Phillip Boa

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Phillip Boa im Jahr 2012

Phillip Boa (* 18. Januar 1963 in Dortmund) ist ein deutscher Independent-Musiker, Songwriter, Sänger, Gitarrist und Komponist und Kopf der Band Phillip Boa and the Voodooclub. Sein bürgerlicher Name lautet Ernst Ulrich Figgen, der aktuelle Name ist nach diversen Scheidungen und Namensänderungen unbekannt. Phillip Boa lebt in Dortmund, Hamburg und seit 1991 auf Malta.

Phillip Boa beim Amphi Festival 2013

Leben[Bearbeiten]

Phillip Boa gründete 1985 zusammen mit seiner damaligen Partnerin Pia Lund die Independent-Band Phillip Boa and the Voodooclub.[1] Er ist das einzige Mitglied dieser Band mit durchgehender Mitgliedschaft.

Mit dem Album Hair und der Single Container Love gelang 1989 der kommerzielle Erfolg und internationale Anerkennung.

Die Musik Boas ist beeinflusst von britischem Punk und New Wave, sie pendelt stilistisch zwischen Pop und Avantgarde. Durchgehendes Merkmal sind eingängige melodische Refrains, die von Stimmungswechseln durchbrochen oder verfremdet werden.

Im April 1991 wanderte Phillip Boa nach Malta aus. Das im gleichen Jahr erschienene Live-Album trägt den Namen „Live! Exile On Valletta Street“.

Nach seinem bisher erfolgreichsten Album, Boaphenia (1993), setzte Boa einen bewussten Bruch, um sich seinem Metalprojekt Voodoocult zu widmen. Mit Voodoocult gründete Phillip Boa eine Heavy Metal-Band bestehend aus Dave Lombardo am Schlagzeug, Chuck Schuldiner (Gitarrist), Waldemar Sorychta (Gitarrist), Mille Petrozza (Gitarrist) und ihm selbst als Sänger. Die Band veröffentlichte 1994 das Album Jesus Killing Machine. Ein Jahr später brachte die Band mit einer völlig anderen Besetzung ein zweites, selbstbetiteltes Album heraus. Danach löste sich die Band wieder auf.

Seit 1994 bis heute arbeitete Phillip Boa weiter mit Phillip Boa and The Voodooclub. Es erschienen eine Reihe Studioalben, Livealben und neu gemasterte ältere Alben.

Sein aktuelles Album, Bleach House, ist am 22. August 2014 auf Cargo Records veröffentlicht worden.

Im Jahr 1997 trennten sich Phillip Boa und Pia Lund. Pia Lund verließ die Band Phillip Boa and the Voodooclub aufgrund persönlicher Differenzen und widmete sich der Veröffentlichung von Soloalben. Zwischen 2003 und 2013 war sie wieder Mitglied der Band.[2]

Werk[Bearbeiten]

Constrictor Records[Bearbeiten]

Phillip Boa begründete 1986 zusammen mit Pia Lund das Label Constrictor Records. Neben den Platten von Phillip Boa and the Voodooclub wurden dort etwa 50 Alben und 10 Singles deutscher und vor allem britischer Independentbands, wie z. B. von Jowe Head, Talulah Gosh und Television Personalities, veröffentlicht. Zweigbetriebe des Labels Constrictor waren der Constrictor Musikverlag (oder Constrictor Publishing) und Film Noir. Im Jahr 1991 beendete das Label Constrictor Records seine Arbeit. Auf Film Noir sind seit 1998 alle Veröffentlichungen von Phillip Boa and the Voodooclub und den Beangrowers erschienen.[3]

Rezeption[Bearbeiten]

  • Phillip Boa and the Voodooclub zählen zu den renommiertesten deutschen Bands, die auch international von Kritikern und Fans anerkannt sind (ARD).[4]
  • 2012 schrieb John Robb, ein renommierter englischer Musikkritiker, im Louder Than War Magazine: „Boa ist einer der bedeutendsten deutschen Künstler der letzten 30 Jahre.“[5]
  • Die Band Die Ärzte singt in ihrem Song „Wir sind die Besten“ (Bonus-EP zum Album „Jazz ist anders“) über Phillip Boa. Dabei stellt sie Boa und sich in ironischer Weise als die letzten guten Musiker dar.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Philipp Boa und Pia Lund, popsplits – Phillip Boa: „Container Love“, 2007, bei: YouTube.
  2. Interview mit Phillip Boa. In: LABKultur, 29. März 2011.
  3. Myspaceseite von Constrictor Records.
  4. programm.ard.de, abgerufen am 31. Mai 2014.
  5. John Robben: „One of the best German bands of the last three decades, Phillip Boa and the Voodoo Club have been on a creative surge recently“, louderthanwar.com, 7. Dezember 2012, abgerufen am 8. Februar 2013.