Der einzige Zeuge

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Dieser Artikel beschreibt das US-amerikanische Filmdrama; für den französischen Kriminalfilm des Titels siehe Der einzige Zeuge (1984).
Filmdaten
Deutscher Titel Der einzige Zeuge
Originaltitel Witness
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Peter Weir
Drehbuch William Kelley
Earl W. Wallace
Pamela Wallace
Produktion Edward S. Feldman
Musik Maurice Jarre
Kamera John Seale
Schnitt Thom Noble
Besetzung

Der einzige Zeuge ist ein Spielfilm der Paramount Pictures aus dem Jahr 1985. Die Regie führte Peter Weir, die Hauptdarsteller sind Harrison Ford und Kelly McGillis. Die Handlung des Filmes spielt weitgehend unter den Angehörigen der Glaubensgemeinschaft der Amischen und wurde in Philadelphia und Intercourse, Pennsylvania, gedreht.

Handlung[Bearbeiten]

Der siebenjährige amische Junge Samuel Lapp wartet mit seiner verwitweten Mutter Rachel im Bahnhof von Philadelphia auf den Zug. Auf der Bahnhofstoilette wird er Zeuge eines Mordes durch den korrupten Polizeibeamten James McFee. Detective John Book beschließt, den Jungen und seine Mutter zu verstecken, um sie zu schützen. Er informiert seinen Vorgesetzten Paul Schaeffer, ohne zu wissen, dass dieser mit McFee unter einer Decke steckt. McFee lauert Book in einer Tiefgarage auf und verletzt ihn durch einen Bauchschuss schwer. Daraufhin taucht Book mit Samuel und Rachel in deren Amischen-Gemeinschaft unter. Wieder genesen, verkleidet er sich als Amischer, beteiligt sich am Leben der Gemeinschaft und verliebt sich in die Witwe Rachel, die aber auch von dem Amischen Daniel Hochleitner umworben wird.

Als John Book eines Tages in die Stadt fährt, um zu telefonieren, wird er in eine Auseinandersetzung mit Jugendlichen hineingezogen, die die Amischen provozieren. Aufgrund seines massiven Einschreitens wird die örtliche Polizei auf sein für einen Amischen untypisches Verhalten aufmerksam. Kurz darauf kommen McFee, Schaeffer und ihr Komplize Fergie in die Siedlung, um ihn zu suchen und umzubringen. Der unbewaffnete John versteckt sich in der Scheune. Es gelingt ihm, Fergie in ein Maissilo zu locken und durch Öffnen des Schiebers mit den in Massen herabstürzenden Körnern zu ersticken, dann mit Fergies Gewehr McFee zu erschießen und schließlich Schaeffer zum Aufgeben zu bewegen. Am Ende verabschiedet er sich von Samuel und Rachel und verlässt die Siedlung. Unterwegs begegnet er Hochleitner, der offenbar auf dem Weg zu Rachel ist.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film stellt die starken Kontraste zwischen der wurzel- und gefühllosen Stadtwelt, in der John Book lebt, und dem einfachen vorindustriellen Landleben der Amischen dar. In einigen Szenen konnte Harrison Ford auch seine Erfahrungen in seinem erlernten Beruf als Zimmermann einbringen.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte, dass der Film „einfühlsam inszeniert“ sei. Zudem sei es „erfreulich“, dass sich der Film „abseits der Genre-Klischees“ bewege.[1]

Sonstiges[Bearbeiten]

Von Seiten der Amischen wurde der Film als Zurschaustellung der amischen Kultur kritisiert. Entsprechend sind Amische auch weder als Schauspieler noch als Statisten in dem Film aufgetreten. Einzelne Amische, die bereit waren, mit dem Filmteam zusammenzuarbeiten, wurden mit Bannstrafen bedroht. Besonderen Unmut löste die Hauptdarstellerin Kelly McGillis aus, die sich zur Vorbereitung auf ihre Rolle unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Zugang zu einer amischen Familie verschafft hatte.[2]

In der englischsprachigen Originalversion sprechen die Amischen meist Hochdeutsch untereinander. Nur selten wird der in der Realität gesprochene Dialekt Pennsylvaniadeutsch benutzt. Um dennoch für die englische Fassung einen scheinbar authentischen amisch-deutschen Akzent zu kreieren, wurden bedeutende Nebenrollen mit osteuropäischen Schauspielern wie dem aus Russland stammenden Schauspieler Alexander Boris Godunow besetzt. Viggo Mortensen hat in einer kleinen Rolle als Amischer sein Spielfilmdebüt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1986
  • Oscar für das beste Original-Drehbuch
  • Oscar für den besten Schnitt
  • Oscar-Nominierung für den besten Film
  • Oscar-Nominierung für die beste Regie - Peter Weir
  • Oscar-Nominierung für den besten Hauptdarsteller - Harrison Ford
  • Oscar-Nominierung für das beste Szenenbild
  • Oscar-Nominierung für die beste Kamera
  • Oscar-Nominierung für die beste Filmmusik

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der einzige Zeuge im Lexikon des Internationalen Films
  2. Widerstand der Amischen gegen den Film „Der Einzige Zeuge“. Täuferschichte.net, abgerufen am 19. Januar 2010.