Paul W. S. Anderson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paul W. S. Anderson auf der WonderCon 2010

Paul William Scott Anderson (* 4. März 1965 in Newcastle upon Tyne/England) ist ein britischer Film-Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der hauptsächlich durch Verfilmungen von Computerspielen wie Mortal Kombat, Resident Evil und Aliens versus Predator bekannt wurde.

Leben und Werke[Bearbeiten]

Anderson besuchte die University of Warwick, von welcher er auch graduierte. Sein Debütfilm war Shopping (1994), in welchem Sean Pertwee, Sadie Frost und Jude Law drei Verbrecher verkörpern, die Geschäfte durch Rammen des Schaufensters mit Hilfe eines Autos ausrauben („Ram-Raiding“). In England durfte der Film nur in einer begrenzten Zahl an Kinos gezeigt werden, in den USA wurde er in geschnittener Form und nur auf Video veröffentlicht. 1995 folgte Mortal Kombat, die Verfilmung des gleichnamigen Computerspiels. Die allgemeine Resonanz auf den Film war gemischt. Obwohl sowohl ein Großteil der Fans des Spiels über die Umsetzung unglücklich waren als auch das Kritikerecho eher schlecht war, war der Film ein kommerzieller Erfolg, der zu zwei Fortsetzungen führte – an denen Anderson aber nicht mehr beteiligt war.

Nach dem Erfolg von Mortal Kombat war Anderson in der Lage, sich sein nächstes Projekt selbst aussuchen zu können und wählte Star Force Soldier. Soldier war vom Drehbuchautor David Webb Peoples als Side-quel zu Blade Runner konzipiert, d.h. er spielte im selben Universum. Da der fest eingeplante Hauptdarsteller Kurt Russell zu der Zeit aber unabkömmlich war, verzögerte sich die Produktion und Anderson bekam die Möglichkeit, bei Event Horizon Regie zu führen, dieser floppte jedoch sowohl bei den Kritikern als auch an den Kinokassen. Anderson machte später das Studio dafür verantwortlich, da es den Film gegen seinen Willen umgeschnitten habe. Andere an dem Projekt beteiligte sagten später jedoch aus, in der Endfassung des Films sei nur das beste Material verwendet worden.

Soldier wurde 1998 veröffentlicht und war ein kritischer und kommerzieller Misserfolg.

Erst nachdem er 2000 den recht erfolgreichen TV-Film The Sight geschrieben und als Regisseur betreut hatte, konnte er zwei Jahre später mit der Adaption des Computerspiels Resident Evil ins Kino zurückkehren, welche aufgrund ihres verglichen mit anderen Anderson-Filmen geringen Budgets und recht hoher Besucherzahlen (bzw. DVD-Verkäufe) ein kleiner finanzieller Erfolg wurde. Seit 2002 hat Anderson auch die Initialen „W. S.“ in seinen Namen eingeführt, um die Verwechselung mit seinem Namensvetter Paul Thomas Anderson zu verhindern.

Sein nächstes Projekt war der schon im Film Predator 2 angedeutete (und später in einer Comicserie von Dark Horse Comics, Computerspielen und anderen Medien populär gewordene) Zusammenstoß der Monster aus den Horror/Action-Filmreihen Alien und Predator in Alien vs. Predator. Die Tatsache, dass Anderson an dem Projekt beteiligt sein würde führte allerdings bei manchen Fans der ursprünglichen Filmreihen zu Unwohlsein und veranlasste das Studio, keine Preview-Vorstellungen für Kritiker zu geben. Diese Strategie funktionierte zumindest anfänglich. AvP wurde der Film mit dem besten Startwochenende eines Filmes, der letztendlich nicht die 100-Millionen-Dollar-Grenze überschritt.

Der dritte Teil Extinction der Resident-Evil-Reihe kam am 27. September 2007 in die Kinos, zudem Anderson wie schon beim zweiten Teil das Drehbuch verfasste, den Regiestuhl jedoch nicht übernahm. Wie seine Vorgänger war auch dieser Film ein kommerzieller Erfolg.

2001 lernte er bei den Dreharbeiten zu Resident Evil Milla Jovovich kennen, mit der er sich im März 2003 verlobte und die er am 22. August 2009 heiratete.[1]

Am 3. November 2007 kam ihre gemeinsame Tochter in Los Angeles zur Welt.[2]

Aktuelle Projekte[Bearbeiten]

Zur Zeit arbeitet Anderson an den Adaptionen des Computerspiels Driver sowie des Films Necropolis. Zusätzlich hat er Interesse an der Verfilmung der Spiele Castlevania, Grand Theft Auto und Alfred Besters Science-Fiction-Roman The Stars My Destination (deutsch: Die Rache des Kosmonauten und Der brennende Mann) ausgedrückt. Die Dreharbeiten zu dem Film Die drei Musketiere, bei dem er die Regie übernahm, sind abgeschlossen, der Film läuft in den Kinos. Nachdem Resident Evil: Afterlife an seinem Startwochenende auf Anhieb auf Platz Eins startete, gab Milla Jovovich bekannt, dass Anderson auch einen fünften Teil der Reihe drehen werde.

Filmografie[Bearbeiten]

Regisseur

Produzent

Drehbuchautor

  • 1990: El C.I.D. (Fernsehserie)
  • 1994: Shopping
  • 2002: Resident Evil
  • 2004: Alien vs. Predator
  • 2004: Resident Evil: Apocalypse
  • 2005: Necropolis
  • 2007: Resident Evil: Extinction
  • 2008: Death Race
  • 2010: Resident Evil: Afterlife
  • 2010: Death Race 2
  • 2012: Resident Evil: Retribution
  • 2014: Pompeji (Pompeii)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,644432,00.html
  2. SpiegelOnline: Milla Jovovich bringt Tochter zur Welt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul W. S. Anderson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien