The Way Back – Der lange Weg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel The Way Back – Der lange Weg
Originaltitel The Way Back
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 133 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Peter Weir
Drehbuch Peter Weir
Keith R. Clarke
Sławomir Rawicz (Roman)
Produktion Duncan Henderson
Nigel Sinclair
Peter Weir
Joni Levin
Musik Burkhard von Dallwitz
Kamera Russell Boyd
Schnitt Lee Smith
Besetzung

The Way Back – Der lange Weg ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2010. Die Literaturverfilmung des Romans Der lange Weg: Meine Flucht aus dem Gulag von Sławomir Rawicz erzählt die Geschichte einer Gruppe Kriegsgefangener, die während des Zweiten Weltkrieges aus dem Gulag in Sibirien flieht und allen Widrigkeiten zum Trotz über die Mongolei nach Indien entkommt.

Handlung[Bearbeiten]

Der junge Pole Janusz Wieszczek ist entsetzt, als er, durch ein erzwungenes Geständnis seiner Ehefrau, als Spion verurteilt 20 Jahre in einem Gulag in Sibirien bei Jakutsk verbringen muss. Das Leben dort ist hart und die Rationen sind knapp. Die Diebe und Mörder sind grausam und kennen kein Mitleid. Glücklicherweise scheint der russische Schauspieler Khabarov ihm Hoffnung zu geben, indem er ihm erklärt, zu wissen, wann, wo und wie man aus dem Gulag ausbrechen könnte. Man brauchte nur etwas Zeit, um sich noch Vorräte für die Flucht anzusammeln. Doch weder scheint Janusz, nachdem er für die Zwangsarbeit im Bergwerk eingeteilt wurde, dies bis dahin zu überleben, noch meint es Khabarov ernst mit ihm. Mr. Smith, ein älterer US-Amerikaner, erklärt Janusz, dass Khabarov lediglich ein Blutegel sei, dessen Lebenskraft aus der Hoffnung anderer bestehe. Aber da Mr. Smith selbst sein Überleben nicht länger als sechs Monate schätzt, will er gemeinsam mit Janusz und einigen anderen Gefangenen ausbrechen.

Nachdem sie sich zwangsweise während eines Arbeitsausfluges im Schneesturm kennenlernten, plant Janusz gemeinsam mit Zoran, Kazik, Valka, Tomasz, Voss und Mr. Smith die Flucht. Bei dem nächsten Schneesturm warten sie bis zum Wachwechsel, schalten einen Generator ab, schneiden den Stacheldrahtzaun auf und fliehen durch die Wälder, während der Schneesturm die Spuren verwischt und eine Verfolgung nahezu unmöglich macht. Obwohl ihnen die Flucht gelingt, müssen sie normale Wege meiden, da auf sie ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Weil sich der Proviant dem Ende neigt und es der Gruppe immer schlechter geht, schlägt Valka vor, dass man klauen gehen sollte, um sich zu ernähren. Doch alle anderen sind dagegen, da sie keine Verbrecher seien. Kurz darauf verstirbt der nachtblinde Kazik, der sich im Dunkeln verirrt und erfriert.

Nachdem man sich auf dem Weg zum Baikalsee in eine Höhle verirrt, scheint es auch so, dass bald der nächste sterben werde – doch Janusz führt sie zum Baikalsee. Während ihrer Reise meiden sie die Dörfer, und die junge Polin Irena wird Teil der Gruppe. Allerdings geht es den Reisenden immer schlechter, bis Valka sich von der Gruppe trennt, in einem Dorf auf Beutezug geht und sich Fleisch besorgt. Valka ist auch der nächste, der die Gruppe verlässt. Bei der Überquerung der sowjetisch-mongolischen Grenze entschließt er sich, nicht mit den anderen weiterzureisen, in Russland zu bleiben und in seinem Heimatland sein Glück zu versuchen. Das trübt die gute Laune der Gruppe allerdings nicht, haben sie doch endlich ein freies Land erreicht. Zumindest glaubten sie das, bevor sie auch hier entsetzt feststellen müssen, dass in der Mongolei der Kommunismus herrscht. Also entschließt sich die Gruppe, durch die Mongolei zu reisen, um nach Indien zu kommen.

Sie ahnen dabei noch nicht, dass sie dafür wochenlang die Wüste Gobi durchqueren müssen. Die Strapazen sind so hart, dass sich ihre Vorräte schnell dem Ende neigen und die komplette Gruppe kurz vor dem Tode steht. Durch Zufall entdecken sie eine alte verlassene Oase, die nicht nur Wasser, sondern auch etwas Zeit zum Überleben spendet. Aber das Unausweichliche kommt, und so stirbt erst Irena an einem Hitzschlag, bevor es auch Tomasz trifft. Mit Mühe und Not und kurz vor dem Tod erreichen die übrigen vier Tibet und werden als Gäste in Lhasa empfangen, wo man ihnen anbietet, bis zum Frühling zu warten, bevor sie den Himalaya überqueren würden, um nach Indien zu kommen. Janusz jedoch ist rastlos und kann, im Gegensatz zur Gruppe, nicht ruhen. Er muss weiter, immer weiter, um zu flüchten und die Freiheit zu genießen, weswegen er sich alleine aufmacht. Die Gruppe bemerkt dies schnell genug und folgt ihm bis nach Indien, wo sie nach zwölf Monaten Flucht ebenfalls als freie Gäste empfangen werden.

Doch Janusz schafft es nicht zu seiner Frau. Erst nachdem die Geschichte ihren Lauf nahm und sich Ereignis um Ereignis das Ende des Kommunismus ankündigte, kann er in sein freies Polen reisen und nach Jahrzehnten seine geliebte Frau wieder in den Arm nehmen.

Kritik[Bearbeiten]

„In wuchtigen Landschaftspanoramen, die die Kleinheit des Menschen betonen, erzählt das Drama vom Ausgesetztsein von Menschen in einer Lage, in der angesichts unmenschlicher Umstände die eigene Humanität auf dem Spiel steht. Weniger an der konkreten historischen Geschichte und an einer psychologischen Erkundung der Charaktere interessiert, geht es dabei um die "conditio humana" in Grenzsituationen.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Es ist noch das kleinste Übel, dass Weirs Film ein Buch zugrunde liegt – „Der lange Weg: Meine Flucht aus dem Gulag “ von Sławomir Rawicz –, das höchst umstritten ist, weil es vielleicht eine wahre Geschichte erzählt, aber nicht die des Autors selber ist, obwohl sie so ausgegeben wird. Schwieriger wiegt schon, dass die Individuen nur knapp angerissen und grob motiviert werden, so dass trotz großer Stars (unter denen sich auch der deutsche Sebastian Urzendowsky tummelt) die Figuren sehr holzschnittartig bleiben. Und trotz der großartigen Panoramen und Landschaftsbilder, die Kameramann Russell Boyd eingefangen hat, bleibt die Bedrohung durch die Natur oft nur behauptet, wird nicht, wie sonst doch immer bei Weir, schmerzhaft erfahrbar.“

Peter Zander auf welt.de[2]

„THE WAY BACK ist so groß wie ein Film nur sein kann.“

Los Angeles Times

„Weir lässt den Zuschauer an den unglaublichen physischen und psychischen Strapazen seiner Figuren teilhaben.“

Hamburger Abendblatt

„Peter Weir auf der Höhe seines Schaffens.“

The Hollywood Reporter

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

The Way Back startete am 21. Januar 2011 in den Kinos und konnte bei einem Produktionsbudget von etwa 30 Mio. US-Dollar weltweit lediglich etwas mehr als 20 Mio. US-Dollar an den Kinokassen wieder einspielen.[3] In Deutschland startete der Film am 30. Juni 2011 und ist seit dem 25. November 2011 als DVD erhältlich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Way Back – Der lange Weg im Lexikon des Internationalen Films
  2. Peter Zander: Flucht aus Stalins Gulag – der Mensch wird Tier auf welt.de vom 1. Juli 2011, abgerufen am 5. Januar 2012
  3. The Way Back (2010) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 5. Januar 2012