Petingen

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Petingen
Wappen Karte
Wappen von Petingen Lage von Petingen im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Rathaus
Rathaus
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 33′ N, 5° 53′ O49.5563138888895.8758611111111Koordinaten: 49° 33′ 23″ N, 5° 52′ 33″ O
Distrikt: Luxemburg
Kanton: Esch an der Alzette
Einwohner: 15.398 (6. Sep. 2009)
Fläche: 11,9 km²
Bevölkerungsdichte: 1291 Einw./km²
Postleitzahl: 4701–4802
Website: www.petange.lu
Politik
Bürgermeister: Pierre Mellina (CSV)
Wahlsystem: Proporzwahl

Petingen (luxemburgisch Péiteng, französisch Pétange) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Esch an der Alzette. Sie ist der Fläche nach mit knapp zwölf Quadratkilometern eine der kleinsten Gemeinden Luxemburgs, der Einwohnerzahl nach jedoch die fünftgrößte. Der Ausländeranteil lag im Jahr 2010 bei 44,7 Prozent.[1] Das Stadtrecht wurde dem Hauptort (chef-lieu d’une commune) bislang nicht zuerkannt.

Petingen ist durch die Stahlindustrie geprägt. Als neues wirtschaftliches Standbein hinzugekommen sind im Rahmen des Europäischen Entwicklungspols PED (seit 1985) Unternehmen der Fertigungsindustrie. Neben den Spuren der industriellen Vergangenheit haben sich jedoch viele Teile der Gemeinde ihren ländlichen Charakter bewahrt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Petingen liegt an der Chiers im Südwesten von Luxemburg und grenzt im Westen an Belgien.

Zusammensetzung der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gemeinde Petingen besteht aus den Ortschaften:

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aufgrund der erhöhten Einwohnerzahl seit 2011 aus siebzehn Mitgliedern zusammen.[2] Die Schöffen werden von CSV und LSAP gestellt, welche zusammen dreizehn Sitze errungen haben; die zwei Vertreter der Grünen sowie je einer der DP und der ADR bilden die Opposition.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Petingen wird erstmals in einer Charta aus dem Jahre 938 unter dem Namen Perdgitten erwähnt. Professor Jos. Meyers zufolge stammt der Name Petingen vom Namen der fränkischen Sippe Petto ab.

1601 wurde die Grenze zwischen Lothringen und Luxemburg festgelegt. Petingen ging an Luxemburg und Rodingen an Lothringen. Seit 1795 besteht die Gemeinde aber in ihrer heutigen Form und aus den Ortschaften Lamadelaine, Petingen und Rodingen.

Den größten Bevölkerungszuwachs erlebte Petingen, als Ende des 19. Jahrhunderts auf den Anhöhen um Petingen die Minette gefördert wurde, die Eisenhütte in Rodingen entstand und die Ortschaft an die Eisenbahn angebunden wurde.

Am 9. September 1944 wurde Petingen als erste Gemeinde Luxemburgs durch die US-Armee befreit. Zu Ehren des Hyman S. Josefson, des ersten amerikanischen Soldaten, der auf luxemburgischem Boden fiel, wurde ein Denkmal errichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Petingen

Petingen war in der Vergangenheit ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und ist heutzutage mit einem Bahnhof und den zusätzlichen Haltestellen Lamadelaine und Rodingen an das Schienennetz der CFL angeschlossen.[4]

Kultur, Natur und Freizeit[Bearbeiten]

Die Korn (Chiers) bei Petingen

Auf dem Titelberg haben Archäologen ein Oppidum sowie eine Tempelanlage der Treverer ausgegraben.

Der Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras wird gern zu Ausflügen und als Veranstaltungsszene genutzt. Die Museumsbahn „Train 1900“ verbindet Fond-de-Gras mit Petingen über einen Teil der Bahnstrecke Petingen–Bois Châtier. Der Endbahnhof des „Train 1900“ in Petingen befindet sich gegenüber dem CFL-Empfangsgebäude.

Das Naturschutzgebiet Giele Botter umfasst das Gebiet einer einstigen Tagebauanlage; es wird durch Lehrpfade erschlossen, die zudem einen einmaligen Ausblick auf das Tal der Korn bieten. Im Süden von Petingen bietet das Waldschutzgebiet Prënzebierg Möglichkeiten zur Naherholung. In Rodingen gibt es das Schwimmbad Kordal (PiKo) mit einem ausfahrbaren Dach und einer 80 Meter langen Rutsche.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Petingen hat mit Maribor in Slowenien und Schio in Italien Städtepartnerschaften geschlossen.[5]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Péiteng aktuell, Informatiounsblat vun der Gemeng Péiteng, N° 87 - Mäerz 2010
  2. Gemengerot Péiteng: Schäfferotserklärung a Kommissiounen rtl, 16. November 2011.
  3. Elections Website der Gemeinde, Ergebnisse der Kommunalwahlen 2011
  4. Infos sur la gare, Pétange
  5. Website Petingen: Villes jumelées

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Raymond Hastert: Zur Lokalgeschichte von Petingen. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien