hessische Zoostiftung) ist neben dem Frankfurter Zoo der zweite größere zoologische Garten im Rhein-Main-Gebiet. Er wurde 1956 auf Initiative von Georg von Opel als Forschungsgehege gegründet und ging 2007 in einer Stiftung auf.[1] Mit rund 600.000 Besuchern gehört er heute zu den meistbesuchten Freizeit- und Kultureinrichtungen in Hessen. Der Opel-Zoo finanziert sich ausschließlich durch Eintrittsgelder und Spenden.

In dem Zoo leben etwa 1400 Tiere in 200 Arten aus allen Kontinenten und Klimazonen. Im Gegensatz zum Frankfurter Zoo beherbergt der Opel-Zoo auch heute noch (afrikanische) Elefanten, die von vielen Besuchern als elementare Zootierart betrachtet werden und entsprechendes Zuschauerinteresse wecken.

Lage[Bearbeiten]

Der Zoo liegt in einem Waldgebiet zwischen Königstein im Taunus und Kronberg im Taunus in Hanglage unterhalb des Hardtbergs direkt an der Bundesstraße 455. Verkehrsanbindung besteht über die Buslinie 261 Bad HomburgOberursel–Kronberg–Königstein. Neben den beiden – insbesondere an den Wochenenden – zumeist überfüllten Parkplätzen an der B 455, die nur jeweils aus einer Richtung angefahren werden dürfen, stehen ergänzend sogenannte Waldparkplätze zur Verfügung, welche über den Opel-Kreisel in Königstein erreichbar sind. Deshalb wurde ein zusätzlicher Eingang von den Waldparkplätzen aus eingerichtet.

Shetlandponys im Vorgehege
Rothschild-Giraffen im Freigehege

Mitten durch das seit der Gründung gewachsene Areal des Opel-Zoos führt ein öffentlicher Weg mit der Bezeichnung „Philosophenweg“ von Kronberg nach Königstein, der Einblicke in den Zoo gestattet.[2] Von Kronberg kommend ist lediglich der linke Teil des Zoos vollständig eingezäunt, während die Zooanlagen auf der rechten Seite, die in den letzten Jahren erheblich ausgebaut wurden, ebenso wie der Verbindungsweg zwischen dem alten und dem neuen Haupteingang des Zoos nicht eingezäunt sind, dennoch aber nur mit Eintrittskarte betreten werden durften.[3] Anfang 2009 wurde ein Kompromiss gefunden, welcher eine auf 30 Minuten zeitlich begrenzte Aufenthaltsberechtigung auf dem Weg mittels eines Passierscheins vorsah.[4] Ende 2012 wurde dieser Kompromiss aufgehoben, der Philosophenweg soll nun vollständig in den Zoo integriert werden und somit nur noch mit Eintrittskarte zugänglich sein. Als Ersatz für den öffentlichen Weg wird ein zusätzlicher Rundweg um den Opel-Zoo gebaut, die Kosten dafür will der Zoo tragen.[5]

Neben dem Gelände des Zoos liegt die ehemalige Unternehmervilla von Georg von Opel. Ebenso ist ein öffentlich zugänglicher Gastronomiebetrieb oberhalb des Parkplatzes an der B 455 entstanden, der einen guten Überblick über die Zooanlage ermöglicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Zoo wurde im Jahr 1955 als Kronberger Tiergarten gegründet. Schon in diesem Jahr kamen die ersten drei Elefanten aus Afrika im noch jungen Zoo an. Am 10. September des Folgejahres wurde der Trägerverein „Georg von Opel - Freigehege für Tierforschung e.V.“ gegründet. Daraufhin wuchs das Freigehege beständig zu einem stattlichen Zoo mit vielen seltenen Tieren an. Zu den Meilensteinen der Geschichte der Einrichtung zählen die Welterstzucht des Mesopotamischen Damhirschs im Jahr 1960 und die zweite bzw. vierte Geburt eines Afrikanischen Elefanten in einem Zoo in den Jahren 1965 und 1968. Im Jahr 1971 starb der Zoogründer Dr. Georg von Opel im Alter von 59 Jahren. In der Folge kam es auch aufgrund beschränkter finanzieller Mittel zu einer nur langsamen Weiterentwicklung des Zoos, so dass zum Ende des 20. Jahrhunderts ein erheblicher Investitionsstau aufgelaufen war, den der Zoo bis heute mit neuen tiergerechteren Anlagen abbaut.[6]

Elefantenanlage[Bearbeiten]

Afrikanische Elefanten in ihrer Außenanlage

Der Opel-Zoo hält die einzigen Elefanten in Hessen. Darum ist man sehr bemüht, dies auch in Zukunft weiterführen zu können. Eine neue, moderne Elefantenanlage wird für 10,4 Millionen Euro errichtet und im Herbst 2013 fertiggestellt, da das alte Gehege nicht mehr den Ansprüchen entspricht. Im alten Elefantenhaus mussten die Tiere aus Sicherheitsgründen über Nacht angekettet werden. Die Außenanlagen sind noch Baustellen. Zur Finanzierung wurde ein Elefanten-Song-Contest veranstaltet, da man hauptsächlich auf Spenden angewiesen ist (Stand: 2013).

Arterhaltung[Bearbeiten]

Der Opel-Zoo war daran beteiligt, den Mesopotamischen Damhirsch vor der Ausrottung zu bewahren. Ein Großteil aller Damhirsche in Zoos auf der ganzen Welt stammt aus der Zucht des Opel-Zoos, der zusammen mit zahlreichen anderen Tierparks am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teilnimmt. Für den Mesopotamischen Damhirsch und den Hirscheber führt der Opel-Zoo das Zuchtbuch im Rahmen des EEPs.[7]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Opel-Zoo gibt es regelmäßig Veranstaltungen wie Vorlesestunden oder öffentliche Führungen. Des Weiteren wird die Veranstaltung ZooFari angeboten: Eine Nacht im Zoo in afrikanischem Stil. Es erklingen afrikanische Rhythmen und typische Speisen dieses Kontinents werden verkauft. Zusätzlich kann man Tierfütterungen in der Dunkelheit beobachten.

Funk und Fernsehen[Bearbeiten]

Der Opel-Zoo ist zusammen mit dem Frankfurter Zoo Gegenstand der Tierfilmserie Giraffe, Erdmännchen & Co. und der Dokumentation tierisch gut!. Diese Doku-Soaps werden im Ersten ausgestrahlt. Ab Februar 2014 wird die im Sommer 2013 gedrehte Staffel ausgestrahlt. Produziert werden die Zoogeschichten vom Hessischen Rundfunk in Frankfurt.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opel-Zoo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten der Stiftung
  2. ALK für öffentlichen Philosophenweg
  3. Kronberger Philosophenweg bleibt ein Zankapfel von Sabine Maurer, 17. Mai 2009 auf Rhein-Main-Net
  4. Philosophenweg Kompromiss: 30 Minuten gratis flanieren in der Frankfurter Rundschau
  5. Neuer Rundweg um den Opel-Zoo in der FAZ vom 30. Oktober 2012, abgerufen am 29. Juni 2013
  6. Chronologie des Freigeheges auf der Homepage des Zoos
  7. Complete List of EEPs and ESBs auf der Website der EAZA, abgerufen am 4. September 2014.
  8. Giraffe, Erdmännchen & Co., Folge 204