Polanów

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Polanów
Wappen von Polanów
Polanów (Polen)
Polanów
Polanów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Koszalin
Gmina: Polanów
Fläche: 7,61 km²
Geographische Lage: 54° 6′ N, 16° 42′ O54.116.7Koordinaten: 54° 6′ 0″ N, 16° 42′ 0″ O
Höhe: 69 m n.p.m
Einwohner: 3028
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 76-010
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 205 DarłowoBobolice
DW 206 KoszalinMiastko
Schienenweg: Bahnstrecke Piła–Ustka
Bahnstation: Przytocko
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 82 Ortschaften
28 Schulzenämter
Fläche: 393,08 km²
Einwohner: 9080
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3209063
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Grzegorz Lipski
Adresse: ul. Wolności 4
76-010 Polanów
Webpräsenz: www.polanow.pl

Polanów (deutsch Pollnow, kaschubisch Pòlnowò) ist eine Kleinstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern, Powiat Koszaliński (Kreis Köslin).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Nordosten der Woiwodschaft Westpommern in Hinterpommern, 32 Kilometer südöstlich von Koszalin (Köslin) am linken Ufer des Flusses Grabowa (Grabow). Das Grabowatal bildet hier eine reizvolle Landschaft. Im Ort kreuzen sich die Woiwodschaftsstraßen DW 206 KoszalinMiastko (Rummelsburg) und DW 205 Sławno (Schlawe) – Bobolice (Bublitz). Nahe bei der Stadt befinden sich zwei ehemalige heidnische slawische Wallfahrtsorte, im Südwesten der Święta Góra (Heiliger Berg) und im Nordosten die Warblewski Góry (Varbelower Berge, auch Zwölf Apostelberge).

Die ul. Wolności in Polanów

Bis 1945 bestand für Pollnow Bahnanschluss an drei Eisenbahnlinien: die Bahnstrecke Gramenz–Zollbrück (GrzmiacaKorzybie) und die Kleinbahnlinien der Schlawer Bahnen von Schlawe (Sławno) nach Sydow (Żydowo) bzw. der Köslin-Belgarder Bahnen über Natzlaff (Nacław) nach Köslin (Koszalin).

Stadt Polanów (Pollnow)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Pollnow östlich von Köslin (damalige Schreibweise Cöslin) und südlich von Schlawe auf einer pommerschen Landkarte von 1794.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kamen die ersten deutschen Siedler, zumeist aus der Mark Brandenburg, an die verkehrsgünstige Furt über die Grabow. Vor ihnen hatten sich dort bereits Wenden angesiedelt, die auch nach der deutschen Ortsgründung abseits in ihrem alten Wohnbereich blieben. Er wurde von den Deutschen Schidlitz genannt und blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eigenständig, obwohl sich die beiden Volksstämme mit der Zeit vermischten. Eine erstmalige Erwähnung findet Pollnow in der Urkunde vom 13. Juli 1307, mit der die brandenburgischen Markgrafen Otto, Hermann und Waldemar Peter von Neuenburg die Lehnsrechte an dem Ort und der im Zuge der Besiedlung errichteten Burg bestätigten. Sein Sohn gleichen Namens verlieh Pollnow 1312 das lübische Stadtrecht. Stadt und Burg wurden 1353 an das Bistum Cammin übereignet und gehörten fortan zu den Tafelgütern des Bistums. 1436 verpfändete der Camminer Bischof Siegfried Pollnow samt Burg an den pommerschen Herzog Bogislaw IX. Beides blieb herzoglicher Besitz, bis Herzog Erich II. 1472 das Pollnower Land seinem Fürstlichen Rat Peter von Glasenapp im Tausch gegen sechs Dörfer im Rügenwalder Land überließ.

Im Jahre 1550 wurde in Pollnow die Reformation eingeführt. 1609 richtete ein Stadtbrand schwere Schäden an, die Katastrophe wiederholte sich in den Jahren 1656 und 1736. Das erste Rathaus der Stadt wurde 1613 erbaut. In der Folge des Dreißigjährigen Krieges war Pollnow von 1537 bis 1653 von Schweden besetzt, danach regierten die Brandenburger Herrscher das Land. 1672 schrieb Peter von Glasenapp das „Blaue Buch von Pollnow“, das auch in den nachfolgenden Jahrhunderten als historische Quelle der Stadt diente. 1773 übernahm der Oberst Ernst von Wrangel die Besitzrechte an der Stadt, die die Familie bis 1806 innehatte.

Als Preußen nach den Befreiungskriegen 1815 seine Kreiseinteilung neu ordnete, wurde Pollnow in den pommerschen Kreis Schlawe eingegliedert; dieser gehörte seit 1816 zum Regierungsbezirk Köslin. 1819 wurde die Burg von Pollnows Bürgern erworben. 1848 weihten sie ihr neues Rathaus ein und 1852 wurde ein neues Kirchengebäude an den alten Kirchturm angebaut. Relativ spät wurde Pollnow an das Eisenbahnnetz angeschlossen, und das 1898 auch erst nur an die Schlawer Kleinbahn. 1903 erfolgte mit der Eröffnung der Strecke nach Bublitz der Anschluss an das Normalspurnetz. Wegen der schlechten Verkehrsanbindung entwickelte sich kaum Industrie in Pollnow, lediglich die Filiale einer Berliner Textilfabrik ließ sich dort nieder. 1908 nahm in der Nähe, in Beßwitz, ein Elektrizitätswerk seinen Betrieb auf.

1939 hatte Pollnow 3.631 Einwohner. Mitte Februar 1945 erlebte die Stadt als einzige im Regierungsbezirk Köslin einen Bombenangriff, bei dem sowjetische Flugzeuge etwa 30 Bomben abwarfen. Mit nur wenigen teilweise beschädigten Häusern hielt sich der Schaden in Grenzen. Am Boden wehrten zwei deutsche Kompanien die sowjetischen Truppen ab, mussten die Stadt aber am 27. Februar 1945 räumen. Einen Tag zuvor war die deutsche Bevölkerung evakuiert worden. Durch die sowjetische Artillerie erlitten zahlreiche Häuser und die Kirche schwere Schäden. Nach der Einnahme der Stadt wurde das Zentrum von sowjetischen Soldaten in Brand gesteckt und dadurch völlig zerstört. Pollnow wurde nach Kriegsende zusammen mit Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Anschließend wurde die deutsche Bevölkerung aufgrund der Bierut-Dekrete vertrieben und polnische Bevölkerung angesiedelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Julius Pagel (*29. Mai 1851 in Pollnow), deutscher Arzt und Medizinhistoriker († 1912)
  • Eberhard Wenzel (*22. April 1896 in Pollnow), deutscher Kirchenmusiker und Komponist († 1982)

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Martin Krause (1922–2012), Forstdirektor (Ehrenbürger 2008)[2]
  • Ludwig Schick (* 1949), Erzbischof von Bamberg (2010)[3]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Es bestehen Partnerschaftsverhältnisse mit der hessischen Stadt Gedern und mit der Gemeinde Rothenklempenow in Mecklenburg-Vorpommern.

Gmina Polanów[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Polanów, deren Sitz die Stadt Polanów ist, steht in Bezug auf ihre Flächengröße an immerhin sechster Stelle der 114 Gemeinden in der Woiwodschaft Westpommern. Mit ihren 393,08 km² nimmt sie außerdem 23,6 % der Gesamtfläche des Powiat Koszaliński „in Beschlag“.

In Bezug auf ihre Zahl von 9.230 Einwohnern steht sie in der Woiwodschaft an 38. Stelle.

Das Gemeindegebiet wird von Süden nach Norden durch das Flüsschen Grabowa (Grabow) durchzogen, das der Landschaft ein recht beschauliches Bild vermittelt.

Nachbargemeinden der Gmina Polanów sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Polanów umfasst über 82 Dörfer, die in folgenden 28 Ortsteilen (sołectwo) zusammengefasst sind:

Dazu gehören auch die Ortschaften und Siedlungen:

Bagnica (Pagelsland), Bartlewo, Chocimino Leśne, Chróstowo (Twelberg), Chrustowo (Friedrichslust), Czarnowiec (Tannenwalde), Czyżewo (Pfingstberg), Dalimierz (Johannishof), Doły, Dzikowo, Gilewo (Wilhelmshof), Głusza (Bärenlager), Gosław (Arnsberg), Gostkowo (Wilkenhof), Jaromierz Polanowski (Ludwigshof), Jeżewo, Kania, Karsina (Karzin, Kr. Köslin), Kierzkowo (Grünheide), Knieja, Komorowo (Kummerow, Kr. Schlawe), Kopaniec (Althütte), Kościerniczka (Neu Kösternitz), Kwiecko, Lipki (Klein Linde), Liszkowo, Łąkie (Schlosshof), Łokwica (Hildegardshöhe), Małomierz (Luisenhof), Mirotki, Młyniska, Nadbór (Nadebahr), Osetno, Piaskowo (Seekaten), Pieczyska (Vorhütte), Pokrzywno, Puławy (Neu Amerika), Przybrodzie, Pyszki (Elsenthal), Racibórz Polanowski (Heinrichshorst), Racław (Ratzlaffenkamp), Rzeczyca Mała (Klein Reetz), Samostrzel (Neuhof), Smugi (Thalhof), Stare Wiatrowo (Alt Kleehof), Stołpie (Kuhstolp), Strzeżewo (Karlshof), Szczerbin (Karlshof), Trzebaw (Hasselhof), Zagaje (Schonungshof), Zdzieszewo, Żdżar (Sohrhof).

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verlaufen drei Woiwodschaftsstraßen (DW), von denen sich zwei in der Stadt Polanów kreuzen:

Schienen[Bearbeiten]

Einen direkten Bahnanschluss hat Polanów seit 1945 nicht mehr. Bis zur nächsten Bahnstation Przytocko (Pritzig) an der Bahnstrecke Piła–Ustka (Schneidemühl - Stolpmünde) sind es zehn Kilometer.

Vor 1945 trafen sich im Gebiet der heutigen Gmina Polanów drei Bahnlinien, die alle nach dem Krieg stillgelegt und größtenteils demontiert worden sind:

Infrastruktur[Bearbeiten]

  • Sendeanlage zur Verbreitung von UKW-Hörfunk- und Fernsehprogrammen in Gołogóra. Als Antennenträger werden 2 abgespannte Stahlfachwerkmasten, die 271 bzw. 115 Meter hoch sind, verwendet.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 304-307 (Volltext).
  • Franz Heiseler: Aus der Geschichte von Pollnow. In: Manfred Vollack (Hrsg.): Der Kreis Schlawe - Ein pommersches Heimatbuch. Band 2, Die Städte und Landgemeinden. Husum 1989, ISBN 3-88042-337-7, S. 673–682.
  • * Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Teil I, Band 4, Leipzig 1793, S. 579 (Volltext).

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. Die Pommersche Zeitung. Nr. 47/2012, S. 8.
  3. Die Pommersche Zeitung. Nr. 39/2010, S. 8.