Panzerhaubitze Hummel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Panzerhaubitze Hummel
[Panzerhaubitze Hummel]
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 6 Mann
Länge 7,17 m
Breite 2,97 m
Höhe 2,81 m
Masse 24,4 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 10–30 mm
Hauptbewaffnung 1 × schwere Feldhaubitze 150 mm sFH 18/1 L/30 mit 18 Schuss Munition
Sekundärbewaffnung MG 34 oder MG 42
Beweglichkeit
Antrieb Maybach HL 120 TRM V12
300 PS (221 kW)
Federung Blattfeder
Höchstgeschwindigkeit 42 km/h
Leistung/Gewicht 13 PS/T
Reichweite 215 / 130 km (Straße / Gelände)

Die Panzerhaubitze „Hummel“ war eine Selbstfahrlafette mit einer 150-mm-Haubitze. Sie wurde von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg von 1943 bis zum Ende des Krieges eingesetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung und Produktion[Bearbeiten]

Bereits vor dem Krieg erhob der spätere Generaloberst Heinz Guderian, der die Panzerwaffe zur selbstständigen Truppengattung entwickelte, die Forderung nach einer motorisierten und unter Panzerschutz stehenden Artillerie, die den Panzerverbänden ins Gefecht folgen und diesen die notwendige Artillerieunterstützung geben sollte. Diese Pläne konnten jedoch aufgrund der anfangs geringen Produktionskapazität der Panzerindustrie erst 1942 realisiert werden.[1] Nachdem erkannt wurde, dass eine anfangs geplante Spezialkonstruktion von Selbstfahrlafetten mit Rundumfeuerung aufgrund der Kriegsereignisse nicht mehr zu verantworten war, versuchte man, bereits vorhandene Fahrgestelle und Waffen einzusetzen.

Das 1942 entwickelte Fahrzeug basierte, genau wie der Panzerjäger Nashorn, auf dem Geschützwagen III/IV. Dies war ein Fahrgestell des Panzerkampfwagen IV mit dem Antriebsstrang eines Panzerkampfwagen III, wobei der Motor nach vorne verlegt wurde, um im Heck einen großzügigen Kampfraum zu schaffen. Als Waffe wurde die 150-mm-Haubitze sFH 18 verwendet, die ein Seitenrichtfeld von 15° nach beiden Seiten und mit einem 43 kg schweren Geschoss eine Schussreichweite von 13 km hatte. Da das Fahrzeug nicht für den direkten Kampfeinsatz vorgesehen war, schützte nur eine leichte Panzerung gegen Infanteriefeuer und Granatsplitter. So hatte der Aufbau nur eine Rundumpanzerung von 10 mm. Die Entwicklung erfolgte bei Alkett und die Montage bei den Deutschen Eisenwerken in Duisburg. Die offizielle Bezeichnung lautete „15 cm schwere Panzerhaubitze 18/1 auf Fahrgestell Panzerkampfwagen III/IV (Sf)“ (Sd.Kfz. 165). Die „Hummel“ kam im Mai 1943 an die Front, bis zum Sommer waren 85 Stück bei der Truppe.[2] Bis zum Ende des Jahres wurden 227 Stück ausgeliefert. Insgesamt wurden 724 Panzerhaubitzen hergestellt, zehn davon entstanden aus Umbauten.[3] Am 27. Februar 1944 entfiel auf Weisung von Adolf Hitler der bis dahin verwendete Suggestivname „Hummel“.[4] Anfang 1945 wurde die Produktion der „Hummel“ eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch 335 „Hummeln“, von denen der größte Teil an der Ostfront stand und unter dem Mangel an Kraftstoff und Munition litt.[5]

Einsatz[Bearbeiten]

Gut zu erkennen der oben offene Kampfraum

Die Panzerhaubitze „Hummel“ wurde organisatorisch dem Panzerartillerieregiment einer Panzerdivision unterstellt. Ein Regiment besaß drei Abteilungen, wobei nur eine Abteilung mit Selbstfahrlafetten ausgestattet war. Eine Abteilung bestand aus drei Batterien. Die ersten zwei Batterien waren mit der Panzerhaubitze „Wespe“ ausgestattet; die dritte Batterie sollmäßig mit sechs „Hummeln“ und zwei Munitionsträgern. Obwohl die Fahrzeuge einen hohen Aufzug hatten und keine Möglichkeit zur Rundumfeuerung besaßen, bewährten sie sich an der Front.[6] Bei einer direkten Feindberührung war eine Bekämpfung gegnerischer Panzer im direkten Richten der Kanone möglich, jedoch sollte dies aufgrund der geringen Panzerung nur im Notfall erfolgen. Ab Herbst 1944 wurde offiziell nur die I. Abteilung eines Panzerartillerieregimentes mit Selbstfahrlafetten ausgestattet. Auch hier betrug die Sollausstattung der 3. Batterie sechs „Hummeln“, wobei es kriegsbedingt zahlreiche Abweichungen gab, da die Fertigung nicht mit den Verlusten Schritt halten konnte. So gingen 1944 allein an der Ostfront 240 Panzerhaubitzen „Hummel“ verloren.[7]

Munitionsträger „Hummel“[Bearbeiten]

Da die Panzerhaubitze „Hummel“ mit 18 Schuss nur eine begrenzte Menge an Munition hatte und dies für eine nachhaltige Feuerunterstützung über längere Zeit nicht ausreichte, wurden noch 157 Munitionsträger „Hummel“ gebaut. Dabei handelte es sich um den gleichen Fahrzeugtyp, bei dem auf den Einbau der Hauptwaffe verzichtet wurde. Im Inneren des nach wie vor oben offenen Kampfraumes wurden zusätzliche Munitionshalterungen angebracht und die durch das Fehlen der Hauptwaffe bedingte Lücke in der Frontpanzerung des Aufbaus durch eine zusätzliche Panzerplatte verschlossen. Die Munitionsträger konnten 90 Granaten und Kartuschen mitführen. Zwar waren die Fahrzeuge in ihrer Anschaffung relativ teuer, doch stellten sie für die Logistik der schweren Artillerieeinheiten eine erhebliche Erleichterung dar. So waren die Munitionsträger genauso geländegängig wie die Panzerhaubitze, waren besser geschützt als die normalerweise in den Nachschubstaffeln verwendeten Opel Blitz und es war keine zusätzliche Ersatzteilbeschaffung notwendig. Der Umbau eines solchen Munitionsträgers zu einer Panzerhaubitze „Hummel“ war ebenfalls möglich. Dazu musste nur die mit einer Panzerplatte verschlossene Geschützblende geöffnet und ein Geschütz – das beispielsweise aus einer anderen beschädigten „Hummel“ stammte – eingebaut werden.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Panzerhaubitze Hummel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter J. Spielberger, Friedrich Wiener: Die deutschen Panzerkampfwagen III und IV mit ihren Abarten 1935–1945 (= Wehrwissenschaftliche Berichte. Bd. 2, ISSN 0083-7822). Lehmanns Verlag, München 1968, S. 66.
  2. Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 2000, ISBN 3-7909-0721-9, S. 119.
  3. Walter J. Spielberger: Der Panzerkampfwagen IV und seine Abarten (= Militärfahrzeuge. Bd. 5). Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-87943-402-6, S. 128.
  4. Ferdinand Maria von Senger und Etterlin: Die deutschen Panzer 1926–1945. 3. Auflage. Bernard & Graefe, Bonn 2000, ISBN 3-7637-5988-3, S. 71–72.
  5. Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 2000, ISBN 3-7909-0721-9, S. 141 und 158.
  6. Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 2000, ISBN 3-7909-0721-9, S. 100.
  7. 12/43–11/44 → Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 2000, ISBN 3-7909-0721-9, S. 131.