The National (Band)

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The National
The National bei einem Auftritt im Mai 2010
The National bei einem Auftritt im Mai 2010
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie-Rock, Alternative
Gründung 1999
Website www.americanmary.com
Aktuelle Besetzung
Matt Berninger
Aaron Dessner
Bryce Dessner
Bryan Devendorf
Scott Devendorf

The National ist eine 1999 gegründete US-amerikanische Band. Die Texte der Band werden als „dunkel, melancholisch und schwer zu interpretieren“ beschrieben. Der Stil von The National wird dem Indie-Rock zugeschrieben und etwa mit Joy Division, Leonard Cohen, Wilco und Nick Cave and the Bad Seeds verglichen. Die Mitglieder stammen ursprünglich aus Cincinnati, Ohio, leben aber mittlerweile in New York City. Die Bariton-Stimme des Sängers Matt Berninger gibt der Band ihren Wiedererkennungswert. Komplettiert wird die Gruppe durch die beiden Brüderpaare Aaron & Bryce Dessner sowie Scott & Bryan Devendorf.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Matt Berninger 2007 in Paris

1991 traf Matt Berninger auf Scott Devendorf, beide studierten an der Universität von Cincinnati. Dort trafen sie auf Mike Brewer, Casey Reas und Jeff Salem und gründeten die Lo-Fi-Garage-Band Nancy, die nach Matts Mutter benannt wurde. Die Band war fünf Jahre zusammen, nahm aber in dieser Zeit nur ein Album mit dem Titel 3429 Ruther auf, das bei dem Label Wife Records veröffentlicht wurde. Die Gruppe löste sich auf, als Matt, Scott, Jeff und Casey nach Brooklyn zogen.

Bryan, Bryce und Aaron waren von Kindesbeinen an Freunde, die in verschiedenen Bands zusammenspielten. Als ihr Project Nim sich 1998 auflöste, schlossen sie sich Matt und Scott in Brooklyn an.

Ihre neue Band nannten sie The National. Mehrere Mitglieder arbeiteten während der ersten Jahre weiter in bürgerlichen Berufen und erlebten dabei aus nächster Nähe die Dotcom-Blase New Yorks der späten 1990er Jahre mit.

Das Debüt-Album: The National[Bearbeiten]

Ihr erstes Album The National wurde 2001 auf Brassland Records veröffentlicht. Das Label gehörte den Bandmitgliedern Aaron und Bryce Dessner und einem Freund, Alec Hanley Bemis. Ihr Debüt-Album legte den Grundstein für die Karriere der Band. Vor Veröffentlichung hatten sie einige Liveshows gespielt.

Sad Songs for Dirty Lovers[Bearbeiten]

The Nationals zweites Album Sad Songs for Dirty Lovers erschien 2003. Erstmals arbeitete die Band mit Peter Katis als Produzenten, der später auch an den beiden folgenden Alben Alligator und Boxer beteiligt ist. Das Magazin Uncut und die Zeitung Chicago Tribune bezeichneten Sad Songs for Dirty Lovers als eines der Alben des Jahres.

Cherry Tree EP[Bearbeiten]

2004 veröffentlichten The National die EP Cherry Tree, die bereits Live-Versionen von About Today und All the Wine enthält, zwei Stücke des folgenden Albums. Die Veröffentlichung der EP wurde als Erfolg gewertet, The National gingen zusammen mit der Band The Walkmen auf Tour.

Ebenfalls 2004 gaben die Bandmitglieder ihre Nebenberufe auf und unterzeichneten einen Vertrag mit ihrem neuen Label Beggars Banquet Records, weil die Leitung eines eigenen Labels „zu kompliziert“ wurde.[1]

Der Song About Today wurde in den Soundtracks der Filme Warrior und The East verwendet.

Alligator[Bearbeiten]

Ihr erstes Album bei Beggars Banquet heißt Alligator, es wurde 2005 veröffentlicht. Das Album fand bei der Kritik großen Anklang und erreichte eine hohe Platzierung in den Charts zum Album des Jahres der Los Angeles Times und Pitchfork.[2][3]

Alligator brachte der Band zahlreiche neue Konzert-Besucher. Sie spielte nun unter anderem ausverkaufte Shows im Troubadour in Los Angeles und der Webster Hall in New York. The National tourten zusammen mit Clap Your Hands Say Yeah und den Editors und spielten bei zahlreichen Festivals, darunter 2006 beim Pitchfork Music Festival und den Festivals in Reading und Leeds.

Alligator verkaufte sich in den Vereinigten Staaten 75.000-mal.

Boxer[Bearbeiten]

The National veröffentlichte ihr viertes Album Boxer am 22. Mai 2007. Es erhielt wie Alligator viel Lob von Musikkritikern.[4] Das Album enthält Beiträge verschiedener Gastmusiker, unter anderem Sufjan Stevens und Doveman (Thomas Bartlett). Es wurde von Stereogum.com zum zweitbesten Album des Jahres und vom Paste Magazine zum besten Album des Jahres gewählt.

Am 24. Juli 2007 spielten The National Fake Empire in der Late Show with David Letterman und am 26. September 2007 Apartment Story in Craig Fergusons Show.

Im Sommer 2008 eröffnete die Band zusammen mit Modest Mouse die Promotion-Tour für das R.E.M.-Album Accelerate. Sie spielte auch viele Festivals in Europa und Nordamerika, einschließlich Coachella, Sasquatch, Glastonbury, Haldern Pop, Rock Werchter, Optimus Alive!, Oxegen, Benicassim, Lowlands, T Wireless O2, Rock im Park, All Points West und Lollapalooza.

Seit seinem Erscheinen sind in den USA über 180.000 Exemplare von Boxer verkauft worden.

A Skin, a Night and The Virginia EP[Bearbeiten]

Im Mai 2008 veröffentlichte die Band ihren ersten abendfüllenden Dokumentarfilm mit dem Titel A Skin, a Night auf DVD. Der Film von Regisseur Vincent Moon dokumentiert das Leben der Band während der Produktion von Boxer und kurz vor einer Show im Londoner Koko Club. Zusammen mit der DVD-Veröffentlichung wurde eine CD-Sammlung von B-Seiten und Raritäten unter dem Titel The Virginia EP veröffentlicht.

Die Zusammenarbeit mit Vincent Moon begann lange vor den Dreharbeiten zur DVD. Vincent Moon entdeckte die Band nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums und freundete sich mit den Bandmitgliedern nach einer Show in Paris an. Bald nach diesem Treffen drehte Moon Musikvideos zu den National-Liedern Daughters of the Soho Riots und Lit Up. Es waren seine ersten Musikvideos überhaupt.

High Violet und weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Am 17. Dezember 2008 informierte die Band die Mitglieder ihrer Mailing-Liste darüber, dass sie in den Anfängen der Aufnahme eines neuen Albums steckte. In einem Interview von Pitchfork Ende März 2009 sagte Aaron Dessner, das Album habe noch keinen Namen, aber es sei wahrscheinlich, dass es in der Tradition der bisherigen zwei Alben mit einem „C“ beginnen werde.

Am 17. Februar 2009 veröffentlichten Aaron und Bryce Dessner eine Zusammenstellung mit diversen Künstlern unter dem Titel Dark Was the Night auf dem Label 4AD (das ursprüngliche Label Beggar's Banquet Records fusionierte zuvor mit 4AD). Die Doppel-CD mit 31 Songs erschien zugunsten der Red Hot Organization. Sie beinhaltet einen neuen Song der Band mit dem Titel So Far Around the Bend.

Am 10. März 2010 spielte The National den Titel Terrible Love in Jimmy Fallons Late Night Show. Am 25. März veröffentlichte die Band Bloodbuzz Ohio als erste Single aus dem neuen Album High Violet und stellte das Lied zum kostenlosen Download auf ihre Website. Das Album kam am 11. Mai 2010 heraus.

Matt Berninger am Kölner Tanzbrunnen

Am 19. April 2011 veröffentlichte die Band den Portal 2 Soundtrack Exile Vilify, der vor der Veröffentlichung auf Grund von Änderungen im Spielablauf umgeschrieben werden musste.[5] Im Jahr 2012 nahm die Band den Song The Rains of Castamere für den Soundtrack der zweiten Staffel der Serie Game of Thrones auf.

Am 20./21. Mai 2013 (UK/Nordamerika) erschien das neue Album Trouble Will Find Me.[6]

Im August 2013 kündigte die Band ihr nächstes Projekt an. Demnach wolle man gemeinsam mit diversen Gastmusikern ein Cover-Album zu Ehren von Grateful Dead aufnehmen.[7]

Politische Unterstützung[Bearbeiten]

Die Band unterstützte Barack Obamas Präsidentschaftskandidatur 2008. Im Juli dieses Jahres verkauften die Mitglieder T-Shirts mit einem Bild Obamas und den Worten Mr. November als doppelten Verweis auf eines der Lieder auf Alligator und dem Monat der US-Präsidentschaftswahlen. Alle Erlöse wurden für Obamas Wahlkampagne gespendet.[8]

Ihr Lied Fake Empire wurde während der Wahlkampagne auf vielen Veranstaltungen gespielt und am 28. August 2008 als Soundtrack für ein Video während der Democratic National Convention in Denver gezeigt.

The National gelten als Barack Obamas Lieblingsband.[9]

Diskografie und Filmografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[10]
Boxer
  UK 57 02.06.2007 (1 Wo.)
  US 68 09.06.2007 (6 Wo.)
High Violet
  DE 10 21.05.2010 (6 Wo.)
  AT 20 21.05.2010 (7 Wo.)
  CH 14 23.05.2010 (7 Wo.)
  UK 5 22.05.2010 (4 Wo.)
  US 3 29.05.2010 (19 Wo.)
Trouble Will Find Me
  DE 11 31.05.2013 (… Wo.)
  AT 7 31.05.2013 (… Wo.)
  CH 6 02.06.2013 (… Wo.)
  UK 3 01.06.2013 (… Wo.)
  US 3 08.06.2013 (… Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Alben[Bearbeiten]

  • 2001: The National
  • 2003: Sad Songs for Dirty Lovers
  • 2005: Alligator
  • 2007: Boxer
  • 2010: High Violet
  • 2013: Trouble Will Find Me

EPs[Bearbeiten]

  • 2004: Cherry Tree
  • 2008: The Virginia EP (nur digital oder gemeinsam mit A Skin, a Night, siehe unten: Filme)

Singles[Bearbeiten]

  • 2005: Lit Up
  • 2005: Secret Meeting (nur als Download veröffentlicht)
  • 2005: Abel
  • 2007: Mistaken for Strangers
  • 2007: Apartment Story
  • 2011: Exile Vilify (nur als Download veröffentlicht)
  • 2013: Demons
  • 2013: I Need My Girl

Filme[Bearbeiten]

  • 2008 A Skin, a Night (Dokumentarfilm über die Entstehung von Boxer)
  • 2014 Mistaken for Strangers (Dokumentation)

Quellen[Bearbeiten]

  1. Alan Williamson: The National – Interview. Sixeyes, 6. August 2005, abgerufen am 22. März 2013 (englisch).
  2. Joshua Klein: The Top 200 Albums of the 2000s: 50-21. Pitchfork, 1. Oktober 2009, abgerufen am 22. März 2013 (englisch).
  3. Alligator - The National. Metacritic, abgerufen am 22. März 2013 (englisch).
  4. Boxer - The National. Metacritic, abgerufen am 22. März 2013 (englisch).
  5. Exile Vilify. Sector W, abgerufen am 22. März 2013 (englisch).
  6. Laura Snapes: The National Announce New LP Trouble Will Find Me. Pitchfork, 21. März 2013, abgerufen am 22. März 2013 (englisch).
  7. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article455185/the-national-tribute-album-fuer-grateful-dead.html
  8. The National - "Mr. November" - T Shirt - Men's. Mercho Online, archiviert vom Original am 12. September 2008, abgerufen am 22. März 2013 (englisch).
  9. http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/tips/172246/index.html
  10. Chartquellen: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]