Opernhaus Kiel

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Opernhaus mit dem Rathausturm im Hintergrund; Aufnahme 2007

Das Opernhaus Kiel ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und Spielstätte des Theaters Kiel.

Opernhaus mit Rathausturm in Kiel (um 1915)
(Künstler unbekannt)

Geschichte[Bearbeiten]

Nach einem 1898 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb beauftragte der Kieler Magistrat den Berliner Architekten Heinrich Seeling 1902 mit dem Bau des Stadttheaters, einer Spielstätte für das Schauspiel und das Musiktheater. Die Durchführung des Backsteinbaus mit reicher Gliederung aus Sandstein und üppig modellierter Dachzone dauerte von 1905 bis 1907.[1] Am 1. Oktober 1907 konnte das Theaters am damaligen Neumarkt mit dem Vorspiel zum Parsifal, dem Prolog Der Kunst ein Haus und der Aufführung des Fidelio eingeweiht werden.

Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten alliierte Luftangriffe am 13. Dezember 1943, 22. Mai 1944 und 24. Juli 1944 das Stadttheater schwer. Im Zuge der Zerstörung ging die innere Einrichtung im Jugendstil verloren. Der Wiederaufbau − unter Beibehaltung der Umfassungsmauern − erfolgte von 1950 bis 1953 unter der Leitung von Heinrich Hansen und Guido Widmann. Dabei wurden die Dachformen vereinfacht das kubische Bühnenhaus neu gestaltet. Für die Innenausstattung zeichnete Werner Kallmorgen verantwortlich.[1] Die Wiedereröffnung des Stadttheaters fand am 21. Juni 1953 anlässlich der Kieler Woche wiederum mit Fidelio statt. In der Zeit nach der Zerstörung bis zur Wiedereröffnung residierte das Stadttheater in einer Spielstätte an der Holtenauer Straße 103.

1972 begann der Umbau der zum Kleinen Kiel gerichteten Treppenanlage. Im selben Jahr wurde auch der Grundstein zur Errichtung des Betriebsgebäudes an der Ecke Rathausstraße/Fleethörn gelegt. Der vollständig schwarz verglaste Bau nach einem Entwurf von Werner Kallmorgen wirkt ohne erkennbaren Bezug zur Architektur des ursprünglichen Ensembles. Am 16. März 1993 wurde das Opernhaus als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung in das Denkmalbuch eingetragen.[2]

Das Ballett Kiel wurde von 2001 bis 2010 von Mario Schröder als Ballettdirektor und Chefchoreograph geleitet, ab 2011 übernahmen Yaroslav Ivanenko und Heather Jurgensen die Ballettleitung. Seit der Saison 2003/04 ist Georg Fritzsch Generalmusikdirektor und war vom 1. Januar 2006 bis zur Einsetzung des Generalintendanten Daniel Karasek zudem Geschäftsführender Künstlerischer Leiter der Oper Kiel. Seit April 2012 ist Jörn Sturm Kaufmännischer Direktor des Theater Kiel. Operndirektor Reinhard Linden ist seit Januar 2007, Chefdramaturgin Cordula Engelbert seit August 2008 im Amt. Zusammen mit dem Solistenensemble, dem Ballettensemble, dem Opern- und Extrachor, sowie dem Philharmonischen Orchester Kiel gestalten sie das Programm der Spielzeit.

Intendanten seit 1963[Bearbeiten]

Generalmusikdirektoren seit 1948[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Hartwig Beseler, Niels Gutschow: Kriegsschicksale Deutscher Architektur. Band I: Nord. Wachholtz, Neumünster o.J., S. 7f.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLandesamt für Denkmalpflege des Landes Schleswig-Holstein: Verzeichnis der eingetragenen Kulturdenkmale des Landes Schleswig-Holstein (außer Lübeck und außer den archäologischen Denkmalen). In: schleswig-holstein.de. 2013, abgerufen am 8. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opernhaus Kiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

54.32305555555610.133333333333Koordinaten: 54° 19′ 23″ N, 10° 8′ 0″ O