Phillip Boa
Phillip Boa (* 18. Januar 1963 in Dortmund) ist ein deutscher Independent-Musiker, Songwriter, Sänger, Gitarrist und Komponist. Sein bürgerlicher Name lautet Ernst Ulrich Figgen, der aktuelle Name ist nach diversen Scheidungen und Namensänderungen unbekannt. Phillip Boa lebt in Dortmund, Hamburg und auf Malta.
2012 schrieb John Robb, ein renommierter englischer Musikkritiker, im Louder Than War Magazine: „Boa ist einer der bedeutendsten deutschen Künstler der letzten 30 Jahre.“[1]
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Musik [Bearbeiten]
Phillip Boa gründete 1984 die Independent-Band Phillip Boa & The Voodooclub. Mit dem Album Hair und der Single Container Love gelang 1989 der kommerzielle Erfolg und internationale Anerkennung.
Die Musik Boas ist beeinflusst von britischem Punk und New Wave, sie pendelt stilistisch zwischen Pop und Avantgarde. Durchgehendes Merkmal sind eingängige melodische Refrains, die von Stimmungswechseln durchbrochen oder verfremdet werden. Dabei stehen sich der hohe Gesang von Bandmitglied Pia Lund und die belegte Stimme Boas diametral gegenüber. Nach seinem bisher erfolgreichsten Album, Boaphenia (1993), setzte Boa einen bewussten Bruch, um sich einem Metalprojekt zu widmen.
Mit Voodoocult gründete Phillip Boa eine Heavy Metal-Band bestehend aus Dave Lombardo am Schlagzeug, Chuck Schuldiner (Gitarrist), Waldemar Sorychta (Gitarrist), Mille Petrozza (Gitarrist) und ihm selbst als Sänger. Die Band veröffentlichte 1994 das Album Jesus Killing Machine. Ein Jahr später brachte die Band mit einer völlig anderen Besetzung ein zweites, selbstbetiteltes Album heraus. Danach löste sich die Band wieder auf.
Im Herbst 2006 ging Boa mit seinem Voodooclub auf Remastered-Tour. Dort wurden konsequent nur Stücke der drei wieder veröffentlichten Alben Copperfield, Hair und Hispanola gespielt. Des Weiteren gibt es seit 2001 alljährlich zwei oder drei Weihnachts-Clubkonzerte in der Leipziger Moritzbastei. 2007 erschien das Album Faking to Blend In auf Motor Music. Am 13. Februar 2009 ist das Album Diamonds Fall bei Rough Trade erschienen. Dafür wurde der Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit für die kompletten Drums und Percussion als Voodooclub-Mitglied engagiert. Im Sommer 2010 erschien das Live-Album Exile on Strait Street auf dem eigenen Constrictor Label. Die Alben Helios und Boaphenia wurden im Frühjahr 2011 auf Vertigo/Universal neu gemastert veröffentlicht.
Am 10. August 2012 erschien mit Loyalty ein neues Studioalbum auf Cargo Records, welches die beste Chartplatzierung in der Bandgeschichte erreichte. Das Album wurde aufgenommen auf Malta und in London, produziert von David Vella, Boa und Brian Viglione sowie von Ian Grimble in London gemixt und von Frank Arkwright in den Abbey Road Studios gemastert.
Mitglieder [Bearbeiten]
Nach diversen Mitgliederwechseln besteht der Voodooclub im Jahr 2012 aus folgenden Musikern:
- Phillip Boa (Gesang, Gitarre)
- Pia Lund (Gesang)
- Maik T. (Bass)
- Moses Pellberg (Schlagzeug)
- Toett (Keyboards, Percussion)
- Oliver Klemm (Gitarre)
Diskografie [Bearbeiten]
Reguläre Alben mit Phillip Boa & The Voodooclub [Bearbeiten]
- 1984: Most Boring World (limitiertes Mini-Album)
- 1985: Philister (Ja! Musik) – Independent-Charts: Platz 1
- 1986: Aristocracie (Constrictor) – Independent-Charts: Platz 1
- 1988: Copperfield (Polydor) – Charts: Platz 53
- 1989: Hair (Polydor) – Charts: Platz 23
- 1990: Hispañola (Polydor) – Charts: Platz 14
- 1991: Helios (Polydor) – Charts: Platz 20
- 1993: Boaphenia (Polydor) – Charts: Platz 15
- 1994: God (Motor Music) – Charts: Platz 23
- 1996: She (Motor Music) – Charts: Platz 32
- 1998: Lord Garbage (Motor Music) [Soloalbum] – Charts: Platz 22
- 2000: My Private War (RCA/BMG) – Charts: Platz 23
- 2001: The Red (RCA/BMG) – Charts: Platz 59
- 2003: C 90 (RCA/BMG) – Charts: Platz 46
- 2005: Decadence & Isolation (Motor Music) – Charts: Platz 40
- 2007: Faking To Blend In (Motor Music) – Charts: Platz 59
- 2009: Diamonds Fall (Rough Trade) – Charts: Platz 45
- 2012: Loyalty (Cargo Records) – Charts: Platz 13
Sampler, Live und Wiederveröffentlichungen [Bearbeiten]
- 1986: Philistrines (Red Flame, England)
- 1989: 30 Years of Blank Expression (DiDi, Griechenland)
- 1991: Live! Exile On Valletta Street (Polydor)
- 1994: Hidden Pearls (Fanclub Release)
- 1996: Hidden Pearls & Spoken Words (Fanclub Release)
- 1997: Fine Art On Silver Best Of (Motor Music) – Charts: Platz 28
- 1997: Aristocracie Remastered (Indigo)
- 1998: Master Series Best Of (Re-Release „Fine Art On Silver“) (Motor Music)
- 2001: Singles Collection 1985–2001 Best Of (RCA/BMG)
- 2005: BOA Best Singles Best Of Remastered (Polydor/Universal)
- 2006: Copperfield Remastered (Polydor/Universal)
- 2006: Hair Remastered (Polydor/Universal)
- 2006: Hispañola Remastered (Polydor/Universal)
- 2010: The Malta Tapes, Vol. 1 (Constrictor)
- 2010: Live! Exile on Strait Street (Constrictor)
- 2011: Helios Remastered (Vertigo/Universal)
- 2011: Boaphenia Remastered (Vertigo/Universal)
Trivia [Bearbeiten]
- Die Band Die Ärzte singt in ihrem Song „Wir sind die Besten“ (Bonus-EP zum Album „Jazz ist anders“) über Phillip Boa. Dabei stellt sie Boa und sich in ironischer Weise als die letzten guten Musiker dar.
- Nach dem ersten Best-Of-Album verließ Pia Lund 1997 die Band und veröffentlichte 1999 ihr Soloalbum „Lundaland“. 2002 schloss sie sich der Band wieder an und ist seit dem Album „C 90“ (2003) wieder festes Mitglied.
- Im April 1991 wanderte Phillip Boa nach Malta aus. Das im gleichen Jahr erschienene Live-Album trägt den Namen „Live! Exile On Valletta Street“. Im Juli 2010 folgte das Album „Live! Exile on Strait Street“.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website
- Porträt bei laut.de
- Phillip Boa bei Discogs (englisch)
- MySpace-Präsenz
- "Deutschland ist rückständig und provinziell" – Interview bei LABKULTUR.TV, März 2011
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ „One of the best German bands of the last three decades, Phillip Boa and the Voodoo Club have been on a creative surge recently“, louderthanwar.com, abgerufen am 8. Februar 2013.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boa, Phillip |
| ALTERNATIVNAMEN | Ernst Ulrich Figgen (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Popmusiker |
| GEBURTSDATUM | 18. Januar 1963 |
| GEBURTSORT | Dortmund |