Pischelsdorf in der Steiermark

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Pischelsdorf in der Steiermark
Wappen von Pischelsdorf in der Steiermark
Pischelsdorf in der Steiermark (Österreich)
Pischelsdorf in der Steiermark
Basisdaten
Staat: Österreich
Politischer Bezirk: Gemeindekennzahl fehlt!
Koordinaten: 47° 11′ N, 15° 48′ O47.17861111111115.807222222222378Koordinaten: 47° 10′ 43″ N, 15° 48′ 26″ O
Höhe: 378 m ü. A.
Postleitzahl: 8212
Vorwahl: 03113
Gemeindekennziffer: Gemeindeschlüssel fehlt!
Website: www.pischelsdorf.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: {{{Bürgermeister}}} ({{{Partei}}})
Pischelsdorf
Pischelsdorf

Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Bezirk unbekannt

Pischelsdorf in der Steiermark ist eine Ortschaft in der Marktgemeinde Pischelsdorf am Kulm. Bis Ende 2014 bestand die gleichnamige Marktgemeinde Pischelsdorf in der Steiermark mit 2550 Einwohnern (Stand: 31. Oktober 2013).[1] Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie ab 2015 mit den ehemaligen Gemeinden Kulm bei Weiz und Reichendorf zusammengeschlossen[2]. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[3]

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Erreichbarkeit[Bearbeiten]

Pischelsdorf liegt in der südlichen Kulmregion im oststeirischen Hügelland. Durch Pischelsdorf führt die Wechsel Straße B54, welche entlang der alten Poststraße von Gleisdorf über den Wechsel nach Wiener Neustadt verläuft.

Da Pischelsdorf, das ein kleines regionales Wirtschafts- und Handelszentrum darstellt, verwaltungsmäßig zum Bezirk Weiz gehört, dessen Bezirkshauptstadt sich jedoch auf der Kulm abgewandten Seite befindet, sind seine regionalen Beziehungen (z. B. Krankenhaus, Schulen, Großmärkte) zu den Kleinstädten Hartberg und Gleisdorf stärker.

Der Markt Pischelsdorf, das Zentrum der Marktgemeinde Pischelsdorf am Kulm, liegt an einem nach Süden abfallenden Hügelrücken, welcher von den zwei Bächen Römerbach und Dürr-Feistriz, die südöstlich des Orts zusammenfließen, begrenzt wird. Der auf diesem Südhang von Bürgerhäusern umschlossene Hauptplatz wird auf der schmäleren Nordseite von der großen Kirchenstiege abgeschlossen, welche zur darüber thronenden, den Schutzheiligen Peter und Paul geweihten Kirche führt.

Katastralgemeinden[Bearbeiten]

1909 wurde die Gemeinde Pischelsdorf in die beiden Gemeinden Pischelsdorf und Schachen geteilt. Diese Trennung blieb nicht für lange Zeit, denn am 1. Jänner 1952 wurden die Katastralgemeinden Hart, Romatschachen und Schachen durch Landesgesetz der Marktgemeinde Pischelsdorf einverleibt. Das Gemeindegebiet umfasste folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[4]):

  • Hart (289)
  • Kleinpesendorf (181)
  • Pischelsdorf in der Steiermark (1452)
  • Romatschachen (390)
  • Schachen am Römerbach (204)

Ab 1945[Bearbeiten]

Pischelsdorf ist größer geworden, die Siedlungen haben sich ausgeweitet. Der Hauptort selber hat die in den 60er Jahren an den Ortsrand verlegte Wechsel Straße B54 wieder einverleibt. Am markantesten zeigt sich das durch vier Siedlungshäuser mit insgesamt zirka 50 Wohnungen aus den 70ern und 80er und einem Einkaufszentrum, welches in den 90er Jahren anstelle eines Sägewerks errichtet wurde, auf der ortsabgewandten Straßenseite. Mittlerweile gibt es in Pischelsdorf zirka elf mehrgeschossige Wohnungsbauten, und es werden mehr.

Im letzten Jahrzehnt konnte die Vorgabe des Landes, nämlich die gemeindeeigene Kläranlage aufzugeben und stattdessen an eine unrentable Großkläranlage im Feistritztal anzuschließen, durch massive Aufklärungsarbeit der damals neuen BürgerInnenpartei, verhindert werden. Stattdessen wurden alle damals noch nicht erschlossenen Siedlungen mit Pflanzenkläranlagen ausgestattet.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Pischelsdorfs erfolgte am 1. Oktober 1043, als Heinrich III. einem gewissen Adalram zwei Huben in Ramarsstetin schenkte. Der Name "Ramarsstetin" wurde lange als "Römerstätte" gedeutet, während heute davon ausgegangen wird, dass der Name von einem Personennamen abzuleiten sei. Ein Grund für die ältere Annahme stellte auch die vollständige Flurzersplitterung dar, die in der Oststeiermark einzigartig war.

Dieser Besitz ging im 12. Jahrhundert zum Teil an den Erzbischof von Salzburg (aufgrund eines Erbvertrages von 1152), das Stift Göß und die Wildonier. Der Teil, der an den Erzbischof von Salzburg kam, wurde in Bischofsdorf umbenannt, woraus heute Pischelsdorf geworden ist.

Die erste Nennung einer Pfarre Pischelsdorf sowie deren Priester findet man in einer Urkunde aus dem Jahre 1203. 1322 kam der Ort im Tausch gegen andere Güter als Lehen an die Herbersteiner. Die Herbersteiner wollten Pischelsdorf zu einem wirtschaftlichen Zentrum ihrer Besitzungen machen und 1407 wurde der Ort erstmals als Markt genannt. Eine eigene Handwerksordnung hatten nur die Schneider, welche dem Kaiser 1610 zur Bestätigung vorgelegt wurde.

Neuzeit[Bearbeiten]

1532 zerstörten durchziehende osmanische Truppen den Ort, wobei der Großteil der Bevölkerung entweder umkam oder verschleppt wurde. Weitere Katastrophen richteten die Großbrände von 1643 und 1761 an, die jeweils auch die Pfarrmatriken und die Protokollbücher der örtlichen Verwaltung vernichteten. Den erstmaligen Nachweis eines Lehrers in Pischelsdorf findet man in einem Visitationsprotokoll von 1617. Von dort an werden immer wieder Lehrer in Matriken und Urkunden genannt.

Im Zuge der josephinischen Pfarrregulierung wurde Pischelsdorf Sitz eines Dekanates und der jetzige Pfarrumfang festgelegt. Joseph II. bestätigte die beiden Viehmärkte erneut. Die das Ortsbild beherrschende Pfarrkirche entstand 1898 bis 1902 anstelle einer barocken Kirche aus dem 17. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.391
1880 1.491
1890 1.536
1900 1.490
1910 1.668
1923 1.566
1934 1.711
1939 1.720
1951 1.763
1961 1.872
1971 2.124
1981 2.214
1991 2.468
2001 2.436
2008 2.513
2013 2.550

Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • 1 Kindergarten,
  • 1 Volksschule,
  • 1 Hauptschule,
  • 1 Polytechnische Schule,
  • 1 Musikschule (Zweigstelle)

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Pischelsdorf wurde im Jahr 1881 gegründet und feierte im Jahr 2011 ihr 130-jähriges Bestehen. Sie hat einen Mannschaftsstand von 117 Mitgliedern (Stand 12/2014), welche in den vergangenen Jahren 16000 bis 18000 ehrenamtliche Jahresstunden geleistet haben.

In den Jahren 2000 und 2001 wurde das mittlerweile dritte Feuerwehrhaus an der Wechsel Straße B54 als Gemeinschaftsprojekt mit der Marktmusikkapelle Pischelsdorf errichtet.

Die Freiwillige Feuerwehr Pischelsdorf verfügt über 4 Fahrzeuge (Tanklöschfahrzeug, Rüstlöschfahrzeug, Kleinlöschfahrzeug und Mannschaftstransportfahrzeug) und stellt mit ihrer Ausrüstung neben der Gewährleistung der örtlichen Sicherheit auch eine stützpunktartige Funktion (Schwerpunkt technische Menschenrettung - Verkehrsunfälle) zur Unterstützung für den Feuerwehrabschnitt Pischelsdorf bzw. die umliegenden Feuerwehren dar. Auch können Teile der Feuerwehren im Einsatzfall für den überörtlichen Katastrophenhilfsdienst herangezogen werden.

Der überdurchschnittliche Eigenfinanzierungsgrad wird durch das jährlich zu Christi Himmelfahrt stattfindende „Pischelsdorfer Volksfest“ ermöglicht, welches die Feuerwehr in ihrer Funktion als Kulturträger bereits seit über 42 Jahren ausrichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pischelsdorf in der Steiermark

Musik[Bearbeiten]

  • Marktmusikkapelle Pischelsdorf in der Steiermark

Gegenwartskunst[Bearbeiten]

Kulturverein K.U.L.M./Kulturstock3 [5][Bearbeiten]

Die Abkürzung K.U.L.M. steht für: "Kunst Und Leben M. - Kunst / Politik / Wissenschaft / Wirtschaft".

K.U.L.M.-Obmann Richard Frankenberger (rechts) im „Kulturstock 3“

K.U.L.M. vertritt einen “erweiterten Kunstbegriff” und versteht sich als Labor und Denkwerkstätte. Kunst wird als Instrument gesehen, über Themenbereiche im Kontext Kunst, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nachzudenken und sie mit künstlerischen Mitteln zu bearbeiten. Schwerpunkt Bildende Kunst, erweiterter Kunstbegriff, Kunst im Kontext Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, Soziale Plastik.

K.U.L.M. war mehrmals mit Projekten Kooperationspartner des Festivals Steirischer Herbst. Bei der Kooperation mit dem Festival "KOMM.ST 1.2" [6] realisierte K.U.L.M. im Jahr 2012 10days10artists. [7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Land Steiermark: Endgültiger Bevölkerungsstand am 31.10.2013 (Excel-Datei, 85 KB; abgerufen am 2. Mai 2015)
  2. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  3. § 3 Abs. 11 Z 3 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 4.
  4. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  5. http://www.kulm.net/
  6. http://www.komm.st/de/das-war-komm-st-1-2/programm-2012
  7. http://www.kulmland-region.at/cms/index.php?xxvzrkvk-nlcs-w7y4-ylo0-r7efoleuqq0b-120720024943

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pischelsdorf in der Steiermark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien