Picknick am Valentinstag

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Filmdaten
Deutscher Titel Picknick am Valentinstag
Originaltitel Picnic at Hanging Rock
Produktionsland Australien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1975
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Peter Weir
Drehbuch Cliff Green
Produktion Australian Film Commission, Hayes McElroy, Picnic Productions Pty Ltd, South Australian Film Corporation
Musik Bruce Smeaton, Ludwig van Beethoven, Gheorghe Zamfir
Kamera Russell Boyd
Schnitt Max Lemon
Besetzung

Picknick am Valentinstag ist ein australischer Spielfilm von Peter Weir aus dem Jahre 1975, der auf dem gleichnamigen Roman von Joan Lindsay basiert. Er ist einer der ersten australischen Filme, der ein internationales Publikum fand. Dabei wurde er sowohl von den Kritikern als auch von den Zuschauern geschätzt und verhalf dem australischen Film zu seinem internationalen Durchbruch. Die Premiere fand am 8. August 1975 in Adelaide statt und der Kinostart in Deutschland erfolgte 2 Jahre später am 24. Juli 1977.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Am Valentinstag 1900 verschwinden auf mysteriöse Weise drei junge Mädchen und die Lehrerin Miss McCraw bei dem Ausflug eines Mädcheninternats zum Hanging Rock, rund 70 km nördlich von Melbourne, im australischen Bundesstaat Victoria. Mehrere Suchaktionen verlaufen ohne Ergebnis. Schließlich wird eines der drei Mädchen gefunden, kann sich aber an nichts erinnern, was ihr die anderen Schülerinnen aber nicht glauben. Sarah, die bei dem Ausflug nicht dabei sein durfte, hält Miranda, eines der verschwundenen Mädchen, für eine Prophetin und liebt sie abgöttisch. Sie glaubt an ein übernatürliches Verschwinden. Diese Vorfälle sind der Ausgangspunkt für den Niedergang der Mädchenschule. Eltern melden ihre Mädchen ab, die Direktorin verfällt dem Alkohol und schickt Sarah, deren Schulgeld seit langem überfällig ist, zurück ins Waisenhaus. Sarah stürzt sich daraufhin vom Dach in den Tod. Mrs Appleyard, die Direktorin, wird wenige Wochen später tot vor dem Hanging Rock gefunden. Vermutlich ist sie beim Ersteigen des Felsens abgestürzt.

[Bearbeiten] Ausdrucksmittel

Das Verschwinden, insbesondere Mirandas, zieht fast biblische Parallelen. Miranda kündigt ihr Verschwinden vorher an, lehrt Sarah die Liebe zu anderen und führt die Gruppe der Mädchen, untermalt von mystischer Panflötenmusik von Gheorghe Zamfir und in melancholische Bilder umgesetzt, hinfort. Den geheimnisvollen Beigeschmack des Verschwindens unterstreichen zwei um Punkt zwölf stehengebliebene Uhren, eine rote Wolke und der Augenzeugenbericht über die unbekleidete Miss McCraw, die den Berg hinauf eilt. Das völlig offene Ende gibt dem Zuschauer Rätsel auf, die für immer ungelöst bleiben.

Zu hören sind Beethovens 5. Klavierkonzert und Eine kleine Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart.[1]

[Bearbeiten] Kritiken

„Trotz einiger Längen und melodramatischer Schnörkel fesselt der Film vor allem im ersten Teil durch eine starke Spannung.“

Lexikon des internationalen Films [2]

„Peter Weirs Picknick am Valentinstag bildet einen Film über ein fesselndes Mysterium, der von einer unterdrückten sexuellen Hysterie durchsetzt ist. Dabei verwendet er zwei Markenzeichen des modernen australischen Films: eine wunderschöne Kinematographie und Geschichten über die Kluft zwischen den europäischen Siedlern und Mysterien des alten Australien.“

Roger Ebert [3]

„Horror kommt nicht unbedingt in Form eines Herrn in Abendkleidung mit langen Eckzähnen, eines verstümmelten Leichnams oder eines Arztes, der ein Gehirn im Goldfischglas aufbewahrt. Er kann auch an einem sonnigen Tag geschehen, wenn sich kindliche Unschuld und Andeutungen einer unerforschten Sexualität verbinden und eine intensive euphorische Stimmung erzeugen, die einen in einen Zustand jenseits von Leben oder Tod versetzt. Solch ein Horror ist unaussprechlich, nicht etwa weil er so furchtbar ist, sondern weil er schwer fassbar bleibt und sich herkömmlichen Erklärungen und Definitionen entzieht.“

New York Times [4]

Picknick am Valentinstag bleibt der Film mit dem der Name Peter Weir am engsten verbunden ist und er stellt weiterhin einen der Meilensteine des australischen Kinos dar. Er machte Peter Weir international bekannt und leitete eine Renaissance des australischen Films ein.“

Jonathan Rayner [5]

[Bearbeiten] Literatur

  • Joan Lindsay: Picknick am Valentinstag. Roman (Originaltitel: Picnic at Hanging Rock). Deutsch von Werner Wolf. Mit einem Nachwort von Florian F. Marzin. Ungekürzte Ausgabe. Deutscher Taschenbuch-Verlag (dtv), München 2004, 284 S., ISBN 3-423-20687-X
  • Jonathan Rayner: Contemporary Australian Cinema: An Introduction. Manchester University Press 2000, ISBN 0-7190-5327-7, S. 63-70

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.imdb.com/title/tt0073540/soundtrack, abgerufen am 11. Februar 2009.
  2. Filmdienst: Picknick am Valentinstag. In: Kabeleins Filmlexikon. SevenOne Intermedia GmbH, abgerufen am 11. Februar 2009.
  3. Roger Eberts Filmkritik zu Picknick am Valentinstag
  4. Vincent Canby in der New York Times vom 23. Februar 1979
  5. Jonathan Rayner: The Films of Peter Weir. Continuum International Publishing Group 2006, ISBN 0-8264-1908-9, S. 59 (eingeschränkte Online-Version (Google Books))
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